Ab SUSE LINUX 8.0 wird die Routing-Tabelle in den Konfigurationsdateien /etc/sysconfig/network/routes und /etc/sysconfig/network/ifroute-* eingestellt.
In der Datei /etc/sysconfig/network/routes können alle statischen Routen eingetragen werden, die für die verschiedenen Aufgaben eines Systems benötigt werden könnten: Route zu einem Rechner, Route zu einem Rechner über ein Gateway und Route zu einem Netzwerk. Hier wird z.B. der Default Gateway bei statischen Routen konfiguriert:
default GATEWAY - -
wobei GATEWAY die IP-Adresse des Gateways ist.
Für alle Interfaces, die individuelles Routing benötigen, kann dies jeweils in einer eigenen Datei pro Interface definiert werden: /etc/sysconfig/network/ifroute-*. Für das Zeichen * muss die Interface-Bezeichnung eingesetzt werden. Die Einträge können folgendermaßen aussehen:
DESTINATION GATEWAY NETMASK INTERFACE [ TYPE ] [ OPTIONS ] DESTINATION GATEWAY PREFIXLEN INTERFACE [ TYPE ] [ OPTIONS ] DESTINATION/PREFIXLEN GATEWAY - INTERFACE [ TYPE ] [ OPTIONS ]
Falls GATEWAY, NETMASK, PREFIXLEN oder INTERFACE nicht angegeben werden, muss an ihrer Stelle das Zeichen - gesetzt werden. Die Einträge TYPE und OPTIONS können schlicht entfallen.
In der ersten Spalte steht das Ziel einer Route. Dabei kann dort die IP-Adresse eines Netzes oder Rechners oder bei erreichbaren Nameservern auch der voll qualifizierte Name eines Netzes oder eines Rechners stehen.
Die zweite Spalte enthält entweder das Default-Gateway oder ein Gateway, hinter dem ein Rechner oder Netzwerk erreichbar ist.
Die dritte Spalte enthält die Netzmaske für Netzwerke oder Rechner hinter einem Gateway. Für Rechner hinter einem Gateway lautet die Maske zum Beispiel 255.255.255.255.
Die letzte Spalte ist nur für die am lokalen Rechner angeschlossenen Netzwerke (Loopback, Ethernet, ISDN, PPP, …) wichtig. Hier muss der Name des Devices eingetragen werden.