FreeBSD/amd64 (pc3.example.org) (ttyv0)
login:
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Dieses Kapitel umfasst die grundlegenden Kommandos und Funktionsweisen des FreeBSD-Betriebssystems. Viel von diesem Material gilt auch für jedes andere UNIX®-artige System. Neue Benutzer von FreeBSD sollten dieses Kapitel aufmerksam lesen.
Dieser Abschnitt behandelt die folgenden Themen:
virtuelle Konsolen,
Erstellung und Verwaltung von Benutzern und Gruppen in FreeBSD,
Zugriffsrechte unter UNIX® sowie Datei-Flags unter FreeBSD,
Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme,
die Verzeichnisstruktur von FreeBSD,
Organisation von Dateisystemen unter FreeBSD,
Ein- und Abhängen von Dateisystemen,
Prozesse, Dämonen und Signale,
Shells und die Login-Umgebung,
Texteditoren,
Geräte und Gerätedateien,
wie Sie in den Manualpages nach weiteren Informationen suchen können.
Wenn das FreeBSD-System so konfiguriert wurde, dass es ohne eine grafische Benutzeroberfläche startet, wird das System nach dem Start einen Anmeldeprompt ausgeben, wie in diesem Beispiel zu sehen:
FreeBSD/amd64 (pc3.example.org) (ttyv0)
login:
Die erste Zeile enthält einige Informationen über das System.
amd64
zeigt an, dass auf dem System in diesem Beispiel eine 64-Bit Version von FreeBSD läuft. Der Hostname ist
pc3.example.org
und
ttyv0
gibt an, dass dies die "Systemkonsole" ist. Die zweite Zeile zeigt den Anmeldeprompt.
Da FreeBSD ein Mehrbenutzersystem ist, muss es die verschiedenen Benutzer voneinander unterscheiden können. Dies wird dadurch erreicht, dass sich jeder Benutzer zuerst am System anmelden muss, um Zugriff auf die Programme zu bekommen. Jeder Benutzer hat einen eindeutigen "Benutzernamen" und ein persönliches "Kennwort".
Um sich auf der Systemkonsole anzumelden, geben Sie den Benutzernamen ein, der während der Systeminstallation, wie in Benutzer hinzufügen beschrieben, konfiguriert wurde und drücken Sie Enter . Geben Sie dann das zum Benutzernamen zugeordnete Passwort ein und drücken Enter . Das Passwort wird aus Sicherheitsgründen nicht angezeigt .
Sobald das richtige Passwort eingegeben wird, wird die Nachricht des Tages (MOTD) gefolgt von einer Eingabeaufforderung ausgegeben. In Abhängigkeit der verwendeten Shell des Benutzers wird der Prompt mit dem Zeichen
#
,
$
oder
%
dargestellt. Der Prompt zeigt an, dass der Benutzer jetzt an der FreeBSD Systemkonsole angemeldet ist und nun alle verfügbaren Befehle probieren kann.
Obwohl die Systemkonsole dazu verwendet werden kann, um mit dem System zu interagieren, wird sich ein Benutzer in der Regel an einer virtuellen Konsole im FreeBSD-System anmelden. Das liegt daran, dass die Systemmeldungen standardmäßig auf der Systemkonsole angezeigt werden und somit die Meldungen des Befehls oder einer Datei, die der Benutzer gerade bearbeitet, überschrieben werden.
In der Voreinstellung ist FreeBSD so konfiguriert, dass viele virtuelle Konsolen zur Eingabe von Befehlen zur Verfügung stehen. Jede virtuelle Konsole verfügt über einen eigenen Anmeldeprompt und eine Shell. Sie können ganz einfach zwischen den virtuellen Konsolen umschalten. Dies ist vergleichbar mit mehreren geöffneten Fenstern in einer graphischen Umgebung.
Die Tastenkombinationen Alt + F1 bis Alt + F8 sind in FreeBSD zum Umschalten zwischen virtuellen Konsolen reserviert. Verwenden Sie Alt + F1 um auf die Systemkonsole ( ttyv0 ) zu wechseln, Alt + F2 für die erste virtuelle Konsole ( ttyv1 , Alt + F3 für die zweite virtuelle Konsole ( ttyv2 , und so weiter. Wenn Sie Xorg als graphische Oberfläche benutzen, können Sie mit Strg Alt F1 zur virtuellen Konsole zurückkehren.
Beim Wechsel von einer Konsole zur nächsten wird die Bildschirmausgabe von FreeBSD verwaltet. Dies erzeugt die Illusion mehrerer Bildschirme und Tastaturen, an denen Kommandos abgesetzt werden können. Die Programme, die in einer virtuellen Konsole gestartet werden, laufen auch dann weiter, wenn der Benutzer auf eine andere virtuelle Konsole wechselt.
Lesen Sie kbdcontrol(1) , vidcontrol(1) , atkbd:(4) , syscons(4) sowie vt(4) für eine recht technische Beschreibung der FreeBSD-Konsole und der Tastatur-Treiber.
In FreeBSD wird die Anzahl der verfügbaren virtuellen Konsolen in diesem Abschnitt von /etc/ttys konfiguriert:
# name getty type status comments # ttyv0 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure # Virtual terminals ttyv1 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv2 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv3 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv4 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv5 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv6 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv7 "/usr/libexec/getty Pc" xterm on secure ttyv8 "/usr/X11R6/bin/xdm -nodaemon" xterm off secure
Um eine virtuelle Konsole zu deaktivieren, setzen Sie ein Kommentarzeichen (
an den Anfang der Zeile für die entsprechende Konsole. Um bspw. die Anzahl der verfügbaren virtuellen Konsolen von acht auf vier zu reduzieren, setzen Sie ein
an den Anfang der letzten vier Zeilen, den virtuellen Konsolen
ttyv5
bis
ttyv8
. Kommentieren Sie nicht die Zeile für die Systemkonsole
ttyv0
aus! Beachten Sie, dass die letzte virtuelle Konsole (
ttyv8
) zum Wechsel auf die graphische Oberfläche gedacht ist, wenn Xorg wie im
Das X-Window-System
installiert und konfiguriert ist.
ttys(5) enthält eine ausführliche Beschreibung der Spalten dieser Datei und der verfügbaren Optionen für virtuelle Konsolen.
Das FreeBSD Boot-Menü verfügt über eine Option "Boot Single User". Wird diese Option gewählt, bootet das System in einen speziellen Modus, der als "Single-User-Modus" bekannt ist. Dieser Modus wird normalerweise zur Reparatur des Systems verwendet, bspw. wenn das System nicht mehr startet, oder das
root
-Passwort zurückgesetzt werden muss. Im Single-User-Modus haben Sie keinen Zugriff auf das Netzwerk und es stehen Ihnen keine weiteren virtuellen Konsolen zur Verfügung. Allerdings haben Sie vollen Zugriff auf das System und in der Voreinstellung wird das
root
-Passwort nicht benötigt. Aus diesem Grund wird ein physischer Zugriff auf die Tastatur benötigt, um in diesem Modus zu booten. Zur Absicherung eines FreeBSD-Systems sollte ermittelt werden, welche Personen physischen Zugriff auf die Tastatur bekommen sollen.
Die Einstellungen für den Single-User-Modus befinden sich diesem Abschnitt von /etc/ttys :
# name getty type status comments # # If console is marked "insecure", then init will ask for the root password # when going to single-user mode. console none unknown off secure
In der Voreinstellung ist der Status auf
secure
eingestellt. Das setzt voraus, dass der physische Zugriff auf die Tastatur entweder unwichtig ist, oder über eine Sicherheitsrichtlinie geregelt wird. Wenn der Status auf
insecure
eingestellt wird, wird davon ausgegangen, dass die Umgebung selbst unsicher ist, da jeder Zugriff auf die Tastatur hat. FreeBSD wird dann nach dem
root
-Passwort fragen, wenn ein Benutzer versucht in den Single-User-Modus zu booten.
|
Setzen Sie
|
Der Standard-Videomodus der FreeBSD-Konsole kann auf jeden Modus eingestellt werden, der von der Grafikkarte und dem Monitor unterstützt wird (beispielsweise 1024x768 oder 1280x1024). Um eine andere Einstellung zu verwenden, muss das
VESA
-Modul geladen werden:
# kldload vesa
Um festzustellen, welche Video-Modi von der Hardware unterstützt werden, nutzen Sie vidcontrol(1) . Um eine Liste aller unterstützten Modi zu sehen, verwenden Sie diesen Befehl:
# vidcontrol -i mode
Die Ausgabe dieses Befehls listet alle Videomodi, die von der Hardware unterstützt werden. Um einen neuen Video-Modi zu wählen, wird der entsprechende Modus als
root
-Benutzer an
vidcontrol(1)
übergeben:
# vidcontrol MODE_279
Um diese Einstellung dauerhaft zu speichern, muss folgende Zeile in /etc/rc.conf hinzugefügt werden:
allscreens_flags="MODE_279"
FreeBSD ermöglicht es mehreren Benutzern, den Computer zur selben Zeit zu benutzen. Es kann immer nur ein Benutzer vor der Konsole sitzen, aber es können sich beliebig viele Benutzer über das Netzwerk am System anmelden. Jeder Benutzer muss einen Account haben, um das System benutzen zu können.
Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie
die verschiedenen Account-Typen von FreeBSD kennen,
wissen, wie Sie Accounts angelegen, verändern oder löschen,
wissen, wie Sie Limits für einen Benutzer oder eine Gruppe setzen, um beispielsweise Ressourcen, wie Speicher oder CPU-Zeit einzuschränken,
wissen, wie Sie Gruppen erstellen und Benutzer zu diesen Gruppen hinzufügen.
Jeder Zugriff auf das FreeBSD-System geschieht über Accounts und alle Prozesse werden von Benutzern gestartet, also sind Benutzer- und Account-Verwaltung von wesentlicher Bedeutung.
Es gibt drei Haupttypen von Accounts: Systembenutzer, Benutzer-Accounts und der Superuser-Account.
Systembenutzer starten Dienste wie DNS, Mail-Server und Web-Server. Der Grund dafür ist die Sicherheit; wenn die Programme von dem Superuser gestartet werden, können Sie ohne Einschränkungen handeln.
Beispiele von Systembenutzern sind
daemon
,
operator
,
bind
,
news
und
www
.
|
Bei der Verwendung der Gruppe
|
nobody
ist der generische unprivilegierte Systembenutzer. Bedenken Sie aber, dass je mehr Dienste
nobody
benutzen, desto mehr Dateien und Prozesse diesem Benutzer gehören und dieser Benutzer damit umso privilegierter wird.
Benutzer-Accounts sind realen Personen zugeordnet und sind das primäre Mittel des Zugriffs das System. Jede Person, die Zugriff auf das System bekommt, sollte einen eindeutigen Benutzer-Account besitzen. Dies erlaubt es dem Administrator herauszufinden, wer was macht. Gleichzeitig werden die Benutzer daran gehindert, die Einstellungen anderer Benutzer zu zerstören.
Jeder Benutzer kann die eigene Umgebung anpassen, bspw. seine voreingestellte Shell, Editor, Tastenbelegungen und Spracheinstellungen.
Mit jedem Account eines FreeBSD-Systems sind bestimmte Informationen verknüpft:
Der Loginname wird am
login:
Prompt eingegeben. Jeder Benutzer muss einen eindeutigen Benutzernamen haben. Es gibt eine Reihe von Regeln für die Erstellung von gültigen Loginnamen, die in
passwd(5)
dokumentiert sind. Es wird aus Kompatibilitätsgründen empfohlen, Benutzernamen zu verwenden, die aus Kleinbuchstaben bestehen und bis zu acht Zeichen lang sind.
Jeder Account ist mit einem Passwort verknüpft.
Die User ID (UID) ist eine Zahl, die verwendet wird, um die Benutzer auf dem FreeBSD-System eindeutig zu identifizieren. Programme, die einen Loginnamen akzeptieren, wandeln diesen zuerst in eine UID um. Es wird empfohlen, nur UIDs kleiner 65535 zu verwenden, da höhere Werte Kompatibilitätsprobleme mit einigen Anwendungen verursachen können.
Die Group ID (GID) ist eine Zahl, die verwendet wird, um die primäre Gruppe eines Benutzers eindeutig zu identifizieren. Gruppen sind ein Mechanismus zur Steuerung des Zugriffs auf Ressourcen über die GID eines Benutzers anstelle der UID. Dies kann die Größe einiger Konfigurationsdateien signifikant reduzieren und ermöglicht es Benutzern, Mitglied mehreren Gruppen zu sein. Es wird empfohlen, GIDs kleiner 65535 zu verwenden, da höhere Werte bei einigen Anwendungen große Probleme verursachen können.
Login-Klassen erweitern das Gruppenkonzept. Sie erhöhen die Flexibilität des Systems in der Handhabung der verschiedenen Accounts. Login-Klassen werden auch im Login-Klassen konfigurieren diskutiert.
In der Voreinstellung verfallen Passwörter nicht. Allerdings können Passwortwechsel nach einer gewissen Zeit auf Basis einzelner Accounts erzwungen werden.
In der Voreinstellung verfallen unter FreeBSD keine Accounts. Wenn Sie Accounts einrichten, die nur für eine bestimmte Zeit gültig sein sollen, beispielsweise Accounts für Teilnehmer eines Praktikums, können Sie mit pw(8) die Gültigkeitsdauer des Accounts angeben. Nachdem die angegebene Zeitspanne verstrichen ist, kann dieser Account nicht mehr zum Anmelden verwendet werden, obwohl alle Verzeichnisse und Dateien, die diesem Account gehören, noch vorhanden sind.
FreeBSD identifiziert einen Account eindeutig über den Loginnamen, der aber keine Ähnlichkeit mit dem richtigen Namen des Benutzers haben muss. Ähnlich wie bei einem Kommentar, kann diese Information Leerzeichen, Großbuchstaben und mehr als 8 Zeichen enthalten.
Das Heimatverzeichnis gibt den vollständigen Pfad zu dem Verzeichnis an, in dem sich der Benutzer nach erfolgreicher Anmeldung befindet. Es ist üblich, alle Heimatverzeichnisse unter /home/Loginname oder /usr/home/Loginname anzulegen. Im Heimatverzeichnis oder in dort angelegten Verzeichnissen werden die Dateien eines Benutzers gespeichert.
Grundsätzlich ist die Shell, von denen es viele unterschiedliche gibt, eine Schnittstelle zum System. Die bevorzugte Shell eines Benutzers kann seinem Account zugeordnet werden.
Der Superuser-Account, normalerweise
root
genannt, ist vorkonfiguriert und erleichtert die Systemverwaltung, sollte aber nicht für alltägliche Aufgaben wie das Verschicken und Empfangen von Mails, Erforschen des Systems oder Programmierung benutzt werden.
Der Superuser kann, im Gegensatz zu normalen Benutzer-Accounts, ohne Beschränkungen operieren und die falsche Anwendung des Superuser-Accounts kann in spektakulären Katastrophen resultieren. Benutzer-Accounts sind nicht in der Lage, das System versehentlich zu zerstören, deswegen wird empfohlen, normale Benutzer-Accounts zu verwenden, solange nicht zusätzliche Privilegien benötigt werden.
Kommandos, die Sie als Superuser eingeben, sollten Sie immer doppelt und dreifach überprüfen, da ein zusätzliches Leerzeichen oder ein fehlender Buchstabe irreparablen Datenverlust bedeuten kann.
Es gibt mehrere Möglichkeiten Superuser-Rechte zu bekommen. Obwohl man sich direkt als
root
anmelden kann, wird von dieser Methode dringend abgeraten.
Verwenden Sie stattdessen
su(1)
um zum Superuser zu werden. Wenn Sie noch ein
-
eingeben, wird der Benutzer auch die Umgebung des Root-Benutzers erben. Der Benutzer, der diesen Befehl ausführt muss Mitglied der Gruppe
wheel
sein, oder der Befehl schlägt fehl. Zudem muss der Benutzer das Kennwort für den Benutzer-Account
root
kennen.
In diesem Beispiel wird der Benutzer nur zum Superuser, um
make install
auszuführen, da dieser Befehl Superuser-Rechte erfordert. Nachdem der Befehl ausgeführt wurde, kann der Benutzer
exit
eingeben, um den Superuser-Account zu verlassen und zu den Privilegien des Benutzer-Accounts zurückkehren.
% configure
% make
% su -
Password:
# make install
# exit
%
Das in FreeBSD enthaltene su(1) funktioniert gut für einzelne Systeme oder in kleineren Netzwerken, mit nur einem Administrator. Eine Alternative ist es, das Paket oder den Port security/sudo zu installieren. Diese Software bietet eine Protokollierung von Aktivitäten und ermöglicht es dem Administrator zu bestimmen, welche Benutzer welche Befehle als Superuser ausführen dürfen.
FreeBSD stellt eine Vielzahl an Programmen bereit, um Accounts zu verändern. Die gebräuchlichsten Kommandos sind in Programme zur Verwaltung von Benutzer-Accounts gefolgt von einer detaillierten Beschreibung, zusammengefasst. Weitere Informationen und Anwendungsbeispiele finden Sie in der Manualpage des jeweiligen Programms.
| Programm | Zusammenfassung |
|---|---|
|
Das empfohlene Werkzeug, um neue Accounts zu erstellen. |
|
|
Das empfohlene Werkzeug, um Accounts zu löschen. |
|
|
Ein flexibles Werkzeug, um Informationen in der Account-Datenbank zu verändern. |
|
|
Ein Werkzeug, um Passwörter von Accounts zu ändern. |
|
|
Ein mächtiges und flexibles Werkzeug um alle Informationen über Accounts zu ändern. |
adduser
Das empfohlene Programm zum Hinzufügen neuer Benutzer ist adduser(8) . Wenn ein neuer Benutzer hinzugefügt wird, aktualisiert das Programm automatisch /etc/passwd und /etc/group . Es erstellt auch das Heimatverzeichnis für den Benutzer, kopiert die Standardkonfigurationsdateien aus /usr/shared/skel und kann optional eine ,,Willkommen``-Nachricht an den neuen Benutzer versenden. Das Programm muss als Superuser ausgeführt werden.
Das Werkzeug
adduser(8)
arbeitet interaktiv und führt durch die einzelnen Schritte, wenn ein neues Benutzerkonto erstellt wird. Wie in
Einen Benutzer unter FreeBSD anlegen
zu sehen ist, müssen Sie entweder die benötigte Information eingeben oder
Return
drücken, um den Vorgabewert in eckigen Klammern zu akzeptieren. In diesem Beispiel wird der Benutzer in die Gruppe
wheel
aufgenommen, was es ihm erlaubt mit
su(1)
zum Superuser zu werden. Wenn Sie fertig sind, können Sie entweder einen weiteren Benutzer erstellen oder das Programm beenden.
# adduser
Username: jru
Full name: J. Random User
Uid (Leave empty for default):
Login group [jru]:
Login group is jru. Invite jru into other groups? []: wheel
Login class [default]:
Shell (sh csh tcsh zsh nologin) [sh]: zsh
Home directory [/home/jru]:
Home directory permissions (Leave empty for default):
Use password-based authentication? [yes]:
Use an empty password? (yes/no) [no]:
Use a random password? (yes/no) [no]:
Enter password:
Enter password again:
Lock out the account after creation? [no]:
Username : jru
Password : ****
Full Name : J. Random User
Uid : 1001
Class :
Groups : jru wheel
Home : /home/jru
Shell : /usr/local/bin/zsh
Locked : no
OK? (yes/no): yes
adduser: INFO: Successfully added (jru) to the user database.
Add another user? (yes/no): no
Goodbye!
#
|
Wenn Sie das Passwort eingeben, werden weder Passwort noch Sternchen angezeigt. Passen Sie auf, dass Sie das Passwort korrekt eingeben. |
rmuser
Benutzen Sie rmuser(8) als Superuser, um einen Account vollständig aus dem System zu entfernen. Dieses Programm führt die folgenden Schritte durch:
Entfernt den crontab(1) Eintrag des Benutzers, wenn dieser existiert.
Entfernt alle at(1) jobs, die dem Benutzer gehören.
Schließt alle Prozesse des Benutzers.
Entfernt den Benutzer aus der lokalen Passwort-Datei des Systems.
Entfernt optional das Heimatverzeichnis des Benutzers, falls es dem Benutzer gehört.
Entfernt eingegangene E-Mails des Benutzers aus /var/mail .
Entfernt alle Dateien des Benutzers aus temporären Dateispeicherbereichen wie /tmp .
Entfernt den Loginnamen von allen Gruppen, zu denen er gehört, aus /etc/group . Wenn eine Gruppe leer wird und der Gruppenname mit dem Loginnamen identisch ist, wird die Gruppe entfernt. Das ergänzt sich mit den einzelnen Benutzer-Gruppen, die von adduser(8) für jeden neuen Benutzer erstellt werden.
Der Superuser-Account kann nicht mit rmuser(8) entfernt werden, da dies in den meisten Fällen das System unbrauchbar macht.
Als Vorgabe wird ein interaktiver Modus benutzt.
rmuser
# rmuser jru
Matching password entry:
jru:*:1001:1001::0:0:J. Random User:/home/jru:/usr/local/bin/zsh
Is this the entry you wish to remove? y
Remove user's home directory (/home/jru)? y
Removing user (jru): mailspool home passwd.
#
chpass
Jeder Benutzer kann chpass(1) verwenden, um die Shell und persönliche Informationen des Benutzerkontos zu verändern. Der Superuser kann dieses Werkzeug benutzen, um zusätzliche Kontoinformationen für alle Benutzer zu ändern.
Werden neben dem optionalen Loginnamen keine weiteren Optionen angegeben, zeigt chpass(1) einen Editor mit Account-Informationen an. Wenn der Benutzer den Editor verlässt, wird die Account-Datenbank mit den neuen Informationen aktualisiert.
|
Dieses Programm fragt nach dem Verlassen des Editors nach dem Passwort, es sei denn, man ist als Superuser angemeldet. |
In
chpass
als Superuser verwenden
hat der Superuser
chpass jru
eingegeben. Es werden die Felder ausgegeben, die für diesen Benutzer geändert werden können. Wenn stattdessen
jru
diesen Befehl aufruft, werden nur die letzten sechs Felder ausgegeben. Dies ist in
chpass
als normaler Benutzer verwenden
zu sehen.
chpass
als Superuser verwenden
#Changing user database information for jru.
Login: jru
Password: *
Uid [#]: 1001
Gid [# or name]: 1001
Change [month day year]:
Expire [month day year]:
Class:
Home directory: /home/jru
Shell: /usr/local/bin/zsh
Full Name: J. Random User
Office Location:
Office Phone:
Home Phone:
Other information:
chpass
als normaler Benutzer verwenden
#Changing user database information for jru.
Shell: /usr/local/bin/tcsh
Full Name: J. Random User
Office Location:
Office Phone:
Home Phone:
Other information:
|
Die Kommandos
chfn(1)
und
chsh(1)
sind nur Verweise auf
chpass(1)
, genauso wie
ypchpass(1)
,
ypchfn(1)
und
ypchsh(1)
. Da NIS automatisch unterstützt wird, ist es nicht notwendig das
|
Jeder Benutzer kann mit passwd(1) einfach sein Passwort ändern. Um eine versehentliche oder unbefugte Änderung zu verhindern, muss bei einem Passwortwechsel zunächst das ursprüngliche Passwort eingegeben werden, bevor das neue Passwort festgelegt werden kann.
% passwd
Changing local password for jru.
Old password:
New password:
Retype new password:
passwd: updating the database...
passwd: done
Der Superuser kann jedes beliebige Passwort ändern, indem er den Benutzernamen an passwd(1) übergibt. Das Programm fordert den Superuser nicht dazu auf, das aktuelle Passwort des Benutzers einzugeben. Dadurch kann das Passwort geändert werden, falls der Benutzer sein ursprüngliches Passwort vergessen hat.
# passwd jru
Changing local password for jru.
New password:
Retype new password:
passwd: updating the database...
passwd: done
|
Wie bei chpass(1) ist yppasswd(1) nur ein Verweis auf passwd(1) . NIS wird von jedem dieser Kommandos unterstützt. |
pw
Mit dem Werkzeug pw(8) können Accounts und Gruppen erstellt, entfernt, verändert und angezeigt werden. Dieses Kommando dient als Schnittstelle zu den Benutzer- und Gruppendateien des Systems. pw(8) besitzt eine Reihe mächtiger Kommandozeilenschalter, die es für die Benutzung in Shell-Skripten geeignet machen, doch finden neue Benutzer die Bedienung des Kommandos komplizierter, als die der anderen hier vorgestellten Kommandos.
Eine Gruppe ist einfach eine Zusammenfassung von Accounts. Gruppen werden durch den Gruppennamen und die GID identifiziert. Der Kernel von FreeBSD entscheidet anhand der UID und der Gruppenmitgliedschaft eines Prozesses, ob er dem Prozess etwas erlaubt oder nicht. Wenn jemand von der GID eines Benutzers oder Prozesses spricht, meint er damit meistens die erste Gruppe der Gruppenliste.
Die Zuordnung von Gruppennamen zur GID steht in /etc/group , einer Textdatei mit vier durch Doppelpunkte getrennten Feldern. Im ersten Feld steht der Gruppenname, das zweite enthält ein verschlüsseltes Passwort, das dritte gibt die GID an und das vierte besteht aus einer Komma separierten Liste der Mitglieder der Gruppe. Eine ausführliche Beschreibung der Syntax dieser Datei finden Sie in group(5) .
Wenn Sie
/etc/group
nicht von Hand editieren möchten, können Sie
pw(8)
zum Editieren benutzen. Das folgende Beispiel zeigt das Hinzufügen einer Gruppe mit dem Namen
teamtwo
:
# pw groupadd teamtwo
# pw groupshow teamtwo
teamtwo:*:1100:
1100
ist die GID der Gruppe
teamtwo
. Momentan hat
teamtwo
noch keine Mitglieder. Mit dem folgenden Kommando wird der Benutzer
jru
in die Gruppe
teamtwo
aufgenommen.
# pw groupmod teamtwo -M jru
# pw groupshow teamtwo
teamtwo:*:1100:jru
Als Argument von
-M
geben Sie eine Komma separierte Liste von Mitgliedern an, die in die Gruppe aufgenommen werden sollen. Aus den vorherigen Abschnitten ist bekannt, dass die Passwort-Datei ebenfalls eine Gruppe für jeden Benutzer enthält. Das System teilt dem Benutzer automatisch eine Gruppe zu, die aber vom
groupshow
Kommando von
pw(8)
nicht angezeigt wird. Diese Information wird allerdings von
id(1)
und ähnlichen Werkzeugen angezeigt. Das heißt, dass
pw(8)
nur
/etc/group
manipuliert, es wird nicht versuchen, zusätzliche Informationen aus
/etc/passwd
zu lesen.
# pw groupmod teamtwo -m db
# pw groupshow teamtwo
teamtwo:*:1100:jru,db
Die Argumente zur Option
-m
ist eine durch Komma getrennte Liste von Benutzern, die der Gruppe hinzugefügt werden sollen. Anders als im vorherigen Beispiel werden diese Benutzer in die Gruppe aufgenommen und ersetzen nicht die bestehenden Benutzer in der Gruppe.
id
die Gruppenzugehörigkeit bestimmen
% id jru
uid=1001(jru) gid=1001(jru) groups=1001(jru), 1100(teamtwo)
In diesem Beispiel ist
jru
Mitglied von
jru
und
teamtwo
.
In FreeBSD besitzt jede Datei und jedes Verzeichnis einen Satz von Zugriffsrechten. Es stehen mehrere Programme zum Anzeigen und Bearbeiten dieser Rechte zur Verfügung. Ein Verständnis für die Funktionsweise von Zugriffsrechten ist notwendig, um sicherzustellen, dass Benutzer nur auf die von ihnen benötigten Dateien zugreifen können und nicht auf die Dateien des Betriebssystems oder von anderen Benutzern.
In diesem Abschnitt werden die traditionellen Zugriffsrechte von UNIX® beschrieben. Informationen zu feingranularen Zugriffsrechten für Dateisysteme finden Sie im Zugriffskontrolllisten für Dateisysteme (ACL) .
In UNIX® werden die grundlegenden Zugriffsrechte in drei Typen unterteilt: Lesen, Schreiben und Ausführen. Diese Zugriffstypen werden verwendet, um den Dateizugriff für den Besitzer der Datei, die Gruppe und alle anderen zu bestimmen. Die Lese-, Schreib- und Ausführungsberechtigungen werden mit den Buchstaben
r
,
w
und
x
dargestellt. Alternativ können die Berechtigungen als binäre Zahlen dargestellt werden, da jede Berechtigung entweder aktiviert oder deaktiviert (
0
) ist. Wenn die Berechtigung als Zahl dargestellt wird, ist die Reihenfolge immer als
rwx
zu lesen, wobei
r
den Wert
4
hat,
w
den Wert
2
und
x
den Wert
1
.
In Tabelle 4.1 sind die einzelnen nummerischen und alphabetischen Möglichkeiten zusammengefasst. Das Zeichen
-
in der Spalte "Auflistung im Verzeichnis" besagt, dass eine Berechtigung deaktiviert ist.
| Wert | Zugriffsrechte | Auflistung im Verzeichnis |
|---|---|---|
|
0 |
Kein Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen |
|
|
1 |
Kein Lesen, Kein Schreiben, Ausführen |
|
|
2 |
Kein Lesen, Schreiben, Kein Ausführen |
|
|
3 |
Kein Lesen, Schreiben, Ausführen |
|
|
4 |
Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen |
|
|
5 |
Lesen, Kein Schreiben, Ausführen |
|
|
6 |
Lesen, Schreiben, Kein Ausführen |
|
|
7 |
Lesen, Schreiben, Ausführen |
|
Benutzen Sie das Argument
-l
mit
ls(1)
, um eine ausführliche Verzeichnisauflistung zu sehen, die in einer Spalte die Zugriffsrechte für den Besitzer, die Gruppe und alle anderen enthält. Die Ausgabe von
ls -l
könnte wie folgt aussehen:
% ls -l
total 530
-rw-r--r-- 1 root wheel 512 Sep 5 12:31 myfile
-rw-r--r-- 1 root wheel 512 Sep 5 12:31 otherfile
-rw-r--r-- 1 root wheel 7680 Sep 5 12:31 email.txt
Das erste Zeichen (ganz links) der ersten Spalte zeigt an, ob es sich um eine normale Datei, ein Verzeichnis, ein zeichenorientiertes Gerät, ein Socket oder irgendeine andere Pseudo-Datei handelt. In diesem Beispiel zeigt
-
eine normale Datei an. Die nächsten drei Zeichen, dargestellt als
rw-
, ergeben die Rechte für den Datei-Besitzer. Die drei Zeichen danach
r--
die Rechte der Gruppe, zu der die Datei gehört. Die letzten drei Zeichen,
r--
, geben die Rechte für den Rest der Welt an. Ein Minus bedeutet, dass das Recht nicht gegeben ist. In diesem Beispiel sind die Zugriffsrechte also: der Eigentümer kann die Datei lesen und schreiben, die Gruppe kann lesen und alle anderen können auch nur lesen. Entsprechend obiger Tabelle wären die Zugriffsrechte für diese Datei
644
, worin jede Ziffer die drei Teile der Zugriffsrechte dieser Datei verkörpert.
Wie kontrolliert das System die Rechte von Hardware-Geräten? FreeBSD behandelt die meisten Hardware-Geräte als Dateien, welche Programme öffnen, lesen und mit Daten beschreiben können. Diese speziellen Gerätedateien sind in /dev gespeichert.
Verzeichnisse werden ebenfalls wie Dateien behandelt. Sie haben Lese-, Schreib- und Ausführ-Rechte. Das Ausführungs-Bit hat eine etwas andere Bedeutung für ein Verzeichnis als für eine Datei. Die Ausführbarkeit eines Verzeichnisses bedeutet, dass in das Verzeichnis, zum Beispiel mit cd(1) , gewechselt werden kann. Das bedeutet auch, dass in dem Verzeichnis auf Dateien, deren Namen bekannt sind, zugegriffen werden kann, vorausgesetzt die Zugriffsrechte der Dateien lassen dies zu.
Das Leserecht auf einem Verzeichnis erlaubt es, sich den Inhalt des Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Um eine Datei mit bekanntem Namen in einem Verzeichnis zu löschen, müssen auf dem Verzeichnis Schreib- und Ausführ-Rechte gesetzt sein.
Es gibt noch mehr Rechte, aber die werden vor allem in speziellen Umständen benutzt, wie zum Beispiel bei SetUID-Binaries und Verzeichnissen mit gesetztem Sticky-Bit. Mehr über Zugriffsrechte von Dateien und wie sie gesetzt werden, finden Sie in chmod(1) .
Symbolische Zugriffsrechte verwenden Zeichen anstelle von oktalen Werten, um die Berechtigungen für Dateien oder Verzeichnisse festzulegen. Zugriffsrechte verwenden die Syntax Wer , Aktion und Berechtigung . Die folgenden Werte stehen zur Auswahl:
| Option | Symbol | Bedeutung |
|---|---|---|
|
Wer |
u |
Benutzer (user) |
|
Wer |
g |
Gruppe (group) |
|
Wer |
o |
Andere (other) |
|
Wer |
a |
Alle |
|
Aktion |
+ |
Berechtigungen hinzufügen |
|
Aktion |
- |
Berechtigungen entziehen |
|
Aktion |
= |
Berechtigungen explizit setzen |
|
Berechtigung |
r |
lesen (read) |
|
Berechtigung |
w |
schreiben (write) |
|
Berechtigung |
x |
ausführen (execute) |
|
Berechtigung |
t |
Sticky-Bit |
|
Berechtigung |
s |
Set-UID oder Set-GID |
Diese symbolischen Werte werden zusammen mit chmod(1) verwendet. Beispielsweise würde der folgende Befehl den Zugriff auf FILE für alle anderen Benutzer verbieten:
% chmod go= FILE
Wenn Sie mehr als eine Änderung der Rechte einer Datei vornehmen wollen, können Sie eine durch Kommata getrennte Liste der Rechte angeben. Das folgende Beispiel entzieht der Gruppe und der Welt die Schreibberechtigung auf FILE und fügt für jeden Ausführungsrechte hinzu:
% chmod go-w,a+x FILE
Zusätzlich zu den Zugriffsrechten unterstützt FreeBSD auch die Nutzung von "Datei-Flags". Diese erhöhen die Sicherheit des Systems, indem sie eine verbesserte Kontrolle von Dateien erlauben. Verzeichnisse werden allerdings nicht unterstützt. Mit dem Einsatz von Datei-Flags kann sogar
root
daran gehindert werden, Dateien zu löschen oder zu verändern.
Datei-Flags werden mit chflags(1) verändert. Um beispielsweise auf der Datei file1 das "unlöschbar"-Flag zu aktivieren, geben Sie folgenden Befehl ein:
# chflags sunlink file1
Um dieses Flag zu deaktivieren, setzen Sie ein "no" vor
sunlink
:
# chflags nosunlink file1
Um die Flags einer Datei anzuzeigen, verwenden Sie
ls(1)
zusammen mit
-lo
:
# ls -lo file1
-rw-r--r-- 1 trhodes trhodes sunlnk 0 Mar 1 05:54 file1
Einige Datei-Flags können nur vom
root
-Benutzer gesetzt oder gelöscht werden. Andere wiederum können auch vom Eigentümer der Datei gesetzt werden. Weitere Informationen hierzu finden sich in
chflags(1)
und
chflags(2)
.
setuid
,
setgid
, und
sticky
Anders als die Berechtigungen, die bereits angesprochen wurden, existieren drei weitere Einstellungen, über die alle Administratoren Bescheid wissen sollten. Dies sind die Berechtigungen
setuid
,
setgid
und
sticky
.
Diese Einstellungen sind wichtig für manche UNIX®-Operationen, da sie Funktionalitäten zur Verfügung stellen, die normalerweise nicht an gewöhnliche Anwender vergeben wird. Um diese zu verstehen, muss der Unterschied zwischen der realen und der effektiven Benutzer-ID erwähnt werden.
Die reale Benutzer-ID ist die UID, welche den Prozess besitzt oder gestartet hat. Die effektive UID ist diejenige, als die der Prozess läuft. Beispielsweise wird
passwd(1)
mit der realen ID des Benutzers ausgeführt, der sein Passwort ändert. Um jedoch die Passwortdatenbank zu bearbeiten, wird es effektiv als
root
-Benutzer ausgeführt. Das ermöglicht es normalen Benutzern, ihr Passwort zu ändern, ohne einen
Permission Denied
-Fehler angezeigt zu bekommen.
Die setuid-Berechtigung kann durch das Voranstellen bei einer Berechtigungsgruppe mit der Nummer Vier (4) gesetzt werden, wie im folgenden Beispiel gezeigt wird:
# chmod 4755 suidexample.sh
Die Berechtigungen auf suidexample.sh sehen jetzt wie folgt aus:
-rwsr-xr-x 1 trhodes trhodes 63 Aug 29 06:36 suidexample.sh
Beachten Sie, dass ein
s
jetzt Teil der Berechtigungen des Dateibesitzers geworden ist, welches das Ausführen-Bit ersetzt. Dies ermöglicht es Werkzeugen mit erhöhten Berechtigungen zu laufen, wie beispielsweise
passwd
.
|
Die
|
Um dies in Echtzeit zu beobachten, öffnen Sie zwei Terminals. Starten Sie auf einem
passwd
als normaler Benutzer. Während es auf die Passworteingabe wartet, überprüfen Sie die Prozesstabelle und sehen Sie sich die Informationen für
passwd(1)
an:
Im Terminal A:
Changing local password for trhodes
Old Password:
Im Terminal B:
# ps aux | grep passwd
trhodes 5232 0.0 0.2 3420 1608 0 R+ 2:10AM 0:00.00 grep passwd
root 5211 0.0 0.2 3620 1724 2 I+ 2:09AM 0:00.01 passwd
Obwohl
passwd(1)
als normaler Benutzer ausgeführt wird, benutzt es die effektive UID von
root
.
Die
setgid
-Berechtigung führt die gleiche Aktion wie die
setuid
-Berechtigung durch, allerdings verändert sie die Gruppenberechtigungen. Wenn eine Anwendung oder ein Werkzeug mit dieser Berechtigung ausgeführt wird, erhält es die Berechtigungen basierend auf der Gruppe, welche die Datei besitzt und nicht die des Benutzers, der den Prozess gestartet hat.
Um die
setgid
-Berechtigung auf einer Datei zu setzen, geben Sie
chmod(1)
eine führende Zwei (2) mit:
# chmod 2755 sgidexample.sh
Beachten Sie in der folgenden Auflistung, dass das
s
sich jetzt in dem Feld befindet, das für die Berechtigungen der Gruppe bestimmt ist:
-rwxr-sr-x 1 trhodes trhodes 44 Aug 31 01:49 sgidexample.sh
|
Obwohl es sich bei dem in diesen Beispielen gezeigten Shellskript um eine ausführbare Datei handelt, wird es nicht mit einer anderen EUID oder effektiven Benutzer-ID ausgeführt. Das ist so, weil Shellskripte keinen Zugriff auf setuid(2) -Systemaufrufe erhalten. |
Die
setuid
und
setgid
Berechtigungs-Bits können die Systemsicherheit verringern, da sie erhöhte Rechte ermöglichen. Das dritte Berechtigungs-Bit, das
sticky bit
kann die Sicherheit eines Systems erhöhen.
Wenn das
sticky bit
auf einem Verzeichnis angewendet wird, erlaubt es das Löschen von Dateien nur durch den Besitzer der Datei. Dies ist nützlich, um die Löschung von Dateien in öffentlichen Verzeichnissen wie
/tmp
, durch Benutzer denen diese Dateien nicht gehören, zu verhindern. Um diese Berechtigung anzuwenden, stellen Sie der Berechtigung eine Eins (1) voran:
# chmod 1777 /tmp
Das
sticky bit
kann anhand des
t
ganz am Ende der Berechtigungen abgelesen werden.
# ls -al / | grep tmp
drwxrwxrwt 10 root wheel 512 Aug 31 01:49 tmp
Die FreeBSD-Verzeichnishierarchie ist die Grundlage, um ein umfassendes Verständnis des Systems zu erlangen. Das wichtigste Verzeichnis ist das Root-Verzeichnis "/". Dieses Verzeichnis ist das erste, das während des Bootens eingehangen wird. Es enthält das notwendige Basissystem, um das Betriebssystem in den Mehrbenutzerbetrieb zu bringen. Das Root-Verzeichnis enthält auch die Mountpunkte für Dateisysteme, die beim Wechsel in den Multiuser-Modus eingehängt werden.
Ein Mountpunkt ist ein Verzeichnis, in das zusätzliche Dateisysteme (in der Regel unterhalb des Wurzelverzeichnisses) eingehängt werden können. Dieser Vorgang wird in
Festplatten, Slices und Partitionen
ausführlich beschrieben. Standard-Mountpunkte sind
/usr
,
/var
,
/tmp
,
/mnt
sowie
/cdrom
. Auf diese Verzeichnisse verweisen üblicherweise Einträge in
/etc/fstab
. Diese Datei ist eine Tabelle mit verschiedenen Dateisystemen und Mountpunkten, vom System gelesen werden. Die meisten der Dateisysteme in
/etc/fstab
werden beim Booten automatisch durch das Skript
rc(8)
gemountet, wenn die zugehörigen Einträge nicht mit
noauto
versehen sind. Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im
Die
fstab
Datei
.
Eine vollständige Beschreibung der Dateisystem-Hierarchie finden Sie in hier(7) . Die folgende Aufstellung gibt einen kurzen Überblick über die am häufigsten verwendeten Verzeichnisse:
| Verzeichnis | Beschreibung |
|---|---|
|
/ |
Wurzelverzeichnis des Dateisystems. |
|
/bin/ |
Grundlegende Werkzeuge für den Single-User-Modus sowie den Mehrbenutzerbetrieb. |
|
/boot/ |
Programme und Konfigurationsdateien, die während des Bootens benutzt werden. |
|
/boot/defaults/ |
Vorgaben für die Boot-Konfiguration. Weitere Details finden Sie in loader.conf(5) . |
|
/dev/ |
Gerätedateien. Weitere Details finden Sie in intro(4) . |
|
/etc/ |
Konfigurationsdateien und Skripten des Systems. |
|
/etc/defaults/ |
Vorgaben für die System Konfigurationsdateien. Weitere Details finden Sie in rc(8) . |
|
/etc/mail/ |
Konfigurationsdateien von MTAs wie sendmail(8) . |
|
/etc/periodic/ |
Täglich, wöchentlich oder monatlich laufende Skripte, die von cron(8) gestartet werden. Weitere Details finden Sie in periodic(8) . |
|
/etc/ppp/ |
Konfigurationsdateien von ppp(8) . |
|
/mnt/ |
Ein leeres Verzeichnis, das von Systemadministratoren häufig als temporärer Mountpunkt genutzt wird. |
|
/proc/ |
Prozess Dateisystem. Weitere Details finden Sie in procfs(5) und mount_procfs(8) . |
|
/rescue/ |
Statisch gelinkte Programme zur Wiederherstellung des Systems, wie in rescue(8) beschrieben. |
|
/root/ |
Home Verzeichnis von
|
|
/sbin/ |
Systemprogramme und administrative Werkzeuge, die grundlegend für den Single-User-Modus und den Mehrbenutzerbetrieb sind. |
|
/tmp/ |
Temporäre Dateien, die für gewöhnlich bei einem Neustart des Systems verloren gehen. Häufig wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /tmp eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn tmpmfs-bezogene Variablen von rc.conf(5) verwendet werden, oder ein entsprechender Eintrag in /etc/fstab existiert. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8) . |
|
/usr/ |
Der Großteil der Benutzerprogramme und Anwendungen. |
|
/usr/bin/ |
Gebräuchliche Werkzeuge, Programmierhilfen und Anwendungen. |
|
/usr/include/ |
Standard C include-Dateien. |
|
/usr/lib/ |
Bibliotheken. |
|
/usr/libdata/ |
Daten verschiedener Werkzeuge. |
|
/usr/libexec/ |
System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von anderen Programmen ausgeführt werden. |
|
/usr/local/ |
Lokale Programme und Bibliotheken. Die Ports-Sammlung von FreeBSD benutzt dieses Verzeichnis als Zielverzeichnis für Anwendungen. Innerhalb von /usr/local sollte das von hier(7) beschriebene Layout für /usr benutzt werden. Das man Verzeichnis wird direkt unter /usr/local anstelle unter /usr/local/share angelegt. Die Dokumentation der Ports findet sich in share/doc/port . |
|
/usr/obj/ |
Von der Architektur abhängiger Verzeichnisbaum, der durch das Bauen von /usr/src entsteht. |
|
/usr/ports/ |
Die FreeBSD-Ports-Sammlung (optional). |
|
/usr/sbin/ |
System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von Benutzern ausgeführt werden. |
|
/usr/shared/ |
Von der Architektur unabhängige Dateien. |
|
/usr/src/ |
Quelldateien von BSD und/oder lokalen Ergänzungen. |
|
/var/ |
Wird für mehrere Zwecke genutzt und enthält Logdateien, temporäre Daten und Spooldateien. Manchmal wird ein speicherbasiertes Dateisystem unter /var eingehängt. Dieser Vorgang kann automatisiert werden, wenn die varmfs-bezogenen Variablen von rc.conf(5) verwendet werden, oder ein entsprechender Eintrag in /etc/fstab existiert. Weitere Informationen finden Sie in mdmfs(8) . |
|
/var/log/ |
Verschiedene Logdateien des Systems. |
|
/var/mail/ |
Postfächer der Benutzer. |
|
/var/spool/ |
Verschiedene Spool-Verzeichnisse der Drucker- und Mailsysteme. |
|
/var/tmp/ |
Temporäre Dateien, die in der Regel auch bei einem Neustart des Systems erhalten bleiben, es sei denn, bei /var handelt es sich um ein speicherbasiertes Dateisystem. |
|
/var/yp/ |
NIS maps. |
FreeBSD identifiziert Dateien anhand eines Dateinamens. In Dateinamen wird zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden: readme.txt und README.TXT bezeichnen daher zwei verschiedene Dateien. FreeBSD benutzt keine Dateiendungen, um den Typ der Datei zu bestimmen, egal ob es sich um ein Programm, ein Dokument oder um andere Daten handelt.
Dateien werden in Verzeichnissen gespeichert. In einem Verzeichnis können sich keine oder hunderte Dateien befinden. Ein Verzeichnis kann auch andere Verzeichnisse enthalten und so eine Hierarchie von Verzeichnissen aufbauen, die die Ablage von Daten erleichtert.
In Dateinamen werden Verzeichnisse durch einen Schrägstrich (
/
, Slash) getrennt. Wenn z.B. das Verzeichnis
foo
ein Verzeichnis
bar
enthält, in dem sich die Datei
readme.txt
befindet, lautet der vollständige Name der Datei (oder der
Pfad
zur Datei)
foo/bar/readme.txt
. Beachten Sie, dass sich dies von Windows® unterscheidet, wo der
\
(Backslash für die Trennung von Datei- und Verzeichnisnamen verwendet wird. FreeBSD benutzt keine Laufwerkbuchstaben oder Laufwerknamen im Pfad. Beispielsweise würde man unter FreeBSD nicht
c:\foo\bar\readme.txt
eingeben.
Verzeichnisse und Dateien werden in einem Dateisystem gespeichert. Jedes Dateisystem besitzt genau ein Wurzelverzeichnis , das so genannte Root-Directory. Dieses Wurzelverzeichnis kann weitere Verzeichnisse enthalten. Ein Dateisystem wird als Wurzeldateisystem festgelegt, und jedes weitere Dateisystem wird unter dem Wurzeldateisystem eingehangen . Daher scheint jedes Verzeichnis, unabhängig von der Anzahl der Platten, auf derselben Platte zu liegen.
Betrachten wir die drei Dateisysteme
A
,
B
und
C
. Jedes Dateisystem besitzt ein eigenes Wurzelverzeichnis, das zwei andere Verzeichnisse enthält:
A1
,
A2
,
B1
,
B2
,
C1
und
C2
.
Das Wurzeldateisystem soll
A
sein.
ls(1)
zeigt darin die beiden Verzeichnisse
A1
und
A2
an. Der Verzeichnisbaum sieht wie folgt aus:
Ein Dateisystem wird in einem Verzeichnis eines anderen Dateisystems eingehangen. Wir hängen nun das Dateisystem
B
in das Verzeichnis
A1
ein. Das Wurzelverzeichnis von
B
ersetzt nun das Verzeichnis
A1
und die Verzeichnisse des Dateisystems
B
werden sichtbar:
Jede Datei in den Verzeichnissen
B1
oder
B2
kann über den Pfad
/A1/B1
oder
/A1/B2
erreicht werden. Dateien aus dem Verzeichnis
/A1
sind jetzt verborgen. Wenn das Dateisystem
B
wieder
abgehangen
wird (umount), erscheinen die verborgenen Dateien wieder.
Wenn das Dateisystem
B
unter dem Verzeichnis
A2
eingehangen würde, sähe der Verzeichnisbaum so aus:
Die Dateien des Dateisystems
B
wären unter den Pfaden
/A2/B1
und
/A2/B2
erreichbar.
Dateisysteme können übereinander eingehangen werden. Der folgende Baum entsteht, wenn im letzten Beispiel das Dateisystem
C
in das Verzeichnis
B1
des Dateisystems
B
eingehangen wird:
C
könnte auch im Verzeichnis
A1
eingehangen werden:
Sie können sogar mit nur einem großen Dateisystem auskommen. Dies hat mehrere Nachteile und einen Vorteil.
Die Dateisysteme können mit unterschiedlichen Optionen (mount options) eingehangen werden. Beispielsweise kann das Wurzeldateisystem schreibgeschützt eingehangen werden, sodass es für Benutzer nicht möglich ist, versehentlich kritische Dateien zu editieren oder zu löschen. Von Benutzern beschreibbare Dateisysteme wie /home können mit der Option nosuid eingehangen werden, wenn sie von anderen Dateisystemen getrennt sind. Die SUID - und GUID -Bits verlieren auf solchen Dateisystemen ihre Wirkung und die Sicherheit des Systems kann dadurch erhöht werden.
Die Lage von Dateien im Dateisystem wird, abhängig vom Gebrauch des Dateisystems, automatisch von FreeBSD optimiert. Ein Dateisystem mit vielen kleinen Dateien, die häufig geschrieben werden, wird anders behandelt als ein Dateisystem mit wenigen großen Dateien. Mit nur einem Dateisystem ist diese Optimierung unmöglich.
In der Regel übersteht ein FreeBSD-Dateisystem auch einen Stromausfall. Allerdings kann ein Stromausfall zu einem kritischen Zeitpunkt das Dateisystem beschädigen. Wenn die Daten über mehrere Dateisysteme verteilt sind, lässt sich das System mit hoher Wahrscheinlichkeit noch starten. Dies erleichtert das Zurückspielen von Datensicherungen.
Dateisysteme haben eine festgelegte Größe. Es kann passieren, dass Sie eine Partition vergrößern müssen. Dies ist nicht leicht: Sie müssen die Daten sichern, das Dateisystem vergrößert anlegen und die gesicherten Daten zurückspielen.
|
FreeBSD kennt den Befehl growfs(8) , mit dem man Dateisysteme im laufenden Betrieb vergrößern kann. |
Dateisysteme befinden sich in Partitionen (damit sind nicht die normalen MS-DOS®-Partitionen gemeint). Jede Partition wird mit einem Buchstaben von
a
bis
h
bezeichnet und kann nur ein Dateisystem enthalten. Dateisysteme können daher über ihren Mount-Point, den Punkt an dem sie eingehangen sind, oder den Buchstaben der Partition, in der sie liegen, identifiziert werden.
FreeBSD benutzt einen Teil der Platte für den Swap-Bereich , um virtuellen Speicher zur Verfügung zu stellen. Dadurch kann der Rechner Anwendungen mehr Speicher zur Verfügung stellen als tatsächlich eingebaut ist. Wenn der Speicher knapp wird, kann FreeBSD nicht benutzte Daten in den Swap-Bereich auslagern. Die ausgelagerten Daten können später wieder in den Speicher geholt werden (dafür werden dann andere Daten ausgelagert).
Für einige Partitionen gelten besondere Konventionen:
| Partition | Konvention |
|---|---|
|
|
Enthält normalerweise das Wurzeldateisystem. |
|
|
Enthält normalerweise den Swap-Bereich. |
|
|
Ist normalerweise genauso groß wie die Slice in der die Partition liegt. Werkzeuge, die auf der kompletten Slice arbeiten, wie ein Bad-Block-Scanner, können so die
|
|
|
Früher hatte die
|
In FreeBSD werden Festplatten in Slices, welche in Windows® als Partitionen bekannt sind, aufgeteilt und von 1 bis 4 durchnummeriert. Diese werden dann in Partitionen unterteilt, welche wiederum Dateisysteme enthalten und mit Buchstaben benannt werden.
Die Slice-Nummern werden mit vorgestelltem
s
hinter den Gerätenamen gestellt: "da0
s1
" ist die erste Slice auf dem ersten SCSI-Laufwerk. Auf einer Festplatte gibt es höchstens vier Slices. In einer Slice des passenden Typs kann es weitere logische Slices geben. Diese erweiterten Slices werden ab fünf durchnummeriert: "ada0
s5
" ist die erste erweiterte Slice auf einer SATA-Platte. Diese Geräte werden von Dateisystemen benutzt, die sich in einer kompletten Slice befinden müssen.
Slices, "dangerously dedicated"-Festplatten und andere Platten enthalten Partitionen, die mit Buchstaben von
a
bis
h
bezeichnet werden. Der Buchstabe wird an den Gerätenamen gehangen: "da0
a
" ist die
a
-Partition des ersten
da
-Laufwerks. Dieses Laufwerk ist "dangerously dedicated". "ada1s3
e
" ist die fünfte Partition in der dritten Slice der zweiten SATA-Platte.
Schließlich wird noch jede Festplatte des Systems eindeutig bezeichnet. Der Name einer Festplatte beginnt mit einem Code, der den Typ der Platte bezeichnet. Es folgt eine Nummer, die angibt, um welche Festplatte es sich handelt. Anders als bei Slices werden Festplatten von Null beginnend durchnummeriert. Gängige Festplatten-Namen sind in Laufwerk-Codes aufgeführt.
Wenn Sie eine Partition angeben, beinhaltet das den Plattennamen,
s
, die Slice-Nummer und den Buchstaben der Partition. Einige Beispiele finden Sie in
Namen von Platten, Slices und Partitionen
.
Der Aufbau einer Festplatte wird in Aufteilung einer Festplatte dargestellt.
Bei der Installation von FreeBSD legen Sie Slices auf der Festplatte an, erstellen Partitionen für FreeBSD innerhalb der Slice, erstellen ein Dateisystem oder Auslagerungsbereiche und entscheiden, welche Dateisysteme wo eingehangen werden.
| Laufwerkstyp | Gerätename |
|---|---|
|
SATA- und IDE-Festplatten |
|
|
SCSI-Festplatten und USB-Speichermedien |
|
|
SATA- und IDE-CD-ROM-Laufwerke |
|
|
SCSI-CD-ROM-Laufwerke |
|
|
Diskettenlaufwerke |
|
|
Verschiedene proprietäre CD-ROM-Laufwerke |
|
|
SCSI-Bandlaufwerke |
|
|
IDE-Bandlaufwerke |
|
|
RAID-Laufwerke |
Beispiele sind
|
| Name | Bedeutung |
|---|---|
|
ada0s1a |
Die erste Partition (
|
|
da1s2e |
Die fünfte Partition (
|
Das folgende Diagramm zeigt die Sicht von FreeBSD auf die erste SATA-Festplatte des Systems. Die Platte soll 250 GB groß sein und eine 80 GB große Slice (MS-DOS®-Partitionen) sowie eine 170 GB große Slice enthalten. Die erste Slice enthält ein Windows® NTFS-Dateisystem ( C: ), die zweite Slice enthält eine FreeBSD-Installation. Die FreeBSD-Installation in diesem Beispiel verwendet vier Datenpartitionen und einen Auslagerungsbereich.
Jede der vier Partitionen enthält ein Dateisystem. Das Wurzeldateisystem ist die
a
-Partition. In der
d
-Partition befindet sich
/var
und in der
f
-Partition befindet sich
/usr
. Die
c
-Partition bezieht sich auf die gesamte Slice und wird nicht für gewöhnliche Partitionen verwendet.
Ein Dateisystem wird am besten als ein Baum mit der Wurzel / veranschaulicht. /dev , /usr , und die anderen Verzeichnisse im Rootverzeichnis sind Zweige, die wiederum eigene Zweige wie /usr/local haben können.
Es gibt verschiedene Gründe, bestimmte dieser Verzeichnisse auf eigenen Dateisystemen anzulegen. /var enthält log/ , spool/ sowie verschiedene andere temporäre Dateien und kann sich daher schnell füllen. Es empfiehlt sich, /var von / zu trennen, da es schlecht ist, wenn das Root-Dateisystem voll läuft.
Ein weiterer Grund bestimmte Verzeichnisbäume auf andere Dateisysteme zu legen, ist gegeben, wenn sich die Verzeichnisbäume auf gesonderten physikalischen oder virtuellen Platten, wie Network File System oder CD-ROM-Laufwerken, befinden.
Während des Boot-Prozesses (
FreeBSDs Bootvorgang
) werden in
/etc/fstab
aufgeführte Verzeichnisse, sofern sie nicht mit der Option
noauto
versehen sind, automatisch angehangen. Diese Datei enthält Einträge in folgendem Format:
device /mount-point fstype options dumpfreq passno
device
Ein existierender Gerätename wie in Laufwerk-Codes beschrieben.
mount-point
Ein existierendes Verzeichnis, auf dem das Dateisystem gemountet wird.
fstype
Der Typ des Dateisystems, der an
mount(8)
weitergegeben wird. FreeBSDs Standarddateisystem ist
ufs
.
options
Entweder
rw
für beschreibbare Dateisysteme oder
ro
für schreibgeschützte Dateisysteme, gefolgt von weiteren benötigten Optionen. Eine häufig verwendete Option ist
noauto
für Dateisysteme, die während der normalen Bootsequenz nicht angehangen werden sollen. Weitere Optionen finden sich in
mount(8)
.
dumpfreq
Wird von
dump(8)
benutzt, um bestimmen zu können, welche Dateisysteme gesichert werden müssen. Fehlt der Wert, wird
0
angenommen.
passno
Bestimmt die Reihenfolge, in der die Dateisysteme überprüft werden sollen. Für Dateisysteme, die übersprungen werden sollen, ist
passno
auf
0
zu setzen. Für das Root-Dateisystem, das vor allen anderen überprüft werden muss, sollte der Wert von
passno``1
betragen. Allen anderen Dateisystemen sollten Werte größer
1
zugewiesen werden. Wenn mehrere Dateisysteme den gleichen Wert besitzen, wird
fsck(8)
versuchen, diese parallel zu überprüfen.
Lesen Sie fstab(5) für weitere Informationen über das Format von /etc/fstab und dessen Optionen.
Dateisysteme werden mit mount(8) eingehängt. In der grundlegenden Form wird es wie folgt benutzt:
# mount device mountpoint
Dieser Befehl bietet viele Optionen, die in mount(8) beschrieben werden. Die am häufigsten verwendeten Optionen sind:
mount
-a
Hängt alle Dateisysteme aus
/etc/fstab
an. Davon ausgenommen sind Dateisysteme, die mit "noauto" markiert sind, die mit der Option
-t
ausgeschlossen wurden und Dateisysteme, die schon angehangen sind.
-d
Führt alles bis auf den
mount
-Systemaufruf aus. Nützlich ist diese Option in Verbindung mit
-v
. Damit wird angezeigt, was
mount(8)
tatsächlich versuchen würde, um das Dateisystem anzuhängen.
-f
Erzwingt das Anhängen eines unsauberen Dateisystems (riskant) oder die Rücknahme des Schreibzugriffs, wenn der Status des Dateisystems von beschreibbar auf schreibgeschützt geändert wird.
-r
Hängt das Dateisystem schreibgeschützt ein. Dies kann auch durch Angabe von
-o ro
erreicht werden.
Hängt das Dateisystem mit dem angegebenen Typ an, oder hängt nur Dateisysteme mit dem angegebenen Typ an, wenn
-a
angegeben wurde. "ufs" ist das Standarddateisystem.
-u
Aktualisiert die Mountoptionen des Dateisystems.
-v
Geschwätzig sein.
-w
Hängt das Dateisystem beschreibbar an.
Die folgenden Optionen können durch eine Kommata separierte Liste an
-o
übergeben werden:
SetUID und SetGID Bits werden auf dem Dateisystem nicht beachtet. Dies ist eine nützliche Sicherheitsfunktion.
umount(8)
hängt ein Dateisystem ab. Dieser Befehl akzeptiert als Parameter entweder einen Mountpoint, einen Gerätenamen,
-a
oder
-A
.
Jede Form akzeptiert
-f
, um das Abhängen zu erzwingen, und
-v
, um etwas geschwätziger zu sein. Seien Sie bitte vorsichtig mit
-f
, da der Computer abstürzen kann oder es können Daten auf dem Dateisystem beschädigt werden.
Um alle Dateisysteme abzuhängen, oder nur diejenigen, die mit
-t
gelistet werden, wird
-a
oder
-A
benutzt. Beachten Sie, dass
-a
das Root-Dateisystem nicht aushängt.
FreeBSD ist ein Multitasking-Betriebssystem. Jedes Programm, das zu irgendeiner Zeit läuft wird als Prozess bezeichnet. Jedes laufende Kommando startet mindestens einen neuen Prozess. Dazu gibt es eine Reihe von Systemprozessen, die von FreeBSD ausgeführt werden.
Jeder Prozess wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die Prozess-ID ( PID ) genannt wird. Prozesse haben ebenso wie Dateien einen Besitzer und eine Gruppe, die festlegen, welche Dateien und Geräte der Prozess benutzen kann. Die meisten Prozesse haben auch einen Elternprozess, der sie gestartet hat. Beispielsweise ist die Shell ein Prozess. Jedes in Shell gestartete Kommando ist dann ein neuer Prozess, der die Shell als Elternprozess besitzt. Die Ausnahme hiervon ist ein spezieller Prozess namens init(8) , der beim booten immer als erstes gestartet wird und der immer die PID`1` hat.
Manche Programme erwarten keine Eingaben vom Benutzer und lösen sich bei erster Gelegenheit von ihrem Terminal. Ein Webserver zum Beispiel antwortet auf Web-Anfragen und nicht auf Benutzereingaben. Mail-Server sind ein weiteres Beispiel für diesen Typ von Anwendungen. Diese Programme sind als Dämonen bekannt. Der Begriff Dämon stammt aus der griechischen Mythologie und bezeichnet ein Wesen, das weder gut noch böse ist und welches unsichtbar nützliche Aufgaben verrichtet. Deshalb ist das BSD Maskottchen dieser fröhlich aussehende Dämon mit Turnschuhen und Dreizack.
Programme, die als Dämon laufen, werden entsprechend einer Konvention mit einem "d" am Ende benannt. BIND steht beispielsweise für Berkeley Internet Name Domain, das tatsächlich laufende Programm heißt aber
named
. Der Apache Webserver wird
httpd
genannt und der Druckerspool-Dämon heißt
lpd(8)
. Dies ist allerdings nur eine Konvention. Der Dämon der Anwendung Sendmail heißt beispielsweise
sendmail
und nicht
maild
.
Um die Prozesse auf dem System zu sehen, benutzen Sie ps(1) und top(1) . Eine statische Liste der laufenden Prozesse, deren PIDs, Speicherverbrauch und die Kommandozeile, mit der sie gestartet wurden, erhalten Sie mit ps(1) . Um alle laufenden Prozesse in einer Anzeige zu sehen, die alle paar Sekunden aktualisiert wird, so dass Sie interaktiv sehen können was der Computer macht, benutzen Sie top(1) .
In der Voreinstellung zeigt ps(1) nur die laufenden Prozesse, die dem Benutzer gehören. Zum Beispiel:
% ps
PID TT STAT TIME COMMAND
8203 0 Ss 0:00.59 /bin/csh
8895 0 R+ 0:00.00 ps
Die Ausgabe von
ps(1)
ist in einer Anzahl von Spalten organisiert. Die
PID
Spalte zeigt die Prozess-ID. PIDs werden von 1 beginnend bis 99999 zugewiesen und fangen wieder von vorne an. Ist eine PID bereits vergeben, wird diese allerdings nicht erneut vergeben. Die Spalte
TT
zeigt den Terminal, auf dem das Programm läuft.
STAT
zeigt den Status des Programms und
TIME
gibt die Zeit an, die das Programm auf der CPU gelaufen ist. Dies ist nicht unbedingt die Zeit, die seit dem Start des Programms vergangen ist, da die meisten Programme hauptsächlich auf bestimmte Dinge warten, bevor sie wirklich CPU-Zeit verbrauchen. Unter der Spalte
COMMAND
findet sich schließlich die Kommandozeile, mit der das Programm gestartet wurde.
ps(1)
besitzt viele Optionen, um die angezeigten Informationen zu beeinflussen. Eine nützliche Kombination ist
auxww
.
a
zeigt Information über alle laufenden Prozesse aller Benutzer. Der Name des Besitzers des Prozesses, sowie Informationen über den Speicherverbrauch werden mit
u
angezeigt.
x
zeigt auch Dämonen-Prozesse an, und
ww
veranlasst
ps(1)
die komplette Kommandozeile für jeden Befehl anzuzeigen, anstatt sie abzuschneiden, wenn sie zu lang für die Bildschirmausgabe wird.
Die Ausgabe von top(1) sieht in etwa so aus:
% top
last pid: 9609; load averages: 0.56, 0.45, 0.36 up 0+00:20:03 10:21:46
107 processes: 2 running, 104 sleeping, 1 zombie
CPU: 6.2% user, 0.1% nice, 8.2% system, 0.4% interrupt, 85.1% idle
Mem: 541M Active, 450M Inact, 1333M Wired, 4064K Cache, 1498M Free
ARC: 992M Total, 377M MFU, 589M MRU, 250K Anon, 5280K Header, 21M Other
Swap: 2048M Total, 2048M Free
PID USERNAME THR PRI NICE SIZE RES STATE C TIME WCPU COMMAND
557 root 1 -21 r31 136M 42296K select 0 2:20 9.96% Xorg
8198 dru 2 52 0 449M 82736K select 3 0:08 5.96% kdeinit4
8311 dru 27 30 0 1150M 187M uwait 1 1:37 0.98% firefox
431 root 1 20 0 14268K 1728K select 0 0:06 0.98% moused
9551 dru 1 21 0 16600K 2660K CPU3 3 0:01 0.98% top
2357 dru 4 37 0 718M 141M select 0 0:21 0.00% kdeinit4
8705 dru 4 35 0 480M 98M select 2 0:20 0.00% kdeinit4
8076 dru 6 20 0 552M 113M uwait 0 0:12 0.00% soffice.bin
2623 root 1 30 10 12088K 1636K select 3 0:09 0.00% powerd
2338 dru 1 20 0 440M 84532K select 1 0:06 0.00% kwin
1427 dru 5 22 0 605M 86412K select 1 0:05 0.00% kdeinit4
Die Ausgabe ist in zwei Abschnitte geteilt. In den ersten fünf Kopfzeilen finden sich die zuletzt zugeteilte PID, die Systemauslastung (engl. load average), die Systemlaufzeit (die Zeit seit dem letzten Reboot) und die momentane Zeit. Die weiteren Zahlen im Kopf beschreiben wie viele Prozesse momentan laufen, wie viel Speicher und Swap verbraucht wurde und wie viel Zeit das System in den verschiedenen CPU-Modi verbringt. Wenn das ZFS-Kernelmodul geladen ist, dann zeigt die Zeile
ARC
, wie viele Daten aus dem Cache gelesen wurden.
Darunter befinden sich einige Spalten mit ähnlichen Informationen wie in der Ausgabe von ps(1) , beispielsweise die PID, den Besitzer, die verbrauchte CPU-Zeit und das Kommando, das den Prozess gestartet hat. top(1) zeigt in zwei Spalten den Speicherverbrauch des Prozesses an. Die erste Spalte gibt den gesamten Speicherverbrauch des Prozesses an, in der zweiten Spalte wird der aktuelle Verbrauch angegeben.
Die Anzeige wird von
top(1)
automatisch alle zwei Sekunden aktualisiert. Ein anderer Intervall kann mit
-s
spezifiziert werden.
Eine Möglichkeit mit einem laufenden Prozess zu kommunizieren, ist über das Versenden von
Signalen
mittels
kill(1)
. Es gibt eine Reihe von verschiedenen Signalen. Manche haben eine feste Bedeutung, während andere in der Dokumentation der Anwendung beschrieben sind. Ein Benutzer kann ein Signal nur an einen Prozess senden, welcher ihm gehört. Wird versucht ein Signal an einen Prozess eines anderen Benutzers zu senden, resultiert dies in einem Zugriffsfehler mangels fehlender Berechtigungen. Die Ausnahme ist der
root
-Benutzer, welcher jedem Prozess Signale senden kann.
FreeBSD kann auch ein Signal an einen Prozess senden. Wenn eine Anwendung schlecht geschrieben ist und auf Speicher zugreift, auf den sie nicht zugreifen soll, so sendet FreeBSD dem Prozess das
Segmentation Violation
Signal (
SIGSEGV
). Wenn eine Anwendung programmiert wurde, den
alarm(3)
Systemaufruf zu benutzen, um nach einiger Zeit benachrichtigt zu werden, bekommt sie das "Alarm"-Signal (
SIGALRM
) gesendet.
Zwei Signale können benutzt werden, um einen Prozess zu stoppen:
SIGTERM
und
SIGKILL
.
SIGTERM
fordert den Prozess höflich zum Beenden auf. Der Prozess kann das Signal abfangen und hat dann Gelegenheit Logdateien zu schließen und die Aktion, die er durchführte, abzuschließen. In manchen Situationen kann der Prozess
SIGTERM
ignorieren, wenn er eine Aktion durchführt, die nicht unterbrochen werden darf.
SIGKILL
kann von keinem Prozess ignoriert werden. Wird einem Prozess
SIGKILL
geschickt, dann wird FreeBSD diesen sofort beenden.
Andere häufig verwendete Signale sind
SIGHUP
,
SIGUSR1
und
SIGUSR2
. Da diese Signale für allgemeine Zwecke vorgesehen sind, werden verschiedene Anwendungen unterschiedlich auf diese Signale reagieren.
Ändern Sie beispielsweise die Konfiguration eines Webservers, so muss dieser angewiesen werden, seine Konfiguration neu zu lesen. Ein Neustart von
httpd
würde dazu führen, dass der Server für kurze Zeit nicht erreichbar ist. Senden Sie dem Dämon stattdessen das
SIGHUP
-Signal. Es sei erwähnt, dass verschiedene Dämonen sich anders verhalten. Lesen Sie die Dokumentation des entsprechenden Dämonen um zu überprüfen, ob der Dämon bei einem
SIGHUP
die gewünschten Ergebnisse erzielt.
Beim Versenden von anderen Signalen, ersetzen Sie
TERM
oder
KILL
in der Kommandozeile mit dem Namen des Signals.
|
Das zufällige Beenden eines Prozesses kann gravierende Auswirkungen haben. Insbesondere
init(8)
, mit der PID 1, ist ein Spezialfall.
|
Eine
Shell
stellt eine Kommandozeilen-Schnittstelle zur Interaktion mit dem Betriebssystem zur Verfügung. Sie empfängt Befehle von einem Eingabekanal und führt diese aus. Viele Shells bieten eingebaute Funktionen, die die tägliche Arbeit erleichtern, beispielsweise eine Dateiverwaltung, die Vervollständigung von Dateinamen (Globbing), Kommandozeilen-Editor, sowie Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD enthält einige Shells, darunter die Bourne Shell (
sh(1)
) und die verbesserte C-Shell (
tcsh(1)
). Weitere Shells, wie
zsh
oder
bash
, befinden sich in der Ports-Sammlung.
Die verwendete Shell ist letztlich eine Frage des Geschmacks. Ein C-Programmierer, findet vielleicht eine C-artige Shell wie
tcsh(1)
angenehmer. Ein Linux®-Benutzer bevorzugt vielleicht
bash
. Jede Shell hat ihre speziellen Eigenschaften, die mit der bevorzugten Arbeitsumgebung des Benutzers harmonieren kann oder nicht. Deshalb stehen mehrere Shells zur Auswahl.
Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die Dateinamen-Vervollständigung. Nachdem der Benutzer einige Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben hat, vervollständigt die Shell den Rest durch drücken der
Tab
-Taste. Angenommen, Sie haben zwei Dateien
foobar
und
football
. Um
foobar
zu löschen, kann der Benutzer
rm foo
eingeben und
Tab
drücken um den Dateinamen zu vervollständigen.
Die Shell wird lediglich
rm foo
anzeigen. Sie konnte den Dateinamen nicht vervollständigen, da sowohl
foobar
als auch
football
mit
foo
anfangen. Einige Shells geben einen Signalton aus, oder zeigen alle Möglichkeiten an, wenn mehr als ein Name mit dem gegebenen Muster übereinstimmt. Der Benutzer muss dann weitere Zeichen eingeben, damit die Shell den gewünschten Dateinamen bestimmen kann. Durch Eingabe von
t
und erneutes Drücken von
Tab
ist die Shell in der Lage, den gewünschten Dateinamen zu vervollständigen.
Ein weiteres Merkmal der Shell ist der Gebrauch von Umgebungsvariablen. Dies sind veränderbare Schlüsselpaare im Umgebungsraum der Shell, die jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen kann. Daher enthält der Umgebungsraum viele Konfigurationsdaten für Programme. Gebräuchliche Umgebungsvariablen zeigt verbreitete Umgebungsvariablen und deren Bedeutung. Beachten Sie, dass die Namen der Umgebungsvariablen immer in Großbuchstaben geschrieben sind:
| Variable | Beschreibung |
|---|---|
|
|
Name des angemeldeten Benutzers. |
|
|
Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen. |
|
|
Der Name des Xorg-Bildschirms, auf dem Ausgaben erfolgen sollen. |
|
|
Die aktuelle Shell. |
|
|
Name des Terminaltyps des Benutzers. Benutzt, um die Fähigkeiten des Terminals zu bestimmen. |
|
|
Datenbankeintrag der Terminal Escape Codes, benötigt um verschieden Terminalfunktionen auszuführen. |
|
|
Typ des Betriebssystems. |
|
|
Die CPU-Architektur des Systems. |
|
|
Vom Benutzer bevorzugter Text-Editor. |
|
|
Vom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter. |
|
|
Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Manualpages. |
Das Setzen von Umgebungsvariablen unterscheidet sich von Shell zu Shell. In
tcsh(1)
und
csh(1)
wird dazu
setenv
benutzt.
sh(1)
und
bash
benutzen
export
um Umgebungsvariablen zu setzen. Dieses Beispiel für die
tcsh(1)
-Shell setzt die Variable
EDITOR
auf
/usr/local/bin/emacs
:
% setenv EDITOR /usr/local/bin/emacs
Der entsprechende Befehl für
bash
wäre:
% export EDITOR="/usr/local/bin/emacs"
Um eine Umgebungsvariable zu expandieren, geben Sie in der Kommandozeile das Zeichen
$
vor dessen Namen ein. Zum Beispiel gibt
echo $TERM
den aktuellen Wert von`$TERM` aus.
Shells behandeln Spezialzeichen, so genannte Metazeichen, als besondere Darstellungen für Daten. Das häufigste Zeichen ist
*
, das eine beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen repräsentiert. Metazeichen können zur Vervollständigung von Dateinamen (Globbing) benutzt werden. Beispielsweise liefert
echo *
nahezu das gleiche wie
ls
, da die Shell alle Dateinamen die mit
*
übereinstimmen, an
echo
weitergibt.
Um zu verhindern, dass die Shell ein Sonderzeichen interpretiert, schützt man es, indem man einen Backslash (
\
) voranstellt. Zum Beispiel zeigt
echo $TERM
die Einstellung des Terminals an, wohingegen
echo \$TERM
einfach die Zeichenfolge
$TERM
ausgibt.
Der einfachste Weg die Standard Shell zu ändern, ist
chsh
zu benutzen.
chsh
startet den Editor, welcher durch die Umgebungsvariable
EDITOR
gesetzt ist. Standardmäßig ist dies
vi(1)
. Tragen Sie in die Zeile die mit
Shell:
beginnt, den absoluten Pfad der neuen Shell ein.
Alternativ setzt
chsh -s
die Shell, ohne dabei einen Editor aufzurufen. Um die Shell zum Beispiel auf
bash
zu ändern, geben Sie folgenden Befehl ein:
% chsh -s /usr/local/bin/bash
|
Die neue Shell muss in /etc/shells aufgeführt sein. Wurde die Shell aus der FreeBSD Ports-Sammlung installiert, so wie in Installieren von Anwendungen: Pakete und Ports beschrieben, sollte sie automatisch zu dieser Datei hinzugefügt worden sein. Wenn der Eintrag fehlt, nutzen Sie folgenden Befehl, und ersetzen Sie den Pfad mit dem Pfad zur gewünschten Shell:
Danach kann chsh(1) erneut aufgerufen werden. |
Die UNIX®-Shell ist nicht nur ein Kommandozeileninterpreter, sie ist ein leistungsfähiges Werkzeug, das Benutzern die Ausführung von Befehlen ermöglicht. Es kann die Ein- und Ausgabe umleiten und Befehle miteinander verketten, um die finale Ausgabe zu verbessern. Diese Funktionalität, gepaart mit den eingebauten Befehlen, bietet dem Benutzer eine Umgebung, welche die Effizienz erheblich steigern kann.
Als Redirection bezeichnet man die Umleitung der Ein- oder Ausgabe in einen anderen Befehl oder Datei. Um beispielsweise die Ausgabe des Befehls ls(1) in eine Datei zu schreiben, muss die Ausgabe umgeleitet werden:
% ls > Verzeichnis_Ausgabe.txt
Die Datei Verzeichnis_Ausgabe.txt enthält nun den Verzeichnisinhalt. Einige Befehle, wie beispielsweise sort(1) , können verwendet werden um von der Eingabe zu lesen. Wenn Sie die Ausgabe sortieren möchten, müssen Sie die Eingabe umleiten:
% sort < Verzeichnis_Ausgabe.txt
Die Eingabe wird sortiert und auf dem Bildschirm ausgegeben. Um diese Ausgabe wiederum in eine Datei umzuleiten, kann die Ausgabe von sort(1) umgeleitet werden:
% sort < Verzeichnis_Ausgabe.txt > Sortierte_Ausgabe.txt
In den bisherigen Beispielen wurden für die Umleitung Dateideskriptoren verwendet. Jedes UNIX®-System verfügt über drei Dateideskriptoren: Standardeingabe (stdin), Standardausgabe (stdout) und Stardardfehlerausgabe (stderr). Jeder Deskriptor hat einen bestimmten Zweck. Die Eingabe könnte von einer Tastatur, einer Maus oder einem anderen Eingabegerät stammen. Die Ausgabe könnte der Bildschirm oder ein Drucker sein. Die Standardfehlerausgabe wird zur Diagnose und für Fehlermeldungen verwendet. Alle drei Deskriptoren arbeiten I/O basiert und werden häufig als Streams bezeichnet.
Die Verwendung von Deskriptoren erlaubt es der Shell, die Ein- und Ausgabe von verschiedenen Kommandos umzuleiten und zu teilen. Eine weitere Möglichkeit zur Umleitung bietet der Pipe-Operator.
Der UNIX® Pipe-Operator "|" wird verwendet, um die Ausgabe eines Kommandos an ein anderes Programm zu übergeben. Grundsätzlich bedeutet dies, dass die Standardausgabe eines Programms als Standardeingabe für ein weiteres Programm verwendet wird. Ein Beispiel:
% cat Verzeichnis_Auflistung.txt | sort | less
In diesem Beispiel wird der Inhalt von Verzeichnis_Auflistung.txt sortiert und die Ausgabe an less(1) übergeben. Dies erlaubt es dem Benutzer, die Ausgabe Schritt für Schritt und im eigenen Tempo zu betrachten.
Die meiste Konfiguration unter FreeBSD wird durch das Editieren von Textdateien erledigt. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einem Texteditor vertraut zu werden. FreeBSD hat ein paar davon im Basissystem und sehr viel mehr in der Ports-Sammlung.
Ein einfach zu erlernender Editor ist
ee(1)
, was für easy editor steht. Um diesen Editor zu starten, gibt man in der Kommandozeile
ee
filename
ein, wobei
filename
den Namen der zu editierenden Datei darstellt. Einmal im Editor, finden sich alle Editor-Funktionen oben im Display aufgelistet. Das Einschaltungszeichen (
^
) steht für die
Ctrl
(oder
Strg
) Taste, mit
^e
ist also die Tastenkombination
Ctrl
+
e
gemeint. Um
ee(1)
zu verlassen, drücken Sie
Esc
und wählen dann im Hauptmenü
leave editor
aus. Der Editor fragt nach, ob Sie speichern möchten, wenn die Datei verändert wurde.
FreeBSD verfügt über leistungsfähigere Editoren wie vi(1) als Teil des Basissystems. Andere Editoren wie editors/emacs und editors/vim sind Teil der Ports-Sammlung. Diese Editoren bieten höhere Funktionalität, jedoch auf Kosten einer etwas schwierigeren Erlernbarkeit. Das Erlernen eines leistungsfähigeren Editors, wie vim oder Emacs, kann auf lange Sicht Zeit einsparen.
Viele Anwendungen, die Dateien verändern oder Texteingabe erwarten, werden automatisch einen Texteditor öffnen. Um den Standardeditor zu ändern, wird die Umgebungsvariable
EDITOR
gesetzt, wie im Abschnitt
Shells
beschrieben.
Der Begriff Gerät wird meist in Verbindung mit Hardware wie Laufwerken, Druckern, Grafikkarten oder Tastaturen gebraucht. Der Großteil der Meldungen, die beim Booten von FreeBSD angezeigt werden, beziehen sich auf gefundene Geräte. Eine Kopie dieser Bootmeldungen wird in /var/run/dmesg.boot gespeichert.
Jedes Gerät verfügt über einen Gerätenamen und Gerätenummer. Zum Beispiel steht ada0 für die erste SATA Festplatte, während kbd0 die Tastatur repräsentiert.
Auf die meisten Geräte wird unter FreeBSD über spezielle Gerätedateien im /dev Verzeichnis zugegriffen.
Die umfassendste Dokumentation rund um FreeBSD gibt es in Form von Manualpages. Annähernd jedes Programm im System bringt eine kurze Referenzdokumentation mit, die die grundsätzliche Funktion und verschiedene Parameter erklärt. Diese Manuals können mit
man
eingesehen werden:
% man Kommando
Kommando ist der Name des Kommandos, über das man etwas erfahren will. Um beispielsweise mehr über das Kommando ls(1) zu erfahren, geben Sie ein:
% man ls
Die Manualpages sind in nummerierte Sektionen unterteilt, die jeweils ein Thema darstellen. In FreeBSD sind die folgenden Sektionen verfügbar:
Benutzerkommandos.
Systemaufrufe und Fehlernummern.
Funktionen der C Bibliothek.
Gerätetreiber.
Dateiformate.
Spiele und andere Unterhaltung.
Verschiedene Informationen.
Systemverwaltung und -Kommandos.
Kernel Schnittstellen.
In einigen Fällen kann dasselbe Thema in mehreren Sektionen auftauchen. Es gibt zum Beispiel ein
chmod
Benutzerkommando und einen
chmod()
Systemaufruf. Um
man(1)
mitzuteilen, aus welcher Sektion die Information angezeigt werden soll, kann die Sektionsnummer mit angeben werden:
% man 1 chmod
Dies wird Ihnen die Manualpage für das Benutzerkommando chmod(1) zeigen. Verweise auf eine Sektion der Manualpages werden traditionell in Klammern gesetzt. So bezieht sich chmod(1) auf das Benutzerkommando und chmod(2) auf den Systemaufruf.
Wenn das Kommando nicht bekannt ist, kann
man -k
benutzt werden, um nach Schlüsselbegriffen in den Kommandobeschreibungen zu suchen:
% man -k mail
Dieser Befehl zeigt eine Liste von Kommandos, deren Beschreibung das Schlüsselwort "mail" enthält. Die gleiche Funktionalität erhalten Sie auch, wenn Sie apropos(1) benutzen.
Um die Beschreibungen der Kommandos in /usr/bin zu lesen, geben Sie ein:
% cd /usr/bin
% man -f * | more
Dasselbe erreichen Sie durch Eingabe von:
% cd /usr/bin
% whatis * | more
FreeBSD enthält verschiedene Anwendungen und Utilities der Free Software Foundation (FSF). Zusätzlich zu den Manualpages können diese Programme Hypertext-Dokumente enthalten, die
info
-Seiten genannt werden. Diese Dokumente können mit
info(1)
ansehen kann. Wenn
editors/emacs
installiert ist, kann auch der info-Modus von emacs benutzt werden.
Um info(1) zu benutzen, geben Sie ein:
% info
Eine kurze Einführung gibt es mit
h
; eine Befehlsreferenz erhalten Sie durch Eingabe von:
?
.
Last modified on : 18. Februar 2025 by Fernando Apesteguía