Videoschnitt mit IRdeo
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Kurz-Bedienungsanleitung, Stand : 18. Januar 2000

Artikel : Fernregie, Black Box fr fernbedienten Videoschnitt 
Erschienen in ct 6 + 7/98, Autor : Ekkehard Pofahl, Pofahl@online.de


Die Schnittliste
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Die Schnittliste ist eine Tabelle mit Start- und Stoppzeiten fr die bis zu 
drei Zuspieler. Sie wird in der Videomaske dargestellt.

Die Notation aller Zeiten in der IRdeo-Schnittliste erfolgt in der gngigen 
Form Stunden:Minuten:Sekunden.Bilder. Verkrzte Notationen sind mglich, 
wenn Stunden oder Minuten Null sind. Auch die Angabe der Einzelbilder (0 
bis 24, entsprechend 25 Einzelbildern oder Frames) ist optional. Um auch 
ltere Rekorder mit reinen Zhlwerken (also nicht Stunden:Minuten:Sekunden) 
zu untersttzen ist die Eingabe von dezimalen Zhlwerksangaben mglich.

Zunchst kann man die Schnittliste sehr konventionell fllen, indem man wie 
in einem Editor Werte als Einschnitt- und Ausschnittwerte eintrgt. Damit 
die Werte in der Liste bercksichtigt werden, mu in der ersten Spalte die 
Nummer eines Zuspielers stehen (1,2 oder 3).

Sind diese drei Eingaben erfolgt, wird automatisch die Lnge der Szene 
ausgerechnet und in der Spalte Lnge eingetragen, sofern sie einen 
positiven Wert hat. Die gesamte Dauer des Schnittes wird addiert und in dem 
Feld Gesamtlnge angezeigt.

Durch Auslassen der Kameranummer knnen Szenen erfat und mit Kommentar 
versehen werden, ohne da sie im spteren Zusammenschnitt bercksichtigt 
werden. Auskommentierte Szenen erkennt man daran, da ihre Lnge nicht 
ausgewiesen wird.

Die Schnittlisten werden im Textformat mit der Erweiterung .LST 
gespeichert und knnen auch mit anderen Editoren bearbeitet werden.

Windows Elemente 
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IRdeo versteht die bliche Bedienung von Windows Programmen. 
Die groen Tasten Pfeil hoch und Pfeil runter auf dem Formular haben 
folgende Funktion :
- Inkrementieren und Dekrementieren von Zeitwerten, auf denen der Cursor 
steht, um ein Frame
- In der Betriebsart Schnitt : Verschieben des Ansatzpunktes fr die 
Schnitte

Ein Inkrementieren und Dekrementieren der Zeitwerte kann man auch durch 
Drcken der Kombination Alt Cursor up und Alt Cursor down 
erreichen.

Durch Klick auf einen Tabellenwert wird dieser in den Editiermodus 
geschaltet.

CutIn CutOut
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Neben der beschriebenen manuellen Vorgehensweise knnen die Werte auch 
interaktiv eingetragen werden. Die Taste Cut-In bertrgt neben der 
Nummer des Zuspielers auch die angezeigte Zeit des ausgewhlten Zuspielers 
als Startzeit in die Schnittliste. Um das Erstellen der Schnittliste zu 
vereinfachen bertrgt Cut-In den Befehl Pause an einen angeschlossenen 
Sony Zuspieler, sofern sich der Zuspieler im Pause Modus befindet. Bei 
Panasonic Zuspielern ist diese Funktionalitt noch nicht implementiert.

Nun ist die Cut-In Zeit eingetragen und der Zuspieler luft. Cut-Out 
bertrgt die momentan angezeigte Zeit des Zuspielers in die entsprechende 
Spalte der Tabelle und wechselt den Fokus in die nchste Zeile. Eine 
Steuerung des Zuspielers erfolgt nicht.

Bei einer Fehlbedienung von Cut-In oder Cut-Out erfolgt eine akustische 
Warnung durch den unter Windows eingestellten Ton fr das Standardsignal.

Live-Schnitt
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Der Live-Schnitt ist eine Methode, eine Schnittliste zu erstellen und 
gleichzeitig einen ersten Schnitt zu produzieren. Ist die Taste Live auf 
der Videomaske gedrckt, bertragen die Tasten Cut-In und Cut-Out nicht 
nur die Zeiten des Zuspielers in die Schnittliste, sondern steuern auch den 
Aufnahmerecorder: Cut-In startet ihn, Cut-Out kommandiert  Pause. Auf 
diese Weise wird der sonst einmalige Schnittvorgang frherer Tage als 
Schnittliste protokolliert. Falls dieser erste Schnitt gefllt, dient die 
Schnittliste nur als Dokumentation des Schnittes. Bei Modifikationen ndert 
man die Schnittliste und lt die weiteren Versuche automatisch erstellen.

Eine Option des Live-Schnittes fr Besitzer von Sony-Zuspielern (in der 
Regel Camcorder) besteht darin, mit Cut-In und Cut-Out nicht nur den 
Aufnahmerecorder, sondern auch den Zuspieler zu steuern. Beide Gerte 
werden per Einzelbildschaltung an dem gewnschten Schnittpunkt in 
Pausenstellung gebracht. In dem Feld Pre-Start steht der Wert, den der 
Zuspieler eher starten soll als der Aufnahmerecorder, um zu vermeiden, da 
noch ein Standbild auf dem Aufnahmerecorder erscheint. Dies knnte 
sonst passieren, wenn der Aufnahmerecorder schneller reagieren sollte als 
der Zuspieler. Cut-In startet beide Gerte dann quasi - simultan und 
bertrgt die Zeit in die Schnittliste.

Das bentigte Zeitquentchen, um die Aufnahme eines Standbildes am Ende des 
Schnitts zu vermeiden, lt sich in das Feld Post-Stop eintragen. Cut-
Out stoppt zunchst den Aufnahmerecorder durch den Befehl Pause und die 
Post-Stop Zeit spter den Zuspieler. Ist der Wert in dem Feld Post-Stop 
Null, wird der Zuspieler bei Cut-Out nicht angehalten.

Die Werte Pre-Start und Post-Stop sind in der Regel fr alle Paarungen 
von Zuspieler und Aufnahmerecorder unterschiedlich. Die Darstellung der 
Werte erfolgt in Abhngigkeit von dem eingestellten Zuspielrecorder; somit 
gibt es drei Wertepaare fr drei mgliche Zuspieler. Die Werte werden beim 
Speichern der Schnittliste mit abgespeichert.

Manchmal geht etwas mit der Steuerung schief : falscher Knopf gedrckt 
oder Windows fngt pltzlich an, die Platte aufzurumen. Fr diese Flle 
gibt es die Taste Panikstop. Sie stoppt den aktuellen Zuspieler (sofern 
SONY) und den Aufnahmerecorder, egal in welchem Zustand die Gerte sich 
gerade befinden.

Schneiden
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Der eigentliche Schnitt startet an dem zuletzt in der Schnittliste 
angeklickten Feld durch Bettigen der Taste Schneiden. Ein blauer Balken 
zeigt die momentane Position innerhalb der Schnittliste an. Nun wird der 
Aufnahmerecorder in den Aufnahmepause-Modus gebracht. In dem Feld Aufnahme 
wird ausgewhlt, ob der Aufnahmerecorder mit dem Befehl Pause oder 
Aufnahme wieder in den Zustand Aufnahme kommandiert wird.

Das Feld Aufnahme blinkt grn, solange auf den Einschnittpunkt gewartet 
wird. Unterhalb des Feldes Aufnahme zeigt ein Countdown-Timer die Zeit 
an, die bis zum nchsten Befehl (Aufnahme oder Aufnahmepause) noch 
verstreichen mu.
Erreicht der Countdown-Timer den Wert Null, wird der Recorder gestartet. 
Danach blinkt das Feld Aufnahme rot, bis der Aufnahmerecorder wieder 
gestoppt wird. Das Display des Countdown-Timers wird schon einige Sekunden, 
bevor der Zhler Null erreicht hat, angehalten, damit der Update des Bildes 
nicht die Genauigkeit des Schnittes beeintrchtigt.

Die Zeit des Countdown-Timers ist rot unterlegt, wenn die Countdown Zeit 
negativ wird : ohne Zurckspulen kann die Einschnittzeit nicht erreicht 
werden. 

Lernen
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Die Infrarotbefehle zum Steuern des Aufnahmerecorders sind in der Datei 
VIDEO_IR.CDX, die bei jedem Aufruf von IRdeo geladen wird, gespeichert und 
mssen einmalig gelernt werden. Mindestens mssen die Befehle Pause und, 
je nach Bauart, der Befehl Aufnahme gelernt werden. Dazu klickt man 
Lernen in der Infrarotbox an und drckt die zu lernende Taste. Der 
Lernvorgang ist identisch zu dem Vorgang, wie er in dem ersten Teile des 
Artikels beschrieben ist; allerdings macht die Eingabe von Makrobefehlen 
keinen Sinn und ist deswegen gesperrt. Ob die Infrarotcodes erfolgreich 
gelernt wurden, kann man durch Bettigen der Knpfe testen, nachdem man den 
Lernmodus durch nochmaliges Drcken des Lernen Kstchens wieder verlassen 
hat.
Mchte man die Codes von mehreren Aufnahmerecorder vorhalten, sollte man 
VIDEO_IR.CDX als Datei im Fernsteuerteil von IRdeo laden und dann unter 
anderem Namen speichern. Mit dem Laden Befehl im Infrarotfenster auf der 
Video Maske knnen andere Fernsteuerdateien geladen werden, die dann die 
momentane Datei VIDEO_IR.CDX berschreiben. Diese Dateien mssen im Aufbau 
der Bedienungsknpfen dem Design von VIDEO_IR.CDX entsprechen; ein Beispiel 
ist die Datei VCR_PANA.CDX fr einige Panasonic Recorder. Die Codes werden 
nach ihrer Position zugeordnet, eine Auswertung der Knopfbeschriftung 
erfolgt nicht. berzhlige Knpfe werden ignoriert.

Bestimmen der Offsetwerte 
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Damit Schnitte mglichst bildgenau gelingen, mssen die Zeitkonstanten t 
Aufnahme  und t Pause des verwendeten Recorders sehr genau bestimmt 
werden. Dies erfolgt anhand von Testschnitten und gelingt trotz der langen 
bertragungszeiten von Infrarotbefehlen sehr genau. Dazu sollte man das 
Datendisplay der Zuspieler einschalten, so da der Zhlerstand des 
Zuspielers mit auf dem berspielten Bild erscheint. Untersttzt der 
Zuspieler dieses sehr ntzliche Einblenden des Zhlers nicht, kann man sich 
mit dem Abfilmen einer Stoppuhr behelfen, und diese Aufnahmen zum Einmessen 
des Recorders berspielen. In beiden Fllen kann man die Schnittliste 
einmess.lst verwenden. Diese Schnittliste besteht aus mehreren Schnitten 
mit 5 Sekunden Dauer. Zunchst setzt man t Aufnahme  und t Pause auf 
Null. Die Schnitte sind so angelegt, da bei spteren Betrachten des 
Schnittergebnisses in Einzelbildschaltung jeweils fnf Bilder vor und nach 
dem Umspringen der Cut-In und Cut-Out Zeit zu erkennen sein mssen. Nach 
zwei bis drei Durchlufen mte die Zeit so gut bestimmt sein, da mit den 
so bestimmten Zeiten ein (fast) bildgenaues Schneiden mglich ist.

Einstellung des Zhlwerkes
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Fr reproduzierbare Schnitte mssen nicht nur die Totzeiten des 
Aufnahmerecorders stimmen, sondern der Zuspieler mu auch einen eindeutigen 
Zeitcode liefern. Die einfachste Methode dazu besteht darin, eine 
Videocassette an den Anfang zurckzuspulen und das Zhlwerk auf Null zu 
stellen. Die Fernsteuerbox auf der VIDEO Maske bietet dazu in der linken 
oberen Ecke den Befehl Null an (Symbol der grnen Leuchtdiode). Wegen 
groer mechanischer Beanspruchung der Bandanfangstellen ist es jedoch 
besser, jede Videocassette zunchst mit circa 30 Sekunden Belanglosem zu 
fllen, und am Ende dieses Intros das Zhlwerk auf Null zu setzen. Auch 
hierfr bietet die VIDEO Maske mit den Befehlen Bild vor und Bild 
zurck (die oft nicht auf den Fernbedienungen zu finden sind) die 
entsprechende Hilfestellung. Diese Hilfestellung von der Video Maske aus 
ist zur Zeit auf Sony beschrnkt.

Timecode
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Die Einhaltung der Zeitwerte ist bei jedem Gert ohne sogenannten 
Timecode ein Problem. Denn mit jeder Manipulation des Laufwerks (Start, 
Stop, Spulen, Einzelbild) verliert der Zhlerstand des Videogertes 
Genauigkeit. Deswegen ist auch ein Programm, das mit groem Komfort 
Zhlerstnde in Schnittlisten bernimmt nur dann eine Hilfe, wenn die 
Genauigkeit nicht durch viele vorherige Operationen inakzeptabel geworden 
ist. Dieses Problem verschwindet, wenn statt des Zhlerstandes ein Timecode 
zur Festlegung der Schnitte benutzt wird. Der Timecode ist fest mit dem 
Videosignal verbunden und unabhngig von Manipulationen am Laufwerk. 
Whrend die IRdeo Hardware  natrlich  auch einen Timecode untersttzt, 
wird er in der Software noch nicht untersttzt.

Sonstiges
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Problematisch kann der Schnitt nur dann werden, wenn der Aufnahmerecorder 
lngere Zeit in Aufnahmepause gehalten wird. Die meisten Rekorder schalten 
dann zur Schonung von Kopftrommel und Videoband nach ca. 5 Minuten ab. 
Sollten Stellen lnger als 5 Minuten ausgelassen werden, kann kurz die 
Sequenz Aufnahme und unmittelbar hinterher Pause per Fernbedienung 
gegeben werden.


              Viel Spass mit IRdeo !


P.S.: Bei gengender Nachfrage mu IRdeo mit der Version 1.0 noch nicht am 
Ende seines Lebenszyklus angekommen sein. Ovationen, Wnsche und Bug-
Reports bitte an : Pofahl@online.de, bzw. ber die ct Redaktion.

