Attacken auf Filesharer; Aus China kommen die meisten Infizierungsversuche
12.07.2010
Kirill Kruglov
Vor allem Filesharer stehen derzeit unter Beschuss durch Cyberkriminelle. Das zeigen die Kaspersky Lab Top 20 der Schadprogramme für Juni 2010. Die mit Hilfe des Kaspersky Security Network (KSN) gewonnenen Daten basieren auf Rückmeldungen der Heimanwender-Programme Kaspersky Anti-Virus und Kaspersky Internet Security. Aufgelistet werden zum einen die am weitesten verbreiteten Schad- und Werbeprogramme. Zum anderen zeigt die Aufstellung, mit welchen Schadprogrammen die Anwendercomputer am häufigsten infiziert waren.
Die erste Hitliste präsentiert die am weitesten verbreiteten Schad- und Werbeprogramme (Mal- und Adware), die die Computer der Anwender attackierten:
Position
Positionsänderung
Name
Anzahl infizierter Computer
1
0
Net-Worm.Win32.Kido.ir
304259
2
0
Virus.Win32.Sality.aa
193081
3
0
Net-Worm.Win32.Kido.ih
175811
4
0
Net-Worm.Win32.Kido.iq
141243
5
new
Exploit.JS.Agent.bab
134868
6
-1
Trojan.JS.Agent.bhr
130424
7
-1
Worm.Win32.FlyStudio.cu
102143
8
-1
Virus.Win32.Virut.ce
69078
9
-1
Trojan-Downloader.Win32.VB.eql
57578
10
-1
Worm.Win32.Mabezat.b
47548
11
new
P2P-Worm.Win32.Palevo.fuc
44130
12
-2
Trojan-Dropper.Win32.Flystud.yo
40081
13
new
Worm.Win32.VBNA.b
33235
14
0
Trojan.Win32.Autoit.ci
32214
15
2
Trojan-Downloader.Win32.Geral.cnh
31525
16
-5
Worm.Win32.AutoIt.tc
30585
17
-5
Packed.Win32.Krap.l
29149
18
new
Trojan.Win32.AutoRun.aje
25890
19
return
Email-Worm.Win32.Brontok.q
25183
20
new
Trojan.Win32.Autorun.ke
24809
Die erste Top-20-Liste blieb gegenüber dem Vormonat praktisch unverändert. Die Plätze eins bis vier belegen nach wie vor der Wurm Kido und der Virus Sality. Die einzige Veränderung gegenüber dem Monat Mai ist das neue Exploit Agent.bab auf Platz fünf.
Die neue Modifikation des populären P2P-Worm.Palevo belegte im Juni Platz 11 der Hitliste. Palevo.fuc hat es auf vertrauliche Daten abgesehen, die der Anwender über das Browserfenster eingibt. Eine der wichtigsten Verbreitungswege des Schadprogramms sind Peer-To-Peer-Netzwerke, über die Dateien im Internet ausgetauscht werden können. Der Wurm verbreitet sich unter anderem über BearShare, iMesh, Shareaza und eMule. Seine Verbreitungswege: vielfaches Kopieren in Netzverzeichnisse und allgemeine Netzressourcen, Versenden von Links zum Download über Internet-Pager oder Infizierung über mobile Datenträger unter Verwendung von des Trojaners Win32.Autorun.
Die zweite Hitliste zeigt, mit welchen Schadprogrammen Anwender ihre PCs beim Surfen im Internet am häufigsten infiziert haben. Sie spiegelt also die Schädlingssituation im Internet wider:
Position
Positionsänderung
Name
Anzahl der Downloadversuche
1
0
Trojan-Clicker.JS.Iframe.bb
490331
2
new
Exploit.JS.Agent.bab
341085
3
return
Trojan-Downloader.JS.Pegel.b
220359
4
-2
Exploit.Java.CVE-2010-0886.a
214968
5
0
Trojan.JS.Agent.bhr
77837
6
new
Exploit.JS.Pdfka.clk
74592
7
0
not-a-virus:AdWare.Win32.FunWeb.q
65550
8
new
Exploit.JS.Pdfka.ckp
59680
9
new
Worm.Win32.VBNA.b
57442
10
1
Trojan-Clicker.JS.Agent.ma
54728
11
new
Hoax.HTML.FakeAntivirus.f
50651
12
new
not-a-virus:AdWare.Win32.FunWeb.ds
49720
13
-5
Exploit.JS.CVE-2010-0806.i
48089
14
new
Exploit.JS.Pdfka.clm
45489
15
0
not-a-virus:AdWare.Win32.Shopper.l
44913
16
0
Trojan.JS.Redirector.l
43787
17
-8
Exploit.JS.CVE-2010-0806.b
39143
18
new
Trojan.JS.Agent.bky
36481
19
new
Trojan.JS.Fraud.af
35410
20
-17
Trojan.JS.Redirector.cq
35375
Trotz großer Veränderungen in der Hitliste konnten fünf Schadprogramme aus dem Vormonat, darunter auch der Spitzenreiter, ihre Positionen behaupten.
Die unerwartete Rückkehr von Trojan-Downloader.JS.Pegel.b (Platz 3) erinnert an die Situation, die Kaspersky Lab bereits im April in Bezug auf Trojan-Downloader.JS.Gumblar.x beschrieben hat. Erhöhte Aktivität des Schädlings Pegel registrierte Kaspersky Lab im Februar dieses Jahres, als gleich sechs Vertreter dieser Familie – angeführt von der Modifikation Pegel.b – Plätze in den Top-20 der im Internet am weitesten verbreiteten Schädlinge belegten. In Verbindung mit Pegel.b wurden verschiedene PDF-Exploits sowie das Exploit Java CVE-2010-0886 eingesetzt.
Betrügerische Antiviren-Software
In jüngster Zeit stößt man immer häufiger auf Internet-Seiten, auf denen dem Anwender mitgeteilt wird, dass sich auf seinem Computer eine Vielzahl von Schädlingen tummelt. Gleichzeitig wird eine sofortige Desinfizierung des Rechners angeboten. Im Browser wird das Fenster „Eigene Dateien“ dargestellt, die umgehend nach Viren gescannt werden. Nach Beendigung dieses angeblichen „Scans“ löst der User selbst den Download des „Antiviren-Programms“ aus, und zwar vollkommen unabhängig davon, worauf er klickt – selbst wenn er die Seite schließen will. In den meisten Fällen handelt es sich bei dem angeblichen Antiviren-Programm um den neuesten Vertreter von Erpressungs-Trojanern oder aber um Trojan.Win32.FraudPack. Derartige Seiten sind den Anwendern von Kaspersky-Produkten unter der Bezeichnung Hoax.HTML.FakeAntivirus.f und Trojan.JS.Fraud.af bekannt (beides Neueinsteiger in den Top 20 für Juni).
Zum Schluss noch eine Übersicht aller Länder, aus denen die meisten Infizierungsversuche über das Internet registriert wurden. Dabei führt China mit 21,3 Prozent vor Russland (14,7 %) und Indien (12, 8 %). Deutschland liegt mit 3,5 Prozent auf Platz sechs.