Für einfache Anforderungen muss man lediglich das Apache-Paket apache2 installieren. Installieren Sie zusätzlich eines der MPM-Pakete (Multiprocessing Module) wie das Paket apache2-prefork oder apache2-worker. Bei der Auswahl des richtigen MPM ist zu beachten, dass das mit Threads laufende Worker-MPM nicht mit Paket mod_php4 zusammen verwendet werden kann, da noch nicht alle von diesem Paket verwendeten Bibliotheken threadsafe sind.
Wenn Apache installiert ist, wird er nicht automatisch gestartet. Um Apache zu starten, muss man ihn im Runlevel-Editor aktivieren. Um ihn dauerhaft beim Booten des Systems zu starten, muss man im Runlevel-Editor für die Runlevel 3 und 5 ein Häkchen setzen. Ob Apache läuft, lässt sich feststellen, indem man die URL http://localhost/ in einem Browser aufruft. Läuft Apache, kann dann eine Beispielseite sehen, sofern das Paket apache2-example-pages installiert ist.
Um aktive Inhalte mit Hilfe von Modulen zu nutzen, muss man noch die Module für die jeweiligen Programmiersprachen installieren. Dies sind das Paket apache2-mod_perl für Perl bzw. das Paket apache2-mod_php4 für PHP und schließlich das Paket apache2-mod_python für Python. Die Verwendung dieser Module ist im Abschnitt 15.9.5. “Aktive Inhalte mit Modulen erzeugen” beschrieben.
Zusätzlich empfiehlt es sich, die reichhaltige Dokumentation zu installieren, diese findet sich im Paket apache2-doc. Für diese Dokumentation existiert ein Alias (was das ist, wird im Abschnitt 15.7. “Konfiguration” beschrieben), so dass man sie nach der Installation direkt über die URL http://localhost/manual aufrufen kann.
Wer Module für Apache entwickeln oder Module von Drittanbietern kompilieren will, muss noch das Paket apache2-devel installieren, sowie entsprechende Entwicklungswerkzeuge. Diese enthalten unter anderem die apxs-Tools, die im Abschnitt 15.6.5. “Installation von Modulen mit apxs” näher beschrieben sind.
Ein wichtiges Werkzeug für Modulentwickler ist apxs2. Mit diesem Programm lassen sich Module , die als Quelltext vorliegen, mit einem einzigen Befehl kompilieren und installieren, samt der notwendigen Änderungen an den Konfigurationsdateien. Außerdem kann man auch Module installieren, die bereits als Objektdatei (Endung .o) oder statische Library (Endung .a) vorliegen. apxs2 erstellt aus den Quellen ein Dynamic Shared Object (DSO), das von Apache direkt als Modul verwendet wird.
Die Installation eines Moduls aus dem Quelltext bewirkt beispielsweise der Befehl apxs2 -c -i -a mod_foo.c. Andere Optionen von apxs2 sind in der zugehörigen Manpage beschrieben.
Von apxs2 gibt es mehrere Versionen: apxs2, apxs2-prefork und apxs2-worker. Während apxs2 ein Modul so installiert, dass es für alle MPMs verwendbar ist, installieren die beiden anderen Programme Module so, dass sie nur für die jeweiligen MPMs (also prefork bzw. worker) verwendet werden. Während also apxs2 ein Modul in /usr/lib/apache2 installiert, landet dieses Modul bei Verwendung von apxs2-prefork in /usr/lib/apache2-prefork.
Die Option -a sollte mit Apache 2 nicht verwendet werden, da dann die Änderungen direkt in /etc/apache2/httpd.conf geschrieben werden. Stattdessen sollten Module über den Eintrag APACHE_MODULES in /etc/sysconfig/apache2 aktiviert werden, wie im Abschnitt 15.7.1. “Konfiguration mit ” beschrieben.