Path: senator-bedfellow.mit.edu!bloom-beacon.mit.edu!nycmny1-snh1.gtei.net!news.gtei.net!news-out.visi.com!hermes.visi.com!news.tele.dk!small.news.tele.dk!194.25.134.62!newsfeed00.sul.t-online.de!newsfeed01.sul.t-online.de!t-online.de!newsfeed.hanau.net!uucp.gnuu.de!xerxes.akallabeth.de!not-for-mail
From: Thomas Hochstein <faq@usenet.th-h.de>
Newsgroups: de.admin.net-abuse.mail,de.answers,news.answers
Subject: [FAQ] E-Mail-Header lesen und verstehen <2001-07-10>
Supersedes: <headerfaq-1-1018822201@xerxes.akallabeth.de>
Followup-To: de.admin.net-abuse.mail
Date: 14 May 2002 22:10:04 GMT
Organization: Ancalagon The Black
Lines: 1007
Sender: autopost@xerxes.akallabeth.de
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Expires: 18 Jun 02 22:10:01 -0000
Message-ID: <headerfaq-1-1021414201@xerxes.akallabeth.de>
NNTP-Posting-Host: xerxes.akallabeth.de
Mime-Version: 1.0
Content-Type: text/plain; charset=ISO-8859-1
Content-Transfer-Encoding: 8bit
X-Trace: xerxes.akallabeth.de 1021414204 6354 10.0.0.9 (14 May 2002 22:10:04 GMT)
X-Complaints-To: abuse@akallabeth.de
NNTP-Posting-Date: 14 May 2002 22:10:04 GMT
Summary: Dieses Dokument beschreibt / erklaert E-Mail-Headerzeilen
	 und gibt Hinweise zur Rueckverfolgung unerwuenschter Mail.
	 German language only.
Content-Language: de
X-Disclaimer: Approval for *.answers is based on form, not content.
Content-Location: http://www.th-h.de/faq/headrfaq.html
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.answers:7063 news.answers:230260

Posted-By: auto-faq 3.3 (Perl 5.006) [mod. by -thh]
Archive-name: de-net-abuse/email-header-faq
Last-modified: 2001-07-10
Version: 1.1.30
Posting-frequency: monthly
URL: http://www.th-h.de/faq/headrfaq.html

          FAQ: E-Mail-Header lesen und verstehen
          ======================================


Letzte Änderungen
=================

2001-11-13: In Punkt 4 f) geektools.com ergänzt.
2001-07-22: In Punkt 6 AK-Mail ergänzt.
2001-07-22: In Punkt 6 den Eintrag zu "TheBat!" um den Shortcut ergänzt.
2001-07-10: Punkt 4 (f) angefügt.
2001-07-10: In Punkt 4 (d) OS/2 ergänzt.
2001-07-10: Fußnote [1] in Punkt 3 (c) ergänzt (nicht mehr
            aktuelle Beispiel-Adresse).
2001-06-29: In Punkt 6 Lotus Notes ergänzt.


Inhalt:
=======

 1. Vorwort

 2. Aufbau einer E-Mail
  (a) SMTP-Envelope
  (b) Header
  (c) Body

 3. E-Mail-Headerzeilen im einzelnen
  (a) Anschrift, Absender u. Verwandtes - kurz: der Briefkopf
  (b) "Technische" Angaben
  (c) "Zustellvermerke": den Weg einer E-Mail nachvollziehen
  (d) Spezielle Headerzeilen
  
 4. Hilfreiche Tools für die Headeranalyse
  (a) nslookup
  (b) whois
  (c) traceroute
  (d) Programmpakete und Bezugsquellen
  (e) Finger-Gateway auf info.belwue.de
  (f) Online-Tools

 5. Beschwerden über unerwünschte Massen-E-Mail
  (a) Wo kann ich mich beschweren?
  (b) Wie beschwere ich mich?
  
 6. Headerzeilen anzeigen lassen

 7. Weiterführende Hinweise
 
 8. Credits


  1. Vorwort
  ==========
  
Zweck dieser FAQ ist es, grundlegende Informationen über den Aufbau
einer Internet-E-Mail [1] und die Bedeutung der einzelnen Headerzeilen
zu vermitteln, um bspw. den Weg einer E-Mail zurückzuverfolgen, den
Absender bzw. die beteiligten Mailserver herauszufinden und sich bei
unerwünschter Massen-E-Mail (Bulkmail oder UBE/UCE [2]) gezielt an den
richtigen Stellen beschweren zu können.

Korrekturen, Ergänzungshinweise und Verbesserungsvorschläge nehme ich
gerne entgegen (faq@usenet.th-h.de).

---
[1] wie in RFC 2822 definiert (URL: http://www.faqs.org/rfcs/rfc2822.html)
[2] UBE: unsolicited bulk e-mail, unverlangte Massen-E-Mail
    UCE: unsolicited commercial e-mail, unverlangte kommerzielle E-Mail


  2. Aufbau einer E-Mail
  ======================

Eine E-Mail besteht aus mehreren Teilen, und zwar dem Umschlag (SMTP-
Envelope), den Kopfzeilen (Header) und dem eigentlichen Text oder Inhalt
(Body).


  (a) SMTP-Envelope [1]

Diesen "Umschlag" bekommt man im Normalfall nicht zu sehen. Er enthält
die für die Zustellung einer E-Mail relevanten Informationen und geht
beim Einsortieren ins Postfach des Empfängers verloren. Man kann ihn mit
einem konventionellen Briefumschlag vergleichen, der in der Poststelle
einer Firma geöffnet und weggeworfen wird. Nur sein Inhalt, der
Briefbogen, ereicht den Empfänger. (Manchmal werden die Daten aus dem
Umschlag aber - zumindest teilweise - in den Header der E-Mail
übernommen, so daß man den Inhalt des Umschlags nachvollziehen kann.)

Die Daten für den Umschlag erhält ein Mailserver ganz zu Anfang des
SMTP-Dialogs, also bei der Verbindungsaufnahme mit dem Mailserver des
Einlieferers. Dabei stellt der einliefernde Server sich vor (mittels
HELO/EHLO [2]), gibt den Absender an (Envelope-From) und nennt den oder
die Empfänger (Envelope-To). Danach folgt nach dem Kommando "DATA" der
Briefbogen, also die E-Mail mit Headern und Body. Wenn diese fertig
übertragen ist, wird sie den genannten Empfängern entweder ins Postfach
gesteckt (wenn sie schon "am Ziel" ist), oder, falls nötig, an den
Server weitergeleitet, auf dem sich diese Postfächer finden.

--> Beispiel eines solchen Dialogs:
(in der obersten Zeile jeweils der sendende Mailserver, darunter die
Antwort des empfangenden)

| HELO ancalagon.rhein-neckar.de
| 250 pri.owl.de Hello ancalagon.rhein-neckar.de [193.197.90.30],
| pleased to meet you

Das ist die Begrüßung. Der sendende Mailserver stellt sich vor ("HELO
.."), der empfangende antwortet ("Hello ..., pleased to meet you").
Entscheidend sind dabei für die Rechner nur der Statuscode (250), nicht
der Text; dieser kann frei gewählt werden. Wichtig: Der sendende
Mailserver kann über seinen Namen "lügen"; deshalb schaut der Empfänger
zumeist nach, wer denn wirklich da gerade mit ihm "redet", und merkt
sich die sog. IP-Nummer des Einlieferers (hier 193.197.90.30). Dies ist
eine eindeutige Nummer, mit der man jeden am Internet teilnehmenden
Rechner identifizieren kann. Durch eine Abfrage beim DNS (Domain Name
Server/Service) läßt sich feststellen, welcher Name dieser Nummer
zugeordnet ist; häufig tut das der Mailserver auch direkt selbst
und übersetzt die Nummer dann in einen Namen. Allerdings sind diese
Nummern inzwischen knapp; sie werden daher häufig dynamisch vergeben,
das heißt einem bestimmten Rechner immer nur für die Dauer einer
Online-Sitzung zugewiesen. Immerhin läßt sich aber feststellen, welchem
Provider diese IP-Nummer (meist ein ganzer Nummernblock) zur Verfügung
gestellt wurde, und dieser wiederum kann in seinen Log-Dateien
feststellen,
welcher Kunde zu einer bestimmten Zeit unter dieser Nummer online war.

| MAIL FROM:<heinz-gustav@ancalagon.rhein-neckar.de>
| 250 <heinz-gustav@ancalagon.rhein-neckar.de>... Sender ok

| RCPT TO:<karl-heinz@owl.de>
| 250 <karl-heinz@owl.de>... Recipient ok

Der Sender gibt die Absenderadresse an, der Empfänger bestätigt;
gleiches gilt für die Empfangsadresse. Die Absenderadresse kann auch
hier "gelogen" sein und läßt sich nicht definitiv nachprüfen.

| DATA
| 354 Enter mail, end with "." on a line by itself

Der "Umschlag" ist fertig, jetzt kommt der Briefbogen.

---
[1] SMTP steht für "Simple Mail Transfer Protokol", den Standard, nach
    dem E-Mail zwischen verschiedenen Servern ausgetauscht wird.
    URL: http://www.faqs.org/rfcs/rfc2821.html
[2] Auf HELO folgt der eigene Rechnername, bei EHLO zusätzlich noch
    Parameter, die angeben, welche erweiterten Funktionen der Mailserver
    beherrscht.


  (b) Header

Der Header einer E-Mail bildet sozusagen den Briefkopf, dem man bspw.
Absender, Empfänger, Datum und Betreff entnehmen kann. Wichtig dabei:
diese Angaben sind einerseits völlig beliebig durch den Absender
einstellbar, andererseits müssen sie nicht mit den Angaben im Umschlag
übereinstimmen. Ich kann also, um im Bild zu bleiben, den Briefbogen an
<donald.duck@entenhausen.de> adressieren, aber in einen Umschlag
stecken, der (wie oben) an <karl-heinz@owl.de> adressiert ist. An
letzteren wird die E-Mail dann verschickt. So kann es passieren, daß man
eine E-Mail erhält, die scheinbar an jemand ganz anderen adressiert ist.

Sinnvoll ist dieses Vorgehen bspw. für Mailinglisten: als Empfänger
steht dann bpsw. "Alle Teilnehmer der Taubenfutter-Mailingliste"
<taubenfutter@mailingliste.de> oder etwas anderes beliebiges im Header,
die tatsächlichen Empfänger stehen nur auf dem Umschlag. Vorteil: bei
100 Teilnehmern muß bloß die Zeile "RCPT TO:<adresse@server.domain>"
hundertmal (jedesmal mit einer anderen Empfängeradresse) gesendet
werden, die eigentliche E-Mail (den Briefbogen) braucht man aber bloß
einmal zu übertragen. Um die Zustellung kümmert sich dann der
empfangende Mailserver. Das spart natürlich immens Zeit und damit Geld.
Genauso gehen aus demselben Grund auch Bulkmailer vor, die für ihre
Zwecke gerne sog. "offene Relays" [1] verwenden; daher findet man beim
Empfang von UBE/UCE häufig nicht die eigene Mailadresse auf dem
Briefbogen (in der Headerzeile "To:"), sondern eine fremde oder
beliebige.

Außer dem "Briefkopf", der schon vom Absender mitgeschickt wird, finden
sich aber auch noch Headerzeilen, die von jedem an der Übertragung
beteiligten Mailserver eingetragen werden, wenn die E-Mail befördert
wird, sozusagen Zustellvermerke (die sich bei einem konventionellen
Brief allerdings wohl eher auf dem Umschlag finden würden :-)). *Diese*
Headerzeilen sind für die Rückverfolgung einer E-Mail entscheidend.

Für den Anfang soll dieser kurze Überblick genügen; die einzelnen Header
werden unten in Abschnitt 3 ausführlich besprochen.

---
[1] Ein offenes Relay ist ein Mailserver, der nicht nur Mail von seinen
    eigenen Benutzern und Kunden an die ganze Welt und umgekehrt Mail
    von überall an die eigenen Kunden ausliefert, sondern von überall
    und jedermann Mail annimmt, die er auch nach überall wieder
    ausliefert. Früher war das eine nette Geste, um Serverausfälle bei
    kleineren Providern abzufangen; heute werden offene Relays
    mißbraucht, um Bulkmail auszuliefern und landen deswegen auf
    "schwarzen Listen" mit der Folge, daß viele Systeme weltweit Mail
    von dort gar nicht mehr oder nur noch verzögert annehmen.


  (c) Body

Nach einer simplen Leerzeile, die die Trennung zwischen Header und Body
darstellt, folgt dann der eigentliche Text bzw. Inhalt der E-Mail.


  3. E-Mail-Headerzeilen im einzelnen
  ===================================
  
Zunächst mal ein (schon etwas komplizierterer) Header "am Stück". Die
folgende E-Mail wurde von Heinz-Gustav Hinz an seinen Bekannten Karl-
Heinz Schmitt verschickt. Letzterer hat eine Adresse bei dem E-Mail-
Forwarder GMX, von dem er sich die eingehenden Mails an seine
eigentliche Adresse weiterschicken läßt.

| Return-Path: <heinz-gustav@post.rwth-aachen.de>
| Received: from mx3.gmx.net (qmailr@mx3.gmx.net [195.63.104.129])
| 	by ancalagon.rhein-neckar.de (8.8.5/8.8.5) with SMTP id SAA25291
| 	for <karl-heinz@ancalagon.rhein-neckar.de>; Thu, 16 Sep 1998 17:36:20
| 	+0200 (MET DST)
| Received: (qmail 1935 invoked by alias); 16 Sep 1998 15:36:06 -0000
| Delivered-To: GMX delivery to karl-heinz@gmx.net
| Received: (qmail 27698 invoked by uid 0); 16 Sep 1998 15:36:02 -0000
| Received: from pbox.rz.rwth-aachen.de (137.226.144.252)
| 	by mx3.gmx.net with SMTP; 16 Sep 1998 15:36:02 -0000
| Received: from post.rwth-aachen.de (slip-vertech.dialup.RWTH-Aachen.DE
| 	[134.130.73.8]) by pbox.rz.rwth-aachen.de (8.9.1/8.9.0) with ESMTP
| 	id RAA28830 for <karl-heinz@gmx.net>; Wed, 16 Sep 1998 17:35:59
| 	+0200
| Message-ID: <35FFDA4F.2BC2A064@post.rwth-aachen.de>
| Date: Wed, 16 Sep 1998 17:33:35 +0200
| From: Heinz-Gustav Hinz <heinz-gustav@post.rwth-aachen.de>
| Organization: RWTH Aachen
| X-Mailer: Mozilla 4.05 [de] (Win95; I)
| To: Karl-Heinz Schmitt <karl-heinz@gmx.net>
| MIME-Version: 1.0
| Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
| Content-Transfer-Encoding: quoted-printable
| Subject: Re: Hallo Nachbar!
| References: <ANCL529471993@ancalagon.rhein-neckar.de>
| Reply-To: hinz@provider.de
| X-Resent-By: Global Message Exchange <forwarder@gmx.net>
| X-Resent-For: karl-heinz@gmx.net
| X-Resent-To: karl-heinz@ancalagon.rhein-neckar.de

Die Reihenfolge der Headerzeilen ist ziemlich beliebig und von der
verwendeten Software abhängig. Deshalb werde ich mich auch beim
"Auseinanderpfriemeln" der einzelnen Headerzeilen nicht an der
Reihenfolge, sondern am Sinnzusammenhang orientieren.


  (a) Anschrift, Absender u. Verwandtes - kurz: der Briefkopf

Diese Headerzeilen sind weitgehend selbsterklärend:

| Date: Wed, 16 Sep 1998 17:33:35 +0200

Das Absendedatum, eingetragen vom Mailprogramm des Absenders (kann, wenn
fehlend, aber auch von einem der beteiligten Mailserver nachgetragen
worden sein).

| From: Heinz-Gustav Hinz <heinz-gustav@post.rwth-aachen.de>

Der Autor bzw. Absender. Wenn Autor und technischer Absender
unterschiedlich sind (eine Mail bspw. von einer Mailingliste verschickt
wird), steht der technische Absender in der zusätzlichen Headerzeile
"Sender:". 

| Organization: RWTH Aachen

Die Organisation (Firma, Hochschule, Verein ...) des Absenders.

| To: Karl-Heinz Schmitt <karl-heinz@gmx.net>

Der Empfänger. Hier können auch mehrere oder viele Namen / Adressen
stehen, jeweils durch Kommata getrennt.

Außerdem kann es noch die Headerzeile "CC:" geben, die angibt, wer diese
Mail in Kopie zur Kenntnisnahme erhalten hat. Der Unterschied ist rein
administrativ, ähnlich wie bei Rundschreiben mit "Empfängern" und "Zur
Kenntnis in Kopie an"; wie auch dort wird an jeden Namen / jede Adresse
in beiden Kategorien jeweils ein Exemplar verschickt. Technisch gesehen
werden beim Versand einer normalen E-Mail die Adressen, die im
Mailprogramm des Absenders in die Felder "To:" und "CC:" eingetragen
wurden, nicht nur zur Generierung dieser beiden Headerzeilen benutzt,
sondern auch beim SMTP-Dialog als "RCPT TO:" übertragen, also sozusagen
für den Umschlag abgeschrieben.

Die meisten Mailprogramm bieten noch ein "BCC:"-Feld für "blinde"
Kopien. Die hier eingegebene Adressen werden zwar in den Umschlag
übernommen (jeder erhält ein Exemplar der Mail), erscheinen aber im
Header der E-Mail (auf dem Briefbogen) nicht; die anderen Empfänger
wissen also nichts von den Empfängern dieser blinden Kopien.

| Subject: Re: Hallo Nachbar!

Der Betreff.

| Reply-To: hinz@provider.de

Die Adresse, an die geantwortet werden soll. Hier schickt Heinz-Gustav
Hinz die E-Mail von seinem Account an der RWTH Aachen ab, möchte
Antworten aber an seine private Mailadresse haben.

Alle diese Zeilen können beliebig durch den Absender bestimmt werden und
sind demzufolge für eine Rückverfolgung weitgehend wertlos.


  (b) "Technische" Angaben

| Message-ID: <35FFDA4F.2BC2A064@post.rwth-aachen.de>
| References: <ANCL529471993@ancalagon.rhein-neckar.de>

Die Message-ID ist eine eindeutige Kennung der E-Mail (vergleichbar
einer Seriennummer). Sie sollte aus einer unverwechselbaren Zeichenfolge
vor dem "@" (meistens Datum und Benutzerkennung in einer kodierten Form)
und einem Rechnernamen hinter dem "@" bestehen. Häufig wird die Message-
ID bereits vom Mailprogramm des Absenders erzeugt; ansonsten tragen die
meisten Mailserver sie nach, soweit sie fehlt. Sie ist demnach kein
Indiz für den tatsächlichen Absender.

Wenn sich die E-Mail auf eine andere bezieht, diese also beantwortet,
findet sich deren Message-ID in der Headerzeile "References:" oder "In-
Reply-To:". Diese Angaben nutzen manche Mailprogramme, um die einzelnen
E-Mails, bspw. aus einer Mailingliste, zu sortieren (ähnlich einem
Newsreader).

| MIME-Version: 1.0
| Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
| Content-Transfer-Encoding: quoted-printable

Diese Angaben beschreiben, welcher Art der Inhalt der Mail ist. Hier
handelt es sich um reinen Text ("plain text") mit dem Zeichensatz "iso-
8859-1" und der Sonderzeichenkodierung "quoted-printable". Diese Daten
sind nur für das Mailprogramm notwendig, um Dateianhänge u.ä. erkennen
und behandeln zu können.

| X-Mailer: Mozilla 4.05 [de] (Win95; I)

Alle mit "X-" beginnenden Headerzeilen sind nicht standardisiert und
werden von verschiedenen Programmen (oder auch Benutzern) beliebig
eingefügt. Üblich ist ein Header wie dieser, der die verwendete Software
angibt. Ein anderes Mailprogramm produziert stattdessen vielleicht
direkt mehrere X-Header, zum Beispiel

> X-Priority: 3
> X-MSMail-Priority: Normal
> X-Mailer: Microsoft Outlook Express 4.72.3110.1
> X-MimeOLE: Produced By Microsoft MimeOLE V4.72.3110.3

Meist läßt sich aus dem Namen des Headers schließen, wofür er denn
gedacht sein mag.

Der Hinweis, daß alle diese Header vom Absender beliebig gewählt und
damit auch gefälscht werden können, ist an dieser Stelle vermutlich fast
schon überflüssig.


  (c) "Zustellvermerke": den Weg einer E-Mail nachvollziehen

Die noch verbleibenden Headerzeilen lassen sich für die Rückverfolgung
einer E-Mail verwenden. Auch hierbei ist natürlich ein wenig Vorsicht
geboten, um nicht plumpen Fälschungsversuchen aufzusitzen.

| Return-Path: <heinz-gustav@post.rwth-aachen.de>

Diese Zeile sollte, wenn sie existiert, ganz am Anfang der E-Mail
stehen. Sie enthält den Envelope-From (also die Absenderangabe aus dem
SMTP-Umschlag), die - wir erinnern uns - beliebig angegeben werden kann.
Bringt für eine Rückverfolgung also herzlich wenig.

Die "eigentlichen" Zustellvermerke sind die "Received:"-Headerzeilen,
die jeweils vor dem Weiterschicken einer E-Mail vom Mailserver vorne
angefügt werden. Man muß sie also rückwärts lesen. Daraus resultiert
zweierlei: die oberste "Received:"-Zeile wurde vom eigenen Mailserver
(bzw. dem des Providers) erzeugt - sie ist also vertrauenswürdig. Und:
die übrigen genannten Headerzeilen müssen normalerweise unterhalb der
"Received:"-Zeilen stehen, da sie ja schon bei der Einlieferung
vorhanden waren. Andererseits könnten natürlich auch vorgeschriebene
Headerzeilen bei der Einlieferung gefehlt haben, die dann erst später
von einem der empfangenden Mailserver ergänzt wurden und daher über der
ersten "Received:"-Zeile stehen. Dennoch: Wenn "mittendrin" noch einmal
"Received:"-Zeilen auftauchen, handelt es sich mit hoher
Wahrscheinlichkeit um Fälschungen, die einfach vom Absender schon vor
dem ersten Versenden eingefügt wurden. 

Gleiches gilt, wenn sich "Lücken" zwischen einzelnen "Received:"-Zeilen
auftun. Eine "Received:"-Zeile gibt immer an, wer die Mail von wem
empfangen hat. Das heißt: Wenn jetzt A die Mail von B bekommen hat, muß
als nächstes eine Zeile folgen, in der B die Mail von C bekommen hat.
Beachten muß man dabei allerdings, daß ein und derselbe Rechner durchaus
mehrere "Namen" haben kann. So wird ein Rechner, der den E-Mail-Verkehr
erledigt, vielleicht mail.domain.de heißen. Wenn derselbe Rechner auch
für das WWW und News zuständig ist, heißt er vielleicht auch noch
www.domain.de und news.domain.de - das ist aber immer noch derselbe
Rechner. Genauer feststellen läßt sich das durch eine DNS-Abfrage
(nslookup, vgl. Abschnitt 4); in diesem Fall müßten dort beide Namen für
denselben Rechner, d.h. dieselbe IP-Nummer, registriert sein.

| Received: from mx3.gmx.net (qmailr@mx3.gmx.net [195.63.104.129])
| 	by ancalagon.rhein-neckar.de (8.8.5/8.8.5) with SMTP id SAA25291
| 	for <karl-heinz@ancalagon.rhein-neckar.de>; Thu, 16 Sep 1998 17:36:20
| 	+0200 (MET DST)

Jetzt geht's ans Eingemachte. :-) Diese Zeile muß nämlich wiederum in
ihre Einzelteile auseinandergepflückt werden.

| 	by ancalagon.rhein-neckar.de (8.8.5/8.8.5) with SMTP id SAA25291

Der eigene Mailserver des Empfängers (hier "ancalagon.rhein-neckar.de")
hat diese E-Mail empfangen ("Received by"). Die Angabe in Klammern gibt
dabei (Namen und) Version des dort laufenden Mailserver-Programmes (MTA)
an. (Hier handelt es sich um das Programm "sendmail".) Empfangen wurde per
SMTP mit der internen Kennnummer "SAA25291" (was für uns bedeutungslos
ist).

| 	for <karl-heinz@ancalagon.rhein-neckar.de>; Thu, 16 Sep 1998 17:36:20
| 	+0200 (MET DST)

Freundlicherweise wird hier der Envelope-To wiedergegeben (also die
Anschrift auf dem SMTP-Umschlag). Außerdem findet sich das Datum und die
Uhrzeit, zu dem die Mail einging. Ob diese Angaben hier stehen, ist einmal
vom verwendeten MTA und zum anderen davon abhängig, ob die Mail nur an
einen oder an mehrere Empfänger auf demselben (!) Server ging. Im
letzteren Fall fehlt die Angabe meist.

| Received: from mx3.gmx.net (qmailr@mx3.gmx.net [195.63.104.129])

Hier steht jetzt, von welchem Mailserver die E-Mail empfangen wurde. Das
Format dieser Zeile ist leider nicht ganz einheitlich. Immer gilt: die
Nummer in (eckigen) Klammern ist die unverwechselbare IP-Nummer des
einliefernden Rechners - hier "195.63.104.129". Außerdem ist angegeben,
wie dieser sich vorgestellt hat (die Angabe aus dem HELO) - hier
"qmailr@mx3.gmx.net". Das hat unser Mailserver brav überprüft und
festgestellt, daß die IP-Nummer tatsächlich zu "mx3.gmx.net" gehört.
Soweit also alles in Ordnung.

Wenn HELO und Realität übereinstimmen, wird der HELO-Parameter manchmal
gar nicht angegeben. Dann findet sich nur die IP-Nummer und der (als
richtig festgestellte) Name des einliefernden Servers. Andererseits geben
manche MTA nur den (möglicherweise gefälschten) HELO-Parameter und die
(echte) IP-Nummer an, ohne den zugehörigen Namen nachzuschauen. Dann ist
der angegebene Name gerade *nicht* wahr. Auch ist es möglich, daß die
Reihenfolge der Angaben genau umgekehrt ist (zuerst HELO, dann tatsächliche
Angabe). Schließlich - und am schlimmsten :-( - gibt es ältere MTAs, die
noch an das Gute im Menschen glauben und außer dem (beliebig fälschbaren)
HELO überhaupt nichts festhalten. Da ist dann guter Rat teuer. In diesem
Falle hilft es nur noch, sich direkt an den Postmaster dieses Systems zu
wenden, der dann möglicherweise über die automatisch geführten Log-Dateien
noch weitere Informationen ermitteln kann.

Daher ergibt sich folgendes: Soweit man weiß oder ausprobiert hat, in
welchem Format der eigene MTA bzw. der des eigenen Providers die Angaben
in der Received:-Zeile macht, gibt es kein Problem. Wenn man sich nicht
sicher ist, welcher der Rechnernamen jetzt der echte ist,  hilft nichts
anderes, als selbst nachzuschauen, welcher Name zu der angegebenen
IP-Nummer paßt. Dazu gibt es bspw. das Tool "nslookup" (vgl. Abschnitt 4a).

| Received: (qmail 1935 invoked by alias); 16 Sep 1998 15:36:06 -0000

Diese Zeile ist eine Spezialität der bei GMX verwendeten
Mailserversoftware "qmail".

| Delivered-To: GMX delivery to karl-heinz@gmx.net

Auch dies eine Spezialität von GMX: eine E-Mail an diesen GMX-Kunden
wurde ausgeliefert.

| Received: (qmail 27698 invoked by uid 0); 16 Sep 1998 15:36:02 -0000

Wieder "qmail". Alle diese Software-spezifischen Zeilen sind für die
Rückverfolgung zunächst ohne Bedeutung.

| Received: from pbox.rz.rwth-aachen.de (137.226.144.252)
|   by mx3.gmx.net with SMTP; 16 Sep 1998 15:36:02 -0000

Hier wird es jetzt spannend - diese Zeile wurde ja nicht mehr von
unserem vertrauenswürdigen eigenen Mailserver erzeugt. Schauen wir mal:

|   by mx3.gmx.net with SMTP; 16 Sep 1998 15:36:02 -0000

"mx3.gmx.net" hat die Mail empfangen. Das ist der Rechner, der sie dann
an uns weitergereicht hat - stimmt also. Wundert eigentlich auch wenig;
den Mailserver von GMX würde ich durchaus als vertrauenswürdig bezeichen.

| Received: from pbox.rz.rwth-aachen.de (137.226.144.252)

Bekommen hat er sie von "pbox.rz.rwth-aachen.de" mit der IP-Nummer
"137.226.144.252". GMX gibt bei Übereinstimmung von HELO-Angabe und
tatsächlichem Namen diesen nur einmal an.

Anderes Beispiel:

> Received: from hiper1-d87.cwnet.com (HELO mailer1.themailmachaine.net)
> (205.162.108.87)by mx1.gmx.net with SMTP; 10 Sep 1998 23:29:25 -0000

Hier hat sich der einliefernde Rechner beim HELO als
"mailer1.themailmachaine.net" vorgestellt; tatsächlich heißt er aber
"hiper1-d87.cwnet.com". Wenn man die IP-Nummer "205.162.108.87" mittels
"nslookup" nachschaut, kann man das feststellen. (Näheres dazu weiter
unten, Abschnitt 4a). [1]

Aber weiter im Text - wir waren stehengeblieben bei der Feststellung,
daß GMX die Mail von "pbox.rz.rwth-aachen.de" hat.

| Received: from post.rwth-aachen.de (slip-vertech.dialup.RWTH-Aachen.DE
| 	[134.130.73.8]) by pbox.rz.rwth-aachen.de (8.9.1/8.9.0) with ESMTP
| 	id RAA28830 for <karl-heinz@gmx.net>; Wed, 16 Sep 1998 17:35:59
| 	+0200

"pbox.rz.rwth-aachen.de" wiederum hat sie von jemandem, der sich als
"post.rwth-aachen.de" vorgestellt hat, tatsächlich aber "slip-
vertech.dialup.RWTH-Aachen.DE" heißt. Da beides Rechnerbezeichnungen der
RWTH Aachen sind und der letztere Name ("dialup") darauf hindeutet, daß
es sich hier um einen Einwahlport handelt, dessen IP-Nummer dynamisch
immer wechselnden Anrufern zugewiesen wird, macht auch das keinen
übermäßig verdächtigen Eindruck. Auch der Zeitunterschied von nur 3
Sekunden zwischen "17:35:59 +0200" und "15:36:02 -0000" paßt ganz gut für
die Entgegennahme und direkt folgende Weiterleitung einer E-Mail.

Die E-Mail kam also von einem Einwahlport an der RWTH Aachen.

| X-Resent-By: Global Message Exchange <forwarder@gmx.net>
| X-Resent-For: karl-heinz@gmx.net
| X-Resent-To: karl-heinz@ancalagon.rhein-neckar.de

Diese unmittelbar aufeinander folgenden Header sind wiederum eine
Spezialität von GMX, die angeben, an welche GMX-Adresse die Mail
geschickt wurde, und an welche tatsächliche Adresse sie dann
weitergeleitet wurde. Auch sie sind für die Rückverfolgung zunächst
bedeutunglos.

---
[1] Solche Beispiele sind natürlich nichts anderes als eben Beispiele
    und bleiben daher auch nicht allzeit gültig. Momentan (Juli 2001)
    heißt der betreffende Rechner mit der IP-Nummer "205.162.108.87"
    nicht mehr "hiper1-d87.cwnet.com", sondern "hiper4b-d87.stk.cwnet.com",
    und nächsten Monat vielleicht schon wieder ganz anders.
    Klar werden soll das Prinzip.


  (d) Spezielle Headerzeilen

Einige recht häufig vorkommende Headerzeilen wurden noch nicht genannt.
So ist zum Beispiel

| Comments: Authenticated Sender is <....>

recht verbreitet (wobei statt "<....>" natürlich eine E-Mail-Adresse
steht). Eigentlich sollte diese Zeile einmal angeben, wer denn nun
tatsächlich der Absender dieser E-Mail war (wenn der Mailserver des
eigenen Providers verwendet wurde bspw. durch Rückgriff auf die bei der
Einwahl ins System verwendete Nutzerkennung). Manchmal trifft das auch
noch zu; häufig - bei unerwünschter Bulkmail nahezu immer - ist diese
Zeile aber zwecks Irreführung gefälscht.

Beliebt ist zunehmend auch die Headerzeile "X-Sender". Diese soll
ebenfalls den tatsächlichen Sender angeben. Zumindest bei T-Online-Kunden
funktioniert das anerkanntermaßen (natürlich nur, solange auch der T-
Online-Mailserver verwendet wird):

| X-Sender: 06221168783-0001@t-online.de

Die Angabe ist in diesem Fall die T-Online-Benutzerkennung, die bei
älteren Kunden zu allem Überfluß auch noch mit der Telefonnummer
identisch ist. In diesem speziellen Fall kann man eventuelle Nachfragen
dann sogar telefonisch klären. ;-)


  4. Hilfreiche Tools für die Header-Analyse
  ==========================================
  
Ganz ohne Hilfsprogramme ist auch die Analyse eines E-Mail-Headers nicht
möglich. Wichtig ist es insbesondere, herauszufinden, welche IP-Nummern
welchen Namen zugeordnet sind, und wer hinter diesen Nummern/Namen
tatsächlich hintersteckt. Die wichtigsten Tools sollen hier kurz
vorgestellt werden.


  (a) nslookup

Dieses Tool erwartet die Angabe einer IP-Nummer oder eines Rechnernamens
und liefert durch die Anfrage bei einem DNS-Server die fehlende Angabe
zurück. Das geht natürlich nur online. Wir haben beispielsweise folgende
Headerzeile:

> Received: from hiper1-d87.cwnet.com (HELO mailer1.themailmachaine.net)
> (205.162.108.87)

nslookup liefert für hiper1-d87.cwnet.com zurück:
[hiper1-d87.cwnet.com]
Translated  Name:  hiper1-d87.cwnet.com 
IP  Address:  205.162.108.87

Und eine Anfrage mit 205.162.108.87 ergibt:
[205.162.108.87]
Translated  Name:  hiper1-d87.cwnet.com 
IP  Address:  205.162.108.87


  (b) whois

Mit Hilfe von whois läßt sich beispielsweise herausfinden, wem bestimmte
IP-Nummern, IP-Nummern-Bereiche oder Domains gehören. Auf diesem Weg
lassen sich nicht nur zusätzliche Beschwerdeadressen finden, interessant
ist es häufig auch, festzustellen, wer hinter einem bestimmten Doamin-
Namen steckt. Manchmal sind das bereits "alte Bekannte", so daß von
vornherein klar ist, daß Beschwerden dort keinen Erfolg haben werden.


  (c) traceroute

Traceroute gibt den Weg an, den Datenpakete vom eigenen Rechner zum
angegebenen Zielrechner zurücklegen. So läßt sich der Uplink für den
Zielrechner ermitteln, also sozusagen der "Provider des Providers". Falls
Beschwerden beim Provider selbst ständig erfolglos und ohne Antwort
bleiben, kann man auch daran denken, es eine Ebene höher zu probieren und
sich an den Uplink zu wenden.


  (d) Programmpakete und Bezugsquellen

Auf UNIX-Rechnern stehen die genannten Tools meist unter eben diesem
Namen zur Verfügung. Unter anderen Betriebssystemen ist das zumeist nicht
der Fall - aber auch dort gibt es inzwischen Programmpakete, in denen die
gebräuchlichsten Tools zusammengefaßt (und häufig mit einer leicht
bedienbaren grafischen Benutzeroberfläche versehen) sind. Die Programme
sind im allgemeinen Free- oder Shareware.

Für Windows 95/98 (wahrscheinlich auch NT/2000):

Standardmäßig existieren "ping" und "tracert" (=traceroute). DOS-Box
öffnen und "ping [hostname/IP]" oder "tracert [hostname/IP]" eintippen.

+ Sam Spade
  http://samspade.org/ssw/
  Dieses Programm ist speziell zur Rückverfolgung unerwünschter Bulkmail
  ausgelegt. Es bietet neben ping, nslookup, traceroute, IP-Blocks und
  weiteren Tools auch eine "automatische" Headeranalyse, die bei einem
  ersten Einstieg in die Materie sicher hilfreich ist, und liefert vor
  allem einige hervorragende, allerdings englischsprachige FAQs, Links
  und Step-by-step-Anleitungen für die Absenderfeststellung und Beschwerde
  bei unerwünschter Bulkmail mit.
  
+ Cyber Kit:
  http://www.cyberkit.net/
  Bietet Ping, Traceroute, Finger, WhoIs, NS Lookup, QoD.

+ Internet Maniac:
  http://network-spy.com/maniac.php
  Bietet Host Lookup, Ping, Traceroute, Connect, Time, Finger, Whois,
  POP3, Listener, Scanner, Winsock, Raw connect, Speed check.

+ NetScan Tools for Windows 95
  http://www.netscantools.com/nstmain.html
  Nslookup, Finger, Ping, Traceroute, Scanner, etc.

+ VisualRoute
  http://www.visualware.com/visualroute/
  Graphisches Traceroute mit Whois-Abfragen und Portscan.

+ WinWhois96:
  ftp://ftp.worldone.com/pub/windows/winwhois/whinwhois.zip
  (Dieser Link scheint nicht mehr aktuell zu sein. 00-05-21)
  Bietet nur das Abrufen von Whois-Datenbanken wie Ripe, Internic, Arin,
  Apnic und anderen.

Für OS/2:

Es existieren standardmäßig "ping", "nslookup" und "finger" - diese
Programme heißen auch so. "traceroute" heißt hier "tracerte".

Andere Programmpakete sind mir zur Zeit nicht bekannt.

Für Amiga:

+ http://ftp.wustl.edu/systems/amiga/aminet/comm/tcp/

Für Ataris:

(Zur Zeit keine URLs bekannt.)

Für Macs:

+ IPNetMonitor:
  http://www.sustworks.com/site/prod_ipmonitor.html
  Shareware, $20

+ Interarchy (ehemals MAC TCP Watcher):
  http://www.interarchy.com/

+ AGNetTools:
   http://www.aggroup.com
   version 1.0 von 1997:
   ping, traceroute, name lookup, finger whois, troughput tool,
   name scan, port scan, ping scan, service scan und network info


(e) Finger-Gateway auf info.belwue.de

Wer über keines dieser Programme verfügt, aber Zugriff auf einen
finger-client hat, kann stattdessen das finger-Gateway auf info.belwue.de
verwenden. Eine Hilfe dazu gibt es, wenn man help@info.belwue.de
anfingert:

| BelWue finger-gateway, available services:
| ping,traceroute,whois,nslookup,dnslist,acronym,translate,schwob,dfn,
| date,test
| 
| You may specify arguments by adding them with an ':', examples:
|        finger traceroute@info.belwue.de
|        finger traceroute:www.bofh.net@info.belwue.de
|        finger whois:belwue.de@info.belwue.de
|        finger acronym:RTFM@info.belwue.de


(f) Online-Tools

Schließlich gibt es die kleinen Helferchen inzwischen auch vielfach
online als Formular, mit dem man entsprechende Anfragen stellen kann.

Eine Zusammenstellung vieler guter Tools findet sich auf

     http://www.samspade.org/

Empfehlenswert auch der allgemeine whois-Dienst auf

     http://www.iks-jena.de/cgi-bin/whois

sowie der whois-Dienst von

     http://www.geektools.com/cgi-bin/proxy.cgi

Eine umfangreichere Liste findet sich in der FAQ der Newsgroup
de.admin.net-abuse.mail; vgl. dazu die weiterführenden Hinweise unter
Punkt 7 dieser FAQ.


  5. Beschwerden über unerwünschte Massen-E-Mail
  ==============================================

Der häufigste Grund, sich über den tatsächlichen Absender einer E-Mail
informieren zu wollen, ist der, daß man den bzw. die Verantwortlichen für
eine unerwünschte, massenhaft verschickte (Werbe-)E-Mail ("unsolicited
commercial/bulk email", kurz UCE bzw. UBE) ausfindig machen möchte, um
sich dort zu beschweren. Womit sich die Frage stellt: Wo und wie
beschwert man sich?

Dazu sollen hier nur einige grundlegende Hinweise gegeben werden; Verweise
auf weitere Informationsquellen finden sich unten unter Punkt 7
("Weiterführende Hinweise"). Insbesondere die Lektüre der FAQ der
Newsgroup de.admin.net-abuse.mail ist für diese Fälle ein Muß.


  (a) Wo kann ich mich beschweren?

(1) Beim Versender der UCE.

Wenig sinnvoll - meist sind die Absenderadressen gefälscht, und wenn die
Beschwerde ankommt, führt das im Zweifelsfall nur dazu, daß Deine
Absenderadresse als tatsächlich existent vorgemerkt wird (was zu einer
Vermehrung der Werbeflut führen kann). Ausnahmen kann man vielleicht bei
UCE aus deutschen Landen machen, insb. dann, wenn man ohnehin rechtliche
Schritte erwägt, oder wenn man den Eindruck hat, der Betreffende wisse
gar nicht, was er gerade anrichtet. Das Risiko, die eigene Adresse als
"gut" zu bestätigen, bleibt.

(2) Beim Hersteller o.ä. des beworbenen Produkts.

Auch das nur sinnvoll, wenn es sich um eine namhafte Firma handelt, die
entweder von dieser "Werbekampagne" gar nichts weiß, oder zumindest keine
Ahnung hat, wie sehr sie gerade ihrem Ruf schadet.

(3) Beim (tatsächlichen) Provider des UCE-Versenders.

Die meisten Provider mögen keine UCE-Versender unter ihren Kunden und
reagieren entsprechend mit Verwarnungen, Accountentzug und/oder
Vertragsstrafen, sofort oder im Wiederholungsfall (manche allerdings auch
gar nicht). Die Adresse für Beschwerden ist (sollte sein) abuse@.....;
sofern diese Adresse nicht existiert, ersatzweise postmaster@..... Darauf
sollte auf jeden Fall eine Antwort kommen, meist eine automatische
Bestätigung oder der Hinweis, daß für UCE u.ä. spezielle
Beschwerdeadressen existieren.

Vereinfachen läßt sich dieses Vorgehen über http://www.abuse.net/. Dort
wird eine Datenbank mit Beschwerdeadressen geführt; E-Mail an
provider.domain@abuse.net (bspw. aol.com@abuse.net) wird automatisch an
die passenden Beschwerdeadressen weitergeleitet. Bei Providern, die
erfahrungsgemäß nicht reagieren, geht eine Kopie der Beschwerde an den
Uplink (s. unten).

Falls auf keine der genannten Weisen eine Antwort erfolgt, kann man noch
versuchen, sich an den "Administrative Contact" (Admin-C) der Domain zu
wenden. Dessen Erreichbarkeit (auch Telefon- und Faxnumemr sowie
Anschrift) läßt sich mittels des Tools "whois" herausfinden.

(4) Beim Uplink des Providers.

Wenn ein Provider längere Zeit nicht reagiert, bleibt die Möglichkeit,
sich eine Stufe höher beim Uplink (also dem "Provider des Providers") zu
beschweren. Wer das ist, läßt sich bspw. mit Hilfe des Tools "traceroute"
(s. oben, Abschnitt 4c) herausfinden.

(5) Bei offenen Relays.

UCE wird meist nicht direkt verschickt, sondern bei einem
(unbeteiligten) Mailserver "abgekippt", der so gutgläubig ist, nicht nur
E-Mail von eigenen Benutzern nach überall und von überall an die eigenen
Benutzer zuzustellen, sondern von überall nach überall weiterzuleiten.
Das mag einmal sinnvoll und hilfreich gewesen sein, ist aber heutzutage
nur eine Einladung zum Mißbrauch. Insofern sollte man auch dort den
zuständigen Postmaster auf den Mißbrauch hinweisen und ihn bitten, seinen
Mailserver "relayfest" zu machen.

Unter http://maps.vix.com/tsi/ar-test.html gab es einen einfachen Test
(zur Zeit wegen Mißbrauchs leider deaktiviert), um festzustellen, ob
ein Mailserver für jedermann relayed oder nicht. Dort finden sich auch
Hinweise, was man dagegen unternehmen kann. Auch kann man (wenn man
Zugriff auf den betreffenden Server hat, d.h. sich dort mindestens als
User einloggen kann) mittels eines "telnet mail-abuse.org", ausgeführt
auf dem betreffenden Mailserver, ebenfalls feststellen, ob dieser
relayfest ist. Es wird dann automatisch ein Relaytest gegen diesen
Server, von dem aus man sich eingeloggt hat, gefahren. Das eignet sich
in der Regel eher für Administratoren.

(6) Bei E-Mail- und Webspace-Providern.

Die meisten Anbieter von (kostenlosen) E-Mail-Adressen, wie gmx.net,
hotmail.com etc. verbieten die Verwendung dieser Adressen in Zusammenhang
mit UCE, sei es als Absender, sei es als im Body angegebene Adresse für
weitere Infos, und löschen auf Hinweis solche Accounts ("Dropboxen")
sofort. Auch manche Webspace-Provider reagieren, wenn Webseiten per UCE
beworben werden.


  (b) Wie beschwere ich mich?

Auf jeden Fall *höflich*; der Provider kann meist nichts für seine
Kunden, und selbst wenn: durch Beschimpfungen erreicht man nichts.

Nach Möglichkeit *kurz*; meist kommt nicht eine Beschwerde, sondern
Dutzende bzw. Hunderte.

Immer unter Beifügung des *vollständigen Headers* - nur dann kann der
Beschwerde nachgegangen und etwas unternommen werden. 

Im Zweifelsfall auf englisch.

Und letztlich: bitte immer beim *richtigen* Ansprechpartner, nicht
wahllos bei allen irgendwo in der E-Mail genannten Adressen und Domains.


  6. Headerzeilen anzeigen lassen
  ===============================

Bei vielen Mailclients werden standardmäßig gar keine oder zumindest
nicht alle Headerzeilen angezeigt. Wie man dennoch an den vollständigen
Header einer E-Mail kommt, läßt sich normalerweise der Dokumentation des
Programms oder der Online-Hilfe entnehmen. Hier finden sich
dementsprechend nur kurze Hinweise für die gebräuchlichsten Programme
(in alphabetischer Reihenfolge).

  - AK-Mail           : "Ansicht", "Kopf-Zeilen" [6]
  - Crosspoint        : Taste <o>  [1]
  - elm               : Taste <h>
  - XEmacs VM-Mail    : [4]
  - Eudora 3.0        : 'BlahBlah'-Button in der Toolbar anklicken
  - Forte Agent       : Taste <h>
  - Gnus              : <Ctrl>-u g (im "Summary Buffer" auf der
                        Zeile der Mail einzugeben)
                   oder W v (im "Summary Buffer")
  - Lotus Notes       : [5]
  - MacSOUP           : <h> oder Befehl+<h>
  - MS Outlook        : "Ansicht", "Optionen"
  - MS Outlook Express: "Eigenschaften", "Details"
                   oder Tasten <Strg>+<F3>
  - mutt              : Taste <h>
  - Netscape 4.x      : "Ansicht", "Seitenquelltext" [2]
  - Novell GroupWise  : http://www-lan.uni-regensburg.de/email/gw/header.html
  - Pegasus-Mail      : Tasten <Strg>+<h>
  - pine              : Taste <h> [3]
  - The Bat!          : "View", "Show Kludges" (oder <F9>)

---
[1] Crosspoint speichert den Header im ZConnect-Format; um an den
    originalen RFC-Header zu kommen, bedarf es eines Umwegs:
    (1) Unter edit boxen edit diverses
         Verschiedene Einstellungen
           Filter           Eingang   \XP\BACKUP.BAT $PUFFER
        eintragen.
    (2) Datei \XP\BACKUP.BAT anlegen mit folgendem Inhalt:
        @echo off
        cls
        REM :: Puffer mit Mails in Sicherheit bringen, da er bei
ESC-Abbruch 
        REM :: gelöscht wird!
        copy /B \XP\spool\*. \XP\backup\.
        REM :: Mail kommt noch mal extra damit suchen schneller geht
        copy /B \XP\spool\D-N*. \XP\backupN\.
        REM :: MIMEs extrahieren hier
        REM :: XP-Filter hier
    (3) Die Mails finden sich als einzelne Dateien in \XP\backupN\
        Das Verzeichniss sollte man von Zeit zu Zeit aufräumen. Zur
        Suche empfiehlt es sich, die Message-ID bei "find" oder "grep"
        anzugeben, es gibt auch kleines Tool, das einem die Suche von XP
        aus erlaubt.
[2] Netscape zermanscht bei eingeschalteten Headern ("View",
    "Headers", "All") die einzelnen Headerzeilen durch Einrückungen
    etc. zu einem wilden Brei. "View", "Page Source" ("Ansicht",
    "Seitenquelltext") liefert den Header in lesbarer Formattierung.
[3] Ggf. muß man vorher die Option
       Main Menu -> Setup -> Config -> enable-full-header-cmd
    aktivieren.
[4] Man muss in der $HOME/.emacs eine Zeile der Art
        (setq vm-invisible-header-regexp "X-.*")
    einfuegen. Dann werden alle Header bis auf die, die mit X- beginnen, 
    angezeigt. Wirkt erst nach einem Neustart des emacs.
[5] Die Lösung ist etwas kompliziert - folgende zwei Möglichkeiten bestehen:
    (1) Für einzelne Headerzeilen:
        Wenn die Mail in Notes zur Ansicht geöffnet ist, im Menü "Datei / Eigenschaften: 
        Dokument" auswählen, in dem erscheinenden Fenster den zweiten Reiter von 
        links ("Felder") auswählen: man sieht die einzelnen Headerzeilen wie MessageID 
        usw.
    (2) Für den kompletten Header:
        Wenn man sich im View (z.B. "Inbox") befindet: den Focus auf die Mail 
        stellen, "Datei / "Export..." auswählen und "Structured Text" als Exportformat 
        auswählen. Im nachfolgenden Dialog "Selected Documents" auswählen und 
        man erhält eine Klartext-Datei mit allen Headerzeilen und dem Body am 
        Stück. Funktioniert nur im View, nicht wenn die Mail zur Ansicht geöffnet 
        ist! Aus dieser Datei die uninteressanten Notes-Header zu löschen ist 
        meist einfacher als die relevanten Header aus der "Properties"-Box einzeln 
        zu kopieren.
[6] Dieser Menüpunkt steht nur zur Verfügung, wenn der Mail-Body sichtbar ist.
            

  7. Weiterführende Hinweise
  ==========================

Einführung in das Thema E-Mail an sich:
  -- E-Mail-Einführung
     http://www.fitug.de/bildung/e-mail/e-mail.html
  -- Mail - eine Einführung
     http://piology.org/mail/
  -- Reading Email Header
     http://www.stopspam.org/email/headers/headers.html
  -- RFC 2076: "Common Internet Message Headers"
     http://www.faqs.org/rfcs/rfc2076.html

E-Mail-Mißbrauch:
  -- FAQ, Abkuerzungen: de.admin.net-abuse.mail
     http://home.snafu.de/laura/de.admin.net-abuse.mail.txt
     http://www.cs.uu.nl/wais/html/na-dir/de-net-abuse/mail-faq.html
  -- Teergruben-FAQ
     http://www.iks-jena.de/mitarb/lutz/usenet/teergrube.html
  -- Newsgruppe de.admin.net-abuse.mail
     news:de.admin.net-abuse.mail
  -- vereinfachtes Auffinden der richtigen Beschwerdeadresse(n)
     http://www.abuse.net/
  -- Script zur Header-Analyse (online) inkl. Vorbereitung /
     Versenden von Beschwerden
     http://spamcop.net/

  
  8. Credits
  ==========

Die Idee zu dieser FAQ kam ursprünglich von Hermann Roth
<hr990086+efaq@mail.uni-greifswald.de>.

Für hilfreiche Tips, Hinweise und Korrekturen geht ein Dankeschön an

  Claus Assmann <ca+posting@mine.informatik.uni-kiel.de>
  Florian Bannasch <F.Bannasch@gmx.de>
  Jens Baumeister <jens.baumeister@uni-koeln.de>
  Theo Baumeister <th.baumeister@gmx.de>
  Stefan Bion <s.bion@bigfoot.de>
  Ralf Borchert <Ralf.Borchert@gmx.de>
  Philipp Buehler <Philipp.Buehler@xlink.net>
  Christoph Conrad <christoph.conrad@gmx.de>
  Andreas Croll <taktix@gmx.net>
  Felix Deutsch <fdeutsch+nntp@gus.de>
  Frank Ellermann <Frank.Ellermann@t-online.de>
  Hubert Englmaier <englmaie@forwiss.uni-passau.de>
  Daniele Frijia <realcosmo@infra.de>
  Ulf Herbers <ulf78@gmx.net>
  Ulli Horlacher <framstag@bofh.belwue.de>
  Ludwig Huegelschaefer <Ludwig.Huegelschaefer@gmx.net>
  Jochen Klein <jo_kl@gmx.de>
  Albert Koellner <crajk@cryogen.com>
  Helmut Reininger <dalmet@gmx.at>
  Hermann Roth <hr990086+efaq@mail.uni-greifswald.de>
  Johannes Sempert <onomastician@iname.com>
  Jörg Strohmayer <joerg@news-brothers.de>
  Olaf Titz <olaf@bigred.inka.de>
  Rainer Zocholl <zoc@zocki.toppoint.de>
  Michael Zolk <o86@aixterm5.urz.uni-heidelberg.de>
  
Diese FAQ wird monatlich (am 15.) in de.admin.net-abuse.mail und
de.answers gepostet.
