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Message-ID: <de/katzen_1082200966@rtfm.mit.edu>
Supersedes: <de/katzen_1079601013@rtfm.mit.edu>
Expires: 31 May 2004 11:22:46 GMT
X-Last-Updated: 2002/10/17
Organization: none
From: simons@ieee.org (Peter Simons)
Newsgroups: de.rec.tiere.katzen,de.answers,news.answers
Subject: [de.rec.tiere.katzen] Haeufig gestellte Fragen (FAQ)
Followup-To: de.rec.tiere.katzen
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
Summary: Dieses Dokument enthaelt die Antworten zu den regelmaessig gestellen
         Fragen der Gruppe de.rec.tiere.katzen und sollte vor dem Posten dort
         gelesen werden. Ausserdem soll es als Einfuehrung fuer den
         angehenden Katzenhalter dienen.
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Originator: faqserv@penguin-lust.MIT.EDU
Date: 17 Apr 2004 11:29:00 GMT
Lines: 2058
NNTP-Posting-Host: penguin-lust.mit.edu
X-Trace: 1082201340 senator-bedfellow.mit.edu 568 18.181.0.29
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.rec.tiere.katzen:178939 de.answers:10351 news.answers:270055

Archive-name: de/katzen
Posting-Frequency: monthly
Last-modified: 2002/10/16
URL: http://cryp.to/katzen-faq/

                 Häufig gestellte Fragen über Katzen

                    Peter Simons <simons@cryp.to>

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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wissenwertes rund um die Katze

    2.1. Wie Katzen die Welt erfahren
    2.2. Ältere Katzen
    2.3. Katzen und Gewalt
    2.4. Katze und Sexualität
    2.5. Katzen und Kulturen
    2.6. Kastration
    2.7. Rassen und Zucht

3. Ernährung

    3.1. Vegetarisch?
    3.2. Dosenfutter
    3.3. Trockenfutter
    3.4. Normale Lebensmittel
    3.5. Wenn die Katze zu dick/dünn ist

4. Krankheit

    4.1. Woran erkennt man eine kranke Katze
    4.2. Tierärzte
    4.3. Verabreichung der Medizin
    4.4. Kastration
    4.5. Tollwut
    4.6. Katzenschnupfen
    4.7. Katzenseuche
    4.8. Flöhe
    4.9. Leukose
    4.10. Verstopfung
    4.11. FIP (Bauchfellentzündung)
    4.12. Feline Immundefizienz-Virus (FIV)
    4.13. Niereninsufizienz
    4.14. Durchfall
    4.15. Harngrieß
    4.16. Pseudowut

5. Verhalten

    5.1. Stubenreinheit
    5.2. Kratzen
    5.3. Körpersprache
    5.4. Katzenlaute
    5.5. Schlafen
    5.6. Schmusen
    5.7. Aggressive Katzen
    5.8. Verbote
    5.9. Wenn eine andere Katze einzieht

6. Spielen

    6.1. Der Katzenfernseher
    6.2. Ein Spielgefährte
    6.3. Die Katzenangel
    6.4. Bälle
    6.5. Laserpointer

7. Ich will auch

    7.1. Ein paar Gedanken, bevor man sich entscheidet
    7.2. Wo bekommt man eine Katze?
    7.3. Mit welchen Kosten muß man rechnen?
    7.4. Was brauche ich alles?
    7.5. Die Wohnung

Literatur über Katzen

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1. Einleitung

Bereits kurz nach der Einrichtung der USENET-Gruppe de.rec.tiere.katzen wurde
der Bedarf für eine Zusammenstellung der Antworten auf die häufig gestellten
Fragen deutlich. Die Katze als Haustier erfreut sich derzeit stark zunehmender
Beliebtheit und viele Neu-Dösenöffner stehen teilweise verwundert vor Ihrem
Tier und fragen sich, was das jetzt wieder zu bedeuten hat.

Aber auch langjährige Katzenbesitzer können nicht alles wissen, ich und alle
Autoren dieses Textes eingeschlossen. Katzen, im Gegensatz zu manchen anderen
Tieren, haben einen sehr ausgeprägten Charakter, eine ausdrucksreiche
Körpersprache und viele, viele Eigenarten. Mancher gute Tip, der bei dem einen
durchschlagenden Erfolg hatte, schlägt bei einer anderen Katze in der gleichen
Situation völlig fehl. Deswegen kann dieses Dokument letztendlich auch nur dazu
dienen, einem Katzenhalter Anregungen und Hinweise zu geben.

Niemand kennt die eigene Katze so gut wie man selber. Insofern sollte man sich
lieber auf seinen eigenen Instinkt verlassen, als blind einem Ratschlag zu
folgen. Manchmal sind Katzen einfach so.

Letztendlich noch etwas ,,organisatorisches": Diese FAQ ist nicht streng nach
dem Prinzip Frage-Antwort aufgebaut, wie es fast alle anderen FAQs des USENETs
sind. Der Grund dafür ist, daß meiner Erfahrung nach, ohnehin niemand wirklich
nach seiner wörtlichen Frage sucht, sondern eher nach einem Stichwort, das mit
seinem Problem zu tun hat. Außerdem ist eine solche Text-Organisation nicht
besonders flüssig lesbar, weil sie schwierig zu strukturieren ist.

Stattdessen habe ich den Text wie ein Buch aufgebaut. In den verschiedenen
Kapiteln werden alle Fragen zu einem bestimmten Thema wie ,,Ernährung"
behandelt. Die Kapitel wiederum sind nach Unterpunkten gegliedert. Die FAQ ist
also perfekt von vorne nach hinten lesbar.

Die aktuelle Version dieser FAQ wird regelmäßig in der News-Gruppe
de.rec.tiere.katzen gepostet. Außerdem ist sie im WWW unter der URL
http://cryp.to/katzen-faq/ zu finden.

Über Fragen, Fehlerhinweise und Ergänzungen würde ich mich sehr freuen. Ich bin
unter der Adresse <simons@cryp.to> per E-Mail zu erreichen.

Letztendlich noch ein Hinweis: Diese FAQ ist mitnichten ,,von mir". Ich habe
zwar das Grundgerüst geschrieben und kümmere mich darum, daß der Text aktuell
bleibt, aber weite Teile der FAQ sind von den verschiedensten Lesern der
Newsgruppe de.rec.tiere.katzen geschrieben worden. Teilweise sind diese
Beiträge namentlich gekennzeichnet, teilweise wurden sie einfach in den Text
übernommen. Zwar habe ich am Anfang noch versucht, alle Autoren namentlich zu
erwähnen, aber dieser Versuch ist relativ schnell gescheitert, da die Liste
einfach zu lang werden würde.

Deshalb hier nochmal Kollektiv der Dank an alle Leser der Gruppe
de.rec.tiere.katzen, für Ihre Anregungen, Beiträge und natürlich auch dafür,
daß sie die Newsgruppe zum Leben erweckt haben.

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2. Wissenwertes rund um die Katze

2.1. Wie Katzen die Welt erfahren

2.1.1. Die Augen

Das Leuchten der Augen bei Nacht kommt zustande, weil der Augenhintergrund mit
einer reflektierenden Schicht (tapetum lucidum) ausgekleidet ist, die wie ein
Spiegel hinter der Netzhaut Licht auf die Nervenzellen zurückwirft. Deshalb
können Katzen auch bei ganz geringem Lichteinfall noch sehen, nicht aber bei
völliger Dunkelheit. Zusätzlich kann die Katze den Lichteinfall mit Hilfe der
elliptoiden Schlitzpupillen regulieren. Konzentriert sie den Blick auf ein
Objekt, zieht sie gleichzeitig die Augenlieder zusammen. Die
Lichtempfindlichkeit des Katzenauges ist so groß, daß sie ohne diese
Möglichkeiten ein kleines Tier nur noch als blendendes Lichtbündel sehen würde.
Nachts dagegen öffnen sich die Pupillen so weit, daß von der Iris nur noch ein
ganz schmaler Randstreifen übrigbleibt.

Lange umstritten war, ob Katzen Farben sehen und unterscheiden können. Die
Netzhaut enthält, wie übrigens auch beim Menschen, signifikant mehr Stäbchen,
die nur auf S/W ansprechen, als Zäpfchen, mit denen Farben wahrgenommen werden
können. Heute weiß man, daß Katzen die meisen Farben voneinander unterscheiden
können, nicht aber die feineren Nuancen innerhalb einer Farbe. Das gilt
allerdings nicht für die verschiedenen Grautöne, unter denen sie noch die
subtilsten Abschattierungen herausfinden können. Als dämmerungsaktives Tier ist
es lebenswichtig, sich in einer Grau in Grau getönten Umgebung einwandfrei
zurechtzufinden. Aber auch Rot und Grün, Rot und Blau, Rot und Grau, Grün und
Blau, Grün und Grau, Blau und Grau, Gelb und Blau sowie Gelb und Grau kann die
Katze mit Sicherheit voneinander unterscheiden, Gelb und Rot wahrscheinlich
nicht.

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2.1.2. Gehör

Die Katze kann Töne mit 60.000 bis 65.000 Tonschwingungen/sek und darüber
wahrnehmen. Einige Experten sprechen sogar von 100.000 Schwingungen/sek. Zum
Vergleich: Menschen höhren in jungen Jahren lediglich 20.000 Schwingungen/sek.

Je mehr Schwingungen ein Ton hat, desto höher liegt er. Während die Katze also
mindestens dreimal soviel hohe Töne aufnehmen kann wie wir, ist der Unterschied
bei der Wahrnehmnung tiefer Töne gering. Nach dem 5. Lebensjahr läßt das Gehör
allmählich nach. Domestizerte Katzen werden im Alter häufig taub.

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2.1.3. Geschmack

Wie hoch der Geschmackssinn der Katzen entwickelt ist merkt man spätestens,
wenn man versucht, ihr übers Futter Medikamente zu verabreichen. Sie bemerkt
den Betrug sofort und läßt die "gesalzene Torte" empört stehen. Auf Süßes
scheinen die Geschmacksnerven der Katze nur wenig anzusprechen, wahrscheinlich,
weil sie in der Natur nie Süßes zu sich nehmen. Auf sauere, bittere und salzige
Geschmackskomponenten reagieren Katzen stärker. Ihr Geschmackssinn ist aber
insgesammt nicht so gut ausgebildet, wie der des Menschen.

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2.1.4. Geruch

Der Geruchssinn der Katze ist unserem weit überlegen. Eine Katze beschnuppert
ihr Futter erst einmal ausgiebig. Geht sie dann wieder, entspricht das Futter
nicht ihrem Geschmackt, obwohl sie noch gar nicht probiert hat.

Auf weitere Entfernungen können Katzen den sexuellen Lockduft ihrer Artgenossen
wahrnehmen. Durch Analkontrolle, das Schnuppern am Hinterteil einer anderen
Katze, erfahren sie alles Wissenswerte über deren Stimmung, Absichten und
Gesundheitszustand.

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2.2. Ältere Katzen

Wie alt Katzen werden können, darüber streiten sich die Götter. Allgemein kann
man von rund 15-18 Jahren ausgehen, plus/minus 3 Jahre. Nach meiner Erfahrung
ziehen sich Katzen, wenn sie älter (d.h. ca. 10-12 Jahre) werden, oftmals so
langsam auf ihr Altenteil zurück. Das bedeutet zum einen mal Veränderungen im
täglichen Verhalten: die Katze geht seltener raus, und wenn dann nur noch für
kurze Zeit. Sie hält sich aus Kämpfen mit anderen Katzen raus, schläft
ausgiebiger, ist beim Spielen und Kämpfen mit Menschen nicht mehr so
ausdauernd. Außerdem wird die Katze empfindlicher, ändert ihre Eßgewohnheiten.
Mein Schmidtchen Schleicher hier z.B. hat Milch und Trockenfutter nicht mehr
vertragen, und auch sonst viel häufiger als früher kotzen müssen.

Verhaltensänderungen wie die obigen sind nach meiner Erfahrung in höherem Alter
völlig normal und geben keinen Grund zur Sorge, solange die Katze ansonsten
nach wie vor gesund ist (im dem Sinne daß sie z.B. oft und ausgiebig kackt,
also keine Verdauungsstörungen aufweist, usw).

Insgesamt muß man der Katze aber, wenn sie älter wird, noch mehr Aufmerksamkeit
und Zuwendung schenken, und noch mehr Toleranz und Rücksicht zeigen, wenn sie
z.B. öfter rauskotzt oder sich alleine fühlt. Das hat freilich auch diverse
Implikationen für Leute, die über die `Anschaffung' einer Katze nachdenken: man
darf in keinem Fall vergessen, daß die Katze einen im Zweifelsfall über 18
Jahre begleitet, und eben in höherem Alter ein besonders hohes Maß an Zuwendung
braucht.

Obiges sind meine Erfahrungen hier; ich denke das kann man soweit
verallgemeinern auf einen Großteil der Katzen, aber natürlich gilt: Your
mileage may vary.

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2.3. Katzen und Gewalt

Man hört immer wieder von schrecklicher Tierquälerei. Katzen werden
angeschossen, in Spülmaschinen oder Waschmaschinen gesteckt, usw ... Ich möchte
dies nicht weiter fortführen. Die Gewalt von Menschen an Tieren ist ein sehr
dringliches gesellschaftliches Problem. Die Motivation der Tierquäler bleibt für
mich immer unbegreiflich. Man muß sich immer wieder vor Augen führen: Katzen
sind Lebewesen, die wie wir Menschen auch Freude, Zuneigung und Vertrauen, wie
auch Trauer, Schmerz und Abneigung verspüren.

Besonders gräßlich ist die legale Tierquälerei der Pharma-Industrie. Es gibt
schon lange Alternativen, z.B. Zellversuche an Zellkulturen, dessen Ergebnisse
sich auf Menschen und Tiere übertragen lassen. Diese Versuche sind aber teuer
und aufwendig. Der Gesetzgeber könnte die Forschung auf diesem Gebiet durch
entsprechende Gesetze forcieren, die Pharma-Lobby setzt sich hier aber immer
noch durch. Aus Kostengründen werden daher immer noch Tiere, auch Katzen, als
Versuchstiere mißbraucht. Sollten Sie Ihre Katze abgeben müssen, lassen Sie
sich daher immer schriftlich zusichern, daß das Tier nicht zu Versuchszwecken
mißbraucht wird. Dieses Thema wird auch in dem Roman von A. Pirinçci ,,Felidae"
behandelt.

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2.4. Katze und Sexualität

Für viele ist dies ein Reiz- bzw. Tabuthema und wird kaum in der Literatur
behandelt. An dieser Stelle möchte ich nicht auf die Sodomie eingehen (dieses
würde eher in das Kapitel ,,Katze und Gewalt" passen), sondern auf Phänomene
aus unserem täglichem Leben mit der Katze. Auch das Thema ,,Sex unter Katzen"
kann man in geeigneten Büchern nachlesen.

Jede Zärtlichkeit, egal ob zwischen Menschen oder zwischen Mensch und Tier ist
eine Form der Sexualität. Zentral für uns ist das Streicheln der Tiere. Eine
Theorie sagt, für die Katze ist unsere Hand beim Streicheln eine Art ,,
verlängerte Zunge der Mutterkatze", die auch die erwachsene Katze in ihre
Kindheit zurückversetzt. Daher werden Hauskatzen nie ,,richtig" erwachsen. Auch
für uns Menschen bedeutet das Fühlen des Tieres eine gewisse sexuelle
Befriedigung, die aber nicht mit anderer Arten der Befriedigung in Verbindung
zu bringen ist.

Sex beginnt nicht mit dem Geschlechtsverkehr. Das zusätzliche Schnurren der
Katze beim Streicheln trägt zu einem Wohlbefinden bei, das beruhigend und
aufbauend für Mensch und Tier wirkt. Weiterhin spüren Mensch und Tier die
Körperwärme des Anderen, was ebenfalls wohltuend ist. Der Blickkontakt zwischen
Mensch und Katze, das visuelle Erkennen der Gefühle des Anderen, ist ein
weiteres Merkmal beim Streicheln. Erkennen Sie die Parallelen zur menschlichen
Zweisamkeit ... Trotzdem sollten wir auch beim Streicheln nie vergessen, daß wir
mit einem Tier umgehen! Zuneigung, Zärtlichkeit und Sexualität sollte man beim
Umgang mit Tieren deutlich anders einschätzen als bei der zwischenmenschlichen
Beziehung.

Historisch gesehen ist dieses Thema nicht neu. Schon im Mittelalter wurde die
Katze als etwas ,,Weibisches" angesehen und daher verdammt. In einer von
Männern beherrschten stark religiösen Gesellschaft waren Unabhängigkeit und
Weiblichkeit ketzerisch und verpönt. Auch heute noch wird die Katze mit ,,
Weiblichkeit" in Verbindung gebracht.

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2.5. Katzen und Kulturen

Jede Gesellschaft geht unterschiedlich mit Katzen um. Während im
mitteleuropäischem Mittelalter Katzen verfolgt und malträtiert wurden,
vergötterte die ägyptische Gesellschaft die Katzen. Ironischerweise waren Pest
und andere Krankheiten im alten Ägypten wesentlich seltener als im europäischen
Mittelalter. Klar, Anzahl und Pflege von Katzen standen und stehen im direkten
Zusammenhang zur Ratten- und Mäusepopulation.

Wer schon mal im Mittelmeerraum seinen Urlaub verbracht hat, konnte den Umgang
der dortigen Bevölkerung mit Katzen beobachten. Nicht sehr schön in unseren
Augen war und ist der Umgang mit Tieren. Auf Kreta beispielsweise liefen recht
viele, ziemlich verwahrloste Tiere (Hunde, aber auch Katzen) herum. Touristen
waren meist gnädig und fütterten die Tiere. Leider gibt's auch Zeiten, in denen
Touristen nicht so zahlreich sind, wie in den Sommermonaten. Häufig hört man
von Deutschen, die auf den Balearen oder anderen Inseln überwintern und sich
der Tiere annehmen. Einige sinnvolle Projekte zum Tierschutz laufen auch dort
schon.

Noch mehr als in Mitteleuropa gelten in südlichen Ländern Tiere mehr als
Gebrauchs- und Nutzgegenstand. Man sollte sich aber davor hüten, von oben herab
,,die Südländer" zu diffamieren. Schließlich gehen viele deutsche
Agrarunternehmer auch nicht gerade zimperlich mit Tieren um.

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2.6. Kastration

Stubentiger, egal ob reine Hauskatze oder Katze mit Auslauf, sollten kastriert
werden, außer zur vernünftigen Katzenzucht. Genau wie wir Menschen, leiden
Katzen heutzutage unter dem Problem der Überbevölkerung und man sollte nicht ,,
Papst spielen" und alles der ,,Natur überlassen". Diejenigen, die kategorisch
die Kastration ablehnen, sind eingeladen, mal für einige Tage freiwillig in
einem Tierheim arbeiten, dann sieht man solche Dinge in der Regel etwas
pragmatischer.

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2.7. Rassen und Zucht

Im Gegensatz zu ,,normalen" aus Tierheimen stammenden Katzen weiß man bei
Rassekatzen, was dies für Katzen sind und woher diese stammen. Man kann sogar
sich eine charakterlich passende Katze aussuchen! Wer sich also vor dem Kauf
einer Katze gut informiert, kann normalerweise keinen ,,Fehlkauf" machen. Jeder
muß selbst entscheiden, ob er lieber eine Rassekatze oder eine andere Katze zu
sich holt. Am besten informiert man sich aus der Fachliteratur oder/und besucht
eine Katzenausstellung.

Rassekatzen kosten derzeit von DM 500,-- bis mehrere tausend Mark. Möchte man
zwei Katzen vom Züchter haben, muß selten der doppelte Preis gezahlt werden.
Beispielsweise für zwei Burmesen, die ein Bekannter von mir bekam, mußte er
statt 2 mal DM 800,-- ,,nur" DM 1000,-- bezahlen. Man muß wissen: der Züchter
verdient normalerweise nichts am Verkauf der Tiere. Katzenzucht kann man nicht
mit finanziellem, sonder nur mit ideellem Gewinn betreiben! Dies ist der Grund
dafür, daß man normalerweise Katzen nicht beim Zoohändler kaufen kann.
Katzenzucht ist immer ein Minusgeschäft --- zum Glück!

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3. Ernährung

Über die richtige Ernährung einer Katze gibt es viele verschiedene Meinungen.
Die Werbung verspricht uns, daß eine bestimmte Futtersorte auf jeden Fall
völlig ausreichend wäre, meine Tierärztin hat meinem Marvin damals einen
Speiseplan verschrieben, bei dem ich auch gerne mitgegessen hätte und manche
Leute glauben sogar an eine vegetarische Ernährung.

Der folgende Leitfaden entspringt keinen wissenschaftlichen Erkenntnissen,
sondern nur der Erfahrung, wie ich zwei ziemlich gesunde und schlanke Katzen
hinbekommen habe.

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3.1. Vegetarisch?

Einige wenige Katzenhalter, die sich selber vegetarisch ernähren, haben
versucht, Ihre Katze an diesen Lebenstil zu gewöhnen, und sie mit Gemüse und
eventuell noch Milchprodukten durchzubringen.

Um es kurz zu machen: Katzen sind Fleischfresser. Eine solche Ernährung ist
Tierquälerei. Studierte Ernährungswissenschaftler sind eingeladen, mir eine
Liste mit Proteinen, Eiweißen und Vitaminen zu schicken, die einer vegetarisch
ernährten Katze fehlen. Mir persönlich, reicht jedoch die Begründung, daß es
wider die Natur der Katze ist, völlig aus um sowas abzulehnen. Im Gegensatz zu
uns Menschen neigen Tiere nicht zum Übermäßigen Konsum, sie wissen meist sehr
gut, wieviel Fleisch sie brauchen und wieviel zu viel ist.

Es spricht nichts dagegen, das Futter der Katze mit Gemüsen und anderen
Lebensmitteln zu ergänzen, aber bitte nicht ausschließlich.

Ein Gemüse, daß eine Katze nicht fressen sollte, ist Kohl, da dieser zu Koliken
führen kann.

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3.2. Dosenfutter

Dosenfutter enthält einen Großteil der Stoffe, die eine Katze braucht.
Sicherlich jedoch nicht alle. Eine gute Ernährung kann absolut auf dem
handelsüblichen Dosenfutter basieren, sollte jedoch ergänzt werden. Wichtig ist
es nach meiner Erfahrung, die Dosenfuttermarke regelmäßig zu wechseln. Am
besten die ganze Palette des erhältlichen kaufen und jeden Tag eine andere
Marke füttern.

Es ist ein offenes Geheimnis, daß die Hersteller ihrem Futter Wirkstoffe
beifügen, an die sich die Katze gewöhnt. Der Effekt ist, daß sie nach einiger
Zeit das Futter anderer Hersteller nicht mehr fressen will. Das kann fatal
werden, wenn der Hersteller sein Rezept dann eines Tages mal ändert.
Insbesondere bei dem Futter von Sheba soll diese ,,Abhängigkeit" besonders
stark sein.

Bei der Katze ist der Geschmackssinn wesentlich ausgeprägter als bei uns
Menschen. Wir erkennen, wenn ein Huhn mit Fischmehl gefüttert wurde, dann ist
aber bald mal Schluß. Eine Katze erkennt am Fettgeschmack, mit was der
Fettlieferant gefüttert wurde. Konkret, wenn meine Katzen sprechen könnten, ich
würde ihnen immer ein Stück Fett meines Fleisches geben, und ich wüßte, mit was
das Tier gefüttert wurde.

Die Verwendung von guten Fetten macht das Katzenfutter teurer, als wenn
schlechte Fette oder Salz genommen wird. Marken wie Hill's Science Diet, Iams
oder TechniCal sind unter anderem auch teurer, weil sie gute Fette verwenden.

Desweiteren wies mich Sven Christian Berger darauf hin, daß vielen
Dosenfuttersorten Zucker und/oder andere Süßstoffe beigemischt werden, die das
Futter für die Katzen attraktiver machen sollen. Dies führt dann oft zu
Zahnerkrankungen, beispielsweise Zahnstein, welcher unter Vollnarkose entfernt
werden muß.

Rein vom Gefühl, Optik und der Resonanz meiner Katzen her, würde ich das Futter
von Felix sehr empfehlen. Selber probiert habe ich es nicht, aber meine Katzen
fahren ziemlich drauf ab. Zumindest sind die Felix'schen Produkte mit die
einzigen, bei denen ich die Geschmacksrichtung deutlich am Geruch und am
Aussehen erkennen kann. Bei anderen Herstellern sieht, meiner Meinung nach,
alles gleich aus.

Das Futter von Whiskas macht ebenfalls einen guten Eindruck. Zwar kommt es
nicht bereits klein geschnittenen, appetitlichen Häppchen, wie die anderen
Sorten, aber es ist das einzige Futter, daß meine Katzen auch dann noch
fressen, wenn es mal ein paar Stunden alt ist.

Die anderen Sorten sehen meist ausgesprochen appetitlich aus, weil sie mit viel
Flüssigkeit und in bereits geschnittenen Häppchen kommen. Es empfiehlt sich
aber, eher kleine Portionen auf einmal ins Schälchen zu tun, weil sich das
Futter nach kurzer Zeit verfärbt und hart wird. Liegt es dagegen noch in der
Dose und in der Flüssigkeit, bleibt es länger appetitlich. Ob die
Luft-Empfindlichkeit ein gutes oder ein schlechtes Zeichen ist, kann leider nur
ein Chemiker beurteilen. Meine Katzen bevorzugen klar den unverfärbten Zustand.

Manche Katzenhalter heben angebrochene Dosen im Kühlschrank auf, damit das
Futter länger frisch bleibt. Ich selber kaufe die Dosen lieber direkt in einer
kleineren Fassung, damit es garnicht erst lange stehen muß. Falls Sie Sich aber
für den Kühlschrank entscheiden, stellen Sie den Katzen bitte nicht das kalte
Futter in der Schale hin, sondern lassen Sie es etwas stehen oder erwärmen es
in der Mikrowelle, bis es knapp über Raumtemperatur liegt.

Man sollte das Futter, nachdem es aus der Mikrowelle kommt, allerdings noch
knapp eine Minute stehen lassen, bevor man es der Katze gibt, damit sich die
Wärme gleichmäßig verteilen kann. Oft sind einige Stücke besonders heiß,
während andere noch fast kalt erscheinen. Das kann leicht dazu führen, daß man
sich mit der Temperatur des Futter gründlich verschätzt und die hungrige Katze
dann ein sehr heißes Stück Futter runterschlingt, was ihrem Magen nicht
besonders gut tut.

Als Anmerkung für den Leser, möchte ich hier noch einen Artikel zitieren,
welcher unter dem Titel ,,Macht die Tiernahrung unsere Vierbeiner krank?" im
Vereinsmagazin Nr. 5/96 der Arche 2000 Welt-Tierhilfe e.V. abgedruckt wurde.
Der Autor ist Michael Kruse. Vielen Dank an dieser Stelle an Lars Eilebrecht
für das Abtippen des Textes. Ich habe einige Stellen gekürzt.

    Immer mehr Leute glauben, daß ihre Tiere vom Dosenfutter krank werden. Kaum
    zu glauben, verspricht uns doch die Werbung, daß Katzen ohne Frage Whiskas
    kaufen würden und Hunde sich erst dank Chappi zu einem ganzen Kerl
    entwickeln. Und das Ganze wird dann auch noch von erfolgreichen Züchtern
    empfohlen. Da kann eigentlich nichts schiefgehen, oder? Zumal, man weiß
    doch, was drinsteckt im Hunde- und Katzenfutter. Das steht ja schließlich
    alles auf dem Dosenetikett drauf. Zwar ist diese Fertignahrung nicht gerade
    billig, aber was teuer ist, das muß gut sein für meinen Vierbeiner. So und
    so ähnlich denken viele Tierhalter.

    Archve 2000 hat recherchiert und wollte für Sie herausfinden, ob da
    wirklich drin ist, was draufsteht. Eines steht fest: Herrchen und Frauchen
    kaufen stets die Katze im Sack, dann was wirklich im Tierfutter enthalten
    ist, das wissen nur die Hersteller und der liebe Gott.

    Waldi hat zu fressen und Herrchen keine Fragen zu stellen. Wenn man der
    Werbung Glauben schenkt, dann steckt in den Dosen nur das allerbest von
    Putenfleisch bis Lachs. Die Realität sieht anders aus. Der Lachsanteil
    beträgt beispielsweise in Wirklichkeit nur lächerliche vier Prozent, der
    Rest sind Rohstoffe wie Innereien, Herz, Leber, Speiseröhren. Außerdem hat
    manches davon das Haltbarkeitsdatum oft schon längst überschritten.
    Kühlhausware oder frische Innereien, die direkt von Schlachthöfen kommen,
    werden zu einem Brei zermahlen, teilweise gleich in Dosen abgefüllt
    beziehungsweise an das Tierfutter-Unternehmen geliefert.

    Von all dem weiß der Kunde nichts. Auch das Etikett auf der Dose oder
    Packung hilft oft nicht weiter. Es ist die Kunst der Hersteller und der
    Werbung eine breiige Masse, die obendrein bis zu 80% Wasser enthält, wie
    saftige leckere Fleischstücke aussehen zu lassen.

    Möglich wird das ganze durch ein besonderes Gefrierverfahren. Den Trick mit
    den angeblichen Fleischstücken hat man sich sogar patentieren lassen.
    Patentinhaber ist der amerikanische Konzern Mars. Das Schokoriegel-Imperium
    iist wiederum die Muttergesellschaft der Firma Effem aus Verden. Effem ist
    mit Abstand Deutschalnds größter Hersteller von Heimtiernahrung. Dazu
    später mehr - hier ein Auszug aus der Patenschrift der zeigt, wie sehr die
    Branche ihren Erfindungsreichtum anwendet, um Abfälle in edle Produkte zu
    verwandeln.

    ,,Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines
    Nahrungsmittel, daß einen faseriges oder gestreiftes Aussehen besitzt und
    beispielswiese faserförmigem Fleisch ähnelt."

    Weiter unten im Patent wird auch gleich empfohlen, was man ins angeblich so
    hochwertige Tierfutter reinmischt. Hier ein kleiner Auszug:

    ,,Sojamehl, Fleischmehl, getrocknetes Blut, Fischmehl, Knochen. Weitere
    Zusätze können auch sein: synthetische oder natürliche Aminosäuren,
    Harnstoff und Geflügelkot. Ferner kommt proteinhaltiger Klärschlamm aus
    mechanischen, biologischen oder chemischen Kläranlagen als Zusatz in Frage.
    "

    Zu ihrer Beruhigung: Das alles muß nicht zwangsläufig im Tierfutter
    enthalten sein. Geflügelkot zum Beispiel ist inzwischen verboten.

    Nun werden viele Tierhalter einwenden: Aber meinem Vierbeiner schmeckt das
    Dosenfutter doch, ja in manchen Fällen stürzen sich die Tiere geradezu mit
    Heißhunger auf den Freßnapf. Auch für dieses Phänomen gibt es eine
    Erklärung, die manchen Tierfreund erschrecken dürfte. Experten wissen schon
    lange, daß in die Tiernahrung Duft-, Lock- und Aromastoffe gemischt werden.
    Das gibt jedem Produkt einen ganz bestimmten Geschmack, irgendwie werden
    Hund oder Katze geradezu süchtig nach ihrer Lieblingsmarke.

    Das weite Feld der Heimtiernahrung ist ein Milliardenmarkt, und die Branche
    boomt. Wenn's um den gelieten Vierbeiner geht, denkt kaum einer ans Sparen.
    4,7 Millionen Hunde, 5,2 Millionen Katzen und 8 Millionen Vögel leben in
    deutschen Haushalten.

    Rund 2,6 Milliarden Mark geben die Deutschen im Jahr für Heimtiernahrung
    aus. Beim Griff ins Regal wissen die wenigsten, daß fast alle bekannten
    Marken, egal ob sie Whiskas, Kitekat, Frolic oder Chappi heissen, von ein
    und derselben Firma hergestellt werden, nämlich von Effem aus dem
    niedersächsichen Städtschen Verden. Das Unternehmen hat mit über 75 Prozent
    Marktanteil fast schon ein Monopol. Die Nummer zwei der Branche, ,,Latz",
    kommt gerade auf zehn Prozent.

    Wettbewerber haben gegen den Giganten Effem keine Chance. Zumal das
    Unternehmen allein für Werbung im letzten Jahr über 100 Millionen Mark
    ausgegeben hat, mehr als der Gesamtumsatz der meisten Kleinanbieter.

    Kaufen soll die Effem-Tiernahrung jeder, doch keiner soll anscheinend
    erfahren, was wirklich dahinter steckt. Eine Anfrage, ob Arche 2000 mal
    einen Blick hinter die Kulissen machen dürfte, wurde abgewiesen. Interviews
    mit der Geschäftsführung oder Mitarbeitern wurden Arche 2000 untersagt.
    Eine seltsame Öffentlichkeitsscheu für ein Unternehmen, das jährlich über
    1,8 Milliarden Mark Umsatz macht. Tägliche Produktion: vier Millionen Dosen
    Tierfutter. Mitarbeiterzahl 2.000. Und Effem expandiert weiter - man
    profitiert von der Bequemlichkeit vieler Tierhalter, die immer öfter zum
    Dosenfutter greifen.

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3.3. Trockenfutter

Trockenfutter dient allgemein als Zusatz zu der normalen Ernährung. Von der
Ernährung ausschließlich mit Trockenfutter ist abzuraten, weil Trockenfutter
schlecht sättigt und die Katze dann sehr viel frißt und dick wird. Die meisten
Leute empfehlen, die Katze soviel Trockenfutter fressen zu lassen, wie sie
möchte, solange sie immer anderes Futter als Alternative hat.

Das mache ich hier genauso, außer die Katze fährt auf ein bestimmtes
Trockenfutter besonders ab und frißt sehr viel davon. Dann gebe ich Ihr nur
eine kleinere Portion, damit sie nicht so stark zunimmt. Wenn Ihre Katze
besonders viel Trockenfutter frißt, dann achten Sie bitte darauf, daß sie dazu
ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. Dosenfutter enthält ausreichend viel
Flüssigkeit, aber Trockfutter offensichtlich nicht.

Sollte Ihre Katze kein Wasser trinken, kann dies daran liegen, daß das Wasser
aus dem Kran einen Nebengeschmack hat. Dagegen hilft es, das Wasser etwas
stehen zu lassen. Auch eventuell vorhandene Spülmittelreste können der Katze
den Appetit verderben -- deshalb besser den Napf nur mit klarem Wasser
ausspülen. Ansonsten variiere ich auch beim Trockenfutter regelmäßig die Marke
und die Geschmacksrichtung.

Einige Hersteller bieten ein spezielles Trockenfutter für kleine Kätzchen an,
das besonders vitaminreich ist. Seien Sie mit sowas besser sparsam, denn die
Katze geht davon auseinander wie ein Hefekloß.

Roby Leemann steuerte desweiteren den folgenden Text per Email bei:

    Wenn es schon Trockenfutter sein muß, dann sollte es hauptsächlich aus
    Fleisch bestehen, und möglichst wenige pflanzliche Elemente beinhalten.

    Fleischfresser erzeugen in der Regel sauren Urin, Pflanzenfresser
    alkalischen oder neutralen. Katzen sind von der Natur als Fleischfresser
    vorgesehen, und sie sind entsprechend ausgestattet. Besonders Kater sind
    gefährdet, wenn sie wegen pflanzlicher Ernährung über längere Zeit keinen
    sauren Urin haben.

    Die handelsüblichen, und billigeren Trockenfutter, wie zum Beispiel
    Brekkies, fördern die Bildung von alkalischem oder neutralem Urin. Ohne den
    Teufel an die Wand zu malen, es kommt nicht sehr oft vor, rate ich von
    diesen ab.

    Das von mir verfütterte (Hill's Science Diet) besteht hauptsächlich aus
    Fleisch, und erzeugt sauren Urin. Das weiß ich nicht nur wegen der Werbung,
    ich habe den Urin im Labor testen lassen, weil mir vor Jahren einmal ein
    Kater wegen Harngrieß gestorben ist.

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3.4. Normale Lebensmittel

Was Ihnen schmeckt, schmeckt Ihrer Katze sehr oft auch! Lassen Sie Ihre Katze
unbedingt von Ihrem normalen Essen probieren und geben Sie ihr davon ab, falls
sie es mag. Sie werden feststellen, daß die Katze für ein schönes Hähnchen
jedes Dosenfutter stehen läßt.

Beim Füttern mit normalem Essen sollte man sich jedoch frühzeitig überlegen, ob
das ein Dauerzustand werden darf. Mancher hat vielleicht keine Probleme damit,
aber zu bedenken ist: Wenn die Katze erstmal verwöhnt ist, ist ihr das nur
schwer wieder abzugewöhnen. Auch begreift eine Katze nur schwer, daß sie
normalerweise jederzeit am Tisch abbekommt, was sie haben will, und plötzlich,
für dieselbe Bettelei wie immer, eine ärgerliche Reaktion erntet, nur weil
jemand zu Besuch ist, vor dem man nicht unbedingt seine Tiere vom Tisch füttern
will.

Wenn nur gelegentlich bis selten Leckerli vom Mittagstisch der menschlichen
Mitbewohner abfallen, wird die Katze es viel eher als das verstehen, was es
sein sollte --- eine willkommene Abwechslung vom Einheitsfrass aus der Dose,
vielleicht auch Belohnung für irgendetwas oder Beteiligung der Katze an dem,
was mit dem Festmahl auf dem Tisch gerade gefeiert wird.

Entschließt man sich dafür, die Katze am eigenen Essen teilhaben zu lassen,
auch auf die Gefahr hin, daß sie danach das Dosenfutter nicht mehr möchte,
sollte man ihr eine Portion direkt auf einem Teller servieren, an der üblichen
Futterstelle. Das ,,Abgeben" direkt vom Tisch führt, wie oben beschrieben,
meist eher zu Problemen.

Ich lasse meine Katzen alles fressen, was sie wollen. Vorsicht ist lediglich
mit scharfen oder stark gewürzten/gesalzenen Speisen geboten. Ebenso sollte man
--- entgegen des Klischees --- keine Milch geben, da diese der Katze Probleme
mit der Verdauung bescheren kann. Wenn die Katze gerne Milch trinkt, dann geben
Sie ihre die Milch mit Wasser verdünnt, oder stattdessen Sahne, welche keine
Probleme macht. Man sollte dabei natürlich die Kalorien nicht aus den Augen
verlieren, denn Sahne ist eine ziemliche Bombe.

Einige Katzen lecken liebend gern Dosen ab, (fast) egal was drin war. (Fleisch,
Fisch und Suppen werden natürlich bevorzugt). Bedenken, die Katze könnte sich
an den scharfen Kanten Schnittverletzungen im Gesicht oder an der Zunge
zuziehen, sind normalerweise unbegründet. Bei den ersten paar Mal sollte man
die Katze vielleicht trotzdem dabei beaufsichtigen.

Außerdem sollten Sie dafür sorgen, daß Ihre Katze ausreichend Eiweiß bekommt.
Geben Sie Ihr ruhig etwas von Ihrem Omelette ab, ein Stück Käse oder Quark.
Meine Katzen lieben außerdem Salami, Tomatensoße, Gyros und Kottelete.

Wenn Sie Ihrer Katze einen Knochen zum abknabbern geben, sollten Sie darauf
achten, daß der Knochen nicht splittert, wie beispielsweise bei Geflügel der
Fall.

Ausgesprochen gefährlich ist jede Art von Alkohol! Passen Sie also während der
Party darauf auf, daß sich niemand der Gäste einen kleinen Scherz mit einer
Schale Bier macht, das könnte ihm der Magen der Katze sehr übel nehmen.

Wie gesagt, lassen Sie Ihre Katze ruhig etwas von Ihren Mahlzeiten abhaben.
Mein Marvin, beispielsweise, leckt sogar mit ungeheurer Leidenschaft mal ein
halbes Kirschbonbon ab.

Sollten Sie Ihre Katze ausschließlich mit ,,menschlicher" Nahrung ernähren
wollen, und vollständig auf Dosenfutter verzichten, ist es ganz wichtig, daß
die Katze auch wirklich mit allem versorgt wird, was sie braucht. Lassen Sie
Sich erstmal von Ihrem Tierarzt beraten, welche Lebensmittel für die Katze
geeignet sind, denn oft die die menschliche Nahrung für die Katze zu fett und
zu salzig und eine ausschließliche Ernährung damit kann zu Krankheiten durch
den Vitaminmangel führen.

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3.5. Wenn die Katze zu dick/dünn ist

Meiner Erfahrung nach, sorgen Katzen selber dafür, daß sie nicht zu dick oder
zu dünn werden. Trotzdem sieht man immer wieder Katzen und Kater, die Ihr
Idealgewicht deutlich verfehlen. Das kann sehr viele Gründe haben und man
sollte sich nicht direkt verrückt machen. Genau wie wir Menschen, unterscheiden
sich Katzen in Ihrer Statur und eine sichtbare Rippe, oder ein kleiner Bauch
müssen nicht direkt das Ende der Welt bedeuten.

Falls Ihre Katze aber deutlich zu dünn ist, achten Sie darauf, wieviel sie
frißt. Frißt die Katze normal oder sogar viel, ist sie höchstwahrscheinlich
krank und man sollte einen Tierarzt konsultieren und eine Wurmkur ins Auge
fassen. Frißt die Katze zu wenig, wechseln Sie mal die Futtersorte, die
Geschmacksrichtung, versuchen Sie einmal etwas völlig anderes zu Fressen.
Außerdem ist es kein Fehler, Ihrer Katze Bewegung zu verschaffen, damit sie
Appetit bekommt. Achten Sie darauf, wann sie frißt und ob sich vielleicht
außerhalb der Mahlzeiten andere Dinge nascht.

Wenn auch das alles nicht hilft, ist ebenfalls ein Besuch beim Tierarzt
angemessen. Vielleicht hat das Tier Beschwerden, die den Appetit
beeinträchtigen?

Wenn Ihre Katze Übergewicht hat, sollten Sie Ihre auf jeden Fall Bewegung
verschaffen. Besorgen Sie sich ein geeignetes Spielzeug und scheuchen Sie sie
durch die ganze Wohnung. Oft ist ein Spielgefährte, sprich: eine zweite Katze,
das beste, was einer trägen Katze passieren kann. Als ich meine zweite Katze
(Lucifer) bekommen habe, war sie auch etwas pummelig. Ich habe sie weiterhin
einfach fressen lassen, was sie wollte, und trotzdem hat sie jetzt eine ideale
Statur, einfach weil meine andere Katze sie scheucht und jagt, bis beide fast
ohnmächtig umfallen.

Sollte das nicht helfen, überlegen Sie Sich, wieviel Futter Ihre Katze täglich
verputzt. In der freien Wildbahn lebt eine Katze ausschließlich von dem, was
sie sich jagen kann. Das ist in der Regel wesentlich weniger als das, was sie
bei ihrem Herrchen oder Frauchen zu Fressen bekommt.

Wenn Ihre Katze reinhaut als wäre es ihre letzte Mahlzeit kann dies
verschiedene Gründe haben. Einer der häufigsten ist, daß sie immer noch
annimmt, sie müsse ihre ,,Beute" verzehren, bevor es sich jemand anderes
schnappt. Vielleicht hat Ihre Katze als Junges zuwenig abbekommen und ist
deshalb so gierig?

Wenn sie nur eine Katze haben, läßt sich das meist einfach dadurch kurieren,
daß Sie Ihr immer wieder den Topf auffüllen, bis sie platzt. Irgendwann wird
sie merken, daß sie beliebig viel Nachschub bekommt und daß es nicht nötig ist,
alles zu verputzen. (Ich sage es sicherheitshalber nochmal dazu: Diese Therapie
kann natürlich auch ziemlich danebengehen. Wenn es nach einer Woche noch nichts
genützt hat, sollten Sie vielleicht besser damit aufhören, oder Sie bekommen
eine Katze für sechs Personen dabei raus.)

Haben Sie zwei oder mehr Katzen, kann es daran liegen, daß die beiden Viecher
Futterneid haben und keine der anderen etwas übrig lassen will. Obige Methode
hilft da ebenfalls. Außerdem sollten Sie den Tieren getrennte Futternäpfen in
verschiedenen Zimmern der Wohnung hinstellen, sodaß sie das Gefühl hat, das sei
ihr Futter, das ihr niemand wegnimmt.

Ein anderer Ansatz ist, den Tieren einfach eine kleinere Menge Futter auf
einmal zu geben, sodaß sie sich einfach nicht überfressen kann. Schöner ist es
natürlich, wenn man die Katze erziehen kann, selbst vernünftig zu fressen, aber
manchmal nützt es eben alles nichts?

Ansonsten respektieren Sie einfach, daß Ihre Katze eben pummelig ist. Das ist
allemal besser, als sich eine Wunschkatze zurecht zu modellieren. Man selber
hat ja auch oft genug Probleme mit dem Idealgewicht.

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4. Krankheit

Nichts ist schlimmer, als die eigene Katze leiden zu sehen. Insbesondere, wenn
man ihr die Schmerzen nicht abnehmen kann, ja nichteinmal genau sagen, was sie
eigentlich hat. Auf keinen Fall sollte man zögern zum Arzt zu gehen.
Selbstdiagnose kann manchmal fatal sein. Dann bezahlt man halt lieber die paar
Mark. Hat man einmal zu lange gewartet, werden die gesparten Pfennige entweder
doppelt wieder draufgelegt, oder man quält sich im schlimmsten Fall mit
Selbstvorwürfen herum.

Eine Beschreibung der gängigen Katzenkrankheiten in dieser FAQ wäre
wünschenswert. Jeder Leser ist hiermit eingeladen, seine Erfahrungen
beizutragen oder Ergänzungen einzusenden. Meine Katzen sind ziemlich gesund,
deshalb kann ich nur einige allgemeine Hinweise geben.

An dieser Stelle besonderen Dank an Kristin Löwe, die die Beschreibungen der
Krankheiten Leukose, Verstopfung, FIP, Niereninsufizienz und Durchfall
beisteuerte, sowie mir einige Hinweise zum Katzenschnupfen gab. Ebenso mein
Dank an Christel Wysocki, die zahlreiche Beiträge lieferte, die ich in den Text
eingebaut habe. Last not least, noch Danke an Roby Leemann für die Beschreibung
des Harngrieß.

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4.1. Woran erkennt man eine kranke Katze

Eine kranke Katze erkennt ein liebevoller Besitzer sofort. Das Fell wird
stumpf, das Tier erscheint leblos und zieht sich zurück. Oft tränen der Katze
die Augen, sind unklar und die Nase läuft. Die Nase fühlt sich ungewöhnlich
kalt oder warm an. Die ganze Katze strahlt Leid aus. Kranke Katzen fressen
meist schlecht oder garnicht. Aber das muß nicht unbedingt so sein. Mein Marvin
hat während seines Katzenschnupfens immer normal gefressen und sah trotzdem zum
Fürchten aus.

Ein weiteres Zeichen für Krankheit ist, wenn sich das zweite Augenlid vor das
Auge schiebt, welche aussieht, wie ein weißes Stück Haut.

Desweiteren schrieb Christel Wysocki folgendes:

    Eine kranke Katze benimmt sich anders als sonst. Der Geruch ist nicht so
    wie immer. Gesunde Katzen haben z.B. keinen Mundgeruch, und ihr Fell riecht
    auch gut (ist natürlich Ansichtssache ;-). Sie putzen sich, haben saubere
    Augen, saubere Zehenzwischenräume und einen sauberen After. Wenn eine Katze
    sich nicht mehr putzt, sollte Mensch alarmiert sein.

    Häufigeres oder selteneres Urinieren ist auch ein Alarmzeichen. Vor allem
    bei Urinieren unter Schmerzen oder wenn eine Katze häufig ,,umsonst" das
    Katzenklo aufsucht, sollte man sofort zum Tierarzt gehen.

Zwar kann man auch eine simple schlechte Laune als Krankheit deuten, wenn man
schlechte Nerven hat, aber lieber einmal zuviel als zuwenig.

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4.2. Tierärzte

Genau wie bei uns Menschen, gibt es gute und schlechte Tierärzte. Einen guten
Tierarzt erkennt man normalerweise sehr schnell, einfach an der Art wie er mit
dem Tier umgeht und daran, wieviel Zeit er sich nimmt. Wickelt er die
Behandlung nur so ab, oder erkundigt er sich auch nach dem Namen und der
Geschichte? Redet er oder sie mit der Katze?

Einen schlechten Arzt dagegen, erkennt man leider nicht sofort. Der Laie kann
einfach nicht beurteilen, ob ein Arzt kompetent ist oder nicht. Ich entscheide
mich einfach danach, ob mir der Arzt oder die Ärztin sympathisch ist.

Unsere erste Ärztin beispielsweise machte einen absolut kompetenten Eindruck.
Trotzdem bin ich nicht wieder hin, einfach weil mir ihre Art nicht gepaßt hat.
Sie hatte eine eindeutige Vorliebe für Rassekatzen und äußerte sich mehrmals
abfällig über das Tierheim, aus dem Marvin stammt, bekundete, daß es ,,kein
Wunder sei, daß das Tier halbtot ist", erklärte mir, daß die Katze
wahrscheinlich wild und nicht zähmbar wäre und das ich auf jeden Fall mit
weiteren Krankheiten rechnen müßte, daß das teuer würde und so weiter? Ich habe
nur auf die Frage: ,,Ist der Bastard die ganze Mühe eigentlich wert?" gewartet.

Hinzu kam, daß ich den Eindruck hatte, sie würde versuchen, Geld zu schinden.
Sie gab mir Medikamente mit, deren Preis nicht ersichtlich war und von denen
sie nicht erklärte, wofür genau sie gut sein sollten. Außerdem versuchte sie
direkt ein weiteres Dutzend Termine, Impfungen, Behandlungen und Spritzen zu
vereinbaren.

Jede Frage am Telefon lehnte sie kategorisch ab und bestellte uns immer in die
Praxis. Und selbst wenn sich meine Befürchtungen nicht bestätigten, hatte sie
immer eine Wurmkur, Vitaminpaste oder etwas anderes parat, das ich mit DM
100,-- bezahlen sollte.

Eine andere Ärztin dagegen war ausgesprochen fürsorglich, bestätigte mehrmals,
daß Marvin die schönste Katze der Welt sei, redete mit dem Tier und erklärte
mir, was sie eigentlich macht. Nachdem die erste Behandlung bezahlt war, gab
sie mir einen Termin für eine weitere, kostenlose Untersuchung, bei der Marvin
dann als gesund klassifiziert wurde. Vitaminpaste bekam ich dazu umsonst als
Werbegeschenk von der Herstellerfirma.

Wenn Sie mehrere Katzen haben, lassen Sie diese immer gemeinsam impfen und mit
Vorsorgekuren behandeln, denn die Medikamente sind in größeren Packungen
billiger. Das sollte der Tierarzt auch an Sie weitergeben!

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4.3. Verabreichung der Medizin

Mit dem Verabreichen von Medizin ist es so ein Kreuz. Auf mysteriöse Weise
finden Katzen die Tabletten immer aus dem Futter heraus und lassen sie liegen.
Geben Sie Ihrer Katze deswegen immer erst eine kleine Portion Futter und gucken
Sie zu, ob sie das Futter samt Tablette frißt. Ebenso erhöht man die Chancen,
daß die Katze die Tabletten nicht findet, wenn man Ihr etwas cremiges füttert,
zum Beispiel Leberwurst oder Schmelzkäse. Bestreichen Sie die Tabletten jeweils
von allen Seiten dick damit. Die Katze wird es dann (hoffentlich) direkt vom
Finger lecken, ohne zu Kauen.

Pasten kann man Katzen oft dadurch verabreichen, daß man Ihr die Paste ums
Mäulchen schmiert, sodaß sie diese ablecken, wenn sie sich putzen. Außerdem
sollten Sie den ,,das ist wichtige Medizin"-Eindruck vermeiden. Versuchen Sie,
der Katze die Medizin als Belohnung unter viel Lob und Streicheln zu verkaufen,
sodaß sie nicht merkt, daß ihr das eigentlich nicht schmecken sollte.

Manchmal ist das Verabreichen wesentlich unangenehmer, zum Beispiel
Augentropfen, welche der Katze mehr oder weniger mit Gewalt gegeben müssen. Als
ich das das erste Mal gemacht habe, habe ich gedacht, die Katze spricht nie
wieder ein Wort mit mir, so hat sie gefaucht und sich gewehrt. Aber alles in
allem, hatte ich den Eindruck, daß die Tiere ausgesprochen gut unterscheiden
können, wenn ihnen jemand weh tun will, oder wenn er helfen möchte --- auch
wenn es unangenehm ist.

Zwar behaupten viele Mediziner, daß Katzen so etwas wie Dankbarkeit nicht
kennen, das kann ich aber nicht bestätigen. Meine Katze hat zwar gefaucht wie
der Teufel, aber nach einer Minute war alles vergessen, wahrscheinlich, weil
sie selber gemerkt hat, daß es Ihr danach besser geht.

Wenn man einer Katze die Medizin gegen ihren ausdrücklichen Willen geben muß,
sollte man unbedingt entschlossen zur Sache gehen, so blöd das klingt. Bringen
Sie es hinter sich. Je schneller es geht, desto besser. Wer die Katze nur
halbherzig packt, riskiert, daß er sie nach einer Flucht mit viel Getöse durch
die ganze Wohnung jagen muß und das nimmt sie einem ganz sicher übel.

Generell sollten Sie so etwas zu zweit machen. Fangen Sie die Katze und setzen
Sie sie auf einen Tisch. Am besten, einer hält die Katze fest und der andere
verabreicht die Tropfen oder Salbe. Am besten geht das, wenn man das Tier in
ein Handtuch gewickelt hat, damit es die Pfoten nicht benutzen kann. Der
Tierarzt kann Ihnen sicher zeigen, wie man das am besten macht. Während der
eine gut festhält, sollte der andere die Medizin zügig und entschlossen
verabreichen, damit die Katze wieder frei kommt, so schnell es geht.

Ein guter Trick dabei ist, die Katze fest am Genickfell zu packen, da dies
einen Stillhaltereflex auslöst, der einige Sekunden anhält. Das kann reichen.

Wenn alles vorbei ist, belohnen Sie die Katze (Mit einer Paste? :->) und reden
Sie mit Ihr, ohne sie zu bedrängen. Ich habe meinem Marvin immer erklärt, daß
es mir leid tut und das ja bald alles wieder gut wird.

Sollten Sie in der unglücklichen Lage sein, daß Ihre Katze wirklich Angst vor
Ihnen hat, zum Beispiel, weil sie schlechte Erfahrungen gemacht hat, und sie
wirklich in Todesangst kämpft, dann seien Sie auf keinen Fall so naiv sich ihr
ohne dicke Handschuhe und lange Ärmel zu nähern. Eine richtige Bißwunde kann
verdammt tief sein, selbst wenn die Katze gerademal eine handvoll groß ist.

Benutzen Sie ein Handtuch, um die Katze zu greifen, so reduzieren Sie
Bewegungsfreiheit Ihrer Pfoten. Wenn Sie die Katze haben, packen Sie sie fest
am Hals, dann wird sie erstarren, weil sie ihre Position als hoffnungslos
erkennt.

Und falls das alles nicht klappt, ist hier ein kleiner Text, der sie vielleicht
aufmuntert. :-)

        How to Give Your Cat a Pill

         1. Grasp cat firmly in your arms. Cradle its head on your
            elbow, just as if you were giving baby a bottle. Coo
            confidently, "Thats a nice kitty." Drop pill into its
            mouth.

         2. Retrieve cat from top of lamp and pill from under sofa.

         3. Follow same procedure as in 1, but hold cat's front paws
            down with left hand and back paws down with elbow of right
            arm. Poke pill into its mouth with right forefinger.

         4. Retrieve cat from under bed. Get new pill from bottle.
            (Resist impulse to get new cat.)

         5. Again proceed as in 1, except when you have cat firmly
            cradled in bottle-feeding position, sit down on edge of
            chair, fold your torso over cat, bring your right hand
            over your left elbow, open cat's mouth by lifting the
            upper jaw and pop the pill in - quickly. Since your head
            is down by your knees, you won't be able to see what
            you're doing. That's just as well.

         6. Leave cat hanging on drapes. Leave pill in your hair.

         7. If you're a woman, have a good cry. If you're a man, have
            a good cry.

         8. Now pull yourself together. Who's the boss here anyway?
            Retrieve cat and pill. Assuming position 1, say sternly,
            "Who's the boss here, anyway?" Open cat's mouth, take pill
            and ... Oooops!

         9. This isn't working, is it? Collapse and think. Aha! Those
            flashing claws are causing the chaos.

        10. Crawl to linen closet. Drag back large beach towel. Spread
            towel on floor.

        11. Retrieve cat from kitchen counter and pill from potted
            plant.

        12. Spread cat on towel near one end with its head over long
            edge.

        13. Flatten cat's front and back legs over its stomach.
            (Resist impulse to flatten cat.)

        14. Roll cat in towel. Work fast; time and tabbies wait for no
            man-or woman.

        15. Resume position 1. Rotate your left hand to cat's head.
            Pressits mouth at the jaw hinges like opening the petals
            of a snapdragon.

        16. Drop pill into cat's mouth and poke gently. Voila! It's
            done.

        17. Vacuum up loose fur (cat's). Apply bandages to wounds
            (yours).

        18. Take two aspirins and lie down.

                                                       --Peggy Althoff
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4.4. Kastration

Auch wenn es nicht ganz in dieses Kapitel paßt, sollte hier noch der Punkt
Kastration aufgeführt werden.

Unkastrierte Kater oder Katzen sind, zumindest bei reiner Wohnungshaltung,
ausgesprochen unerträglich --- für Mensch und Tier. Eine rollige Katze, die
nicht raus kann, leidet Höllenqualen, und ein Kater, der die ganze Wohnung mit
seinem Duft versorgt, kann im Zweifelsfall zu schwerem Krach mit Mitbewohnern
und Vermieter führen. Außerdem wissen viele auch nicht, wohin mit den
Jungkatzen, wenn sie dann plötzlich da sind.

Übrigens übernehmen manche Tierärzte die Kosten der Operation, welche sich
normalerweise auf rund DM 100,-- belaufen, wenn das Tier aus dem Tierheim
stammt oder zugelaufen war. Aber selbst wenn nicht, sollte man das bißchen Geld
nicht scheuen.

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4.5. Tollwut

Zu den Impfungen, die eine freilaufende Katze unbedingt braucht, gehört die
gegen Tollwut. Zum einen kann die Katze dann keine Tollwut mehr bekommen, zum
anderen verschafft man sich noch eine andere Sicherheit: Sollte die Katze,
beispielsweise, auf dem Spielplatz ein Kind beißen, so kann man nachweisen, daß
sie keine Tollwut haben kann. Ist dies nicht der Fall, kann ein Amtsarzt die
Tötung der Katze anordnen, um sie im Labor sezieren zu lassen.

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4.6. Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen ist die verbreiteteste und bekannteste Krankheit, die sich
eine Katze zuziehen kann. Er äußert sich genau wie ein Schnupfen beim Menschen:
Tränende Augen, erhöhte Temperatur und Appetitlosigkeit. Katzenschnupfen ist
kein normaler Menschen-Schnupfen, welcher für Katzen ziemlich ungefährlich ist.
Ein Katzenschnupfen dagegen kann, wenn er nicht behandelt wird, für die Katze
tödlich enden.

Eine Impfung gegen Katzenschnupfen existiert und sollte durchgeführt werden.
Vorsicht allerdings, falls Ihre Katze schwach oder bereits krank ist, denn die
Impfung wird durch Immunisierung mit lebenden Viren durchgeführt. Eine Impfung
an einer bereits erkrankten Katze ist also a) wirkungslos und b) gefährlich.

Erst der direkte Kontakt zwischen Katzen und ein gegenseitiges Anniesen führt
zur Infektion. Hierbei kommt es darauf an, wieviele Viren ausgeniest werden.
Eine hohe Dosis steckt eine Katze oft schon in 2 oder 3 Tagen an. Bei einer
niedrigeren Dosierung kommt es nur dann zur Ansteckung, wenn die Katzen ca. 2
Wochen zusammen sind. Die Krankheit ist sehr gut behandelbar.

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4.7. Katzenseuche

Die Katzenseuche ist das Übelste, was Ihnen und Ihrem Vierbeiner zustoßen kann.
Eine Heilung ist soweit ich weiß nicht möglich und die Seuche endet in der
Regel ebenfalls mit dem Tod.

Hinzu kommt, daß das Virus extrem aktiv ist. Ist eine Ihrer Katzen mit
Katzenseuche infiziert, ist Ihre gesamte Kleidung und Wohnung kurzer Zeit
danach ebenfalls verseucht und Sie werden für mindestens das nächste halbe Jahr
keine andere Katze streicheln oder in Ihren vier Wänden beherbergen können.

Auch hier existiert eine Impfung, die aus naheliegenden Gründen sehr zu
empfehlen ist.

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4.8. Flöhe

Flöhe sind, insbesondere bei Katzen, die das Haus verlassen dürfen, keine
Seltenheit und man sollte seine Katze regelmäßig auf Flöhe hin untersuchen oder
dies den Tierarzt machen lassen. Wenn sich diese Parasiten dann auffinden, gibt
es zahlreiche Mittel, die man zur Bekämpfung verwenden kann und die einem vom
Tierarzt empfohlen werden können.

Bevor man zur Chemie greift, sollte man es aber erstmal mit den ,,Hausmitteln"
versuchen, wie Christel Wysocki in einer Mail an mich beschrieb:

    Das mit dem Flohpulver ist auch so eine Sache. Mensch sollte besser erst
    mal versuchen, ohne Chemie gegen die Flöhe anzukommen. Das heißt, die Katze
    mit einem Flohkamm kämmen, die Flöhe vernichten (ins Wasser werfen oder mit
    dem Nagel zerdrücken) und die Wohnung und alle Schlafplätze oft und
    gründlich saugen. Die Flöhe, die sich auf einer Katze befinden, sind nicht
    das Schlimmste. Es gibt wesentlich mehr Flöhe, die sich irgendwo im Teppich
    oder auf Sesseln vergnügen und ihre Eier legen.

    Wenn alles nichts hilft, weiß der Tierarzt weiter: Flohpulver, ein
    Wässerchen, das am Nacken eingerieben wird, Flohhalsband (ich mag sie
    nicht, weil sie auch die Haare der Katze am Hals auf Dauer schädigen) und
    das Produkt ,,Program", eine Paste, die die Fortpflanzungsfähigkeit der
    Flöhe einschränkt. Program muß die Katze einmal im Monat einnehmen.

Eine weitere Mail an mich, geschrieben von Volkmar Kostka, möchte ich noch hier
zitieren:

    Da wir es unterlassen haben, uns intensiv um die Flohbekämpfung zu kümmern
    --- wir haben die Flöhe nur augekämmt und Puder angewandt --- wurde der
    Flohbefall mit der Zeit so intensiv, daß eine Katze daran gestorben ist.
    Laut Tierarzt wurde sie regelrecht ausgesaugt.

    Nach Aussage des Tierarztes ist dieser Fall relativ selten. Und er betrifft
    eigentlich nur schwache/kranke und/oder Jungtiere.

    Unsere Katze (Perser/Chinchilla Kreuzung) wog in den besten Zeiten nur ca.
    3--4 Kilo und hatte eine Schultehöhe von ca. 15--20 cm. Eine sehr kleine
    Katze also. Dazu kam, daß sich die Katze fast gar nicht der Fellpflege
    gewidmet hat (wahrscheinlich lag es an den langen Haaren) und dadurch auch
    die Flöhe nicht regelmäßig verscheucht hat. Unsere Kater (Gewicht ca. 7--8
    Kilo, Schulterhöhe ca. 30--40 cm) hat die Sache sehr viel besser
    überstanden. Auch aufgrund seiner besseren Fellpflege und Flohjagd, obwohl
    sein Fell zur Zeit sehr mitgenommen aussieht.

    Aus dem Fell der Katze konnten wir beim Kämmen bis an die 100 Flöhe
    entfernen, aus dem des Katers nur ca. ein Dutzend, obwohl beide Tiere in
    der selben Wohnung leb(t)en. Man sollte, vor allem wenn man Rassekatzen
    hat, Flohbefall nicht auf die leichte Schulter nehmen.

    Als Umgebungsbehandlung wird im allgemeinen VetKem empfohlen. Den Namen des
    Zeugs, daß wir dem Kater zur Zeit ins Fell sprühen, weiß ich momentan
    nicht, allerdings soll man es nur mit einem minimalen Abstand von vier
    Wochen benutzen. Und es scheint ziemlich gut zu wirken. Bislang hat noch
    kein Floh einen Ausflug auf den Kater lebend überstanden.

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4.9. Leukose

Diese Krankheit ist weltweit inzwischen sehr verbreitet. Sie wird fast
ausschließlich direkt von einer Katze auf die andere übertragen, zum Beispiel
durch Speichel oder Urin. Eine Übertragung durch den Menschen, wie zum Beispiel
über Kleidungsstücke, ist sehr unwahrscheinlich, da das Virus an der Luft nur
einige Minuten überlebt.

Die Krankheit selbst ist nur symptomatisch behandelbar, sie erstreckt sich oft
über Jahre und führt schließlich unweigerlich zum Tod. Wenn die Katze behandelt
wird, kann sie mit der Krankheit noch einige Jahre ganz gut leben. Eine Impfung
existiert und ist hauptsächlich für freilaufende Katzen sehr zu empfehlen.

Die Katzenleukose ist eine äusserst gefährliche Viruserkrankung und Weltweit
verbreitet. Fast jede sechste Katze stirbt daran. Die Krankheit ist mit dem
Blutkrebs beim Menschen vergleichbar. Die Inkubationszeit beträgt mehrere
Jahre. Katzen die zur Leukoseimunisierung kommen müssen vor der Impfung einen
Test machen, denn bereits infizierte Tiere dürfen nicht geimpft werden. Für den
Test muß der Tierarzt dazu etwas Blut abnehmen, eine unangenehme aber
notwendige Prozedur. Viele Katzen tragen den Virus im Körper, jedoch bedeutet
das noch lange nicht daß die Krankheit ausbrechen muß. Das erschwert häufig
eine genaue Diagnose. Die Leukose verursacht teilweise sehr unterschiedliche
Krankheitsbilder. Fast alle Organe können davon betroffen werden, auch das
Gehirn. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, so ist eine Heilung fast
unmöglich. Besonders infektiös ist bei Leukose der Speichel. Bei der
gegenseitigen Fellpflege wird die Krankheit genauso übertragen wie auch beim
fressen aus dem gemeinsammen Napf. Aber nicht nur über den Speichel stecken
sich die Tiere an. Eine Hauptinfektionsquelle ist das gemeinsamme Katzenklo.
Auch im Kot und Urin sind die Viren enthalten. Sind mehrere Katzen in einem
Haushalt, so läßt sich eine gegenseitige Infektion kaum vermeiden. Nimmt man
eine zusätzlich Katze auf, so ist eine Untersuchung Pflicht, denn nur so läßt
sich das Risiko einer Verbreitung verringern. Eine äußerlich gesunde Katze kann
schon längst an Leukose erkrankt sein.

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4.10. Verstopfung

Hier handelt es sich um einen harmloseren Fall. Hat die Katze gelegentlich
Probleme beim Stuhlgang (der Kot sollte weich, geformt und dunkel sein), kann
man ihr Ölsardinen oder nur Öl aus der Sardinendose verabreichen. Viel
Flüssigkeit ist auch ganz wichtig. Kommt die Verstopfung häufiger vor, sollte
man doch einmal den Tierarzt konsultieren.

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4.11. FIP (Bauchfellentzündung)

,,FIP" steht für ,,Feline Infektiöse Peritonitis" und ist die derzeit
gefürchtetste Infektionskrankheit. Die Krankheit verläuft nach erfolgter
Infektion in Schüben, die zunächst nur durch Fieber, Appetitlosigkeit und
Apathie unspezifisch zu bemerken ist. Im klinischen Stadium unterscheidet man
zwischen der trockenen und der nassen Form der FIP; die erstgenannte bewirkt
eine Entzündung der inneren Organe, mit zunehmenden Ausfallerscheinungen, die
nasse Form zeigt sich am deutlich aufgetriebenen Bauch der Katze als Folge
erhöhter Flüssigkeitsansammlung im Bauch- und Brustbereich.

Die bernsteingelbe Flüssigkeit läßt sich durch Punktion feststellen und erlaubt
eine eindeutige Diagnose. FIP ist unheilbar und führt immer zum Tod des
infizierten Tieres, Abhilfe scheint bis jetzt nur eine neuer Impfstoff des
Herstellers SmithKline/Beecham zu bieten. Zahlreiche Testverfahren zur
Diagnostik sind in den letzten Jahren entwickelt worden, doch bietet kein
einziger Test absolute diagnostische Sicherheit.

Eine Infektion mit Durchfall auslösenden Coronaviren kann beispielsweise den
Test verfälschen und eine erhöhte Titer-Zahl (Antikörper-Reaktion) anzeigen,
ohne daß die untersuchte Katze FIP-infiziert sein muß. Universitätslabors
arbeiten an einem verbesserten Testverfahren mit Hochdruck, und bis dahin
bleibt die Schutzimpfung die einzige Schutzmöglichkeit.

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4.12. Feline Immundefizienz-Virus (FIV)

Erst seit kurzer Zeit (1987) ist dieser Virus bekannt, der dem menschlichen
Aidsvirus sehr ähnlich ist. Diese Krankheit muß aber nicht zum Tode führen. Die
Symtome sind so unklar und unspezifisch daß die Krankheit nur schwer zu
diagnostizieren ist. Seit 1989 gibt es aber einen einfachen Test zum
Virusnachweis.

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4.13. Niereninsufizienz

Wenn die Nieren nicht mehr so richtig mitspielen, muß die Katze wohl oder übel
Diät leben. Der Eiweißgehalt der Nahrung muß drastisch reduziert werden. Auch
Phosphor darf nicht viel enthalten sein. Es gibt spezielles vorgefertigtes
Futter, man kann aber auch selber kochen. Der Tierarzt wird einen gern beraten.

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4.14. Durchfall

Wenn Katzen immer wieder Durchfall haben, sollte man über mehrere Wochen eine
Diät versuchen, die zu 3 Teilen aus Reis und zu 1 Teil aus Hüttenkäse oder
Magerquark besteht. Um es der Mieze schmackhaft zu machen, kann auch ein wenig
vom üblichen Futter untergemischt werden.

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4.15. Harngrieß

Harngrieß ist eine Ablagerung in der Harnröhre, und entsteht hauptsächlich
durch alkalischen oder neutralen Urin.

Besonders gefährdet sind die Kater. Von Natur aus so ausgestattet, verjüngt
sich der Ausscheidungskanal Richtung Zipfel. Dadurch verstopft die Ablagerung
von Harngrieß den Ausgang.

Sollte der Kater öfters aufs Kistchen gehen, ohne einen Tropfen rauszubringen,
ist es ,,Fünf vor Zwölf". Wasser wegnehmen, und sofort zum Tierarzt gehen. Wenn
der letzte gelungene Versuch noch nicht all zu lange her ist, kann es noch
reichen, erst am nächsten Morgen zu gehen, aber es ist qualvoll. Länger als
einen Tag zu warten ist garantiert tödlich.

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4.16. Pseudowut

Es gibt einige Bezeichnungen für diese Erkrankung: Aujeszkysche Krankheit,
Morbus Aujeszkyi, Infektiöse Bulbärparalyse, Juckpest, Pseudorabies. Sie wird
durch ein Herpesvirus hervorgerufen, das sehr ähnlich dem Herpes-Virus des
Menschen ist und verläuft sehr akut bis akut, mit Fieber und Störungen des
gesamten Nervensystems. Unter normalen Bedingungen behält das Virus wochenlang
seine Infektiosität, wird aber bei Temperaturen über 55 Grad zerstört. Es kann
alle Haussäugetiere befallen, nur der Mensch ist resistent. Der Virusüberträger
ist das Schwein oder die Ratte.

Die Übertragung erfolgt meist durch Futteraufnahme, es kann aber auch durch
andere Wege übertragen werden wie z.B. durch Biße. Über die in der
Mundschleimhaut endenden Nerven steigt das Virus direkt ins Gehirn auf und
vermehrt sich dort im Nervengewebe. Es kommt zur Entzündung des Nervengewebes
des Gehirns und dann zum Untergang der Nervenzellen.

Die Inkubationszeit beträgt 2 bis 9 Tage. Danach treten uncharakteristische
Erscheinigsbilder auf: Wesensänderung, Müdigkeit, Neigung zum Verstecken,
Freßunlust. Bei jungen Katzen tritt oft nur Erbrechen als einziges Symptom auf.
Ständiges Lecken, beissen und Kratzen des Fells weisen auf Juckreiz hin. Diese
Symptome können aber auch fehlen. Danach kommt es zu Schluckbeschwerden,
bedingt durch eine Lähmung des Rachenraumes. Es kann auch zu einer Lähmung der
Kaumuskulatur kommen oder zu Zuckungen von Kopf und Gesichtsmuskeln. Die Höhe
des Fiebers ist untypisch. In der Regel tritt der Tod schon am ersten oder
zweiten Tag nach Einsetzen der Symptome ein.

Die Diagnose läßt sich nur am toten Tier abklären. Das klinische Bild ähnelt
der Tollwut, verläuft aber schneller und macht keine Lähmungserscheinungen der
Gliedmaßen.

Eine Behandlung der Erkrankung gibt es nicht, sie verläuft immer tödlich. Da
sie ähnliche Symptome wie die Tollwut macht, ist von einer Verdachtstherapie
wegen der Tollwutgefahr für den Menschen, abzuraten. Impfstoff steht nicht zur
Verfügung. Man verhindert die Erkrankung, indem man an die Tiere kein
Schweinefleisch verfüttert und einen Kontakt von Katze und Schwein vermeidet.
Bei Freigängern besteht eine Infektionsgefahr, wenn die Katze Ratten als
Beutetiere jagt, sie frißt oder Bißverletzungen davonträgt.

Diese Seuche ist anzeigepflichtig und wird veterinärpolizeilich bekämpft, indem
man die befallenen Bestände ausmerzt. Die Impfung ist damit generell untersagt.
Die einfachste Lösung des Problems für Verbraucher und deren Haustiere: kein
rohes Schweinefleisch essen oder verfüttern.

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5. Verhalten

5.1. Stubenreinheit

In den meisten Fällen, ist eine Katze oder ein Kater bereits stubenrein, wenn
man ihn oder sie bekommt. Katzen haben ohnehin ein Grundbedürfnis nach
Sauberkeit und sind sehr gewillt, ein geregeltes Klo anzunehmen.
Nichtsdestotrotz, passiert es manchmal, daß eine Katze irgendwo hinmacht, wo
man es dann doch lieber nicht möchte.

Sollte dies passieren, obwohl die Katze vorher monatelang stubenrein war, dann
ist dies fast immer ein Zeichen, daß irgendetwas nicht stimmt und daß die Katze
damit Aufmerksamkeit erregen möchte. Zuerst sollte man sich selber mal ehrlich
fragen, ob das Katzenklo sauber genug ist, oder ob man mit dem Reinigen
vielleicht etwas zu schluderig war.

Außerdem könnte es auch sein, daß der Katze etwas fehlt. Das können entweder
Schmerzen oder Krankheit sein, aber durchaus auch, daß sie sich vernachlässigt
fühlt. Meine Katze Lucy zum Beispiel, hat mehrfach ins Zimmer gepinkelt, als
wir die Katzen von Freunden zu Besuch hatten, weil diese verreist waren.
Natürlich war das ,,Hallo" groß, als die beiden (noch sehr jungen) Kater hier
ankamen und alle haben sich darum gerissen, mit denen schmusen und spielen zu
dürfen. Dabei sind Lucy und Marvin halt ein bißchen untergegangen.

Genauso reagierte Lucy auch, als mein Mitbewohner Sönke, an dem sie sehr hängt,
für einige Tage weg war. Sie fühlte sich wahrscheinlich einsam und wollte so
Aufmerksamkeit erregen. Und tatsächlich war, nachdem das gelungen ist, auch
alles wieder gut.

Sollte sowas also passieren, würde ich zuersteinmal mit der Katze schmusen,
mich um sie kümmern und Ihr Aufmerksamkeit geben. Macht sie trotzdem weiterhin
in die Wohnung, gilt es mal einen Tierarzt zu befragen, ob er irgendeine
Krankheit feststellen kann.

Ansonsten sollte man die Stelle, an die die Katze gemacht hat, unbedingt sehr
gründlich reinigen. Nachdem die Katze einmal an diese Stelle gemacht hat,
betrachtet sie diese sozusagen als ,,Zweitklo" und wird dies eventuell wieder
tun. Deshalb muß man den Geruch so gut wie irgend möglich entfernen, um die
Hemmschwelle wieder heraufzusetzen. Ich benutze dazu ein Mittel namens ,,Oranex
", welches man inzwischen in vielen Läden kaufen kann. Oranex ist ein rein
natürliches Reinigungsmittel, welches zudem einen recht starken Orangengeruch
hat, der den Geruch des Urins überdeckt.

Wenn man die Katze dabei beobachtet, wie sie in die Wohnung pinkelt, sollte man
ruhig schimpfen und sie merken lassen, daß man böse auf sie ist. Immerhin muß
die Katze ja wissen, daß sie das nicht darf! Ich habe unsere Katze Ra, die
sowas öfter tat, dann geschnappt und in Ihr Katzenklo gesetzt, damit sie den
Zusammenhang sehen kann.

Pinkelt die Katze wiederholt an dieselbe Stelle, ist es auch in Betracht zu
ziehen, ob man das Katzenklo nicht einfach auch an diese Stelle stellt. Das hat
bei Ra auch geholfen.

Eine andere Erklärung, die zutreffen kann, wenn man mehrere Katzen hat, ist,
daß die Katze sich ihr Klo nicht mit einer anderen teilen möchte. Wir haben
versucht, Marvin und Lucy an ein Klo zu gewöhnen, aber es letztendlich dann
gelassen. Jetzt haben wir wieder zwei Klos. Ich kann zwar nicht genau sagen,
welche Katze welches Klo als das ,,ihre" betrachtet, aber es hat geholfen.
Naja, Katzen sind halt so?

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5.2. Kratzen

Leider kenne ich nichts, das einer Katze das Kratzen an Tapeten, Möbeln und
anderem Inventar abgewöhnen könnte. Ehrlich gesagt, muß man sich einfach damit
abfinden, Katzen müssen ihre Krallen nunmal schärfen. Da führt kein Weg dran
vorbei.

Kratzbäume, die man für ca. DM 100,-- bekommen kann, reduzieren dieses
Verhalten zwar beträchtlich, aber ganz abgewöhnen wird man es der Katze nur in
den seltensten Fällen können. Ein Kratzbaum hat die größte Chance, akzeptiert
zu werden, wenn die Katze noch klein ist. Hat sie ihre bevorzugte Kratzstelle
erstmal gefunden, wird sie dort sehr wahrscheinlich weiterkratzen, egal welche
,,Features" der extra dafür gekaufte Baum hat.

Viele Katzenbesitzer machen es deshalb so, daß sie beobachten, wo ihre Katze
gerne kratzt und über diese Stelle dann eine Bastmatte hängen, wie man sie fürs
Schwimmbad zum Drauflegen kaufen kann. Sieht zwar nicht besonders dekorativ
aus, aber die Matte kann man wenigstens noch abnehmen, wenn der Chef mit seiner
Frau zum Essen kommt. Immer noch besser als ein ruiniertes Sofa.

Eine andere Methode, von der ich nur gehört habe, ist, in der Nähe einen
Staubsauger anzubringen, den man von etwas entfernt einschalten kann. Damit
soll man einer Katze abgewöhnen können, nachts an der Tür zu kratzen, wenn sie
ins Zimmer will. Man schaltet vom Bett aus den Staubsauger ein und die Katze
bekommt den Schreck ihres Lebens. Oft genug durchgeführt, wird die Katze das
Kratzen dann wahrscheinlich lassen.

Naja, meine Mitbewohner würden sich ganz schön wundern, wenn hier mehrmals die
Nacht ein Staubsauger losginge. Mag sein, daß das funktioniert, mein Stil wäre
es jedoch nicht.

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5.3. Körpersprache

Katzen haben eine ausgesprochen vielseitige und ausdrucksstarke Körpersprache.
Ein Halter, der seine Katze gut kennt, kann meist mit einem Blick erkennen, in
welcher Stimmung sie ist und was sie möchte. Schon alleine ein ,,Miau" kann ein
Dutzend verschiedene Bedeutungen haben, von ,,streichel mich" bis zu ,,ich will
Futter".

Das bekannteste Mittel des Körpersprache ist der Schweif der Katze. Eine Katze,
die auf jemanden zugelaufen kommt und den Schwanz dabei hoch erhoben hat, ist
meistens neugierig oder möchte denjenigen begrüßen und schmusen. Generell ist
ein hoch erhobener Schwanz ein Zeichen dafür, daß die Katze sich wohl und
sicher fühlt.

Peitscht der Schwanz dagegen seitlich, ist dies ein Indiz für Aggresivität.
Dies kann man oft beobachten, wenn sich die Katze, zum Beispiel, an ein
potentielles Opfer anschleicht, sei es ein Vogel oder ein Gummiball.
Insbesondere Laien-Katzenfreunde erkennen dies nicht rechtzeitig. Es ist hier
schon oft passiert, daß Marvin irgendwo lag und döste. Unser Besuch kreischt
los, ,,wie niedlich" die wäre und stürzt sich streichelnderweise auf die Katze.
Meistens sieht man dann, wie der Schweif der Katze zu peitschen anfängt und sie
etwas unruhig wird. Nach einigen Augenblicken macht es *zack* und der
ahnungslose Störenfried bekommt die Krallen zu spüren.

Ein Schwanzwedeln dagegen ist ein Zeichen von Unsicherheit oder
Unentschlossenheit. In einem Buch wurde mal folgendes sehr schönes Beispiel für
eine solche Situation beschrieben: Die Katze quengelt und nervt weil sie raus
möchte und ihr Mensch ihr die Tür öffnen soll. Entnervt steht man auf und
öffnet der Katze die Haustür. Erfreut stürmt sie auf die Türschwelle zu und
stellt dann fest, daß es draußen in Strömen regnet.

,,Mist," denkt sich die Katze jetzt, ,,was mache ich nun? Nach all dem Geschrei
kann ich ja schlecht nicht rausgehen. Aber Hey!, es regnet!"

Und während sie das denkt, wird sie mit dem Schwanz wedeln, damit sie etwas zu
tun hat, inzwischen. Genauso, wie ein Mensch sich beim Nachdenken an den
Schläfen reibt oder mit den Haaren spielt.

Ebenfalls allgemein bekannt ist der ,,Wutschwanz", den eine Katze bekommt, wenn
sie tobt oder kämpft. Die Haare am Schwanz der Katze stellen sich dann auf,
sodaß dieser größer und imposanter erscheint, um den Gegner einzuschüchtern.
Was übrigens sehr gut wirkt. Die oben bereits erwähnten Besuchskatzen, die wir
hatten, wurden von unseren etablierten Bewohnern natürlich ganz schön getriezt.
An eine von beiden, trauen sich aber weder Marvin noch Lucy heran, obwohl beide
älter und größer als diese waren. Besagter Kater, Avalon, ist nämlich eine
Maine Coon, welche einen sehr langen und sehr buschigen Schwanz haben.

Avalons Schweif sieht in normalen Zustand bereits deutlich größer aus, als der
Wutschwanz von Marvin oder Lucy, weshalb beide einen deutlichen
Sicherheitsabstand zu diesem ,,Monster" hielten, obwohl Avalon kein bißchen
aggressiv war und eher neugierig auf die beiden zuging.

Ein weniger bekanntes Indiz für die Stimmung des Tieres sind die Ohren. Wenn
man mal darauf achtet, stellt man fest, daß Katzen mit ihren Ohren die
erstaunlichsten Bewegungen vollführen können. Dreht die Katze die Ohren,
beispielsweise, immer von vorne zu den Seiten und zurück, ähnlich einer
Radarschüssel, hat irgendetwas ihre Aufmerksamkeit erregt und sie versucht nun,
das Geräusch zu lokalisieren. Meist verharrt sie dabei still, um selber kein
Geräusch zu machen, das eine potentielle Beute vertreiben könnte.

Sind die Ohren dagegen still und gerade erhoben, genau wie der Schweif, fühlt
sich die Katze sicher und wohl. Eine Katze, die sich unmittelbar vor einem
Kampf befindet, legt die Ohren dagegen nach hinten, dicht am Kopf, an, damit
diese vom Gegner nicht verletzt werden können.

Auch dies ist ein gutes Zeichen dafür, daß ein Streicheln im Moment unerwünscht
ist. Legt die Katze die Ohren und an verspannt sich, oder schließt sie die
Augen und ,,spreizt" die Ohren, damit man sie am Kopf kraulen kann?

Last but not least, ist wohl jedem Katzenbesitzer schonmal aufgefallen, daß
sein kleiner Mitbewohner am Fenster steht, ein paar Vögel beobachtet und dabei
merkwürdig knarrt und mit den Zähnen knackt. Ich habe mich ganz schön
gewundert, als ich das das erste Mal bemerkt habe. Dabei handelt es sich um den
Tötungsbiß, den die Katze imaginär ausführt.

Eine recht romantische Vorstellung, daß die Katze dort am Fenster steht und
tagträumt, wie sie heldenhaft ein Dutzend fieser Vögel erledigt?

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5.4. Katzenlaute

Wer als Katzenlaie denkt, die Katze macht nur ,,miau", der irrt gewaltig! Jeder
Katzenhalter weiß, daß die Katze eine ganze Palette an Lauten ,,ausspricht".
Man kann schon wirklich von einer Katzensprache reden, ja es gibt schon mehr
oder weniger ernsthafte Versuche, ein Wörterbuch zu erstellen.

Besonders beliebt neben dem bekannten ,,miau" sind Gurrlaute in allen nur
erdenklichen Variationen. Wer die Tiere genau beobachtet, der weiß auch, was
das Tier gerade empfindet, wenn es ,,komische" Laute von sich gibt. Wie beim
Menschen auch, reflektieren die Laute vielfach auch den Gemütszustand. Meine
zweite Katze (Sissi) nenne ich mittlerweile ,,Frau Motzki" (nach Matthias
Sammer), da sie häufig wirklich ,,motzt", vor allen Dingen dann, wenn sie
Hunger hat. Und das kommt sehr häufig vor! Sie steht dann vor mir, guckt mich
mit ihren großen, provozierenden Augen an und maunzt dann extrem fordernd.
Dieses Spektakel ereignet sich mehrmals am Tag (wenn ich zu Hause bin) mehrere
Minuten lang.

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5.5. Schlafen

Katzen schlafen viel und ausgiebig, das ist allgemein bekannt. Böse Zungen
behaupten sogar, daß Katzen überhaupt nur aufstehen um zu Fressen oder um mal
woanders schlafen zu können. Nun, ich kann das durchaus bestätigen.

Tatsächlich schlafen Katzen garnicht so lange wie es manchmal den Anschein hat.
Die meiste Zeit dösen sie nur mit ganz oder halb geschlossenen Augen. Man
erkennt dies sehr gut daran, daß die Ohren sich recht häufig bewegen, wenn
irgendwoher ein Geräusch kommt. Ebenso ist die Katze ruck zuck wieder auf den
Beinen, wenn irgendetwas ihr Interesse erweckt.

Die Tiefschlafephase einer Katze ist meistens ziemlich kurz und oft sieht man
die Katze zittern oder sich leicht bewegen. Ich stelle mir immer vor, daß mein
Marvin im Traum wehrlose kleine Kätzchen vor allen möglichen Gefahren rettet
und sich als ziemlicher Held feiern läßt. Ob ,,träumen" wirklich der Grund für
das Zittern ist, weiß ich jedoch nicht sicher.

Auf jeden Fall sollte man eine schlafende Katze in Ruhe lassen und nicht
wecken. Auch wenn die Katze nur döst, störe ich sie eigentlich nicht. Die
meisten Katzen reagieren auch recht unwirsch darauf, wenn man sie stört und mit
ihnen schmusen oder spielen will. Mancher Gast, der die Ruhephase meiner Katze
nicht respektiert hat, hat es auf die harte Methode schließlich lernen müssen.

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5.6. Schmusen

Kommt noch.

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5.7. Aggressive Katzen

In der Wunschvorstellung jedes Katzenbesitzer, ist seine Katze immer bereit zu
schmusen und zu spielen und sie liebt einen abgöttisch und läßt sich auf dem
Arm herumtragen und alles mit sich machen. Die Realität ist oft genug ziemlich
anders. Viele Katzenbesitzer beschweren sich, daß Ihre Katze sie beißt oder
kratzt, sie anfaucht oder sich versteckt.

Aggresivität kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Wenn man eine Katze
aus dem Tierheim hat, muß man fast immer damit rechnen, daß sie schlechte
Erfahrungen gemacht hat und vorsichtig ist. Wenn man seine Katze gut behandelt,
wird das Vertrauen mit der Zeit wachsen und die Aggresivität nachlassen.
Letztendlich ist ein gewisser Jagd- und Kampfestrieb auch ein Zeichen dafür,
daß die Katze noch gesunde und natürliche Instinkte hat und noch nicht zu einem
laufendem Stofftier ,,verkommen" ist.

Ein Problem ist, beispielsweise, daß manche Katze beim Spielen die Krallen
ausfahren und einem ziemlich weh tun. Das kann man ihnen abgewöhnen, indem man
sofort mit dem Spielen aufhört, wenn sie die Krallen einsetzen. Meine Katze
guckte mich dann immer etwas verwundert an und hielt ebenfalls inne. Dann habe
ich ihre Pfote von meiner Hand geschoben, gewartet, bis die Krallen wieder drin
waren, und dann weiter gespielt. Es hat etwas gedauert, aber inzwischen kann
ich mich mit ihr prügeln ohne meine Finger zu riskieren.

Tritt die Aggresivität nicht nur beim Spielen auf, sondern auch in völlig
anderen Situationen, darf man sich das keinesfalls gefallen lassen. Manchmal
kommt es vor, daß einen die eigene Katze unvermittelt beißt oder kratzt. Dann
muß man sich wehren und ihr zeigen, daß dies höchst unerwünscht ist, sonst wird
sie es auch nicht lernen.

Eine sehr gute Möglichkeit, der Katze den Unwillen mitzuteilen, ist, sie so
laut wie eben möglich anzufauchen. Ja, richtig fauchen. Ich weiß, es sieht
etwas blöd aus, wenn ein erwachsener Mann im Flur steht und seine Katze
anfaucht, aber es hilft. Die Katze weiß sehr genau, wie das zu interpretieren
ist.

Mein Mitbewohner faucht seine Katze auch an, wenn sie an Türen kratzt oder sich
anders daneben benimmt -- und es hilft.

Keinesfalls sollte man seine Katze schlagen. Niemals! Auch eine andere Art der
Bestrafung, wie Futter- oder Liebesentzug lehne ich persönlich ab. Man muß sich
vor Augen halten, daß man es mit einem Tier zu hat, daß ursprünglich mal ein
Raubtier war und nur vom Menschen zu dem gemacht worden ist, was die Hauskatze
heute ist. Insofern ist es nicht verwunderlich, daß sie sich manchmal nicht so
verhält, wie man es gerne hätte.

Aber eben weil sie das tut, und dadurch ein selbstständiges Wesen ist, ist ihre
Zuneigung auch so schön.

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5.8. Verbote

Es gibt eine Menge Dinge, die man seiner Katze nicht erlauben möchte. Das
Betteln am Tisch, das Klettern und Kratzen an bestimmten Möbeln, das
herumstöbern im Mülleiner und vieles mehr.

Ersteres ist relativ leicht: Wenn man selber ißt, gibt man der Katze etwas ab.
Und man gibt es Ihr nicht vom Teller, sondern legt ihr eine Portion vor dem
Essen in ihren Futternapf. Wenn die Katze trotzdem bettelt, oder noch mehr
möchte, gibt man ihr keinesfalls etwas. Sie muß lernen, daß Betteln nicht zum
Erfolg führt.

Wenn die Katze dann mit Betteln aufhört und still irgendwo wartet (was mein
Marvin macht), dann gibt man ihr nochmal etwas, als Belohnung. Mit ein bißchen
Glück hat man die Katze dann irgendwann soweit, daß sie von Anfang an still
wartet und nicht alle Leute verrückt macht.

Man sollte sich allerdings keine Illusionen darüber machen, was passiert, wenn
man die Küche verläßt und das Essen auf dem Tisch stehen läßt.

Andere Verbote sind schwieriger durchzusetzen. Wir hatten Erfolg mit einem
Gerät, das wir spaßeshalber den ,,Punisher" nennen: Eine Wasserspritze, wie man
sie zum Einsprengen von Wäsche vor dem Bügeln verwendet. Immer wenn eine
unserer Katzen etwas macht, was sie nicht darf, dann spritzen wir sie mit dem
Punisher naß. Bei Lucy hatte das durchschlagenden Erfolg und Marvin ist
zumindest wesentlich vorsichtiger geworden, sich nicht erwischen zu lassen.

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5.9. Wenn eine andere Katze einzieht

Viele Katzenbesitzer stellen nach einiger Zeit des Zusammenlebens mit dem neuen
Haustier fest, daß sie eigentlich noch gerne eine zweite Katze zum Gernhaben
hätten. Meistens wird dieser Wunsch durch offenkundig irrationale Argumente
unterstützt, wie: ,,Bei zwei Katzen kann ich größere Futterdosen kaufen und
spare Geld" oder ,,Wenn zwei Katzen ein Klo benutzen, dann kann ich öfter das
Streu komplett wechseln, ohne das Gefühl zu haben, ich verschwende etwas".

Wenn Ihr Ehepartner also an sie herantritt und mit solchen Argumenten eine
zweite Katze zu etablieren versucht ... dann geben sie seinem/ihrem Wunsch bitte
unbedingt nach. :-)

Leider ist das nachträgliche Einziehen einer zweiten Katze aber nicht immer
unproblematisch. Werden zwei Kätzchen bereits als Kinder zusammen gehalten und
wachsen zusammen auf, so werden Sie fast nie Probleme haben. Hat sich aber eine
Katze bereits als ,,Herrscher der Wohnung" etabliert und bekommt dann plötzlich
einen Konkurrenten ins Revier gesetzt, ist ein bißchen Neid und Mißtrauen
durchaus üblich.

Letztlich gibt es keine Garantie dafür, daß die beiden Tiere sich verstehen
werden. Man kann dem ganzen aber etwas nachhelfen, indem man die folgenden Tips
aus der einschlägigen Fachliteratur beachtet:

 1. Lassen Sie die neue Katze in einem seperaten Raum aus dem Kennel, und
    halten sie die beiden Tiere erst einmal getrennt. Der ,,Neuling" soll sich
    ersteinmal an seinen neuen Menschen und an seine neue Umgebung gewöhnen
    können, und nicht direkt mit einem fauchenden Konkurrenten konfrontiert
    werden, der ihn aus dem Revier vertreiben will.

    Ebenso sollte das Tier in dem getrennten Zimmer auch Futter und ein Klo für
    sich haben, damit es in Ruhe fressen kann.

 2. Der anderen Katze eine Decke etc. mit dem Geruch des Neuankömmlings zum
    Schnuppern geben.

 3. Die Tiere unter Aufsicht zueinander lassen. Wahrscheinlich wird ein bißchen
    gefaucht und gedroht werden, lassen Sie Sich davon nicht beängstigen. Die
    ,,etablierte" Katze wird einfach zu neugierig sein, um sich die Gelegenheit
    zu einem ausgiebigen Schnuppern und Begutachten entgehen zu lassen.

    Sollte es doch ernst werden, wird sich die neue Katze wahrscheinlich recht
    schnell wieder in das inzwischen vertraue Zimmer zurückziehen und
    irgendwann einen neuen Vorstoß wagen.

    Wenn die beiden Katzen sich beschnuppern und sich kennenlernen, stören Sie
    sie bitte nicht dabei. Ein ermutigend gemeintes Streicheln oder auf den Arm
    nehmen würde jetzt mehr stören als es nützen würde.

Bis die beiden Tiere sich aneinander gewöhnt haben, können einige Minuten, aber
auch einige Wochen vergehen --- das läßt sich nicht vorhersagen. Es kann auch
vorkommen, daß die beiden Tiere sich niemals richtig verstehen werden, solche
Fälle sind aber eher selten. Zumindest eine friedliche Co-Existenz erreicht man
fast immer. Die Möglichkeit, einen Artgenossen zum Spielen zu haben, ist
einfach zu gut, als daß die Katzen sie auslassen würden.

Als letzten Tip, sollte man drauf achten, daß man die ,,alte" Katze wegen des
Neuankömmlings nicht vernachlässigt. Geben sie dem Tier mindestens genausoviel
Aufmerksamkeit wie vorher, besser noch ein bißchen mehr. Neid beschränkt sich
bei Katzen, wie Menschen auch, nicht immer nur auf das Futter.

Dazu noch ein Text von Roland Sprave:

    Gut, daß Katzen nicht lesen können - und schon gar nicht
    Katzenfachliteratur! ;-)

    Wir haben bisher bei sechs Tieren die nachfolgende Erfahrung gemacht. Wir
    lassen die Tiere unter Aufsicht sich gegenseitig beschnuppern. Geht das
    gut, so lassen wir sie meistens zusammen. Geht es nicht gut, so halten wir
    die neue Katze wirklich ein paar Tage in einem seperaten Raum damit sie den
    typischen ,,Stallgeruch" annimmt. Riecht sie ersteinmal so wie alle anderen
    Tiere, wird sie recht schnell akzeptiert. Damit der Neuankömmling nicht
    allzu alleine ist setzen wir eines unserer sanftesten Tiere mit hinzu.
    Bisher war es jedoch erst einmal nötig die Tiere zu trennen.

    Mit der Aufmerksamkeit ist das auch so ein Ding. Gemäß Fachliteratur haben
    wir unserem ersten Neuankömmling, einem rabenschwarzen Perserkater, kaum
    Aufmerksamkeit geschenkt um die anderen Katzen nicht zu vergraulen. Das
    Resultat war ein brauner stinkender Haufen in einer Ecke des Wohzimmers
    weil der kleine sich vernachlässigt fühlte. Ältere Tiere aneinander zu
    gewöhnen ist etwas schwieriger. Es dauert länger und der Tierhalter
    benötigt viel Geduld, da älter Tiere sich etwas schwerer Umgewöhnen können.

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6. Spielen

In diesem Kapitel sollen einige geeignete Spielzeuge vorgestellt werden, an
denen die meisten Katzen große Freude haben.

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6.1. Der Katzenfernseher

So bezeichnen Katzenfreunde ein Aquarium, weil Katzen stundenlang vor diesem
sitzen und es betrachten können. Auch liegen sie gerne auf dem Aquarium, da es
oben wegen der Beleuchtung und der Elektronik recht warm ist. Und wenn es sogar
noch eine offene Stelle gibt, durch die die Katze versuchen kann, einen Fisch
zu ergattern --- um so besser.

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6.2. Ein Spielgefährte

Eine gute Beschäftigung für eine Katze, auch wenn dieser Punkt hier unter
lauter Geräten vielleicht nicht ganz angemessen ist, ist eine zweite Katze! Man
sollte dies ruhig einmal ins Auge fassen. Zwei Katzen können zusammen
wesentlich mehr unternehmen als eine alleine. Jagen macht viel mehr Spaß, wenn
man mit dem Opfer auch balgen kann, wenn man es erwischt hat.

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6.3. Die Katzenangel

Eine Katzenangel ist prinzipiell eine Angel, die am Ende der Schnur einen
flauschigen Streifen Stoff oder einen Ball befestigt hat. Mit so einer Angel
kann man die Katze durch das ganze Zimmer scheuchen, während man selber bequem
im Sessel sitzt, da man dank der Angel eine ziemliche Reichweite mit dem
Stoffstreifen oder Ball hat, den die Katze als ,,Ziel" betrachtet.

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6.4. Bälle

Katzen lieben alles, was sie jagen können, und das ist traditionell ein
Wollknäul oder ein Ball. Am beliebtesten sind weiche Bälle, die so groß sind,
daß die Katze sie im Maul tragen kann. Entweder spielt die Katze alleine mit
dem Ball --- was meistens dazu führt, daß man ihn nie wieder findet --- oder
sie jagt ihm hinterher wenn man ihn wirft oder rollt. Manchmal apportieren die
Katzen den Ball sogar, damit man ihn nochmal werfen kann.

Ein todsicherer Tip ist ebenfalls ein Ball, der in der Wohnung an einem
Gummiband aufgehängt wird, sodaß der Ball auf und ab hüpft, wenn die Katze
danach schlägt. Wenn man den Ball so aufhängt, daß die Katze im Stehen gerade
mit den Pfoten drankommt, wird man sicherlich Zeuge einer akrobatischen Sprünge
und Angriffe werden. Man muß allerdings damit rechnen, daß man die Schnur
relativ schnell ersetzen muß, weil die Katze diese durchreißt oder -beißt, wenn
sie den Ball einmal richtig zu fassen bekommt und herunterziehen kann.

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6.5. Laserpointer

Erstaunliche Erfolge hatten wir auch mit einem sogenannten ,,Laserpointer",
einem kleinen Laser in Stiftform, der zum Deuten und Zeigen auf Karten oder
Diagrammen benutzt wird. So einen Laserpointer kann man in der Regel im
Schreibwarenhandel oder Bürobedarfsladen kaufen.

Unser Marvin ist fast völlig ausgeflippt und hat den roten Punkt bis zur
totalen Erschöpfung verfolgt. Genauso Avalon und Farley, die beiden Kater von
Freunden von uns. Nur Lucy ließ der Laserpunkt völlig kalt --- aber Lucy ist eh
ein bißchen seltsam.

Auf jeden Fall kann man mit so einem Gerät die Katze natürlich ultimativ
erschöpfen, da sie den Laserpunkt nie fangen wird und man selber ihn auch in
allen Richtungen und Geschwindigkeiten durch die ganze Wohnung erscheinen
lassen kann, ohne sich selber übermäßig kaputt zu machen.

Wenn Ihre Katze Bewegung braucht, ist der Laserpointer ganz sicher ein
geeignetes Mittel. Man sollte sehen, ob man sich vorher so ein Gerät leihen und
es mal testen kann, bevor man einen kauft, da die meisten Zeigestifte nicht
ganz billig sind. Wir haben unseren für ein paar Mark auf der ,,Hobbytronik"
gekauft, einer Elektronikmesse, auf der man oft solche Angebote findet. Es
lohnt sich sicherlich, sich einmal umzusehen.

Worauf man allerdings achten muß, ist, daß man den Laserstrahl nie in die Augen
der Katze richtet, da dies zu Verletzungen der Netzhaut führt.

Als Tip für alle mit direktem Sonneneinfall in die Wohnung: Ein Spiegel erzielt
genau denselben Effekt, ist billiger und weniger gefährlich.

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7. Ich will auch

Der Vollständigkeit halber soll erwähnt werden, daß der Text dieses Kapitels
nicht von mir, sondern von Roland Sprave geschrieben wurde, bei dem ich mich an
dieser Stelle herzlich bedanken möchte!

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7.1. Ein paar Gedanken, bevor man sich entscheidet

,,Darum prüfe wer sich ewig bindet ..." --- so beginnt ein wohlbekanntes
Sprichwort. An eine Katze bindet man sich zwar nicht ewig, aber mit dem Kauf
einer Katze holt man sich doch für die nächsten 15--20 Jahre einen
Lebensgefährten ins Haus. Deshalb sind Spontanentscheidungen beim Tierkauf
grundlegend falsch. Bevor man eine Samtpfote zu sich nimmt, sollte man sich
erst Gedanken über das weitere Leben mit einer Katze machen. Allzu spontane
Entscheidungen könnte man später bereuen, indem die bedauernswerte Katze
schließlich im Tierheim landet.

Zunächst gilt es, nachdem man sich für eine Rasse- oder Hauskatze entschieden
hat, die Wohnungsbedingungen zu prüfen. Als erstes sollte sich der angehende
Katzenbesitzer Gedanken über seine Wohnungsverhältnisse machen. Ist die Wohnung
groß genug, um einer oder zwei Katzen genügend Raum zum Spielen zu bieten? Wird
der Vermieter einverstanden sein? Kann die Katze eventuell ins Freie gelangen?
Welche Sicherungsmaßnahmen müssen getroffen werden?

Überordentliche Menschen sollten sich Fragen, wie Sie zu Schäden an Ihren
heißgeliebten, gehegten und gepflegten Möbeln stehen. Es kann immer mal
vorkommen, daß auch eine gut erzogene Katze beim Toben an der teuren
Polstergarnitur Fäden zieht oder eine Vase aus der Ming-Dynastie umreißt.
Ebenso sollte man damit klarkommen können, daß gerade bei Langhaarkatzen in der
ganzen Wohnung Katzenhaare herumliegen und die Katze ab und zu ihre Haarballen
auf den kostbaren Perserteppich erbricht.

Nicht ganz unwichtig ist auch die Beantwortung der Frage: ,,Wer pflegt meine
Katze, wenn ich in den Urlaub fahren möchte oder mal krank bin? Übernehmen das
Verwandte oder Freunde? Gibt es für den Fall der Fälle eventuell einen
Catsitter-Club in meiner Nähe?"

Eine Katze braucht ihr Leben lang die Pflege und Zuwendung ihres Menschen. Auch
darüber sollte man sich im klaren sein. Sind z.B. beide Ehepartner berufstätig,
wird sich eine Katze alleine zu Tode langweilen und verkümmern. In diesem Fall
sollte man sich mit der Frage auseinandersetzen, ob nicht vielleicht auch Platz
für eine zweite Katze vorhanden ist.

Sind alle Fragen positiv für eine Katze geklärt, steht dem Vergnügen eine Katze
in seinem Heim zu haben nicht mehr im Wege. Sie werden Ihre Entscheidung für
eine Katze niemals bereuen.

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7.2. Wo bekommt man eine Katze?

7.2.1. Im örtlichen Tierheim

Tierheimkatzen warten überall in Deutschland auf einen barmherzigen
Katzenfreund, der ihnen Ihr Leben verschönert. Die meisten Tierheime und
Tierasyle stehen unter dauernder tierärztlicher Aufsicht, so daß man nicht
befürchten muß, eine kranke Katze mit nach Hause zu nehmen (Ausnahmen
bestätigen auch hier die Regel). Welpen, die meist nur kurze Zeit im Heim
verbracht haben, sind meist noch nicht heimgeschädigt oder fehlgeprägt, so daß
ihre Eingewöhnung problemlos verläuft. Ältere Tiere, noch dazu mit einer
unklaren Vorgeschichte, sind da weitaus problematischer. Sie können
Verhaltensstörungen aufweisen, die eine Folge von Fehlprägungen oder gar
Mißhandlungen durch den Vorbesitzer sind. Diese Katzen sind niemals für
Anfänger geeignet, sie gehören in die Hände erfahrener Katzenhalter.

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7.2.2. Vom örtlichen Tierschutzverein

Sollte es in Ihrer Nähe kein Tierheim geben, oder sollten Sie dort keine Katze
finden, die Ihnen gefällt, dann können Sie Sich noch nach dem örtlichen
Tierschutzverein erkundigen. Häufig kann der Tierschutzverein Katzen
vermitteln, oder er weiß zumindest ein paar Adressen, bei denen man mal
vorsprechen kann.

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7.2.3. Beim Tierarzt

Tierärzte sind ebenfalls immer eine gute Anlaufstelle, wenn man nach kätzischer
Gesellschaft sucht. Häufig haben Tierärzte ein schwarzes Brett, auf dem
Privatleute Tiere anbieten können, oder sie haben aufgrund Ihrer Kundschaft die
entsprechenden Kontakte.

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7.2.4. Durch Zeitungsinserate

Viele Privatleute und auch Züchter bieten Ihre Tiere in den Tageszeitungen
unter der Rubrik ,,Tiermarkt" an.

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7.2.5. Beim Züchter

Rassekatzen sollten Sie nur bei seriösen Züchtern die in einem Zuchtverband
organisiert sind kaufen, da Sie nur hier davon ausgehen können, daß die
jeweiligen Zuchtrichtlinien eingehalten werden. Zuchtrichtlinien werden von den
Zuchtverbänden zum Schutz der Katzen erlassen (z.B. darf eine Katze in zwei
Jahren maximal drei Würfe zur Welt bringen).

Adressen von Züchtern finden Sie in Katzenzeitschriften (z.B. ,,Katzen Extra",
,,Geliebte Katze") oder im Branchenfernsprechbuch. Wenn Bedarf besteht, könnten
wir vielleicht im Katzen-FAQ einige Adressen von Zuchtverbänden mit aufnehmen.
Aber das sollen die Leser und der Urheber dieser FAQ festlegen.

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7.3. Mit welchen Kosten muß man rechnen?

7.3.1. Anschaffungskosten für die Katze

Möchten Sie sich eine Hauskatze anschaffen, bekommen Sie die Katze meistens
umsonst von einem Bauern oder Privatleuten angeboten. Allerdings quellen unsere
Tierheime über mit Katzen, die auf neue Besitzer warten. Eine Katze aus dem
Tierheim ist nicht immer umsonst. Die Tierheime verlangen vom neuen
Katzenbesitzer eine kleine Schutzgebühr, in der Regel bis zu DM 100,--. Dafür
ist die Katze dann aber auch bereits kastriert und geimpft gegen
Katzenschnupfen und Katzenseuche und wurde zuvor tierärztlich betreut.

Sollten Sie sich in eine Edelkatze ,,verguckt" haben, so müssen Sie hier mit
höheren Preisen rechnen. Sie bekommen aber durchaus sog. ,,Liebhabertiere" bei
seriösen Züchtern, je nach Rasse, bereits ab 500,-- DM. Der Begriff ,,
Liebhabertier" ist durchaus nicht negativ zu verstehen. Es sind in der Regel
Tiere, die leichte Fehler aufweisen und für den Züchter nicht mehr zur Zucht zu
verwenden sind (z.B. Farbfehler im Fell). Der Züchter muß die Katze, bevor er
sie verkaufen darf, ebenfalls mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche
impfen lassen, sie entwurmen und eine Ahnentafel (Stammbaum) anfertigen lassen.
Viele Käufer einer Edelkatze möchten den Stammbaum nicht haben. Das ist dumm,
denn der Stammbaum ist der einzige Nachweis für den Käufer, daß es sich bei
seiner Katze wirklich um eine reinrassige Katze handelt. Und wer viel Geld für
eine Edelkatze ausgibt, sollte unbedingt auf den Stammbaum achten.

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7.3.2. Grundausstattung für eine Katze

Damit die Katze sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen kann, sollten Sie ihr
ein Minimum an Ausstattung zur Verfügung stellen. Sie benötigen Futternäpfe,
Wasserschalen, einen Kratzbaum oder Kratzstamm, Katzentoilette, Kämme, Bürsten,
einen Tragekorb für den Gang zum Tierarzt und eventuell ein Körbchen als
Schlafplatz für die Katze (obwohl diese eher Ihr Bett bevorzugen wird). An
Kosten für diese Grundausstattung können Sie mit circa DM 250,-- rechnen.

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7.3.3. Folgekosten

Haben Sie Ihre Katze nicht im Tierheim oder beim Züchter erworben, so kann es
sein, daß Sie Ihre Katze noch entwurmen (circa DM 10,-- Banminth Paste) und
impfen lassen müssen (Katzenschnupfen und -seuche circa 60,- DM). Ab einem
gewissen Alter sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihre Katze/ Ihren Kater
kastrieren lassen. Tierärzte berechnen für die Kastration eines männlichen
Tieres circa DM 90,-- und für ein weibliches Tier circa DM 150,--.

Ansonsten müssen Sie davon ausgehen, daß monatlich 50,-- bis DM 100,-- für eine
Katze aufzuwenden sind. Dieser Betrag ist für Katzenfutter und Katzenstreu zu
veranschlagen. Dazu kommen die Kosten für die jährlichen Schutzimpfungen
(Katzenschnupfen u. Katzenseuche, zusätzlich circa 60,-- DM), die
vierteljährlichen Entwurmungen circa DM 10,-- und eventuell weitere
Tierarztkosten wenn Ihre Katze mal krank wird.

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7.4. Was brauche ich alles?

Bevor Sie eine Katze bei sich aufnehmen sollten Sie einige wichtige Dinge
kaufen. Um die Katze beim Tierheim oder beim Züchter abholen zu können, oder
für den manchmal unvermeidbaren Gang zum Tierarzt benötigen Sie einen Tragekorb
aus Weidenmaterial oder Kunststoff (auch ,,Kennel" genannt). Ein Kennel ist
weit vorteilhafter, als ein Weidenkorb, da er sich leichter reinigen läßt und
in der Regel stabiler ist als ein Weidenkorb. Einen brauchbaren Kennel bekommen
Sie in Zoofachgeschäften bereits ab DM 30,--.

Da die Katze auch ab und zu mal ein kleines oder ein großes Bedürfnis hat,
braucht Sie eine Katzentoilette. Es gibt Katzenklos in den verschiedensten
Ausführungen: ohne Haube, mit Haube, mit Klapptür, mit Ionenfilter etc. Bei
unseren Katzen hat sich eine Toilette mit Haube (circa DM 35,--) bestens
bewährt. Da Katzen sehr gerne in der Streu scharren kann bei einem Modell mit
Haube die Streu nicht mehr ohne weiteres herausgescharrt werden.

Katzenstreu benötigen Sie ebenfalls für Ihren neuen Liebling. Empfehlen würde
ich ein klumpendes Katzenstreu (20 kilogramm circa DM 16,--), da Sie hier nur
die Kot- oder Urinklumpen mit einer Streuschaufel entfernen müssen. Sie
ersparen es sich hierbei fast alle zwei Tage die komplette Streu wechseln zu
müssen. Welche Sorte die richtige ist, wird Ihnen Ihre Katze schon zeigen. :-))

Um Ihre Tapeten und Möbel zu schonen, sollten Sie Ihrer Katze einen Kratzbaum
oder -stamm zur Verfügung stellen. Im Fachhandel bezahlt man für einen
Kratzstamm circa DM 40,-- und für einen Kratzbaum, je nach Größe und
Ausstattung ab circa DM 60,-- bis teilweise zu DM 700,-- für Luxusmodelle.

Weil die Liebe zu Ihrem Dosenöffner bei der Katze bekanntlich durch den Magen
geht sollten Sie ihr Naßfutter (Dosenfutter: z.B. IAMS, Hills oder Whiskas) und
Trockenfutter kaufen. Sie sollten Ihr eine Futter- und Wasserschale hinstellen
die recht schwer ist, damit die Katze damit nicht auf Wanderschaft gehen kann.
Bewährt haben sich hierfür z.B. Futternäpfe für Meerschweinchen und Kaninchen
aus Keramik (circa DM 10,-- pro Napf).

Ob Sie sich nun eine Langhaar- oder Kurzhaarkatze gekauft haben --- an der
regelmäßigen Pflege geht kein Weg vorbei. Um das Fell Ihrer Katze in Form zu
halten sollten Sie sich einen Kamm und eine Bürste zulegen. Es gibt im
Zoofachhandel für noch nicht einmal DM 10,-- die geeigneten Kämme und Bürsten
in den verschiedensten Ausführungen. Kommen Sie einmal in die Situation, daß
Sie Ihre Katze baden müssen (z.B. Durchfall bei Langhaarkatzen) benutzen Sie
bitte nicht Ihr Haarshampoo, da Katzen eine sehr empfindliche Haut haben. Es
gibt je nach Felltyp auch hier die verschiedensten Shampoovarianten --- extra
für Katzen.

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7.5. Die Wohnung

Mit einer Katze holen Sie Sich ein lebendiges Wesen in Ihre Wohnung --- einen
Mitbewohner. Dementsprechend muß man sich fragen, ob die Wohnung geeignet für
die Katze ist. Ein Kriterium, wenn auch nicht das Einzige, ist dabei die Größe
des Wohnung. Die Mehrzahl der Menschen lebt nunmal in Städten oder zumindest in
Gebieten mit ausgebautem Straßennetz. Deswegen können die meisten Ihrer Katze
leider keinen freien Ausgang bieten. Würde man es doch tun, würde dies die
Lebenserwartung der Katze drastisch senken.

Tiere die es gewöhnt waren draußen zu sein, können sich fast nie damit
abfinden, nur noch in einer Wohnung zu leben, aber junge Katzen, die noch nicht
den Duft der großen Freiheit geschnuppert haben, kann man meist problemlos in
den eigenen vier Wänden halten. Allerdings sollte dann auch gewährleistet sein,
daß das arme Tier sich nicht zu Tode langweilt.

Die 20 quadratmeter große Studentenbude ist offensichtlich für diesen Zweck
ungeeignet. Welche Größe ist also angemessen? Darauf kann man nur mit einem
lauten und deutlichem ,,kommt drauf an" antworten. Eine Wohnung kann durchaus
klein sein, wenn sie gut geschnitten ist. Das bedeutet, viele Ecken und Winkel,
mehrere Zimmer, optimalerweise mehrere Durchgänge von Zimmer zu Zimmer, damit
die Katze toben kann, ohne dauernd denselben Weg laufen zu müssen. je nachdem,
wie die Möbel stehen, kann auch eine kleinere Wohnung jede Menge Möglichkeiten
zum Klettern, Verstecken, und Spielen bieten. Dagegen kann auch ein 120 qm
Appartment total langweilig sein, wenn der Eigentümer ein minimalistischer
Yuppie mit einem Glastisch, einem Kleiderschrank und einem Bett ist.

Es ist ein ,,trade-off". Wenn die Wohnung wenig Möglichkeiten bietet, sich
alleine zu Vergnügen, muß man sich eben noch mehr mit der Katze beschäftigen,
eventuell einen zweiten Spielkameraden besorgen. Letztlich kann man also keine
Formel nennen, die die Quadratmeterzahl in Relation zur Glücklichkeit der Katze
setzt.

Womit man aber unbedingt, unbedingt, unbedingt rechnen muß, ist, daß die Katze
die eigene Wohnung in Schutt und Asche legt. Ich formuliere es mit Absicht
überspitzt, denn viele Neulinge im Katzenbusiness sind doch am Anfang sehr
erschrocken darüber, wieviel Energie so ein kleines Tier manchmal hat.

Egal wie teuer der Kratzbaum war, ein schönes Sofa ist nunmal viel lustiger zum
Kratzen. Tapeten eignen sich gut dazu, mit ausgefahreren Krallen daran
hochzuspringen, Gardinen sind bei der Jagd nach einer Fliege ein tolles
Hilfsmittel. Ein leerer Karton und die Katze ist im Himmel! Da kann man dran
kratzen, rumbeissen, den Inhalt durch den Flur verstreuen und zahlreiche
unsägliche Dinge mit anstellen. Eine lebendige Katze wird Ihnen völlig ohne
Zweifel einige Überraschungen bereiten.

Ich will keine Schwarzmalerei betreiben ... Katzen unterscheiden sich sehr im
Temperament und es gibt auch furchtbar brave und friedliche Exemplare. Aber man
sollte sich nicht unbedingt drauf verlassen, daß man das sofort erkennen kann.

Ein anderer Punkt, der oft unterschätzt wird, ist die Stubenreinheit. Ohne
Zweifel sind Katzen sehr reinliche Tiere und ein Katzenklo, so es sauber
gehalten wird, wird von der Katze benutzt. Meistens.

Alle guten Tips, die bestmögliche Pflege und jede Menge Zuwendung können
manchmal nicht verhindern, daß man einen Urinfleck vom Teppich entfernen muß.
Nur die wenigsten Katzenbesitzer haben das noch nie erlebt. Eine Katze kann
absolut stubenrein sein und trotzdem kann es vorkommen, daß sie an einen eher
unerwarteten Ort pinkelt. Sei es aus Krankheit, weil sie auf sich aufmerksam
machen will, weil sie denkt ihr Revier markieren zu müssen -- es gibt viele
Gründe.

Gerade wenn man ein älteres Tier aus dem Tierheim aufnimmt, muß man damit
rechnen, daß sie neunundneunzigmal in das Katzenklo pinkelt, und beim
hundersten Mal eben nicht. Das Lesen von de.rec.tiere.katzen hat gezeigt, daß
mehr Katzenhalter diese Erfahrung macen, als man spontan vermuten würde.

Wie gesagt, es muß nicht oft passieren, vielleicht nie. Aber wenn, dann sollte
man nicht überrascht die Fassung verlieren und sonstwas anstellen. Mir ist es
mit meinen Katzen auch schon passiert, und es ist ärgerlich. Aber was solls.
Ist nur ein Teppich. Mein Teppich hat mir beileibe weniger Freude bereitet als
meine Katze -- also beiße ich die Zähme zusammen und mache es weg.

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Literatur über Katzen

Das neue Katzenbuch, Brigitte Eilert-Overbeck, 3-635-60081-4,
Falken-Taschenbuch.

    Für den Einsteiger macht es einen guten Eindruck. Es vermittelt
    einen ersten Überblick über Kauf, Erziehung, Fütterung,
    Krankheiten und Umgang mit dem Tier. Außerdem ist am Ende des
    Buches noch ein kurzer Querschnitt über die verschiedenen
    Katzenrassen zu finden.

Katzen kennen und verstehen: Körpersprache und Verhalten, Dr. Bruce Fogle,
3-405-16249-1, BLV Verlagsgesellschaft mbH.

    Das Buch enthält über 350 hervorragende Fotos, an denen das
    Verhalten der Katze erklärt wird, wie zum Beispiel das Lesen im
    Katzengesicht, Katzensprache, Katzenaugen, Eßgewohnheiten, die
    Geburt und Entwicklung der Katzenbabys und vieles mehr.

Catwatching: Die Körpersprache der Katzen, Desmond Morris, 3-453-17259-0,
Heyne.

    Hier werden konkrete Fragen beantwortet, die sich jeder
    Katzenfreund irgendwann schon einmal gestellt hat, wie: Warum
    schnurren Katzen, warum leuchten Katzenaugen im Dunkeln, warum
    trinken Katzen gern schmutziges Wasser und so weiter ... Außerdem
    enthält das Buch ausgesprochen schöne Fotos.
