Dieser Abschnitt behandelt Probleme, die auftauchen können, wenn PPP über ein Modem verwendet wird. Einige ISPs verwenden
ssword
, andere verwenden
password
. Wenn das Einwahlskript falsch ist, scheitert die Anmeldung. Üblicherweise suchen Sie nach Fehlern der PPP-Verbindung indem Sie sich manuell verbinden.
27.3.1. Gerätedateien überprüfen
Wenn Sie einen eigenen Kernel verwenden, stellen Sie sicher, dass die folgende Zeile in der Kernelkonfigurationsdatei vorhanden ist:
Das
uart
-Gerät ist bereits im
GENERIC
-Kernel vorhanden, deshalb sind in diesem Fall keine zusätzlichen Schritte vonnöten. Kontrollieren Sie die Ausgabe von
dmesg
:
In der Ausgabe sollten die entsprechenden
uart
-Geräte, beispielsweise
uart1
(
COM2
), angezeigt werden. Wird ein passendes Gerät angezeigt, braucht der Kernel nicht neu erstellt werden. Wenn das Modem an
uart1
angeschlossen ist, ist
/dev/cuau1
die dazugehörende Gerätedatei.
27.3.2. Manuelle Verbindungen
Ein Verbindungsaufbau zum Internet durch manuelle Steuerung von
ppp
geht schnell, ist einfach und stellt einen guten Weg dar, eine Verbindung auf Fehler hin zu überprüfen oder einfach Informationen darüber zu sammeln, wie der ISP Verbindungen handhabt. Lassen Sie uns PPP von der Kommandozeile aus starten. Beachten Sie, dass in allen Beispielen
example
der Hostname der Maschine ist, auf der PPP läuft.
ppp
starten Sie wie folgt:
ppp ON example> set device /dev/cuau1
Mit dem zweiten Befehl wird das Gerät
cuau1
festgelegt.
ppp ON example> set speed 115200
Dieser Befehlt setzt die Verbindungsgeschwindigkeit auf 115200 kbps.
ppp ON example> enable dns
Dieser Befehl weist
ppp
an, den Resolver zu konfigurieren und in
/etc/resolv.conf
Einträge für den Nameserver hinzuzufügen. Falls
ppp
nicht in der Lage ist den Hostnamen selbst zu bestimmen, kann dieser auch später manuell eingetragen werden.
Wechselt in den "Terminal"-Modus, um das Modem manuell kontrollieren zu können.
deflink: Entering terminal mode on /dev/cuau1
type '~h' for help
Sie verwenden
at
zur Initialisierung des Modems und dann
atdt
sowie die Nummer des ISPs, um den Einwählprozess zu starten.
Dies ist die Bestätigung, dass eine Verbindung aufgebaut wurde. Falls wir Verbindungsprobleme bekommen, die nicht mit der Hardware zusammenhängen, werden wir an dieser Stelle ansetzen müssen, um eine Lösung zu finden.
Hier werden Sie nach einem Benutzernamen gefragt. Geben Sie am Prompt den Namen ein, den Ihnen der ISP zur Verfügung gestellt hat.
An dieser Stelle müssen Sie das Passwort angeben, das Ihnen vom ISP vorgegeben wurde. Das Passwort wird, analog dem normalen Anmeldevorgang, nicht angezeigt.
Abhängig vom ISP, kann es sein, dass dieser Prompt nicht erscheint. Wir werden hier gefragt, ob wir eine Shell beim Provider verwenden oder
ppp
starten wollen. Weil wir eine Internetverbindung aufbauen wollen, haben wir uns in diesem Beispiel für
ppp
entschieden.
Beachten Sie, dass sich in diesem Beispiel das erste
p
in einen Großbuchstaben verwandelt hat. Dies zeigt, dass wir erfolgreich eine Verbindung zum ISP hergestellt haben.
An dieser Stelle haben wir uns erfolgreich beim ISP authentifiziert und warten darauf, dass uns eine IP-Adresse zugewiesen wird.
Wir haben uns mit der Gegenstelle auf eine IP-Adresse geeinigt und den Verbindungsaufbau erfolgreich abgeschlossen.
PPP ON example> add default HISADDR
Hier geben wir unsere Standardroute an. Weil zu diesem Zeitpunkt unsere einzige Verbindung zu unserer Gegenstelle besteht, müssen wir dies tun, bevor wir Kontakt zur Außenwelt aufnehmen können. Falls dies aufgrund bestehender Routen nicht funktionieren sollte, können Sie ein Ausrufungszeichen
!
vor
add
setzen. Sie können diese Standardroute aber auch vor dem eigentlichen Verbindungsaufbau angeben und PPP wird entsprechend eine neue Route aushandeln.
Wenn alles gut ging, sollten wir nun eine aktive Internetverbindung haben, die wir mit
Ctrl
+
z
in den Hintergrund schicken können. Wenn Sie feststellen, dass
PPP
wieder zu
ppp
wird, ist die Verbindung abgebrochen. Es ist gut dies zu wissen, weil dadurch der Verbindungsstatus angezeigt wird. Große
P
s zeigen an, dass eine Verbindung zum ISP besteht und kleine
p
s zeigen an, dass keine Verbindung besteht.
27.3.3. Fehlersuche
Wenn keine Verbindung aufgebaut werden kann, schalten Sie die Hardware-Flusssteuerung CTS/RTS aus, indem Sie die Option
set ctsrts off
verwenden. Dies ist zumeist dann der Fall, wenn Sie mit einem PPP-fähigen Terminalserver verbunden sind. Hier bleibt PPP bei dem Versuch hängen, Daten über die Nachrichtenverbindung zu schicken, weil auf einCTS-Signal (Clear-to-Send) gewartet wird, das vielleicht nie kommt. Wenn Sie diese Option jedoch gebrauchen, sollten Sie auch die Option
set accmap
verwenden, die erforderlich sein kann, um bestimmte Hardware zu kontrollieren, die auf die Übertragung bestimmter Zeichen zwischen den Kommunikations-Endpunkten (zumeist XON/XOFF) angewiesen ist. Die Manualpage
ppp(8)
bietet mehr Informationen zu dieser Option und ihrer Verwendung.
Für ein älteres Modem benötigen Sie vielleicht die Option
set parity even
. Standardmäßig wird keine Parität vorausgesetzt, sie ist aber für die Fehlerprüfung bei älteren Modems und bei bestimmten ISPs erforderlich.
PPP kehrt möglicherweise nicht in den Befehlsmodus zurück, was normalerweise auf einen Fehler bei der Aushandlung hinweist, wobei der ISP wartet, dass der Aushandlungsprozess beginnt. Die Option
~p
erzwingt in diesem Fall den Beginn des Aushandlungsprozesses.
Wenn der Login-Prompt nie erscheint, wird wahrscheinlich PAP oder CHAP für die Authentifizierung benötigt. Um PAP oder CHAP zu verwenden, ergänzen Sie PPP um folgende Optionen, bevor Sie in den Terminalmodus wechseln:
ppp ON example> set authname myusername
Hierbei sollte
myusername
durch den Benutzernamen ersetzt werden, den Sie vom ISP bekommen haben.
ppp ON example> set authkey mypassword
mypassword
sollten Sie durch das Passwort ersetzen, das Ihnen der ISP zugewiesen hat.
Wenn die Verbindung aufgebaut wird, Sie aber keine Rechner unter dem Domänen-Namen erreichen können, versuchen Sie, einen Rechner mit
ping(8)
und seiner IP-Adresse zu erreichen. Wenn 100% der Pakete verloren gehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass keine Standardroute zugewiesen wurde. Überprüfen Sie, ob während des Verbindungsaufbaus die Option
add default HISADDR
gesetzt war. Wenn Sie zu einer entfernten IP-Adresse eine Verbindung aufbauen können, ist es möglich, dass die Adresse eines Nameservers nicht in
/etc/resolv.conf
eingetragen wurde. Diese Datei sollte folgendermaßen aussehen:
domain example.com
nameserver x.x.x.x
nameserver y.y.y.y
Dabei sollten _x.x.x.x_ und _y.y.y.y_ durch die IP-Adressen der DNS-Server des ISPs ersetzt werden.
Mit
syslog(3)
kann die PPP-Verbindung protokolliert werden. Fügen Sie einfach die folgende Zeile in
/etc/syslog.conf
ein:
!ppp
*.* /var/log/ppp.log