4.3. Software

4.3.1. Installationsquelle wechseln

Die Installationsquelle ist das Medium, auf dem die zu installierende Software zur Verfügung steht. YaST kann eine ganze Reihe solcher Quellen verwalten und erlaubt deren gezielte Auswahl für Installation oder Update.

Nach dem Start des Moduls wird eine Liste angezeigt, die alle bisher registrierten Quellen enthält. Nach einer normalen CD-Installation ist dort üblicherweise nur die Installations-CD gelistet. Mit Hinzufügen können Sie aber weitere Quellen in diese Liste aufnehmen, wobei nicht nur Wechselmedien wie CD und DVD möglich sind, sondern auch Netzwerk-Verbindungen wie NFS und FTP. Sogar Verzeichnisse auf der lokalen Festplatte können als Installationsmedium verwendet werden (Lesen Sie bitte den ausführlichen YaST-Hilfetext).

YaST kann bei der Installation oder bei einem Update mehrere Installationsquellen berücksichtigen. Deshalb haben alle hier registrierten Quellen einen Aktivierungszustand, der in der ersten Spalte der Liste angegeben ist. Mit Aktivieren oder Deaktivieren können Sie einzelne Quellen ein- oder ausschalten. Bei der Installation von Software-Paketen oder bei einem Update sucht YaST dann aus allen aktivierten Installationsquellen die Passende aus.

Wenn Sie das Modul mit Schließen verlassen, werden die aktuellen Einstellungen gespeichert und gelten dann für die Konfigurationsmodule Software installieren oder löschen und System-Update.

Abbildung 4.2. Installationsquelle wechseln

Installationsquelle wechseln

4.3.2. YaST-Online-Update

Das YaST-Online-Update (YOU) ermöglicht die Installation von wichtigen Updates und Verbesserungen. Auf dem SUSE-FTP-Server und verschiedenen Mirror-Servern werden die entsprechenden Patches zum Herunterladen bereitgelegt. Über das Auswahlfeld Installationsquelle können Sie zwischen verschiedenen Servern wählen. Wenn Sie dort einen Server auswählen, wird die zugehörige URL in das Eingabefeld darunter kopiert und kann dort noch editiert werden. Sie können hier auch lokale URLs im Stil von „file:/mein/pfad“ (oder auch nur /mein/pfad) angeben. Die bereits vorhandene Liste kann mit Neuer Server um zusätzliche Server erweitert werden. Mit Server editieren lassen sich die Einstellungen des aktuell gewählten Servers ändern.

Die Option Manuelle Auswahl von Patches ist beim Start des Moduls aktiviert, damit Sie für jeden einzelnen Patch bestimmen können, ob er geladen werden soll oder nicht. Wollen Sie unbesehen alle verfügbaren Update-Pakete anwenden, dann deaktivieren Sie bitte diese Option. Dies kann aber je nach Bandbreite der Verbindung und der zu übertragenden Datenmenge zu langen Ladezeiten führen.

Wenn Sie die Checkbox Alle Patches vom Server neu laden aktivieren, werden alle verfügbaren Patches, installierbare Pakete und Beschreibungen vom Server geholt. Ist diese Box nicht aktiviert (Standard), erhalten Sie nur jene Patches, die noch nicht auf Ihrem System installiert sind.

Zusätzlich gibt es eine Möglichkeit, Ihr System automatisch immer auf dem neuesten Stand zu halten. Mit Vollautomatisches Update konfigurieren kann ein Prozess eingerichtet werden, der täglich selbstständig nach neuen Updates sucht und diese ggf. anwendet. Dieser Vorgang läuft dann vollautomatisch ab, ohne dass Sie irgend etwas dafür tun müssen. Damit dies funktionieren kann, muss natürlich zum gegebenen Zeitpunkt eine Verbindung zum Update-Server hergestellt werden können (z. B. Internet-Verbindung).

Beim manuellen Update (Voreinstellung) wird nach einem Klick auf Weiter eine Liste aller verfügbaren Patches geladen und anschließend der Paket-Manager (s. Abschnitt 4.3.4. “Software installieren oder löschen”) gestartet. Dort ist dann automatisch der Filter für YOU-Patches aktiviert, und Sie können auswählen, welche Updates installiert werden sollen. Einige der verfügbaren Patches sind i.d.R. beim Start schon angewählt, weil deren Anwendung i.A. sinnvoll ist. Diesen Vorschlag sollten Sie normalerweise übernehmen.

Wenn Sie Ihre Auswahl getroffen haben, klicken Sie im Paket-Manager auf Akzeptieren. Es werden dann alle gewählten Updates vom Server heruntergeladen und anschließend auf Ihrem Rechner installiert. Beides kann je nach Verbindungsqualität und Rechenleistung eine Weile dauern. Falls dabei Fehler auftreten, werden diese in einem Fenster angezeigt und Sie können das entsprechende Paket ggf. überspringen. Manche Patches öffnen vor der Installation noch ein Fenster zur Darstellung von Detailinformationen. Sie haben dann meist die Wahl, ob Sie das Paket wirklich installieren oder überspringen wollen.

Während die Updates geladen und installiert werden, können Sie im Protokollfenster alle Aktionen verfolgen. Nach der erfolgreichen Installation aller Patches verlassen Sie mit Beenden den YOU-Dialog. Falls Sie die geladenen Update-Dateien nach der Installation nicht noch anderweitig verwenden wollen, sollten Sie mit Quellpakete nach dem Update entfernen die Löschung dieser Dateien veranlassen. Abschließend wird noch das Programm SuSEconfig ausgeführt, um die Konfiguration Ihres Systems den neuen Gegebenheiten anzupassen.

Abbildung 4.3. YaST: Online-Update

YaST: Online-Update

Zusätzlich zur üblichen Bedienung über die YaST-Oberfläche können Experten das YaST Online Update auch von der Kommandozeile eines Konsolfensters aufrufen. In diesem Fall werden die gewünschten Aktionen durch Kommandozeilen-Parameter wie folgt angegeben: online_update [Kommandozeilenparameter]. Die möglichen Parameter werden in der nachfolgenden Liste zusammen mit ihrer Bedeutung dargestellt.

-u URL

Basis-URL des Verzeichnisbaumes, aus dem die Patches geladen werden sollen.

-g

Patches nur herunterladen, jedoch nicht installieren.

-i

Bereits geladene Patches installieren, jedoch nichts herunterladen.

-k

Prüfen, ob neue Patches vorhanden sind.

-c

Aktuelle Konfiguration anzeigen, sonst nichts weiter tun.

-p Produkt

Produkt, für das Patches geholt werden sollen.

-v Version

Produktversion, für die Patches geholt werden sollen.

-a Architektur

Basisarchitektur des Produktes, für das Patches geholt werden sollen.

-d

Trockenlauf“ (dry run). Patches holen und Installation simulieren. (System bleibt unverändert, für Testzwecke).

-n

Keine Signaturprüfung der heruntergeladenen Dateien.

-s

Liste der verfügbaren Patches anzeigen.

-V

Verbose-Modus. Gibt Ablaufmeldungen aus.

-D

Debug-Modus für Experten und zur Fehlersuche.

4.3.3. Patch-CD-Update

Im Gegensatz zum Online-Update werden hier die Patches nicht vom ftp-Server geholt, sondern von CD eingespielt (diese CD erhalten Kunden des SUSE Linux Enterprise Servers). Der Vorteil ist, dass das Update mit der CD viel schneller geht. Wenn die Patch-CD eingelegt ist, werden im Dialog dieses YaST-Moduls alle Patches, die sich auf der CD befinden, eingelesen und angezeigt. Aus der Patch-Liste können Sie auswählen, welche Pakete installiert werden sollen. Falls Sie vergessen haben sollten, die CD in das Laufwerk zu legen, erscheint eine entsprechende Meldung. Legen Sie dann die CD ein und starten Sie das Patch-CD-Update neu.

4.3.4. Software installieren oder löschen

Mit diesem Modul können Sie Software auf Ihrem Rechner installieren, deinstallieren und aktualisieren. Für das Verständnis der Hintergründe bei der Pflege des Software-Bestandes auf Ihrem System können ein paar einführende Worte hilfreich sein.

4.3.4.1. Grundsätzliches zu Software unter Linux

Unter Linux ist Software in Form von Paketen verfügbar. Ein Paket enthält normalerweise alles, was zu einem bestimmten Programm (zum Beispiel ein Editor, ein Compiler usw.) gehört. Dies umfasst i. d. R. das Programm selbst, zugehörige Konfigurationsdateien und eine entsprechende Dokumentation. Weil unter Linux die Quelldateien eines Programmes üblicherweise auch verfügbar sind, gibt es meist ein zugehöriges Paket mit diesen Programmquellen. Die Quellen werden zum Betrieb eines Programmes zwar nicht benötigt, jedoch kann deren Installation sinnvoll sein, wenn man aus bestimmten Gründen eine individuelle, angepasste Version des Programmes erzeugen möchte. Unter Linux kann und darf man das!

Einige Pakete haben eine funktionale Abhängigkeit zu anderen Paketen. Dies bedeutet, dass die Software eines Paketes nur dann zufriedenstellend funktionieren kann, wenn gleichzeitig auch ein anderes Paket installiert ist (Paket-Abhängigkeit). Darüber hinaus müssen bei manchen Paketen schon für die Installation (also nicht erst zum Betrieb) gewisse andere Pakete installiert sein, zum Beispiel weil die Installationsroutine Gebrauch von bestimmten Tools machen möchte. Wenn solche Pakete installiert werden sollen, muss daher auch noch eine gegebene Reihenfolge beachtet werden. Weiterhin gibt es für manchen Zweck auch mehrere Pakete, die Gleiches oder Ähnliches leisten. Wenn solche Pakete dieselbe Systemressource verwenden, dürfen sie natürlich nicht gleichzeitig installiert werden (Paket-Konflikt). Abhängigkeiten und Konflikte können dabei nicht nur zwischen zwei Paketen existieren, sondern lange Ketten bilden, die in pathologischen Fällen recht unüberschaubar sind. Erschwerend kommt hinzu, dass oft auch die jeweilige Version der Pakete für eine reibungslose Zusammenarbeit entscheidend ist.

All diese Bedingungen müssen beim Installieren, Deinstallieren und Aktualisieren von Software berücksichtigt werden. Glücklicherweise stellt YaST ein überaus leistungsfähiges Werkzeug für diesen Zweck bereit, das Software-Installationsmodul oder kurz: Paket-Manager. Der Paket-Manager verschafft sich beim Start ein aktuelles Bild vom System und kennt daher die bereits installierten Pakete und zeigt sie an. Wenn Sie nun aus der angebotenen Paketvielfalt weitere Pakete zur Installation auswählen, verfolgt der Paket-Manager automatisch (oder auf Anfrage) die o. g. Abhängigkeiten und selektiert ggf. ebenso automatisch weitere Pakete dazu (Auflösung von Abhängigkeiten). Auch wenn Sie versehentlich konkurrierende Pakete auswählen, weist Sie der Paket-Manager auf diesen Umstand hin, und bietet gleichzeitig Vorschläge an, um das Problem zu lösen (Auflösung von Konflikten). Wenn Sie versehentlich ein Paket zum Löschen auswählen, das von anderen bereits installierten Paketen benötigt wird, erhalten Sie auch hier einen entsprechenden Hinweis mit Detailinformationen und Lösungsvorschlägen.

Über diese rein technischen Aspekte hinaus bietet der Paket-Manager eine übersichtliche Darstellung der Paketfülle in SUSE LINUX. Erreicht wird dies durch thematische Gruppierung der Pakete und eine sinnvoll reduzierte Darstellung dieser Gruppen mittels geeigneter Filter. Der Paket-Manager vereinfacht damit die manchmal schwer überschaubare Welt der Software-Pakete erheblich und ist ein wertvolles Werkzeug für die Pflege Ihres Systems.

4.3.4.2. Der Paket-Manager

Wenn Sie mit dem Paket-Manager den Software-Bestand auf Ihrem System ändern wollen, wählen Sie bitte im YaST-Kontrollzentrum Software installieren oder löschen. Es erscheint dann das Dialogfenster des Paket-Managers (vgl. Abb. 4.4. “YaST: Der Paket-Manager”).

Abbildung 4.4. YaST: Der Paket-Manager

YaST: Der Paket-Manager

Das Fenster ist in verschiedene thematische Bereiche (Teilfenster) aufgeteilt. Die Größen dieser Bereiche sind beim Start nach Erfahrungswerten sinnvoll gewählt. Sie können jedoch verändert werden, wenn Sie die Trennlinien zwischen den Bereichen mit der Maus anklicken und verschieben. Die Inhalte der Teilbereiche und deren Verwendung werden nachfolgend beschrieben.

4.3.4.3. Das Filterfenster

Wenn man alle Pakete einer Installation einzeln auswählen wollte, wäre dies ein sehr mühsames und zeitraubendes Unterfangen. Der Paket-Manager bietet deshalb verschiedene Filtermethoden an, die eine zweckdienliche Kategorisierung der Pakete erlauben und einen sinnvoll eingeschränkten Ausschnitt aus der Menge aller Pakete darstellen. Das Filterfenster ist der Bereich links unter der Menüzeile und dient der Steuerung und Darstellung der verschiedenen Filtermethoden. Oben sehen Sie die Filter-Auswahlbox, deren Inhalt bestimmt, was im unteren Teil des Filterfensters dargestellt wird. Wenn Sie die Filter-Auswahlbox aufklappen, sehen Sie eine Liste der vorhandenen Filter und können einen davon verwenden.

Der Selektionen-Filter

Beim Start des Paket-Managers ist der so genannte Selektionen-Filter aktiviert. Selektionen gruppieren die Programmpakete nach Anwendungszweck, zum Beispiel „Multimedia“ oder „Büroanwendungen“. Unter der Filter-Auswahlbox sehen Sie die verschiedenen Gruppen des Selektionen-Filters, von denen jene schon ausgewählt sind, die auf Ihrem System bereits installiert sind. Mit einem Mausklick auf die Status-Box am Anfang der Zeile können Sie die Zustände einer Selektion der Reihe nach durchschalten. Alternativ kann der Status auch direkt ausgewählt werden, wenn mit einem rechten Mausklick auf die Zeile einer Selektion das Kontext-Menü aufgeblendet wird. Das Einzelpaketfenster rechts daneben zeigt dabei jeweils eine Liste jener Pakete, die in der aktuellen Selektion enthalten sind. Dort können Sie einzelne Pakete abwählen und natürlich auch wieder anwählen.

Der Paketgruppen-Filter

Alternativ kann der Paketgruppen-Filter ausgewählt werden. Dieser Filter erzeugt eine eher technische Sicht auf die Paketmenge und ist gut geeignet für Anwender, die sich in der Paket-Landschaft von SUSE LINUX schon ein wenig auskennen. Die Programmpakete werden hier auf der linken Seite in einer Baumstruktur nach Themen wie „Applikationen“, „Entwicklung“, „Hardware“ usw. geordnet. Je weiter Sie diesen Baum in die Tiefe hinein aufklappen, desto schärfer ist die Eingrenzung der Auswahl auf ein bestimmtes Thema. Die Liste der zugehörigen Pakete rechts im Einzelpaketfenster wird dadurch immer kürzer und überschaubarer.

Zusätzlich bietet dieser Filter die Möglichkeit, alle Pakete ohne jede Kategorisierung in alphabetischer Reihenfolge anzuzeigen. Wählen Sie hierzu auf der obersten Ebene den Zweig zzz Alle. Da SUSE LINUX sehr viele Pakete enthält, kann es hier jedoch abhängig von der Hardware-Leistung eine Weile dauern, bis diese lange Liste aufgebaut ist.

Die Suche

Die einfachste Methode, ein ganz bestimmtes Paket zu finden, stellt die Suche dar. Durch Angabe verschiedener Suchkriterien können Sie hier oft die Filterung so stark einschränken, dass im Einzelpaketfenster tatsächlich nur ein einziges Paket gelistet wird. Geben Sie hierzu eine Zeichenkette ein, und wählen Sie über die Checkboxen, wie danach gesucht werden soll, also etwa nur im Namen oder auch in der Beschreibung oder in den Paket-Abhängigkeiten. Experten können hier sogar mit Platzhaltern und regulären Ausdrücken spezielle Suchmuster eingeben und in den „Provides“- und „Requires“-Feldern gezielt die Paket-Abhängigkeiten durchsuchen. Software-Entwickler, die Quellpakete aus dem Internet laden, können damit zum Beispiel feststellen, in welchem Paket eine bestimmte Bibliothek enthalten ist, die gebraucht wird, um dieses Paket zu compilieren und zu linken.

[Tip]Tipp

Zusätzlich zum Suche-Filter gibt es in allen Listen des Paket-Managers eine Schnellsuche im aktuellen Listeninhalt. Hierzu müssen Sie zum Beispiel nur den Anfangsbuchstaben eines Paketnamens eingeben, und der Cursor springt zum ersten Paket in der Liste, dessen Name mit diesem Zeichen beginnt. Der Cursor muss dabei nur in der Liste stehen (anklicken).

Zusammenfassung der Installation

Nachdem Sie Pakete für die Installation, für ein Update oder zum Löschen ausgewählt haben, sollten Sie sich über die Filter-Auswahlbox eine Installationszusammenfassung anzeigen lassen. Sie sehen dort genau, was mit welchen Paketen geschehen wird, wenn Sie auf Akzeptieren klicken. Über die Reihe von Checkboxen auf der linken Seite können Sie filtern, welche Pakete Sie im Einzelpaketfenster zu sehen wünschen. Wenn Sie zum Beispiel nur überprüfen wollen, welche Pakete bereits installiert sind, deaktivieren Sie gleich nach dem Start des Paket-Managers alle Checkboxen bis auf Behalten.

Der Status der Pakete im Einzelpaketfenster kann selbstverständlich auf die übliche Weise geändert werden. Dies kann in Einzelfällen dazu führen, dass ein Paket die Suchkriterien nicht mehr erfüllt. Wenn Sie solche Pakete anschließend aus der Liste entfernen wollen, können Sie die Liste mit Liste aktualisieren neu erzeugen lassen.

4.3.4.4. Das Einzelpaketfenster

Wie bereits oben erwähnt, wird auf der rechten Seite im Einzelpaketfenster eine Liste von einzelnen Paketen dargestellt. Der Inhalt dieser Liste wird immer durch den aktuell ausgewählten Filter bestimmt. Wenn zum Beispiel im Filterfenster der Selektionen-Filter ausgewählt ist, zeigt das Einzelpaketfenster alle Pakete der aktuellen Selektion.

Jedes Paket hat im Paket-Manager einen logischen Zustand, der bestimmt, was mit dem Paket geschehen soll, zum Beispiel „Installieren“ oder „Deinstallieren“. Dieser Zustand wird, ähnlich wie beim Selektionen-Filter, am Anfang der Zeile in einer Status-Box symbolisch dargestellt. Auch hier können Sie mit einem Mausklick den jeweiligen Status der Reihe nach durchschalten oder mit dem Kontext-Menü der rechten Maustaste direkt auswählen. Es gibt eine ganze Reihe von möglichen Zuständen, die aber abhängig von der aktuellen Gesamtsituation nicht immer alle wählbar sind. Es ist zum Beispiel nicht möglich, ein noch nicht installiertes Paket auf „Deinstallieren“ zu setzen. Welche Zustände es gibt, und welche Symbole jeweils dazu gehören, sehen Sie sich am besten direkt im Hilfe-Menü unter Symbole an.

Der Paket-Manager besitzt die folgenden Paketzustände:

Nicht installieren

Dieses Paket ist nicht installiert und wird auch nicht installiert.

Installieren

Dieses Paket ist noch nicht installiert, wird aber installiert.

Behalten

Dieses Paket ist bereits installiert und bleibt unverändert.

Aktualisieren

Dieses Paket ist bereits installiert und wird durch die Version vom Installationsmedium ersetzt.

Löschen

Dieses Paket ist bereits installiert und wird gelöscht.

Tabu – niemals installieren

Dieses Paket ist nicht installiert und wird unter keinen Umständen installiert. Es wird so behandelt, als existierte es auf keinem der Installationsmedien. Wenn ein Paket zur Auflösung von Abhängigkeiten eigentlich automatisch dazu gewählt würde, kann dies mit „Tabu“ verhindert werden. Dadurch können sich jedoch Inkonsistenzen ergeben, die manuell aufgelöst werden müssen (Konsistenzprüfung). „Tabu“ ist deshalb hauptsächlich für Experten gedacht, die genau wissen, was sie tun.

Geschützt

Dieses Paket ist installiert und soll nicht verändert werden, da unaufgelöste Abhängigkeiten zu anderen Paketen bestehen oder auftreten könnten. Pakete von Drittanbietern (Pakete ohne SUSE-Signatur) bekommen diesen Status automatisch zugewiesen, damit sie nicht von neueren, auf den Installationsmedien vorhandenen Versionen überschrieben werden. Dies kann Paket-Konflikte verursachen, die manuell aufgelöst werden müssen (für Experten).

Automatisch installieren

Dieses Paket wurde vom Paket-Manager automatisch zum Installieren ausgewählt, da es für ein anderes Paket erforderlich ist (Auflösung von Paket-Abhängigkeiten).

[Tip]Tipp

Um ein solches Paket abzuwählen, müssen Sie möglicherweise den Status „Tabu“ verwenden (siehe dort).

Automatisch aktualisieren

Dieses Paket ist bereits installiert. Da es von einem anderen Paket aber in einer neueren Version benötigt wird, wird die installierte Version automatisch aktualisiert.

Automatisch löschen

Dieses Paket ist bereits installiert, aber bestehende Paket-Konflikte machen eine Löschung dieses Pakets erforderlich. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn ein anderes Paket das aktuelle ersetzt. Dieser Fall kommt äußerst selten vor.

Automatisch installieren (nach Auswahl)

Dieses Paket wurde automatisch zur Installation ausgewählt, weil es Bestandteil einer vordefinierten Selektion ist (zum Beispiel „Multimedia“ oder „Entwicklung“).

Automatisch aktualisieren (nach Auswahl)

Dieses Paket ist bereits installiert, aber es existiert eine neuere Version auf den Installationsmedien. Es ist Bestandteil einer vordefinierten Selektion (zum Beispiel „Multimedia“ oder „Entwicklung“), die Sie zum Update ausgewählt haben und wird automatisch aktualisiert.

Automatisch löschen (nach Auswahl)

Dieses Paket ist bereits installiert, aber eine vordefinierte Selektion (z.B. „Multimedia“ oder „Entwicklung“) macht seine Löschung erforderlich. Dieser Fall kommt nur sehr selten vor.

Zusätzlich können Sie noch bestimmen, ob zu einem Paket die Quellen mit installiert werden sollen oder nicht. Diese Information ergänzt den aktuellen Paket-Zustand und kann deshalb weder mit Mausklick durchgeschaltet werden, noch im Kontext-Menü direkt angewählt werden. Stattdessen gibt es am Ende der Paketzeile eine Checkbox zur Auswahl der Quellen-Pakete. Wenn diese Checkbox in der Liste nicht dargestellt wird, müssen Sie evtl. ganz nach rechts scrollen, um sie sichtbar zu machen. Alternativ finden Sie diese Option im Menü Paket.

Quellen installieren

Der Quellcode wird mit installiert

Quellen nicht installieren

Der Quellcode wird nicht installiert.

Zusätzliche Information liefert die Schriftfarbe, die im Einzelpaketfenster für die verschiedenen Pakete verwendet wird. Bereits installierte Pakete, die auf den Installationsmedien in einer neueren Version verfügbar sind, werden blau angezeigt. Installierte Pakete mit einer höheren Versionsnummer als jene auf den Installationsmedien werden rot dargestellt. Weil die Versionsnummerierung von Paketen nicht immer kontinuierlich fortlaufend ist, kann aber nicht in jedem Fall eine eindeutige Beziehung hergestellt werden. Die Information ist daher nicht absolut „wasserdicht“, sollte aber genügen, um einen Hinweis auf problematische Pakete zu geben. Im Infofenster können Sie sich dann die Versionsnummern genauer ansehen.

4.3.4.5. Das Infofenster

Im Infofenster rechts unten können Sie mittels der Reiter verschiedene Informationen zu dem jeweils ausgewählten Paket nachsehen. Beim Start ist die Beschreibung des aktuellen Pakets aktiviert. Über die verschiedenen Reiter können Sie umschalten auf die technischen Paketdaten (Größe, Paketgruppe usw.), auf die Liste der Abhängigkeiten zu anderen Paketen und auf die Versionsübersicht.

4.3.4.6. Das Ressourcenfenster

Damit Sie während der Zusammenstellung Ihrer Software-Auswahl immer wissen, wie sich die aktuelle Auswahl auf den freien Festplattenplatz auswirkt, zeigt das Ressourcenfenster links unten die Belegung aller aktuell gemounteten Filesysteme an. Für jedes Filesystem wird die aktuelle Belegung in einem farbigen Balkendiagramm graphisch dargestellt. Grün bedeutet „viel Platz“. Je „enger“ es wird, umso mehr wandelt sich die Balkenfarbe zu Rot. Die dargestellten Werte repräsentieren dabei jene Belegung, die sich ergäbe, wenn Sie die aktuelle Auswahl übernehmen würden. Wenn Sie zu viele Pakete für die Installation auswählen, erscheint zusätzlich noch ein Warnfenster.

4.3.4.7. Die Menüzeile

Die Menü-Zeile links oben im Fenster erlaubt einen alternativen Zugang zu den meisten der bereits beschriebenen Funktionen und bietet darüber hinaus einige mehr, die auf andere Weise nicht erreicht werden können. Sie enthält vier Menüs:

Datei

Unter Datei wird über den Menüpunkt Exportieren eine Liste aller installierten Pakete in einer Textdatei abgespeichert. Dies ist sinnvoll, wenn Sie einen bestimmten Installationsumfang zu einem späteren Zeitpunkt oder auf einem anderen System exakt nachbilden wollen. Eine derart erzeugte Datei kann dann mit Importieren wieder eingelesen werden und erzeugt dabei genau die gleiche Paketauswahl, die beim Abspeichern vorlag. In beiden Fällen können Sie den Speicherort der Datei selbst bestimmen oder den angebotenen Vorschlag übernehmen.

Über den Menüpunkt Beenden – Änderungen verwerfen verlassen Sie den Paket-Manager, wobei alle Veränderungen an der Paketauswahl seit dem Start verlorengehen. Wenn Sie Ihre Änderungen speichern wollen, wählen Sie Beenden – Änderungen speichern. Es werden dann alle Änderungen durchgeführt und das Programm anschließend beendet.

Paket

Die Punkte im Menü Paket beziehen sich immer auf das aktuelle Paket im Einzelpaketfenster. Sie sehen hier alle Zustände, die ein Paket annehmen kann. Allerdings sind davon nur jene wählbar, die beim aktuellen Paket möglich und sinnvoll sind. Mit den Checkboxen können Sie bestimmen, ob die zum Paket gehörenden Quellen mit installiert werden sollen oder nicht. Der Punkt Alle in dieser Liste öffnet ein Untermenü, das nochmals alle diese Paket-Zustände enthält. Eine Auswahl hier betrifft jedoch nicht nur das aktuelle Paket, sondern alle Pakete in dieser Liste.

Extras

Das Menü Extras bietet Optionen zur Handhabung von Paket-Abhängigkeiten und -Konflikten. Wenn Sie schon manuell Pakete zur Installation ausgewählt haben, erhalten Sie mit Automatische Paketänderungen anzeigen eine Liste jener Pakete, die der Paket-Manager zur Auflösung von Abhängigkeiten automatisch dazu gewählt hat. Wenn zu diesem Zeitpunkt noch unaufgelöste Paket-Konflikte existieren, kommt vorher ein entsprechender Hinweis mit Lösungsvorschlägen.

Wenn Sie Paket-Konflikte auf „Ignorieren“ setzen, wird diese Information permanent im System gespeichert. Andernfalls müssten Sie bei jedem Start des Paket-Managers immer wieder die gleichen Pakete auf „Ignorieren“ setzen. Für den Fall, dass Sie solche ignorierten Ahängigkeiten wieder zurücksetzen möchten, können Sie dies mit Ignorierte Abhängigkeitskonflikte zurücksetzen wieder rückgängig machen.

Hilfe

Unter Hilfe können Sie mit Überblick eine kurze Erklärung der Paket-Manager-Funktionalität anzeigen lassen. Eine genaue Erläuterung der verschiedenen Paket-Zustände mit den zugehörigen Symbolen finden Sie unter Symbole. Falls Sie Programme lieber ohne Verwendung der Maus bedienen, können Sie mit dem Menüpunkt Tasten eine Erläuterung der Tastenkürzel aufrufen.

4.3.4.8. Konsistenzprüfung

Unterhalb des Infofensters finden Sie den Button Konsistenzprüfung und daneben die Checkbox Automatische Überprüfung. Wenn Sie auf Konsistenzprüfung klicken, überprüft der Paket-Manager, ob sich bei der aktuellen Paketauswahl unaufgelöste Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte ergeben. Bei unaufgelösten Abhängigkeiten werden dann automatisch die zusätzlich zu Ihrer Auswahl benötigten Pakete angewählt, und die Abhängigkeiten auf diese Weise ohne ihr Zutun erfüllt. Bei Paket-Konflikten öffnet der Paket-Manager ein Fenster zur Darstellung des Konflikts und bietet darin auch gleich verschiedene Lösungsmöglichkeiten an.

Wenn Sie die Automatische Überprüfung aktivieren, erfolgt o.g. Prüfung jedes Mal nach der Änderung eines Paket-Status. Dies ist einerseits praktisch, weil so die Konsistenz der Paketauswahl permanent überwacht wird. Andererseits kostet diese Prüfung auch einiges an Rechenleistung und kann die Bedienung des Paket-Managers träge machen. Aus diesem Grund ist die automatische Prüfung beim Start des Paket-Managers nicht aktiviert. Sie können selbst entscheiden wie es praktischer für Sie ist. In jedem Fall erfolgt eine Konsistenzprüfung, wenn Sie Ihre Auswahl mit Akzeptieren übernehmen.

Im folgenden Beispiel dürfen sendmail und postfix nicht gleichzeitig installiert werden. In Abbildung 4.5. “Konflikt-Management des Paket-Managers” sehen Sie die Konfliktmeldung, die nun von Ihnen eine Entscheidung verlangt. postfix ist bereits installiert, also können Sie entweder auf die Installation von sendmail verzichten, postfix entfernen lassen oder das Risiko eingehen und den Konflikt ignorieren.

[Warning]Warnung

In den meisten Fällen ist von letzterer Möglichkeit dringend abzuraten, da die Stabilität und das Funktionieren Ihres Systems dann nicht mehr gewährleistet ist.

Abbildung 4.5. Konflikt-Management des Paket-Managers

Konflikt-Management des Paket-Managers

4.3.5. System-Update

Dieses Modul ermöglicht es, Ihr aktuelles System auf einen neueren Versionenstand zu bringen. Im laufenden Betrieb kann damit allerdings nur Applikations-Software erneuert werden, nicht aber das SUSE LINUX- Basissystem. Hierfür muss vom Installationsmedium, zum Beispiel der CD, gebootet werden. Bei der Auswahl des Installationsmodus in YaST wählen Sie dann bitte Update des bestehenden Systems statt Neuinstallation.

Die Vorgehensweise beim Update des Systems ähnelt stark dem Ablauf bei der Neuinstallation. YaST ermittelt zunächst den aktuellen Zustand Ihres Systems, bestimmt eine günstige Update-Strategie und präsentiert dann die Ergebnisse in einem Vorschlags-Dialog (siehe Abb. 4.6. “Vorschlags-Dialog beim Update”). Wie schon bei der Installation können Sie auch hier beim Update die einzelnen Punkte mit der Maus anklicken, um detaillierte Änderungen vorzunehmen. Einige dieser Punkte, wie Sprache und Tastaturbelegung, wurden schon bei der Installation erklärt. Im Folgenden werden daher nur Update-spezifische Einstellungen erläutert.

Abbildung 4.6. Vorschlags-Dialog beim Update

Vorschlags-Dialog beim Update

4.3.5.1. Ausgewählt für Update

Falls auf Ihrem System mehrere Versionen von SUSE LINUX installiert sind, können Sie hier auswählen, welche Partition für das Update verwendet werden soll. Alle Partitionen, die für ein Update in Frage kommen, werden hier in einer Liste angezeigt, und Sie können eine davon auswählen.

4.3.5.2. Update-Optionen

Hier können Sie einstellen, auf welche Weise Ihr System aktualisiert werden soll. Zwei Möglichkeiten stehen zur Auswahl (siehe Abb. 4.7. “Update Optionen”).

Update mit Installation neuer Software

Falls das System komplett auf den neuen Softwarestand gebracht werden soll, kann eine der vordefinierten Selektionen ausgewählt werden. Diese Selektionen sind die gleichen, die auch bei der Installation angeboten werden und sorgen dafür, dass auch neue, bisher nicht vorhandene Pakete installiert werden.

Nur installierte Pakete aktualisieren

Mit dieser Option werden nur jene Pakete erneuert, die auf dem aktuellen System schon vorhanden sind. Es werden keine neuen Features installiert.

Zusätzlich können Sie noch mit Nicht gepflegte Pakete löschen bestimmen, ob jene Pakete gelöscht werden sollen, die in der neuen Version nicht mehr vorhanden sind. Diese Option ist beim Start angewählt, um zu verhindern, dass veraltete Pakete unnötig Plattenplatz verbrauchen.

Abbildung 4.7. Update Optionen

Update Optionen

4.3.5.3. Pakete

Mit Pakete starten Sie den Paket-Manager und können dort gezielt einzelne Pakete zum Update an- oder abwählen. Auch Paket-Konflikte, die hier vielleicht angezeigt werden, sollten dort mit der Konsistenzprüfung gelöst werden. Die Bedienung des Paket-Managers wird ausführlich im Abschnitt 4.3.4. “Software installieren oder löschen” erklärt.

4.3.5.4. Backup

Beim Update werden u.U. die Konfigurationsdateien einzelner Pakete durch jene der neuen Version ersetzt. Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass Sie solche Dateien in Ihrem aktuellen System verändert haben, werden die ersetzten Dateien normalerweise vorher gesichert. In diesem Dialog können Sie bestimmen, ob und in welchem Umfang diese Sicherungen angelegt werden sollen.

[Warning]Warnung

Bitte beachten Sie, dass dieses Backup nicht die gesamte Software umfasst, sondern nur die entsprechenden Konfigurationsdateien.

4.3.5.5. Wichtige Hinweise zum Update

Das Update des Systems ist softwaretechnisch ein hochkomplexes Verfahren. YaST muss dabei für jedes Programmpaket prüfen, welche Version sich auf dem Rechner befindet und danach, was zu tun ist, damit die neue Version die alte korrekt ersetzt. Dabei muss YaST darauf achten, zu möglichst jedem installierten Paket eventuell vorhandene persönliche Einstellungen soweit als möglich zu übernehmen, damit Sie Ihre eigenen Konfigurationen nicht wieder komplett anpassen müssen. Dabei kann es in manchen Fällen passieren, dass nach dem Update bestimmte Konfigurationen Probleme bereiten, weil die alte Konfiguration mit der neuen Programmversion nicht so zurechtkommt wie erwartet oder weil nicht vorhersehbare Inkonsistenzen zwischen verschiedenen Konfigurationen auftreten können.

Ein Update wird um so problematischer, je älter die zugrundeliegende Version ist, die aktualisiert werden soll und/oder je mehr die Konfiguration der Pakete, die aktualisiert werden sollen, vom Standard abweicht. Bisweilen kann die alte Konfiguration unter Umständen nicht korrekt übernommen werden; dann sollte eine komplett neue Konfiguration erstellt werden. Eine bestehende Konfiguration sollte vor dem Update gesichert werden.