19.8. Audiodaten komprimieren

Unkomprimierte Audiodaten in CD-Qualität belegen pro Minute fast 10 MB. Um diese Datenmengen drastisch zu komprimieren wurde am Fraunhofer IIS das MP3-Verfahren entwickelt. Bedauerlicherweise ist dieses Verfahren patentiert. Firmen, die MP3-Encoder vertreiben, müssen daher Lizenzgebühren zahlen. Unter Linux wurde zwar der sehr leistungsfähige MP3-Encoder Lame entwickelt. Leider dürfen wir jedoch diesen Encoder nicht in unsere Distribution aufnehmen, obwohl der Quellcode von Lame unter GPL steht. Über die rechtliche Lage können Sie sich zum Beispiel auf der Webseite des Projekts unter http://lame.sourceforge.net informieren. Die Benutzung von Lame ist in einigen Ländern, darunter Deutschland und den USA, ausschließlich zu Forschungszwecken gestattet.

Ein freies komprimierendes Audioformat ist Ogg Vorbis (Paket vorbis-tools). Das Ogg-Format wird inzwischen von den meisten Audio-Playern unterstützt. Die Webseite des Projekts ist http://www.xiph.org/ogg/vorbis. Im Paket vorbis-tools sind auch ein Encoder und einfacher Player enthalten. Der Encoder wird von der Kommandozeile mit oggenc gestartet. Als einziger Parameter muss die zu komprimierende WAV-Datei übergeben werden. Mit der Option -h erhalten Sie eine Übersicht über weitere Parameter. In der aktuellen Versionen unterstützt der Ogg-Encoder auch die Kodierung mit variabler Bitrate. Auf diese Weise kann bei eine noch höhere Komprimierung erreicht werden. Man kann statt der Bitrate auch den Parameter -q für die gewünschte Qualität angeben. Alternativ lässt sich auch weiterhin der Parameter für die Bitrate angeben. Mit dem Parameter -b wird die durchschnittliche Bitrate festgelegt. Mit -m und -M kann die minimale und maximale Bitrate spezifiziert werden.

Ein Ogg-Player für die Kommandozeile ist ogg123. Dem Programm muss ein Device für die Wiedergabe übergeben werden. Sie starten das Programm mit einem Befehl wie ogg123 -d alsa09 mysong.ogg.