18.2. Konfiguration eines ADSL / T-DSL Anschlusses

18.2.1. Standardkonfiguration

Momentan werden von SuSE Linux DSL-Zugänge unterstützt, die mit dem Point-to-Point-over-Ethernet-Protokoll (PPPoE) arbeiten. Dieses Protokoll wird von allen großen Anbietern benutzt. Sollten Sie sich nicht sicher sein, welches Protokoll Ihr Provider verwendet, gibt dieser sicherlich gerne Auskunft.

  1. Die Pakete ppp und smpppd müssen installiert werden. Verwenden Sie dazu am besten YaST.

  2. Konfigurieren Sie Ihre Netzwerkkarte mit YaST. Verwenden Sie nicht dhcp, sondern vergeben Sie eine statische IP Adresse, zum Beispiel 192.168.2.22.

  3. Die Parameter, die Sie mit dem YaST DSL-Modul bearbeiten, werden in der Datei /etc/sysconfig/network/providers/provider0 abgespeichert. Zusätzlich gibt es noch Konfigurationsdateien für den smpppd (SuSE Meta-PPP-Daemon) und seine Frontends kinternet und cinternet. Bitte beachten Sie dazu die Manualpage man smpppd.

  4. Starten Sie das Netzwerk ggf. mit dem Befehl rcnetwork start und danach den smpppd mit dem Befehl rcsmpppd start.

  5. Mit den Befehlen cinternet --start und cinternet --stop können Sie auf einem System ohne graphischer Oberfläche eine Verbindung herstellen bzw. abbrechen. Auf einer graphischen Benutzeroberfläche können Sie dazu kinternet benutzen. Dieses Programm wird unter KDE automatisch gestartet, falls Sie DSL mit YaST eingerichtet haben. Klicken Sie auf das Zahnrad-Icon in der Buttonleiste. Wählen Sie Kommunikation/Internet Internet Tools kinternet. Nun erscheint in der Buttonleiste das Steckersymbol. Ein Klick darauf startet die Verbindung und ein zweiter Klick beendet sie wieder.

18.2.2. DSL Verbindung per Dial-on-Demand

Dial-on-Demand bedeutet, dass die Verbindung automatisch aufgebaut wird, sobald ein User auf das Internet zugreift, zum Beispiel indem er eine Webseite mit einem Browser anwählt oder E-Mails verschickt. Nach einer bestimmten Zeit (Idletime), in der keine Daten gesendet oder empfangen werden, wird die Verbindung wieder getrennt. Da die Einwahl mit PPPoE, dem Protokoll für ADSL, sehr schnell geht, entsteht mitunter der Eindruck, als hätte man eine Standleitung in das Internet.

Dies ist aber nur sinnvoll, wenn Sie eine Flatrate besitzen. Wird Ihr Zugang zeitabhängig abgerechnet, müssen Sie darauf achten, dass kein periodischer Prozess, zum Beispiel ein cronjob, immer wieder eine Verbindung aufbaut. Das könnte Ihre Kosten in die Höhe treiben.

Obwohl mit einer DSL-Flatrate auch eine permanente Einwahl möglich wäre, sprechen doch einige Punkte für eine Verbindung, die nur kurz und nach Bedarf besteht:

  • Die meisten Provider trennen die Verbindung nach einer gewissen Zeit.

  • Eine permanente Verbindung kann als Ressourcenverschwendung betrachtet werden (zum Beispiel IP-Adressen).

  • Vor allem ist es ein enormes Sicherheitsrisiko, permanent online zu sein, da ein Angreifer das System auf Schwachstellen absuchen kann. Ein System, das nur bei Bedarf im Internet erreichbar ist und immer wieder eine andere IP-Adresse hat, ist viel schwieriger zu attackieren.

Dial-on-Demand können Sie mit YaST aktivieren (siehe auch das Benutzer-Handbuch) oder Sie richten es manuell ein. Setzen Sie in der Datei /etc/sysconfig/network/providers/provider0 den Parameter DEMAND= auf "yes" und definieren Sie eine Idletime mit der Variable: IDLETIME="60". Damit wird eine unbenutzte Verbindung nach 60 Sekunden beendet.

Zur Einrichtung eines DSL-Gateways für private Netzwerke empfehlen wir folgenden Artikel in unserer Supportdatenbank: http://portal.suse.de/sdb/de/2002/07/masq80.html