9.2. Die Leitungen von KPilot

Alle Leitungen des KPilot können im Menü Einstellungen->Leitungen konfigurieren aktiviert und konfiguriert werden. Verfügbar für die verschiedenen Funktionen des Handhelds sind folgende Leitungen:

Adressbuch-Leitung

Diese Leitung regelt die Verbindung der Adressen-Applikation des Handheld mit dem Rechner. Im KDE steht das Programm KDE-Adressbuch zur Verfügung, um die Adressen weiter zu verwalten. Dieses finden Sie im Hauptmenü oder Sie rufen es mit dem Befehl kaddressbook auf.

KPilot-Einrichtung für KNotes

Mit dieser Leitung können Sie Notizen, die Sie mit dem Programm KNotes angelegt haben, auf den Handheld in die Merkzettel übertragen. Rufen Sie dieses Programm über das Hauptmenü oder mit dem Befehl knotes auf.

KPilot-Einrichtung: Ausgaben

Die Ausgaben-Leitung ermöglicht es, Daten aus dem Kosten-Programm des Handhelds auf den Desktop zu übernehmen. Diese Leitung kann neben der Ausgabe in einer Komma separierten Liste (CSV) auch direkt die Datenbanken PostgreSQL und MySQL ansprechen.

Terminplaner-Aufgaben, Terminplaner-Kalender

Diese beiden Leitungen sind für die Synchronisierung der Aufgaben- und Kalender-Module des Handhelds zuständig. Als Desktop-Programm wird das Programm KOrganizer verwendet. Mehr Informationen dazu finden Sie im Abschnitt 10. Terminverwaltung mit KOrganizer.

Zeitabgleich-Leitung

Wenn diese Leitung aktiviert ist, wird die Uhrzeit des Handheld bei jedem Sync nach der aktuellen Rechneruhrzeit gestellt. Sinnvoll ist dies vor allem dann, wenn die Uhr des Rechners mit Hilfe eines Zeitservers laufend korrigiert wird.

Abbildung 9.1. Das Konfigurationsfenster zu den verfügbaren Leitungen

Das Konfigurationsfenster zu den verfügbaren Leitungen

9.2.1. Einrichten des Pilot Gerätes

Die Verbindung zu Ihrem Handheld muss auch manuell konfiguriert werden. Die Konfiguration hängt davon ab, auf welche Art die Tischhalterung (Cradle) des Handhelds mit dem Rechner verbunden wird. Man unterscheidet hier zwischen USB Cradle und seriellem Cradle. Die Konfiguration kann vom Administrator (dem Benutzer root) für den Rechner oder vom Benutzer für seine persönliche Konfiguration vorgenommen werden.

9.2.1.1. Einrichtung unter KPilot

Die Einrichtung des Cradle in KPilot geschieht im Menü Einstellungen->KPilot einrichten. Dort müssen Sie die Variable Pilot-Gerät für Ihr Cradle anpassen. Wenn Sie ein USB Cradle haben, dann wählen Sie hier das Device /dev/ttyUSB0, ansonsten müssen Sie abhängig von der verwendeten seriellen Schnittstelle entweder /dev/ttyS0 oder /dev/ttyS1 verwenden. Die Übertragungsgeschwindigkeit beträgt normalerweise 57600. Als Pilot-Benutzer sollten Sie den Benutzer auswählen, der auch im Handheld eingetragen ist. Dieser wird im Zweifelsfall beim ersten Sync nochmals nachgefragt. Vergleichen Sie hierzu auch Abbildung 9.2. “Einrichtung von KPilot”.

Abbildung 9.2. Einrichtung von KPilot

Einrichtung von KPilot

9.2.1.2. Einrichtung des /dev/pilot Device

Wenn Sie die Konfiguration Ihres Cradle als Benutzer vorgenommen haben, dann können Sie auf die Einrichtung von /dev/pilot verzichten. Da aber ein Cradle von einem Handheld meist bezogen auf einen Rechner installiert wird, lohnt es sich, diese Konfiguration vom Administrator erledigen zu lassen.

[Important]Wichtig

Die folgenden Konfigurationen können nur vom Systemadministrator durchgeführt werden. Eine Konfiguration durch den Benutzer ist nicht möglich. Beachten Sie, dass jeder Benutzer, der danach KPilot verwenden möchte auch in der Gruppe uucp sein muss.

USB Cradle

Um ein USB Cradle anzusprechen, benötigt man einen symbolischen Link von /dev/ttyUSB? nach /dev/pilot. Hierzu müssen Sie zunächst herausfinden, an welchem USB Device das Cradle hängt. Sofern Sie keine seriellen USB Geräte neben dem Handheld verwenden, ist dies das Device /dev/ttyUSB0. Danach können Sie z.B. für das Device /dev/ttyUSB0 den Link mit folgendem Befehl anlegen:

ln -s /dev/ttyUSB0 /dev/pilot
Serielles Cradle

Auch beim seriellen Cradle müssen Sie wissen, an welcher Schnittstelle das Cradle hängt. Diese Devices heißen /dev/ttyS?. Die Zählung beginnt ebenso wie bei den USB Devices bei dem Wert 0. Um ein Cradle, das am ersten seriellen Port hängt zu konfigurieren benötigen Sie folgenden Befehl:

ln -s /dev/ttyS0 /dev/pilot

9.2.2. Die Konfiguration der KDE-Adressbuch Leitung

Die Leitung zum KDE-Adressbuch ist so voreingestellt, dass sie zunächst nur aktiviert werden muss. Mit einem nachfolgenden Sync werden alle Daten mit dem Handheld abgeglichen. Sie haben die Möglichkeit, das Verhalten dieser Leitung näher zu spezifizieren. Dies betrifft Aktionen bei Adresskonflikten, die Speicherung archivierter Einträge und die Zuordnung von bestimmten Feldern im Handheld zu Einträgen in KDE-Adressbuch.

9.2.3. Verwaltung von Aufgaben und Terminen

Sowohl Aufgaben, als auch Termine werden im KDE-Desktop mit Hilfe von KOrganizer verwaltet. Starten Sie das Programm aus dem Hauptmenü oder mit dem Befehl korganizer. Die KPilot-Leitungen für Terminplaner und Aufgaben müssen nach ihrer Aktivierung zunächst konfiguriert werden.

Abbildung 9.3. KPilot Konfiguration

KPilot Konfiguration

KOrganizer legt seine Daten im Verzeichnis ~/.kde/share/apps/korganizer ab. Das Verzeichnis .kde/ wird im Dateibrowser, der durch Auswählen gestartet wird, nicht angezeigt, da es mit einem Punkt beginnt. Sie müssen den Pfad daher entweder manuell eingeben oder aber den Browser so einrichten, dass auch versteckte Dateien angezeigt werden. Standardmäßig können Sie den Browser mit der Funktionstaste F8 auf dieses Verhalten umstellen.

Im Verzeichnis ~/.kde/share/apps/korganizer müssen Sie eine Datei wählen, die von KOrganizer als Kalender-Datei erkannt wird. Als Beispiel soll die Datei palm.ics gewählt werden. Der komplette Dateiname ist für einen Benutzer tux dann /home/tux/.kde/share/apps/korganizer/palm.ics wie auch in Abbildung 9.4. “Pfad zur KOrganizer Konfigurationsdatei” ersichtlich.

Abbildung 9.4. Pfad zur KOrganizer Konfigurationsdatei

Pfad zur KOrganizer Konfigurationsdatei

Beachten Sie, dass das Programm KOrganizer während des Datenabgleichs mit dem Handheld nicht laufen darf, da KPilot sonst den Abgleich nicht durchführt.