4.6. Netzwerk-Dienste

In dieser Gruppe befinden sich überwiegend Werkzeuge für den Profi bzw. für den Systemadministrator. Wenn Sie SUSE LINUX Personal Edition besitzen, werden Sie einige der angesprochenen Tools nicht in dieser Gruppe finden, da sie nur in der Professional Edition installiert sind.

[Important]Wichtig

Die Tools LDAP-Client, NIS-Server, NIS-Client, NIS+-Client und Proxy sollen hier nicht besprochen werden, da Sie absolute Expertentools sind und i. d. R. nur in Firmennetzwerken zum Einsatz kommen. Nähere Informationen über diese Module finden Sie im Administrationshandbuch.

4.6.1. Hostname und DNS

Interessant ist für den Heimanwender, dass er hier den Namen seines Rechners und seinen Domainnamen ändern kann. Hat er für sein DSL, Modem oder seinen ISDN-Zugang den Provider korrekt konfiguriert, sieht er hier in der Liste der Name-Server Eintragungen, die automatisch vorgenommen wurden, da sie aus den Providerdaten ausgelesen wurden. Falls Sie sich in einem lokalen Netzwerk befinden, erhalten Sie wahrscheinlich Ihren Hostnamen über DHCP. Lassen Sie in diesem Fall den Namen unverändert.

4.6.2. NFS-Client und NFS-Server

Diese beiden Werkzeuge benötigen Sie nur, wenn Sie sich in einem Netzwerk befinden. In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, unter Linux einen so genannten Fileserver zu betreiben, auf den die Mitglieder Ihres Netzwerkes zugreifen können. Auf diesem Fileserver stellen Sie z. B. bestimmte Programme und Dateien oder auch Speicherplatz für die Benutzer zur Verfügung. In dem Modul NFS-Server legen Sie dann fest, dass Ihr Rechner als NFS-Server fungieren soll und welche Verzeichnisse exportiert, d. h. von den Benutzern des Netzwerks benutzt werden können. Den NFS-Server sollte nur ein Experte einrichten! Falls Sie einen solchen Server aufsetzen wollen, finden Sie eine Kurzanleitung im Administrationshandbuch unter Linux im Netzwerk -> NFS.

Jeder Benutzer (der die Rechte dazu erteilt bekommt), kann dann diese Verzeichnisse in seinen eigenen Dateibaum hineinmounten. Dies macht er am komfortabelsten mit dem Modul NFS-Client. Dort muss der Benutzer lediglich den Hostnamen des als NFS-Server fungierenden Rechners eintragen, das Verzeichnis, das von dem Server exportiert wird und den Mountpunkt, unter dem es auf dem eigenen Computer eingehängt werden soll. Wählen Sie dazu im ersten Dialogfenster Hinzufügen und tragen Sie dann die genannten Angaben ein (siehe Abb. 4.22. “Konfiguration des NFS-Clients”).

Abbildung 4.22. Konfiguration des NFS-Clients

Konfiguration des NFS-Clients

4.6.3. Konfiguration eines Samba-Servers

Richten Sie einen Samba-Server ein, um Ressourcen wie Dateien oder Drucker mit Windows-Rechnern zu teilen. Definieren Sie in der erste Maske, welche Rolle der Samba-Server übernehmen soll. Sie können Ihn deaktivieren, als Datei- und Druckserver verwenden, als Backup Domain Controller oder Primary Domain Controller einsetzen. Ein Datei- und Druckserver stellt nur Verzeichnisse und Drucker zur Verfügung. Ein Domain Controller erlaubt seinen Clients sich auf einer Windows-Domain einzuloggen. Der Primary Domain Controller verwaltet selbst Benutzer und Passwörter, ein Backup Domain Controller dagagen verwendet einen anderen Domain Controller zur Authentifizierung der Benutzer. Weiterführende Informationen zu Samba finden Sie im Administrationshandbuch.

Haben Sie den Verwendungszweck festgelegt, tragen Sie die Windows-Domain oder Workgroup ein. Sie können auch über die Schaltfläche Auswählen alle bestehenden Domains und Workgroups anzeigen lassen. Unter Server-Beschreibung geben Sie einen Text ein, der dann allen Clients angezeigt wird. Über die Schaltfläche Authentifizierung gelangen Sie zum erweiterten Konfigurationsdialog. Legen Sie hier die Art der Benutzerauthentifizierung fest. Aktivieren Sie die Checkbock smbpasswd werden alle Benutzer und deren Passwörter in der Datei smbpasswd abgespeichert. Entscheiden Sie sich dagegen für LDAP, werden die Benutzerinformationen auf einem LDAP-Server abgelegt, den Sie über die Eingabefelder mit Servernamen, BaseDN und AdministrationDN spezifizieren. Detaillierte Informationen zu LDAP finden Sie im Administrationshandbuch. Testen Sie die LDAP-Verbindung über die entsprechende Schaltfläche oder geben Sie, wenn erforderlich, das LDAP-Administrationspasswort ein.

Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen und klicken auf Weiter, legen Sie im Folgedialog die Ressourcen fest. Aktivieren Sie die Checkbox Homes freigeben, erscheinen die Heimatverzeichnisse der Benutzer als Windows-Shares auf den Clients. Aktivieren Sie die Checkbox Drucker freigeben können Sie über die Schaltfläche Auswählen einzelne verfügbare Drucker freigeben.

4.6.4. Konfiguration eines Samba-Clients

Konfigurieren Sie einen Samba-Client, um einfach auf Ressourcen (Dateien oder Drucker) auf dem Samba-Server zuzugreifen. Tragen Sie im Dialog Samba Workgroup die Domain oder Arbeitsgruppe ein. Über die Schaltfläche Auswählen werden alle verfügbaren Gruppen und Domains angezeigt. Sie können dann mit Mausklick auswählen. Aktivieren Sie die Checkbox SMB-Informationen auch für die Linux-Authentifizierung verwenden wird die Benutzerauthentifizierung über den Samba-Server laufen. Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen, klicken Sie auf Beenden, um die Konfiguration abzuschließen.

4.6.5. NTP Client

NTP (Network Time Protocol) ist ein Protokoll, um die Uhrzeit von Rechnern über ein Netzwerk zu synchronisieren. Mit dem entsprechenden YaST-Modul können Sie durch Hinzufügen einen Typ auswählen. Es stehen eine Reihe von Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung, von denen Server und Funkuhr am Häufigsten verwendet werden dürften. Bei Funkuhr wird allerdings zusätzlich eine entsprechende Hardware benötigt.

Wird Server angewählt, müssen Sie die Adresse eines NTP-Servers eingeben. Normalerweise wird dies von Ihrem Systemadministrator bereits vorgegeben. Sie können jedoch auch einen öffentlichen NTP-Server angeben, den Sie unter http://www.eecis.udel.edu/~mills/ntp/servers.html finden können. Bestätigen Sie mit OK.

Um den NTP-Daemon beim Systemstart zu starten, wählen Sie When booting system an. Ihre Einstellungen sichern Sie mit Beenden.

Weitere Informationen erhalten Sie im Administrationshandbuch.

4.6.6. Routing

Dieses Tool benötigen Sie ebenfalls nur, wenn Sie sich in einem lokalen Netzwerk befinden oder mittels einer Netzwerkkarte mit dem Internet verbunden sind, z.B. bei DSL. Im Kapitel 4.5.5. “DSL” ist bereits erwähnt, dass die Gatewayangabe bei DSL nur für die korrekte Konfiguration der Netzwerkkarte von Bedeutung ist, die Eintragungen aber nur Dummies darstellen, die keine Funktion haben. Wichtig wird dieser Wert nur, wenn Sie sich in einem lokalen Netzwerk befinden und einen eigenen Rechner als Gateway (sozusagen das Tor zum Internet) benutzen.

4.6.7. Mail Transfer Agent

Mit diesem Konfigurationsmodul können Sie Ihre Mail-Einstellungen anpassen, wenn Sie Ihre E-Mails mit sendmail, postfix oder mittels des SMTP-Servers Ihres Providers versenden. Mail herunterladen können Sie mit dem Programm fetchmail, zu dem Sie hier ebenfalls die Daten des POP3- oder IMAP-Servers Ihres Providers eintragen können.

Alternativ können Sie in einem Mail-Programm Ihrer Wahl, z.B. KMail (siehe Kapitel 16. KMail – Das Mailprogramm von KDE), einfach Ihre POP- und SMTP-Zugangsdaten einstellen, wie Sie es bisher gewohnt waren (Empfang mit POP3, Versand mit SMTP). Sie benötigen dann dieses Modul nicht.

4.6.7.1. Verbindungsart

Falls Sie Ihre Mail-Einstellungen über YaST vornehmen wollen, verlangt das System im ersten Dialog des E-Mail-Dialogs die Angabe der gewünschten Verbindungsart ins Internet. Sie haben folgende Alternativen:

Permanent

Wünschen Sie eine Standleitung ins Internet, wählen Sie diese Option. Ihr Rechner wird ununterbrochen online sein, so dass keine separate Einwahl nötig ist. Befindet sich Ihr System innerhalb eines lokalen Netzwerks mit zentralem Mail-Server zum E-Mail-Versand, wählen Sie ebenfalls diese Option, um permanenten Zugang zu Ihren E-Mails zu gewährleisten.

Einwahl

Dieser Menüpunkt betrifft alle Benutzer, die zuhause einen Rechner haben, der keinem Netzwerk angehört und sich gelegentlich per Modem, ADSL, T-DSL oder ISDN ins Internet einwählen.

Keine Verbindung

Wenn Sie keinen Internetzugang haben und auch keinem Netz angehören, können Sie keine E-Mails verschicken oder empfangen.

Zusätzlich können Sie per Checkbox die Virusüberprüfung Ihrer eingehenden und ausgehenden E-Mails durch AMaViS aktivieren. Das entsprechende Paket wird automatisch installiert, sobald Sie die Mail-Filterung aktivieren. In den weiteren Dialogen legen Sie den ausgehenden Mail-Server (i.A. der SMTP-Server Ihres Providers) und die Parameter für eingehende Mail fest. Verwenden Sie eine Einwahlverbindung (dial-up), können Sie verschiedene POP- bzw. IMAP-Server zum Mail-Empfang durch unterschiedliche Benutzer angeben. Schließlich können Sie über diesen Dialog optional zusätzlich Aliasnamen vergeben, Masquerading einstellen oder virtuelle Domains anlegen. Mit Beenden verlassen Sie die Mail-Konfiguration.

4.6.8. Netzwerkdienste (inetd)

Mit diesem Werkzeug können Sie einstellen, welche Netzwerkdienste, z. B. telnet, finger, talk, ftp usw., beim Booten von SUSE LINUX gestartet werden. Sie bewirken, dass sich andere von außen mit Ihrem Rechner über diese Dienste verbinden können. Für jeden Dienst können Sie zudem unterschiedliche Parameter einstellen. Standardmäßig wird der übergeordnete Dienst, der die einzelnen Netzdienste verwaltet (inetd oder xinetd) nicht gestartet.

Nach Start dieses Moduls wählen Sie aus, welchen der beiden Dienste Sie konfigurieren wollen. Im folgenden Dialog entscheiden Sie per Radiobutton, ob inetd (bzw. xinetd) gestartet werden soll. Der (x)inetd Daemon kann mit einer Standardauswahl an Netzwerkdiensten gestartet werden, oder aber Sie stellen eine selbstdefinierte Auswahl an Diensten zusammen, indem Sie der bestehenden Auswahl Dienste hinzufügen oder bestehende löschen bzw. bearbeiten.

[Warning]Warnung

Es handelt sich um ein Expertentool! Nehmen Sie hier nur Änderungen vor, wenn Sie sich mit Netzwerkdiensten auskennen!