Kapitel 18. Internet

Inhaltsverzeichnis

18.1. Der smpppd als Einwahlhelfer
18.2. Konfiguration eines ADSL / T-DSL Anschlusses
18.3. Proxy-Server: Squid

Zusammenfassung

Das Internet hat sich als Kommunikationsplatform weltweit durchgesetzt. Linux als Netzwerkbetriebssystem kann vielfältige Aufgaben sowohl als Client als auch als Server in diesem Netz wahrnehmen. In diesem Kapitel sollen einige interessante Themen hierzu beschrieben werden: der Einwahlhelfer smpppd (SUSE Meta PPP-Daemon), die manuelle Konfiguration eines ADSL-Zuganges, falls es bei der Einrichtung mit YaST Probleme geben sollte, und die Konfiguration des Proxies Squid.

18.1. Der smpppd als Einwahlhelfer

18.1.1. Programmkomponenten zur Einwahl ins Internet

Die meisten Heimanwender besitzen keine feste Anbindung an das Internet, sondern wählen sich bei Bedarf ein. Die Kontrolle über diese Verbindung hat dabei je nach Einwahlart (ISDN oder DSL) der ipppd oder der pppd. Im Prinzip reicht es, diese Programme korrekt zu starten, um online zu sein.

Sofern man über eine Flatrate verfügt, die bei der Einwahl keine zusätzlichen Kosten verursacht, reicht es tatsächlich aus, wenn man den Daemon entsprechend startet. Oftmals wünscht man sich jedoch, die Einwahl besser kontrollieren zu können, sei es über ein KDE-Applet oder auch über ein Kommandozeileninterface. Hinzu kommt, dass das Internet-Gateway oft nicht der eigentliche Arbeitsrechner ist, so dass man die Einwahl in einem per Netz erreichbaren Rechner steuern möchte.

An dieser Stelle kommt der smpppd (SUSE Meta PPP-Daemon) ins Spiel. Er stellt Hilfsprogrammen eine einheitliche Schnittstelle zur Verfügung, die in zwei Richtungen funktioniert. Zum einen programmiert er den jeweils nötigen pppd oder ipppd, und steuert dessen Einwahlverhalten. Zum anderen stellt er den Benutzerprogrammen verschiedene Provider zur Verfügung, und übermittelt Informationen über den aktuellen Zustand der Verbindung. Da der smpppd auch über das Netz steuerbar ist, eignet er sich gut, die Einwahl ins Internet von einer Workstation im privaten Subnetz aus zu steuern.

18.1.2. Die Konfiguration des smpppd

Die Konfiguration der Verbindungen, die der smpppd zur Verfügung stellt, wird automatisch durch YaST vorgenommen. Die eigentlichen Einwahlprogramme kinternet und cinternet werden ebenfalls vorkonfiguriert. Handarbeit ist dann gefragt, wenn Sie weitere Features des smpppd, etwa eine remote Bedienung, einrichten möchten.

Die Konfigurationsdatei des smpppd liegt unter /etc/smpppd.conf. Sie ist so eingestellt, dass standardmäßig keine remote Bedienung möglich ist. Die interessantesten Optionen dieser Konfigurationsdatei sind:

open-inet-socket = <yes|no>

Wenn eine Steuerung des smpppd über das Netzwerk gewünscht ist, muss diese Option auf yes gesetzt werden. Der Port, auf dem der smpppd dann hört, ist 3185. Wenn dieser Parameter auf yes gesetzt ist, sollten Sie auch die Parameter bind-address, host-range und password sinnvoll setzen.

bind-address = <ip>

Wenn ein Rechner mehrere IP-Adressen hat, kann damit festgelegt werden, über welche IP-Adresse der smpppd Verbindungen akzeptiert.

host-range = <min ip> <max ip>

Der Parameter host-range kann verwendet werden, um einen Netzbereich zu definieren. Den Rechnern, deren IP-Adressen in diesem Bereich liegen, wird der Zugang zum smpppd erlaubt. Anders ausgedrückt, es werden alle Rechner abgewiesen, die nicht in diesem Bereich liegen.

password = <password>

Mit der Vergabe eines Passworts kann eine Einschränkung der Clients auf berechtigte Rechner geschehen. Da dies ein Klartextpasswort ist, sollte man die Sicherheit, die es bietet nicht überbewerten. Wenn kein Passwort vergeben wird, dann sind alle Clients berechtigt, auf den smpppd zuzugreifen.

Weitere Informationen zum smpppd finden Sie in den Manualpages man smpppd und man smpppd.conf.

18.1.3. kinternet und cinternet im Remote-Einsatz

Die Programme kinternet und cinternet können sowohl lokal verwendet werden als auch einen entfernten smpppd steuern. cinternet ist hierbei auf der Kommandozeile die Entsprechung zum grafischen kinternet. Wenn Sie diese Utilities zum Einsatz mit einem remote smpppd vorbereiten möchten, müssen Sie die Konfigurationsdatei /etc/smpppd-c.conf manuell oder mit Hilfe von kinternet editieren. Diese Datei kennt nur drei Optionen:

server = <server>

An dieser Stelle können Sie den Rechner spezifizieren, auf dem der smpppd läuft. Wenn dies gleichzeitig das default gateway des Rechners ist, reicht es, gateway-fallback auf yes zu setzen.

gateway-fallback = <yes|no>

Wenn weder ein Server spezifiziert wurde noch einer lokal läuft, sprechen Sie einen smpppd auf dem default gateway an. Diese Option ist standardmäßig aktiviert.

password = <password>

Setzen Sie an dieser Stelle das Passwort ein, das auch für den smpppd ausgewählt wurde.

Sofern der smpppd läuft, können Sie jetzt versuchen, auf den smpppd zuzugreifen. Dazu bietet sich der Befehl cinternet --verbose --interface-list an. Sollten Sie an dieser Stelle noch Schwierigkeiten haben, dann lesen Sie bitte die Manualpages man smpppd-c.conf und man cinternet.