Nach der Hardware-Erkennung erhalten Sie im sog. Vorschlags-Dialog (siehe Abb. 2.4. “Vorschlags-Dialog”) Informationen zur erkannten Hardware und Vorschläge zur Installation und zur Partitionierung. Wenn Sie eine der Optionen anklicken und dann konfigurieren, kehren Sie anschließend mit den jeweils geänderten Werten immer wieder in diesen Vorschlags-Dialog zurück. Im Folgenden werden die einzelnen Installations-Einstellungen beschrieben.
Hier können Sie nachträglich den gewählten Installationsmodus ändern. Die Möglichkeiten sind die gleichen, wie schon im Abschnitt 2.4. “Installationsmodus” beschrieben.
Wählen Sie in diesem Dialog das gewünschte Tastaturlayout aus. In der Regel entspricht es der gewählten Sprache. Drücken Sie anschließend im Testfeld zum Beispiel die Tasten Ü oder Ä, um zu prüfen, ob die Umlaute richtig erscheinen. Mit gelangen Sie wieder zu den Vorschlägen zurück.
Sollte YaST die Maus nicht automatisch erkannt haben, drücken Sie bitte im Vorschlags-Dialog so oft die Tab-Taste, bis die Option markiert ist. Über die Leer-Taste erhalten Sie den in Abbildung 2.5. “Auswählen des Maustyps” gezeigten Dialog zum Auswählen des Maustyps.
Verwenden Sie zur Auswahl der Maus die Tasten ↑ und ↓. Falls Sie eine Dokumentation zu Ihrer Maus besitzen, finden Sie dort eine Beschreibung des Maustyps. Bei ausgewählter Maus können Sie mit der Tastenkombination Alt-T die Maus testen, ohne sie dauerhaft auszuwählen. Falls die Maus nicht wie gewünscht reagiert, können Sie mit der Tastatur einen anderen Typ wählen und erneut testen. Mit Tab und Return wählen Sie die aktuelle Maus dauerhaft aus.
In den meisten Fällen ist der Partitionierungsvorschlag von YaST sehr sinnvoll und kann ohne Änderungen übernommen werden. Wenn Sie jedoch besondere Vorstellungen hinsichtlich der Festplattenaufteilung haben, können Sie diese ebenfalls realisieren. Im Folgenden wird beschrieben, wie Sie dabei vorgehen können.
Jede Festplatte enthält eine Partitionstabelle, die Platz für vier Einträge hat. Jeder Eintrag in der Partitionstabelle kann entweder für eine primäre Partition oder für eine erweiterte Partition stehen, wobei maximal eine erweiterte Partition möglich ist.
Primäre Partitionen haben einen einfachen Aufbau: Sie sind ein durchgehender Bereich von Plattenzylindern (physische Bereiche auf der Platte), der einem Betriebssystem zugeordnet ist. Mit primären Partitionen könnte man pro Festplatte maximal vier Partitionen einrichten; mehr passt nicht in die Partitionstabelle.
Werden mehr Partitionen benötigt, muss eine erweiterte Partition angelegt werden. Die erweiterte Partition ist ebenfalls ein durchgehender Bereich von Plattenzylindern. Sie kann aber weiter in so genannte logische Partitionen unterteilt werden, die selbst keinen Eintrag in der Partitionstabelle belegen. Die erweiterte Partition ist sozusagen ein Container, der die logischen Partitionen enthält.
Wenn Sie mehr als vier Partitionen benötigen, müssen Sie also beim Partitionieren nur darauf achten, dass Sie spätestens die vierte Partition als erweiterte Partition vorsehen und ihr den gesamten freien Zylinderbereich zuordnen. Darin können Sie dann beliebig viele logische Partitionen einrichten (das Maximum liegt bei 15 Partitionen für SCSI-Platten und bei 63 Partitionen für (E)IDE-Platten).
Für die Installation von SUSE LINUX sind beide Arten von Partitionen (primär und logisch) gleich gut geeignet.
Wenn Sie YaST die Partitionierung der Festplatte überlassen, müssen Sie sich um den Speicherplatzbedarf und die Aufteilung der Festplatte (fast) keine Gedanken machen. Für den Fall, dass Sie aber selbst partitionieren wollen, folgen hier einige Hinweise zu den Platzanforderungen der verschiedenen System-Typen.
Minimales System: 180 MB
Dieses System hat keine grafische Oberfläche (X11), das heisst Sie können nur auf der Konsole arbeiten. Außerdem kann nur die elementarste Software installiert werden.
Minimales System mit grafischer Oberfläche: 500 MB
Hier kann zumindest X11 mit einigen Anwendungen installiert werden.
Grafisches System mit modernen Anwendungen: 1 GB bis 2 GB
Hier können die modernen Desktop-Oberflächen wie KDE™ oder GNOME™ installiert werden. Auch „große“ Anwendungen wie OpenOffice™ und Netscape™ oder Mozilla™ sind kein Problem.
Mit Linux viele Filme und Musik downloaden: 2 GB
Beide o. g. Punkte: 3 GB.
Eigene CDs brennen und o. g. Punkte: 4 GB.
Auch für die Aufteilung des Speicherplatzes gibt es Anhaltspunkte:
Bis ca. 500 MB:
Eine Swap-Partition und eine Root-Partition (/).
500 MB bis 4 GB:
Eine kleine Boot-Partition für den Kernel und den Bootloader zu Beginn der Festplatte (/boot, mindestens 8 MB bzw. 1 Zylinder), eine Swap-Partition und der Rest für die Root-Partition (/).
Vorschlag ab 4 GB:
Boot (/boot), Swap, Root (250 MB), Home (/home) mit ca. 200 MB je Benutzer und der Rest für Programme (/usr); ggf. je eine weitere Partition für /opt und für /var.
Es ist zu bedenken, dass einige – zumeist kommerzielle – Programme ihre Daten unter /opt installieren; sehen Sie ggf. entweder für /opt eine eigene Partition vor oder dimensionieren Sie die Root-Partition entsprechend größer. Auch KDE™ oder GNOME™ liegen unter /opt!
![]() | Tipp |
|---|---|
Prinzipiell ist es durchaus sinnvoll, die gleiche Strategie wie YaST zu verfolgen: Eventuell eine kleine Partition zu Beginn der Platte für /boot (etwa 10 MB, bei großen Platten reicht ein 1 Zylinder), eine Partition für Swap (256 MB bis 500 MB), der ganze Rest für das Root-Dateisystem /. | |
Wenn Sie im Vorschlags-Dialog erstmalig die Partitionierung anwählen, erscheint der YaST-Partitionierungs-Dialog mit den aktuellen Einstellungen. Sie können diese Einstellungen hier übernehmen, abändern oder komplett verwerfen und eine ganz neue Aufteilung vornehmen.
Wenn Sie anwählen, werden keine Änderungen vorgenommen, der Vorschlags-Dialog bleibt unverändert.
Wenn Sie anwählen, erscheint direkt der Experten-Dialog, der es erlaubt, sehr detaillierte Einstellungen vorzunehmen (siehe Abschnitt 2.5.5. “Experten-Partitionierung mit YaST”). Der von YaST ermittelte Partitionierungs-Vorschlag ist dann bereits dort eingetragen und kann bearbeitet werden.
Wenn Sie anwählen, erscheint zunächst ein Dialog für die Auswahl der Festplatte (Abb. 2.7. “Auswählen der Festplatte”). Alle in Ihrem System vorhandenen Festplatten sind hier aufgelistet. Wählen Sie jene aus, auf der Sie SUSE LINUX installieren möchten.
Nach der Auswahl einer Festplatte können Sie zunächst bestimmen, ob die , verwendet werden soll oder ob nur einzelne Partitionen (falls schon vorhanden) dafür freigegeben werden sollen. Wenn die gewählte Festplatte ein Windows-Betriebssystem mit einem FAT-Dateisystem enthält, werden Sie hier ggf. gefragt, ob Sie Windows löschen oder verkleinern wollen. Lesen Sie in diesem Fall bitte den Abschnitt 2.5.5.3. “Anpassen einer Windows-Partition”. Andernfalls kommen Sie von hier aus ebenfalls zum Experten-Dialog, wo Sie Ihre Wunsch-Partitionierung einstellen können (siehe Abschnitt 2.5.5. “Experten-Partitionierung mit YaST”).
![]() | Warnung |
|---|---|
Bei der Auswahl gehen später sämtliche auf dieser Festplatte vorhandenen Daten verloren! | |
Im weiteren Verlauf der Installation überprüft YaST, ob der Festplattenplatz für die aktuelle Software-Auswahl ausreicht. Falls dies nicht der Fall ist, wird u. U. die aktuelle Software-Auswahl automatisch geändert. Der Vorschlags-Dialog enthält dann einen entsprechenden Hinweis. Steht genügend Speicherplatz zur Verfügung, wird YaST Ihre Einstellungen übernehmen und den zugewiesenen Platz auf der Festplatte aufteilen.
Im Experten-Dialog (Abbildung 2.8. “Der YaST-Partitionierer im Experten-Modus”) können Sie manuell die Partitionierung Ihrer Festplatte(n) ändern. Sie können Partitionen hinzufügen, löschen oder bearbeiten.
In der Liste des Experten-Dialogs werden alle schon vorhandenen bzw. vorgeschlagenen Partitionen auf allen angeschlossenen Festplatten angezeigt. Ganze Platten sind als Geräte ohne Nummern dargestellt (zum Beispiel /dev/hda oder /dev/sda), während einzelne Partitionen als Teile dieser Geräte numeriert dargestellt sind (zum Beispiel /dev/hda1 oder /dev/sda1). Von den Platten und den Partitionen werden Größe, Typ, Dateisystem und Mountpunkt als wichtige Parameter angezeigt. Der Mountpunkt beschreibt, wo die Partition im Dateibaum von Linux eingehängt ist.
Der freie Festplattenplatz wird (falls vorhanden) ebenfalls angezeigt und automatisch als gewählt gekennzeichnet. Wenn Sie Linux weiteren Speicherplatz zur Verfügung stellen wollen, können Sie ihn in der Liste von unten nach oben, das heisst, in der Reihenfolge von der letzten bis hin zur ersten Partition einer Festplatte freigeben. Es ist jedoch nicht möglich, zum Beispiel bei drei Partitionen ausschließlich die zweite für Linux zu wählen und die dritte und die erste Partition daneben für andere Betriebssysteme zu erhalten.
Wählen Sie . Wenn mehrere Festplatten angeschlossen sind, erscheint zunächst ein Auswahl-Dialog, in dem Sie eine Platte für die neue Partition auswählen können. Danach legen Sie den Typ der Partition (primär oder erweitert) fest. Sie können bis zu vier primäre oder drei primäre und eine erweiterte Partition erstellen. In der erweiterten Partition können Sie wiederum mehrere logische Partitionen erstellen (siehe Kap. 2.5.4.1. “Partitionstypen beim PC”).
Wählen Sie dann das Dateisystem, mit dem die Partition formatiert werden soll und, wenn nötig, einen Mountpunkt. YaST schlägt Ihnen zu jeder Partition, die Sie anlegen, einen Mountpunkt vor. Details zu den Parametern finden Sie im nächsten Absatz.
Wählen Sie , damit die Änderungen wirksam werden.
Die neue Partition wird nun in der Partitionstabelle aufgelistet. Wenn Sie auf klicken, werden die aktuellen Werte übernommen und der Vorschlags-Dialog erscheint wieder.
Wenn Sie eine neue Partition erstellen oder eine bestehende Partition ändern, können Sie verschiedene Parameter im Partitionierer setzen. Bei neu angelegten Partitionen werden diese Parameter von YaST sinnvoll gesetzt und müssen normalerweise nicht geändert werden. Falls Sie dennoch manuell eingreifen wollen, gehen Sie folgendermaßen vor:
Auswählen der Partition
der Partition und Setzen der Parameter:
Dateisystem-Kennung
Wenn Sie die Partition vorerst nicht formatieren wollen, müssen Sie hier zumindest die Dateisystem-ID angeben, damit die Partition korrekt eingetragen werden kann. Mögliche Werte sind hier zum Beispiel , , und . Details zu LVM und RAID finden Sie im Administrationshandbuch.
Dateisystem
Wenn Sie die Partition gleich im Rahmen der Installation formatieren wollen, können Sie hier angeben, welches Dateisystem die Partition erhalten soll. Mögliche Werte sind hier zum Beispiel , , , und .
Swap ist ein spezielles Format, das die Partition zum virtuellen Speicher macht. Jedes System sollte mindestens eine Swap-Partition mit mindestens 128 MB haben (siehe Hinweis Wichtig). Als Standard für die Linux-Partitionen wird ReiserFS benutzt. ReiserFS ist ebenso wie JFS und Ext3 ein Journaling Filesystem. Ein solches Dateisystem stellt Ihr System nach einem eventuellen Systemabsturz sehr schnell wieder her, weil Schreibvorgänge im laufenden Betrieb protokolliert werden. ReiserFS ist außerdem sehr schnell beim Umgang mit großen Mengen kleinerer Dateien. Ext2 ist kein Journaling Filesystem, jedoch ist es sehr stabil und gut für kleinere Partitionen geeignet, da es wenig Plattenplatz für seine Verwaltung benötigt.
Dateisystem-Optionen
Hier können Sie verschiedene Arbeitsparameter des gewählten Dateisystems einstellen. Je nach verwendetem Dateisystem werden hier Einstellungsmöglichkeiten angeboten, die i.d.R. nur von Experten sinnvoll zu verwenden sind. Sie sollten Änderungen nur dann vornehmen, wenn Sie absolut sicher sind, was Sie tun.
Dateisystem verschlüsseln
Wenn Sie die Verschlüsselung aktivieren, werden alle Daten verschlüsselt auf die Festplatte geschrieben. Dies erhöht die Sicherheit von sensiblen Daten, jedoch wird dadurch die Geschwindigkeit des Systems etwas verringert, weil die Verschlüsselung natürlich Zeit kostet.
Fstab-Optionen
Hier können Sie verschiedene Parameter für die Verwaltungsdatei der Dateisysteme (/etc/fstab) angeben. Je nach verwendetem Dateisystem werden Einstellungsmöglichkeiten angeboten, die i.d.R. nur von Experten sinnvoll zu verwenden sind. Wenn Sie hier Einstellungen vornehmen wollen, lesen Sie bitte die entsprechenden Kapitel im Administrationshandbuch.
Mountpunkt
Gibt jenes Verzeichnis an, in dem die Partition in den Dateisystembaum eingehängt werden soll. Am entsprechenden Eingabefeld können verschiedene YaST-Vorschläge ausgeklappt werden, die bei Verwendung Ihr Dateisystem dem Standard entsprechend strukturieren; Sie können aber auch beliebige eigene Namen vergeben.
Wählen Sie , um die Partition aktivieren.
Wenn im Rahmen der Partitionierung eine Festplatte mit Windows-FAT-Partition oder Windows-NTFS-Partition als Installationsziel ausgewählt wurde, bietet YaST Ihnen ggf. an, diese Partition zu löschen oder zu verkleinern. Auf diese Weise können Sie SUSE LINUX auch dann installieren, wenn auf der Festplatte nicht genügend Platz frei ist. Dies ist besonders dann sinnvoll, wenn auf der ausgewählten Festplatte nur eine einzige Partition mit Windows existiert, was bei manchen vorinstallierten Rechnern der Fall ist.
Wenn YaST erkennt, dass auf der gewählten Festplatte zuwenig Patz für die Installation vorhanden ist, und dieses Problem durch Löschen oder Verkleinern einer Windows-Partition behoben werden könnte, erscheint ein entsprechender Dialog zur Auswahl der gewüschten Option.
Wenn Sie anwählen, wird die Windows-Partition zum Löschen markiert, und der dadurch frei gewordene Platz für die Installation von SUSE LINUX verwendet.
![]() | Warnung |
|---|---|
Beim Löschen von Windows sollten Sie beachten, dass alle Windows-Daten später bei der Formatierung unwiederbringlich verloren gehen. | |
Wenn Sie sich entscheiden, Ihre Windows-Partition zu verkleinern, sollten Sie zunächst die Installation abbrechen und Windows booten, um dort einige vorbereitende Schritte auszuführen. Dies ist bei FAT-Partitionen zwar nicht unbedingt notwendig, aber es beschleunigt in diesem Fall den Verkleinerungsprozess und macht ihn sicherer. Für NTFS-Partitionen sind diese Schritte zwingend notwendig.
Führen Sie zunächst in Windows das Programm scandisk aus, um sicherzustellen, dass das FAT-Dateisystem frei von Verkettungsfehlern ist. Anschließend schieben Sie mit defrag die Dateien an den Anfang der Partition, wodurch der spätere Verkleinerungsprozess unter Linux beschleunigt wird.
![]() | Wichtig |
|---|---|
Falls Sie eine Windows-Swap-Optimierung mit zusammenhängender Swap-Datei bei gleicher Ober- und Untergrenze für die Größe eingerichtet haben, ist ein weiterer Vorbereitungsschritt sinnvoll. In diesem Fall kann es nämlich sein, dass die Swap-Datei beim Verkleinern zerstückelt und über die gesamte Windows-Partition verstreut wird. Weiterhin muss in diesem Fall die Swap-Datei beim Verkleinern mitverschoben werden, was den Verkleinerungsprozess verlangsamt. Sie sollten eine solche Optimierung daher vor der Verkleinerung aufheben und danach erneut durchführen. | |
Auch hier führen Sie zunächst in Windows die Programme scandisk und defrag aus, um die Dateien an den Anfang der Festplatte zu verschieben. Im Gegensatz zum FAT-Dateisystem muss dies bei NTFS unbedingt erfolgen, damit die Verkleinerung durchgeführt werden kann.
![]() | Wichtig |
|---|---|
Wenn Sie Ihr System mit einer permanenten Swap-Datei auf einem NTFS-Dateisystem betreiben, kann es sein, dass diese Datei am Ende der Festplatte liegt und dort trotz defrag auch verbleibt. Dies kann u.U. dazu führen, dass die Partition nicht ausreichend verkleinert werden kann. Schalten Sie bitte in diesem Fall in Windows die Swap-Datei (den virtuellen Speicher) vorübergehend ab. Nach der Verkleinerung der Partition können Sie dann wieder beliebig viel virtuellen Speicher einrichten. | |
Wenn Sie nach dieser Vorbereitung wieder bei der Partitionierung angelangt sind, wählen Sie im oben genannten Dialog . Nach einer kurzen Prüfung der Partition öffnet YaST einen neuen Dialog mit einem Vorschlag zur sinnvollen Verkleinerung der Windows-Partition.
Im ersten Balkendiagramm sehen Sie, wieviel Speicherplatz Windows aktuell belegt und wieviel Festplattenspeicher noch frei ist. Das zweite Diagramm stellt den YaST-Vorschlag für die neue Aufteilung der Festplatte dar. (Abbildung 2.10. “Anpassen der Windows-Partition.”). Sie können diesen Vorschlag übernehmen oder die Grenzen mit dem Schieber darunter weitgehend frei verändern.
Wenn Sie diesen Dialog mit verlassen, werden die aktuellen Einstellungen gespeichert und Sie kehren zum vorherigen Dialog zurück. Die Verkleinerung findet nicht sofort statt, sondern erst später, bevor die Festplatte formatiert wird.
Wenn YaST automatisch die Partitionierung vornimmt und dabei erkennt, dass sich andere Partitionen im System befinden, werden diese auch in der Datei /etc/fstab eingetragen, um später im installierten System einen einfachen Zugriff auf diese Daten zu ermöglichen. In dieser Datei stehen alle im System befindlichen Partitionen mit ihren zugehörigen Eigenschaften (Parametern) wie Dateisystem, Mountpunkt und Nutzerrechte.
Beispiel 2.1. /etc/fstab: data-Partitionen
/dev/sda1 /data1 auto noauto,user 0 0 /dev/sda8 /data2 auto noauto,user 0 0
Die Partitionen, egal ob Linux- oder FAT-Partitionen, werden mit den Optionen noauto und user eingetragen. So kann jeder Benutzer diese Partitionen bei Bedarf ein- oder aushängen. Aus Gründen der Sicherheit wird von YaST hier nicht die Option exec eingetragen, die notwendig ist, damit Programme von dort ausgeführt werden können. Falls Sie hier dennoch Programme oder Skripten ausführen wollen, tragen Sie diese Option bitte manuell nach. Diese Maßnahme ist spätestens dann notwendig, wenn Sie Meldungen wie bad interpreter oder Permission denied zu sehen bekommen.
Viele weitere ausführliche Hintergrundinformationen und Tipps zum Partitionieren finden Sie im Administrationshandbuch unter Besondere Installationsvarianten, Partitionieren für Fortgeschrittene.
SUSE LINUX enthält sehr viele Software-Pakete für die verschiedensten Anwendungsbereiche, die je nach Verwendungszweck installiert werden können. Da es sehr mühsam wäre, aus der Unmenge von Paketen die gewünschten einzeln auszuwählen, bietet SUSE LINUX bei der Installation drei System-Typen mit unterschiedlichem Installationsumfang an. Entsprechend dem verfügbaren Speicherplatz hat YaST bereits eines dieser Grundsysteme ausgewählt und im Vorschlagsdialog angezeigt.
Minimal (Nur für Spezialanwendungen empfehlenswert)
Hier wird im Wesentlichen nur das Betriebssystem mit verschiedenen Diensten installiert. Es gibt keine grafische Oberfläche; der Rechner ist nur über die ASCII-Konsolen bedienbar. Dieser System-Typ eignet sich v.a. für Server-Anwendungen, die kaum direkte Benutzer-Interaktion erfordern.
Minimales graphisches System (ohne KDE)
Wenn der komfortable KDE-Desktop nicht gewünscht wird oder dafür zu wenig Speicherplatz vorhanden ist, kann dieser System-Typ installiert werden. Das installierte System enthält eine elementare graphische Oberfläche mit Terminal-Fenstern, jedoch keinen echten Desktop mit der üblichen Funktionalität. Es können alle Programme mit eigenen graphischen Oberflächen (z.B. Netscape) genutzt werden. Office-Programme werden nicht installiert.
Standardsystem (mit KDE und Office-Paket)
Dies ist das größte der angebotenen Grundsysteme. Es enthält den KDE-Desktop mit den meisten KDE-Programmen und die Office-Programme. Dieser System-Typ ist für Einzelplatzrechner mit üblicher Nutzung am besten geeignet. Er wird von YaST ausgewählt, wenn die Rahmenbedingungen es erlauben.
Wenn Sie im Vorschlagsdialog auf klicken, erscheint ein Dialog, in dem Sie aus den o.g. Grundsystemen eines auswählen können. Zusätzlich können Sie durch einen Klick auf das Softwareinstallationsmodul (kurz: Paket-Manager) starten und dort den Installationsumfang detailliert ändern (s. Abb. 2.11. “YaST: Software installieren oder löschen (Paket-Manager)”).
Bei der Installation des „Standard-Systems“ ist es meist nicht nötig, den Installationsumfang auf der Ebene einzelner Pakete zu verändern. Dieses Grundsystem bestimmt bereits eine in sich schlüssige Software-Zusammenstellung, die ohne weitere Änderungen die meisten Anforderungen erfüllt. Falls Sie dennoch manuell eingreifen möchten, erleichtert Ihnen der Paket-Manager diese Aufgabe erheblich. Er bietet sog. Filter an, die aus den vielen Paketen in SUSE LINUX eine Auswahl nach wählbaren Kriterien treffen.
Links oben, unter der Menüzeile, sehen Sie die Filter-Auswahlbox. Beim Start ist der Selektionen-Filter aktiviert. Selektionen gruppieren die Programmpakete nach Anwendungszweck, zum Beispiel Multimedia oder Büroanwendungen. Unter der Filter-Auswahlbox sehen Sie die verschiedenen Gruppen des Selektionen-Filters, von denen jene schon ausgewählt sind, die zum aktuell gewählten System-Typ gehören (Vorauswahl). Mit einem Klick auf die jeweilige Checkbox können ganze Selektionen zum Installieren komplett an- und abgewählt werden.
Im rechten Fenster sehen Sie jene Pakete einzeln aufgelistet, die zur aktuellen Selektion gehören. Alle Pakete haben einen aktuellen Status, der am Anfang der Zeile in einer kleinen Status-Box symbolisch dargestellt wird. Bei der Installation sind vor allem die Zustände Installieren und Nicht installieren interessant, also mit Häkchen links vom Paketnamen oder mit Leerfeld. Hier können Sie jedes einzelne Paket nach Ihren Bedürfnissen an- oder abwählen. Klicken Sie dazu so oft auf die Status-Box, bis der jeweilige Zustand erreicht ist (Installieren oder Nicht installieren).
Alternativ können Sie mit einem Klick der rechten Maustaste auf die Paketzeile ein Popup-Menü aufrufen, das alle möglichen Zustände auflistet. Die übrigen Zustände sind zum Installieren aber weniger von Belang und werden in der detaillierten Anleitung zu diesem Modul im Abschnitt 4.3.4. “Software installieren oder löschen” genauer erklärt.
Wenn Sie die Filter-Auswahlbox aufklappen, sehen Sie eine Auswahl der möglichen Filter. Für die Installation ist auch die Auswahl nach interessant. Mit diesem Filter werden die Programmpakete auf der linken Seite in einer Baumstruktur nach Themen geordnet. Je weiter Sie diesen Baum in die Tiefe hinein aufklappen, desto schärfer ist die Eingrenzung der Auswahl auf ein bestimmtes Thema. Die Liste der zugehörigen Pakete rechts in der Paketliste wird dadurch immer kürzer und überschaubarer.
Mit können Sie nach einem speziellen Paket suchen. Wie dies genau funktioniert, wird ebenfalls im Abschnitt 4.3.4. “Software installieren oder löschen” genauer erklärt.
Wie in allen Betriebssystemen gilt auch bei SUSE LINUX, dass nicht beliebige Kombinationen von Software-Paketen installiert werden können. Die installierten Pakete müssen zueinander passen. Wird dies nicht beachtet, können sich Inkonsistenzen ergeben, die eine reibungslose Funktion des installierten Systems gefährden. Wenn Sie in diesem Dialog Software-Pakete an- und abwählen, können u.U. Warnungen über unaufgelöste Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte angezeigt werden. Falls Sie SUSE LINUX zum ersten Mal installieren oder diese Warnungen unverständlich für Sie sind, lesen Sie bitte den Abschnitt 4.3.4. “Software installieren oder löschen”. Dort finden Sie detaillierte Informationen zur Bedienung des Paket-Managers sowie eine kurze Erläuterung der Hintergründe zum Thema „Software-Organisation unter Linux“.
![]() | Warnung |
|---|---|
Die Standardauswahl, die Ihnen zum Installieren angeboten wird, ist in aller Regel für den Anfänger wie für den fortgeschrittenen Heimanwender sinnvoll und nach Erfahrungswerten gewählt. Es ist normalerweise nicht nötig, hier Änderungen vorzunehmen. Wenn Sie Pakete zusätzlich auswählen, mehr noch wenn Sie Pakete abwählen, sollten Sie wissen, welche Auswirkungen dies hat. Beachten Sie v.a. beim Löschen unbedingt die Warnhinweise und wählen Sie keine Pakete des Linux-Grundsystems ab. | |
Wenn Sie mit Ihrer Software-Auswahl zufrieden sind und keine unaufgelösten Paket-Abhängigkeiten oder -Konflikte mehr vorliegen, können Sie mit einem Klick auf Ihre Änderungen übernehmen und das Programm verlassen. Anders als beim Aufruf dieses Moduls im installierten System werden Ihre Änderungen während der Installation nicht sofort realisiert. Der aktuelle Installationsumfang wird nur intern vermerkt und wirkt sich erst später aus, wenn die Installation tatsächlich startet.
Der Boot-Modus wird von YaST bei der Installation auf eine sinnvolle Weise festgelegt und Sie können diese Einstellungen normalerweise unverändert übernehmen. Sollten spezielle Anforderungen Ihrer Systemumgebung dafür sprechen, die vorgeschlagene Konfiguration zu ändern, ist dies aber auch möglich.
Sie können die Konfiguration zum Beispiel so ändern, dass zum Booten von SUSE LINUX eine spezielle Start-Diskette eingelegt werden muss. Das kann in Ausnahmefällen sinnvoll sein, wenn hauptsächlich ein anderes Betriebssystem gestartet wird, dessen aktueller Boot-Mechanismus unverändert bleiben soll. Normalerweise ist dies aber nicht notwendig, weil YaST den Bootloader so einrichtet, dass ein evtl. koexistierendes Betriebssystem wahlweise gebootet werden kann. Weiterhin können Sie den Speicherort des SUSE LINUX-Bootloaders auf der Festplatte ändern.
Wenn Sie den YaST-Vorschlag ändern möchten, wählen Sie bitte . Es erscheint dann ein Dialog, der weitreichende Eingriffe in den Boot-Mechanismus erlaubt. Lesen Sie hierzu bitte das Kapitel 4.8.4. “Bootloader-Konfiguration mit YaST”.
![]() | Wichtig |
|---|---|
Das Ändern des Boot-Modus ist nur für Experten zu empfehlen. | |
In diesem Dialog (Abb. 2.12. “Auswählen der Zeitzone”) können Sie im Feld zwischen Lokalzeit und GMT wählen. Ihre Auswahl hängt von der Einstellung der Uhr im BIOS Ihres Rechners ab. Sollte diese auf GMT stehen, übernimmt SUSE LINUX automatisch die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit und umgekehrt.
Die Sprache wurde bereits am Beginn der Installation ausgewählt (siehe Abschnitt 2.3. “Sprachauswahl”. Wenn Sie aber nachträglich noch Änderungen vornehmen wollen, können Sie dies hier tun. Zusätzlich haben Experten hier auch die Möglichkeit, über den Button die Sprache für den Benutzer root einzustellen. Das Drop-down-Menü bietet drei Optionen:
Für den Benutzer root wird der Wert der Variable LC_CTYPE in der Datei /etc/sysconfig/language übernommen. Damit wird die Lokalisierung für sprachabhängige Funktionsaufrufe gesetzt.
Benutzer root hat exakt dieselben Spracheinstellungen wie der lokale Benutzer.
Die Spracheinstellungen für den Benutzer root bleiben von der Sprachauswahl unberührt.
Klicken Sie auf , um die Konfiguration abzuschließen. Über den Button können Sie Ihre Änderungen ggf. wieder rückgängig machen.
Im Vorschlags-Dialog nehmen Sie mit einem Klick auf den Vorschlag mit all Ihren Änderungen an und gelangen in den grünen Bestätigungsdialog. Wenn Sie hier nun wählen, beginnt die Installation unter Berücksichtigung aller aktuellen Einstellungen. Je nach Rechnerleistung und Software-Auswahl dauert das Kopieren der Pakete meist zwischen 15 und 30 Minuten.