18.2. Einrichtung

CapiSuite benutzt die CAPI-Programmierschnittstelle für ISDN-Hardware. Da diese erst seit kurzer Zeit für Linux verfügbar ist, stehen passende Treiber bisher noch nicht für alle üblichen ISDN-Karten zur Verfügung. Für die weit verbreiteten ISDN-Karten der Firma AVM sind sie bereits verfügbar und können auch bequem über YaST eingerichtet werden. Näheres dazu finden Sie im Kapitel zur ISDN-Konfiguration und in den Hilfetexten des entsprechenden YaST-Moduls.

Ein einfacher Test für die Funktionsfähigkeit des CAPI-Treibers stellt der Aufruf des Kommandos capiinfo als Benutzer root dar. Erscheinen hier ausführliche Informationen über die Fähigkeiten der ISDN-Karte, ist der Treiber korrekt eingerichtet und CapiSuite kann installiert und genutzt werden.

Um CapiSuite einzurichten, installieren Sie bitte zunächst im YaST-Softwareinstallationsmodul das Paket capisuite. Nähere Informationen zur Installation von Software finden Sie im entsprechenden Abschnitt des YaST-Kapitels.

[Warning]Warnung

Zum Redaktionsschluss stand noch nicht fest, ob CapiSuite im Lieferumfang der Personal-Edition berücksichtigt werden kann. Das Paket steht natürlich in jedem Fall trotzdem auf dem SUSE-Internetserver zum Download zur Verfügung. Eine entsprechende Installationsanleitung wird gegebenenfalls auf der Homepage des CapiSuite-Projektes unter http://www.capisuite.de veröffentlicht.

Nach der Installation finden Sie in YaST zwei Module zur Einrichtung der Fax- und Anrufbeantworterfunktionen. Diese werden im folgenden näher beschrieben.

18.2.1. Faxdienste einrichten

Durch Aufruf des YaST-Moduls Fax aus der Gruppe Netzwerkgeräte erhalten Sie eine Maske mit einer Benutzerliste und Buttons zum Bearbeiten der Listeneinträge. In der Liste sehen Sie die bereits eingerichteten Benutzer für das Faxsystem. Die hier genutzten CapiSuite-Skripte erlauben einen Mehrbenutzerbetrieb, wobei jeder eingerichtete Benutzer Faxe empfangen und senden kann. Beim Empfang wird anhand der angewählten Nummer entschieden, welcher Benutzer das Fax erhält. Beim ersten Start dieses Moduls ist die Liste natürlich zunächst leer.

Abbildung 18.1. YaST-Modul zur Einrichtung der Faxfunktion

YaST-Modul zur Einrichtung der Faxfunktion

Möchten verschiedene Benutzer Faxe mit CapiSuite empfangen, so stellen Sie sicher, dass die für die Benutzer eingetragenen Rufnummern verschieden sind und alle Nummern dem Anschluss, mit dem die ISDN-Karte verbunden ist, zugeordnet wurden (dies ist vor allem wichtig, wenn Sie eine ISDN-Telefonanlage verwenden).

[Tip]Tipp

Möchten Sie unter einer Nummer Faxe und normale Anrufe empfangen, so verwenden Sie dafür bitte ausschließlich das Anrufbeantwortermodul, das eine integrierte Faxerkennung und Faxempfang bietet (siehe 18.2.2. “Anrufbeantworter einrichten”).

Mit Hilfe der unter der Liste angeordneten Buttons lassen sich vorhandene Einträge bearbeiten und löschen oder neue Einträge anlegen. Wenn Sie einen neuen Eintrag anlegen (oder einen vorhandenen bearbeiten) wollen, so erhalten Sie einen Dialog, in der Sie die folgenden Daten eintragen können:

Abbildung 18.2. Faxfunktion: Benutzereinstellungen

Faxfunktion: Benutzereinstellungen
User

Hier können Sie den Systembenutzer auswählen, für den Sie die Faxfunktion aktivieren wollen. An diesen Benutzeraccount werden auch die eingegangene Faxe und Statusberichte verschickt.

Faxnummern

In diesem Feld muss mindestens eine Rufnummer, die dem Benutzer für Faxanrufe zugeordnet wurde, eingegeben werden. Auch die Eingabe mehrerer Rufnummern, die durch Kommata getrennt werden, ist möglich. Alle Faxe, die an diese Nummern gesendet werden, werden dem User per Email zugesandt. Die erste Rufnummer wird zur Identifikation bei ausgehenden Faxen genutzt.

StationID

Das Fax-Protokoll benutzt zur Identifizierung der Geräte eine eigene im Protkoll übertragene ID, die im Normalfall die externe Rufnummer des Faxgeräts in internationaler Darstellung enthalten sollte. Ein Beispiel für eine gültige StationID wäre +49 89 123456 für den Faxanschluss 123456 in München, Deutschland. Die Maximallänge dieses Eintrags beträgt 20 Zeichen – erlaubt sind Ziffern, Leerzeichen und das + für den Beginn der Ländervorwahl.

Kopfzeile

In diesem Feld kann ein beliebiger Text eingegeben werden, der als Kopfzeile für die versandten Faxe dient. Ob und wie dieser Text auf dem versandten Dokument dargestellt wird, ist abhängig vom jeweiligen ISDN-Treiber.

Aktion

Bei der Standardeinstellung MailAndSave wird ein empfangenes Fax im System gespeichert und dem Benutzer als Email zugestellt. Soll er keine Email erhalten, so sorgt SaveOnly dafür, dass das Fax lediglich auf der Festplatte abgelegt wird. Diese Option wird nur erfahrenen Benutzern empfohlen.

Durch Drücken von OK werden die Eingaben übernommen, während Verwerfen die Maske ohne Übernahme der Änderungen schließt.

18.2.2. Anrufbeantworter einrichten

Die verwendeten Standardskripte bieten ebenfalls einen komfortablen, mehrbenutzerfähigen Anrufbeantworter. Dieser kann durch Starten des YaST-Moduls Anrufbeantworter aus der Gruppe Netzwerkgeräte konfiguriert werden.

Abbildung 18.3. YaST-Modul zur Einrichtung des Anrufbeantworter

YaST-Modul zur Einrichtung des Anrufbeantworter

Analog zur Faxkonfiguration sehen Sie hier eine Liste mit den bereits eingerichteten Benutzern, die beim ersten Start leer ist. Anhand der eingestellten Rufnummer wird unterschieden, an welchen Benutzer der aufgezeichnete Anruf geschickt wird. Daher ist es auch hier erforderlich, für jeden Benutzer eine eigene Telefonnumer einzutragen. Die Einstellung der individuellen Benutzeransage ist hier nicht möglich – die Aufnahme erfolgt später über die Fernabfragefunktion des eingerichteten Anrufbeantworters.

Der Anrufbeantworter verfügt über eine automatische Erkennung von Stille, die nach 5 Sekunden ohne Geräusche die Aufnahme abbricht.

[Tip]Tipp

Eingehende Faxanrufe werden durch den Anrufbeantworter in den meisten Fällen ebenfalls automatisch erkannt und empfangen. Allerdings kann diese Automatik insbesondere im Zusammenspiel mit älteren Faxgeräten versagen, so dass eine getrennte Rufnummer für den Faxempfang – falls möglich – stets vorzuziehen ist.

Die Buttons Hinzufügen, Bearbeiten und Löschen erlauben die Verwaltung der Einträge.

Die Maske zum Anlegen eines neuen oder zum Bearbeiten eines vorhandenen Eintrags enthält hier folgende Felder:

Abbildung 18.4. Anrufbeantworter: Benutzereinstellungen

Anrufbeantworter: Benutzereinstellungen
User

Hier wird der Systembenutzer ausgewählt, für den der Anrufbeantworter eingerichtet werden soll. Jeder eingerichtete Benutzer bekommt eine oder mehrere eigene Rufnummern zugewiesen. Auf diesen Rufnummern eingegangene Anrufe werden dem Benutzer dann per Mail zugestellt.

Telefonnummern

Erlaubt die Festlegung der Rufnummern, unter denen Nachrichten für diesen Benutzer aufgezeichnet werden. Da der Anrufbeantworter eine automatische Faxerkennung besitzt, können auch Faxe an die angegebenen Rufnummern gesandt werden. Mehrere Rufnummern werden durch Kommata getrennt.

Wartezeit

Dieser in Sekunden angegebene Wert legt fest, nach welcher Zeit der Anrufbeantworter einen eingehenden Anruf annimmt. Sie können entweder einen Wert aus der Liste auswählen oder einen beliebigen anderen Wert selbst festlegen.

Dauer

Bestimmt die maximale Aufnahmedauer des Anrufbeantworters, also die Maximallänge eines aufgezeichneten Anrufes in Sekunden. Im Normalfall ist dieser Wert von untergeordneter Bedeutung, da die Aufnahme meist durch Auflegen des Anrufers beendet wird. Um jedoch überlange Aufnahmen auszuschliessen, bietet es sich trotzdem an, diesen Wert auf eine sinnvolle Zeit - beispielsweise zwei Minuten (120 Sekunden) festzulegen.

Aktion

Der Anrufbeantworter beherrscht verschiedene Verarbeitungsarten für eingegangene Nachrichten. Bei der Standardeinstellung MailAndSave wird eine Nachricht aufgenommen, im System gespeichert und dem Benutzer als Email zugestellt. Möchte man keine Email erhalten, so sorgt SaveOnly dafür, dass die Nachricht lediglich auf der Festplatte abgelegt wird. Diese Option wird nur erfahrenen Benutzern empfohlen. Durch die Auswahl von None wird die Aufnahme von Nachrichten dagegen komplett deaktiviert - es wird nur die Ansage abgespielt und anschliessend aufgelegt.

PIN

Dieses Feld nimmt eine persönliche Identifikationsnummer (Personal Identification Number = PIN) für die Fernabfrage auf. Hier kann ein Zahlencode beliebiger Länge angegeben werden. Wird dieser während der Ansage eingetippt, kommt der Anrufer ins Fernabfragemenü. Wird in diesem Feld nichts eingegeben, ist die Fernabfrage deaktiviert.

Mit OK können Sie die Änderungen übernehmen, Verwerfen schließt den Dialog ohne Übernahme der Änderungen.