Path: senator-bedfellow.mit.edu!dreaderd!not-for-mail
Message-ID: <de/netzkultur/ungueltige-email-adressen_1072174576@rtfm.mit.edu>
Supersedes: <de/netzkultur/ungueltige-email-adressen_1071481233@rtfm.mit.edu>
Expires: 13 Jan 2004 10:16:16 GMT
X-Last-Updated: 2003/12/16
Organization: none
Subject: [FAQ] Ungueltige eMail-Adressen im Usenet <2003-12-16>
Followup-To: de.soc.netzkultur.umgangsformen
From: Florian Finkenzeller <faq@usenet.noemails.net>
Approved: news-answers-request@MIT.EDU
Content-Type: text/plain; charset=iso-8859-1
Newsgroups: de.soc.netzkultur.umgangsformen,de.answers,news.answers
Originator: faqserv@penguin-lust.MIT.EDU
Date: 23 Dec 2003 10:17:20 GMT
Lines: 544
NNTP-Posting-Host: penguin-lust.mit.edu
X-Trace: 1072174640 senator-bedfellow.mit.edu 572 18.181.0.29
Xref: senator-bedfellow.mit.edu de.soc.netzkultur.umgangsformen:91226 de.answers:9824 news.answers:263584

Version: 1.4
Posting-Frequency: weekly
Archive-name: de/netzkultur/ungueltige-email-adressen
Last-modified: 2003-12-16
URL: http://usenet.noemails.net/email-adressen.html
Disclaimer: Approval for *.answers is based on form, not content.

                    ---------------------------------
                    FAQ: Ungültige Adressen im Usenet
                    ---------------------------------

    oder: "Der beste Weg, von Leuten, die man nicht kennt und von
    denen man gar nichts wollte, drastisch beleidigt zu werden."

    1. Problematik

    1.1 Sollte ich eine gültige, gelesene eMail-Adresse
        zumindest im Reply-To: haben?
    1.2 Muss ich zur Teilnahme am Usenet eine gültige
        eMail-Adresse im Header angeben?
    1.3 Entspricht eine echte eMail im Header nicht dem Konsens
        im Usenet?
    1.4 Warum also nicht einfach die eigene, echte
        eMail-Adresse verwenden?
    1.5 Aber meine eMail-Adresse kann doch von Spammern auch
        von meiner Homepage abgegrast werden?
    1.6 Hilft mir eine ungültige eMail-Adresse, wenn ich schon
        ein Posting mit meiner echten Adresse in Umlauf gebracht habe?

    2. Falsche vs. ungültige eMail-Adressen

    2.1 Was ist der Unterschied zwischen falscher eMail-Adresse
        und ungültiger eMail-Adresse?
    2.2 Wo wird mir erklärt wie eine ungültige eMail-Adresse
        aussehen sollte?

    3. Nachteile und Probleme

    3.1 Verstoße ich damit nicht gegen Standards?
    3.2 Ruiniere ich damit das Usenet als
        Kommunikationsmedium?
    3.3 Treffe ich mit der ungültigen Adresse nicht auch
        Unbeteiligte?
    3.4 Was ist mit den Postmastern, die die Bounces ihrer
        Mailserver durchsehen müssen?

    4. Alternativen

    4.1 Sollte ich dann nicht einfach einen Wegwerf-Account
        einrichten, den ich nie lese?
    4.2 Reicht es, wenn ich meine eigene eMail-Adresse nur
        verfälsche, also z.B. faqNOSPAM@usenet.nospam.noemails.net?
    4.3 Werden Reply-To-Adressen nicht viel seltener bespammt?
    4.4 Sollte man nicht lieber direkt gegen die Spammer
        kämpfen, z.B. mit LARTs?

    5. Konfliktbehandlung

    5.1 Wie ist der Streitstand?
    5.2 Wie vermeide ich Konflikte?
    5.3 Wo diskutiere ich am Besten über dieses Thema?

    6. Informationen zu dieser FAQ

    6.1 Wer ist für diese FAQ verantwortlich?
    6.2 Gibt es dazu Gegenmeinungen?
    6.3 Warum wurde diese FAQ geschrieben?
    6.4 Ist das hier eine "offizielle" FAQ?
    6.4 Ich will konstruktive Kritik loswerden. Wo schicke ich
        die hin?
    6.5 Welche Version hat diese FAQ? Wann wurde sie zuletzt
        aktualisiert?
    6.6 Wo findet man die derzeit aktuelle Version der FAQ?
    6.7 Weiterführende Links
    6.8 Versionen dieser FAQ

1.1 Sollte ich eine gültige, gelesene eMail-Adresse zumindest im
Reply-To: haben?

    Ja. Das Usenet wurde ursprünglich so konzipiert, dass die
    Poster über eMail erreichbar sein sollten. Man sollte sich
    jedoch auch über die Risiken im Klaren sein und sich bewusst
    sein, dass die Möglichkeit eine ungültige eMail-Adresse
    anzugeben existiert und durchaus eine akzeptable und
    unschädliche Methode zur Spamvermeidung ist. Es ist also
    durchaus wünschenswert eine reply-fähige eMail-Adresse im
    Header anzugeben, es ist aber definitiv kein Muss und - wenn
    richtig gemacht - auch kein Usenet-schädliches Verhalten.

1.2 Muss ich zur Teilnahme am Usenet meine gültige eMail-Adresse im
Header angeben?

    Nein, natürlich nicht. Mal abgesehen von etwaigen
    Sonderbestimmungen des Betreibers deines Newsservers, kann und
    wird dich niemand dazu verpflichten deine eMail-Adresse im
    Header anzugeben. Manche Poster in einschlägigen
    de.-Newsgruppen geben sich zwar alle Mühe diesen Anschein zu
    erwecken, aber eine derartige Verpflichtung gibt es nicht.

1.3 Entspricht eine echte eMail-Adresse im Header nicht dem Konsens im
Usenet?

    Wenn überhaupt, dann nur in der de.*- und eng verwandten
    Hierarchien. Ob tatsächlich die Mehrheit der dort Lesenden und
    Schreibenden die Meinung vertritt, dass die Verwendung
    'gefälschter' (korrekter: ungültiger) eMail-Adressen 'asozial'
    ist, sei dahingestellt. Fest steht jedoch, dass die Behauptung
    eine echte eMail-Adresse im Header entspreche dem Konsens des
    de-Usenets genauso unbeweisbar ist, wie die Behauptung eine
    ungültige eMail-Adresse im Header entspreche dem Konsens des
    alt-Usenets. Man darf dabei ja auch nicht vergessen, dass
    viele eine gültige Wegwerf-Adresse verwenden, allein um nicht
    ins Fadenkreuz derjenigen zu gelangen, die diesen vorgeblichen
    'Konsens' mit z.T. rabiaten Postings verteidigen.

1.4 Warum also nicht einfach die eigene, echte eMail-Adresse verwenden?

    Das ist wohl die bei weitem eleganteste Lösung.
    Beziehungsweise: Sie wäre es, wenn denn da nicht die Plage des
    modernen Internet wäre: Spammer. Jeder der schon einmal
    irgendwo im Internet seine eMail-Adresse veröffentlicht hat,
    wird schon einmal Bekanntschaft mit dieser besonderen Spezies
    gemacht haben. NNTP-Server und Usenet-Archive werden von ihnen
    mit automatisierten Suchrobotern nach Zeichenfolgen
    durchsucht, die eine gültige eMail-Adresse darstellen könnten.
    Alle auf diese Art gefundenen Adressen wandern anschließend in
    Listen die das Ziel einer z.T. unablässigen Flut von
    Werbemails werden. Da Spammer diese Listen zudem untereinander
    handeln wird eine einmal in diesen Kreislauf eingetretene
    eMail-Adresse in der Regel von immer mehr Werbemails
    getroffen, die Flut an Werbung ebbt also normalerweise nicht
    mit der Zeit wieder ab, sondern verstärkt sich nur noch.
    Dieser Effekt tritt bei fast jeder eMail-Adresse früher oder
    später auf, das lässt sich praktisch nicht verhindern.
    Beeinflussen lässt sich lediglich nach welcher Zeitspanne
    dieser Effekt auftritt und wie stark er ausfällt. Jeder der im
    Usenet postet (vielleicht sogar in den internationalen
    Hierarchien) wird bemerkt haben wie schnell eine in
    Usenet-Postings verwendete eMail-Adresse 'verbrannt' ist, d.h.
    eine stetig wachsende Zahl von Spams erhält. Die
    Geschwindigkeit mit der dies passiert und die Menge an
    eintreffenden Spam-Mails hängt dabei stark von den Gruppen ab,
    in die gepostet wurde. Der Effekt tritt aber grundsätzlich
    immer auf. Jede Adresse die einmal ins Usenet gepostet wurde,
    wird auf unabsehbare Zeit von verschiedensten Usenet-Archiven
    wie z.B. http://groups.google.de/ gespeichert und dort
    auch immer wieder von Spammern abgegrast. Eine solche Adresse
    wird man nie wieder spamfrei bekommen.

1.5 Aber meine eMail-Adresse kann doch von Spammern auch von meiner
Homepage abgegrast werden?

    Durchaus richtig. Die Frage ist nur, wie hoch diese
    Wahrscheinlichkeit ist im Vergleich dazu, dass sie aus dem
    Usenet abgegrast wird. Ich empfehle hier jedem einen kurzen
    eigenen Test: Man erstelle zwei eMail-Adressen, baue eine
    davon in die eigene Homepage ein und poste mit der anderen in
    einigen gut frequentierten Newsgroups. Die Usenet-Adresse
    dürfte nach wenigen Wochen in Spam ertrinken, die auf der
    Homepage dagegen noch in ein, zwei Jahren (fast) spamfrei
    sein.

1.6 Hilft mir eine ungültige eMail-Adresse, wenn ich schon ein Posting
mit meiner echten Adresse in Umlauf gebracht habe?

    Nein, leider nicht. Das Posting wird bereits in eine ganze
    Reihe von Usenet-Archiven aufgenommen worden sein und die
    darin verwendete eMail-Adresse wird daher auf unabsehbare Zeit
    für die Öffentlichkeit (und damit auch für die Suchmaschinen
    der Spammer) zugänglich sein. Eine ungültige eMail-Adresse
    kann also nur noch dazu dienen eine andere Adresse zu
    schützen.

2.1 Was ist der Unterschied zwischen falscher eMail-Adresse und
ungültiger eMail-Adresse?

    Eine falsche eMail-Adresse ist eine solche, die syntaktisch
    korrekt ist und nach gängigen Definitionen eine gültige
    eMail-Adresse sein kann, deren Eigentümer man aber nicht ist.
    Würde z.B. jemand anderes als ich unter der Adresse
    "noreply@usenet.noemails.net" posten, so würde er eine falsche
    eMail-Adresse verwenden. Genauso verhält es sich mit Adressen
    wie "nospam@test.org" oder "IHATESPAM@nospam.com" und
    ähnlichen. Wer nicht Eigentümer der entsprechenden Domain ist,
    darf auch keine eMail-Adressen dieser Domain ohne Genehmigung
    verwenden. Ungültig ist eine eMail-Adresse unter drei
    Umständen,

      * wenn sie auf eine Domain zeigt, die dem Verwender gehört,
        also wenn ich z.B. "noreply@usenet.noemails.net" verwenden
        würde, und diese Adresse nicht existiert.
      * wenn sie eine öffentliche eMail-Adresse ist, deren
        Verwendung als anonyme Adresse ausdrücklich erlaubt ist,
        wie z.B. me@privacy.net.
      * wenn sie auf ".invalid" endet, wie z.B.
        "nospam@nospam.invalid".

2.2 Wo wird mir erklärt wie eine ungültige eMail-Adresse aussehen
sollte?

    Unter http://www.geocities.com/mungfaq/deutsch.html findet
    sich eine ausführliche Anleitung und genauere Erläuterungen zu
    diesem Thema.

3.1 Verstoße ich damit nicht gegen technische Standards?

    Eine ungültige eMail-Adresse im From eines Usenet-Postings
    verstößt gegen RFC 850 und RFC 1036, in denen die Grundlagen
    des heutigen NNTP-Protokolls dargestellt werden. Die
    entscheidende Textstelle aus RFC 850 lautet:

"2.1.3  From  The From line contains the electronic mailing
address  of  the  person who sent the message, in the ARPA
internet syntax.  It may optionally also contain the  full
name  of  the person, in parentheses, after the electronic
address.  The electronic address is the same as the entity
responsible for originating the article, unless the Sender
header is present, in which case the From header might not
be  verified."

    Interessant ist dabei vor allem die Tatsache, dass der Autor
    des Textes offensichtlich davon ausging, dass der Absender
    eines Postings nur eine einzige eMail-Adresse haben würde.
    1983, als RFC 850 verfasst wurde, traf dies in der Regel auch
    noch zu. Bereits an diesem kleinen Faktor lässt sich jedoch
    bereits der Hauptkritikpunkt an dem 20 Jahre alten Dokument
    festmachen: Es geht von Voraussetzungen aus, die in der
    jetzigen Zeit schlicht unzutreffend sind. Insbesondere
    existierte in der Frühzeit des Usenet das Spam-Problem noch
    nicht. Der massenhafte Versand von eMails zu Werbezwecken war
    schlicht und ergreifend unbekannt. Die Autoren gingen nicht
    davon aus, dass der Absender eines Postings durch die
    Veröffentlichung seiner eMail-Adresse Unbill egal welcher Art
    ertragen müsste oder mit massenhaften unerwünschten eMails
    konfrontiert würde. RFC 1036 die im Jahr 1987 veröffentlicht
    wurde und RFC 850 ablöste, übernahm die entsprechende
    Textstelle ohne Änderung. Auch zu dieser Zeit assoziierten die
    Autoren mit "Spam" höchstens die falsche Schreibweise eines
    amerikanischen Konservenprodukts und einen
    Monty-Python-Sketch.

    Die Tatsache, dass die RFCs von Voraussetzungen ausgehen die
    heute nicht mehr gegeben sind wurde inzwischen auch von der
    IETF erkannt, die an einer Neufassung arbeitet. Im
    Arbeitsentwurf vom Juni 2003 heisst es bezüglich der
    vorgeschriebenen Syntax des From Eintrags:

"5.2.  From

    The From-header contains the email address(es), possibly including
    the full name(s), of the article's poster(s), or of the person or
    agent on whose behalf the article is posted (see the Sender-header,
    6.2).  The content syntax makes use of syntax defined in [RFC 2822].

       header              =/ From-header
       From-header         = "From" ":" SP From-content
       From-content        = mailbox-list

         NOTE: Observe that there is no provision for parameters in this
         header, or in other headers containing addresses likely to be
         used for sending email (see 4.2.2).  When, for whatever reason,
         a poster does not wish to use a valid address, the mailbox
         concerned SHOULD end in the top level domain ".invalid" [RFC
         2606]."

    Der Entwurf hat inzwischen die elfte Revision erreicht und die
    neue Definition des From-Eintrags ist dabei eine relativ klare
    Konstante geblieben. Es ist daher nicht wahrscheinlich, dass
    sie sich noch ändern wird. Die Mühlen der IETF mahlen
    allerdings sehr langsam, mit einer zeitnahen Veröffentlichung
    einer neuen RFC sollte grundsätzlich nicht gerechnet werden.
    Bis dahin bleibt RFC 1036 formal gültig. Daraus folgt jedoch
    kein Zwang eine gültige eMail-Adresse zu nutzen, denn RFCs
    sind und bleiben lediglich Empfehlungen an die Netzgemeinde.
    Im Idealfall sollten diese Empfehlungen auch befolgt werden,
    sie können jedoch guten Gewissens eigenständig angepasst
    werden sofern es die tatsächlichen Umstände erfordern. Dies
    trifft insbesondere dann zu, wenn die IETF selbst eine
    Änderung der in der entsprechenden RFC niedergelegten
    Regelungen anstrebt.

    Dringend beachtet werden sollte aber die Tatsache, dass auch
    die kommende RFC aller Vorausicht nach lediglich ungültige
    Adressen gemäß RFC 2606 zulassen wird, d.h. solche die auf
    ".invalid" enden. Das ist im Rahmen des RFC-Entwurfs auch eine
    sachgerechte Lösung. Die Definition von ungültigen Adressen im
    Rahmen dieser FAQ ist jedoch noch ein Stück weiter gefasst, da
    aufgrund von RFC 1036 vor allem viele deutsche Newsserver die
    Annahme eines Postings mit echter ungültiger Adresse im From
    verweigern. In diesem Fall kann ohne Bedenken eine unsaubere
    Lösung wie "me@privacy.net" oder eine eigene ungültige Adresse
    verwendet werden. Soweit der Newsserver ".invalid" akzeptiert
    sollte man aber auf jeden Fall RFC-konform bleiben und eine
    derartige Adresse verwenden.

3.2 Ruiniere ich damit das Usenet als Kommunikationsmedium?

    Nein, wieso das denn? Newsgroups selbst sind ja zum
    Diskutieren da. Für Notfälle kann man immer noch eine (am
    besten nicht maschinenlesbare) eMail-Adresse in der Signatur
    angeben, z.B. in der Form "faq /-at-/ usenet - noemails -
    net". Wer dringend etwas mitteilen will kann dies damit ohne
    Probleme tun. Wenn es jemandem zuviel Aufwand ist die Adresse
    abzuschreiben, dann wäre wohl auch die Mail, die er
    geschrieben hätte, nicht so wichtig gewesen sein. Ob man
    eMail-Antworten auf Postings empfangen will entscheidet man
    noch immer selber. Man muss sich dabei bewusst sein, dass sich
    manche Andere aus Prinzip weigern werden auf solche Postings
    zu antworten. Deren Entscheidung sollte man jedoch auch
    entsprechend akzeptieren und respektieren.

3.3 Treffe ich mit der ungültigen Adresse nicht auch Unbeteiligte?

    Spammer sind bekannt dafür, dass sie als Absender in ihre
    eMails die Adressen anderer eintragen. Diese bekommen dann
    auch logischerweise alle Fehlermeldungen (sog. Bounces) die
    beim Ausliefern dieser Spam-Mails entstehen. Die Logik der
    Einige folgen ist die, dass, wenn ein Spammer eine eMail an
    eine ungültige Adresse verschickt und diese bounct, der
    ursprüngliche Verwender dieser Adresse für diesen Bounce
    verantwortlich ist. Folgte man diesem Argument müsste man
    dafür sorgen, dass alle eMail-Adressen die man je verwendet
    hat auf unabsehbare Zeit gültig bleiben und nicht bouncen.
    Denn es könnte ja jemand Spam-Mails an diese schicken und es
    könnte dadurch ja ein Anderer einen Bounce erhalten. Du
    "triffst" niemand Unbeteiligten mit der ungültigen Adresse, da
    du mit dem Versenden der Spam-Mail nichts zu tun hattest.

    Bounces gehören unweigerlich zum System SMTP. Und das jemand,
    dessen Adresse von einem Spammer als Absender missbraucht
    wurde, in Bounces ertrinkt ist tragisch und sicher unangenehm,
    kann aber nicht den Verwendern der nicht (mehr) gültigen
    Adressen zugerechnet werden. Eine kleiner Vergleich zur
    Illustration: Angenommen jemand klebt seinen Einwurfschlitz
    für Post zu und hat diese Adresse auch nie verwendet, um
    irgendetwas zu bestellen, im Gegenteil immer ausdrücklich
    darauf hingewiesen, dass man hier keine Post hinschicken kann.
    Ist derjenige nun verantwortlich, wenn ein Werbeausträger
    seine Fracht im Garten des Nachbarn ablädt?

    Auch wird dabei vielfach übersehen, dass denjenigen, deren
    Adressen als Absender eines Spamruns missbraucht worden sind,
    auch mit der konsequenten Verwendung von gültigen
    eMail-Adressen im gesamten Usenet nicht wirklich geholfen
    wird. Denn für den Besitzer einer Mailbox macht es keinen
    großen Unterschied mehr, ob diese von 1000 oder 2000 Bounces
    getroffen wird. Unbrauchbar ist sie in beiden Fällen bis zur
    Einrichtung passender Filter.

3.4 Was ist mit den Postmastern, die die Bounces ihrer Mailserver
durchsehen müssen?

    Hier sei provisorisch auf eine entsprechende Mail unter
    http://usenet.noemails.net/postmaster-bounces-mail.txt
    verwiesen, die ich zu diesem Thema geschrieben habe.

4.1 Sollte ich dann nicht einfach einen Wegwerf-Account einrichten, den
ich nie lese?

    Nein. Den einzigen Vorteil gegenüber einer ungültigen Adresse
    den dies hätte, wäre, dass keine Bounces erzeugt würden,
    sofern die Mailbox regelmäßig gelöscht würde. Der gravierende
    Nachteil wäre dagegen, dass jemand der nichtsahnend eine
    legitime eMail dorthin schickt nie erfahren wird, dass diese
    nicht angekommen ist. Eine solche Lösung ist demnach
    abzulehnen. Entweder man gibt eine richtige, gelesene Adresse
    an oder eine ungültige.

4.2 Reicht es, wenn ich meine eigene eMail-Adresse nur verfälsche, also
z.B. faqNOSPAM@usenet.nospam.noemails.net?

    Nein. Das hat zwei einfache Gründe: Erstens filtern viele
    Spammer inzwischen unoriginelle Verfälschungen wie 'NOSPAM',
    'REMOVE' o.ä. aus Adressen heraus und zweitens kann man sich
    für gewöhnlich nicht sicher sein, dass diese Adresse nicht
    existiert und jemand anderem gehört.

4.3 Werden Reply-To-Adressen nicht viel seltener bespammt?

    Das variiert. Im Großen und Ganzen ist diese Aussage aber wohl
    (noch) richtig. Das liegt insbesondere daran, dass der
    durchschnittlich Spammer die Postings nicht vollständig von
    den Usenet-Servern bezieht, sondern sich nur mit Hilfe eines
    XOVERs eine Übersicht der Postings besorgt. Dabei gibt der
    Server nur eine begrenzte Menge von Headern zurück, wie z.B.
    die From-Zeile. Dadurch spart sich der Spammer eine große
    Menge Traffic und Zeit. Den Reply-To-Header bekommt er mit
    dieser Methode aber nicht und muss notgedrungen auf ihn
    verzichten. Manche Spammer machen sich aber die Mühe einen
    kompletten Newsstream zu beziehen und z.B. durch Einrichtung
    eines eigenen Newsservers einfach das komplette rohe
    Datenmaterial nach eMail-Adressen zu durchforsten. In diesen
    Fällen fallen ihnen auch die Reply-To-Adressen in die Hände.
    Noch scheint diese Vorgehensweise eher die Ausnahme zu sein,
    trotzdem verlieren dadurch auch Reply-To-Adressen mit der Zeit
    ihre Nützlichkeit. Daneben sind diese Adressen auch ein
    beliebtes Ziel für eMail-Würmer, da diese ihre Ziele zumeist
    eh aus einem lokalen Cache abgreifen. Eine Adresse als
    Reply-To: zu verwenden bietet also im Moment für eine gewisse
    Zeit Schutz.

4.4 Sollte man nicht lieber direkt gegen die Spammer kämpfen, z.B. mit
LARTs?

    Ja, sollte man. Nur ganz ehrlich: Wer, der 40-50 Spams pro
    Woche bekommt, hat auch nur ansatzweise die Zeit alle diese
    Mails in vernünftiger Weise zu analysieren und entsprechende
    Beschwerde-Mails abzusetzen? Und vor allem: Wer hat dazu denn
    wirklich Lust? Hinzu kommt, dass selbst fleissigstes
    Beschwerden-Schreiben kaum bis keine Auswirkungen auf die
    Anzahl der eintreffenden Spam-Mails hat. Insbesondere
    asiatische Provider zeigen sich meist sehr uneinsichtig, was
    die Disziplinierung von Spammern in ihren Netzen angeht.

5.1 Wie ist der Streitstand?

    Ausserhalb des deutschsprachigen Usenets ist die Verwendung
    von ungültigen eMail-Adressen akzeptiert und weit verbreitet.
    Selten, dass einmal eine Diskussion gefälschter vs.
    ungültiger eMail-Adressen aufflammt. Forderungen nach einer
    reply-fähigen eMail-Adresse sind in den internationalen
    Gruppen dagegen eher ein Kuriosum. In den de.* und at.*
    Newsgroups hingegen wird oft, gerne und vor allem heftig über
    dieses Thema gestritten. Praktisch jedes Posting mit einer
    ungültigen eMail-Adresse im Header zieht unweigerlich eine
    entsprechende, für gewöhnlich ausufernde Diskussion nach sich.
    Meistens entwickeln sich die entsprechenden Threads zu
    unschönen Schlammschlachten und enden am Schluss damit, dass
    sich die Beteiligten gegenseitig in ihre Filter packen.

5.2 Wie vermeide ich Konflikte?

    Die einzige Möglichkeit diesen Diskussionen aus dem Weg zu
    gehen ist ein konsequentes Ignorieren entsprechender Antworten
    auf Postings mit ungültiger eMail-Adresse. Im Notfall muss
    eben auch einmal ein Filter eingerichtet werden, um einen
    besonders hartnäckigen oder ausfallenden Poster aus dem
    eigenen Blickfeld zu verbannen. Grundsätzlich sollte man einen
    weiten Bogen um entsprechende Diskussionen in Newsgroups
    machen.

5.3 Wo diskutiere ich am Besten über dieses Thema?

    Sollte man trotzdem unbedingt meinen über ungültige
    eMail-Adressen diskutieren zu müssen, so sollte man dies auf
    jeden Fall in einer dafür vorgesehenen Gruppe machen. Im Falle
    des de-Usenets wäre dies de.soc.netzkultur.umgangsformen.

6.1 Wer ist für diese FAQ verantwortlich?

    Florian Finkenzeller <faq@usenet.noemails.net>.

6.2 Gibt es dazu Gegenmeinungen?

    Ja, und zwar nicht wenige. Siehe dazu auch die Links am Ende
    dieses Dokuments.

6.3 Warum wurde diese FAQ geschrieben?

    Diese FAQ ist ursprünglich aus Ärger über eine besonders
    enervierende Diskussion in de.soc.netzkultur.umgangsformen
    entstanden. Inzwischen soll sie lediglich als Gegengewicht zu
    den bekannten FAQs von Carsten Gerlach und Matt Curtin
    verstanden werden. Insbesondere soll sie dazu dienen die
    Argumente und Gegenargumente zusammenzufassen die in den
    herkömmlichen FAQs nicht zur Sprache kommen.

6.4 Ist das hier eine "offizielle" FAQ?

    Nein, genausowenig wie die eben genannten FAQs. Merke: Im
    Usenet gibt es keine "offiziellen" FAQs.

6.5 Ich will konstruktive Kritik loswerden. Wo schicke ich die hin?

    Alle Mails die diese FAQ betreffen sollten an
    <faq@usenet.noemails.net> geschickt werden. Erwünscht ist
    insbesondere konstruktive Kritik, Hinweise auf gefundene
    Rechtschreibfehler, zusätzliche Fragen, Links die noch
    aufgenommen werden sollten, und ähnliches.

6.6 Welche Version hat diese FAQ? Wann wurde sie zuletzt aktualisiert?

    Version 1.4, letztes Update 16. Dezember 2003.

6.7 Wo findet man die derzeit aktuelle Version der FAQ?

    Die aktuelle Version dieser FAQ findet sich immer unter
    http://usenet.noemails.net/email-adressen.html.

6.8 Weiterführende Links

      * http://www.gerlo.de/falsche-email-adressen.html
        "Mini-FAQ: Falsche E-Mail-Adressen", vertritt die
        traditionelle Auffassung im deutschen Usenet. (Carsten
        Gerlach)
      * http://www.doberstein.com/spam/falsche-email-adressen.
        html
        Eine Kommentierung der "Mini-FAQ: Falsche
        E-Mail-Adressen".
      * http://www.interhack.net/pubs/munging-harmful/
        Eine weitere FAQ, die die traditionelle Auffassung
        vertritt. (Englisch) (Matt Curtin)
      * http://www.private.org.il/harvest.html
        Eine erschreckend lange Liste der Wege über die Spammer an
        eMail-Adressen kommen können. (Englisch)
      * http://members.aol.com/emailfaq/mungfaq.html
        Wie 'munge' ich meine eMail-Adresse richtig? (Englisch)
      * http://www.geocities.com/mungfaq/deutsch.html
        Die MungFAQ in der deutschen Übersetzung.
      * http://www.8ung.at/madmaxx/newsgroups.html
        Eine kurze Einführung in die österreichische
        Usenet-Hierarchie at.*.

6.8 Versionen dieser FAQ

      * Version 1.1 - 11. April 2003
        Ursprüngliche Veröffentlichung
      * Version 1.2 - 24. Mai 2003
        - Einige Klarstellungen im Text.
        - In Punkt 2.1 die fälschlicherweise im ersten Beispiel
        der Liste verwendete Domain 'usenet.nospam.net' in
        'usenet.noemails.net' geändert.
        - Link zu http://www.8ung.at/madmaxx/newsgroups.html
        hinzugefügt.
      * Version 1.3 - 08. Juni 2003
        - Punkt 3.4 hinzugefügt.
        - Punkt 3.3 geringfügig überarbeitet.
        - Punkt 3.2 geringfügig überarbeitet.
        - Abschnitt 5 "Konfliktbehandlung" eingefügt.
      * Version 1.4 - 16. Dezember 2003
        - Diverse Korrekturen und Umformulierungen
        - Punkt 1.4 überarbeitet.
        - Punkt 3.1 neu abgefasst.
        - Punkt 3.3 überarbeitet.
        - Punkt 4.3 überarbeitet und erweitert.
        - Punkt 6.3 neu abgefasst.
        - Punkt 6.4 neu eingefügt.

    © 2003 Florian Finkenzeller
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