linuxrc ist ein Programm, das in der Start-Phase des Kernels gestartet wird, bevor richtig gebootet wird. Diese angenehme Eigenschaft des Kernels erlaubt es, einen kleinen modularisierten Kernel zu booten und die wenigen Treiber, die man wirklich braucht, als Module nachzuladen. linuxrc hilft bei Bedarf die relevanten Treiber manuell zu laden. Im Regelfall kann jedoch auf die automatische Hardware-Erkennung vertraut werden, die vor dem Start von YaST durchgeführt wird. Sie können linuxrc nicht nur bei der Installation verwenden, sondern auch als Boot-Tool für ein installiertes System und sogar für ein autonomes (RAM-Disk basiertes) Rettungssystem. Näheres finden Sie in Abschnitt 12.5. “Das SUSE Rettungssystem”.
Nachdem Sprache und Tastatur eingestellt sind, gelangen Sie in das Hauptmenü von linuxrc (vgl. Abbildung 1.2. “Hauptmenü von linuxrc”). Normalerweise wird linuxrc benutzt, um Linux zu starten. Ziel ist also der Menüpunkt . Ob Sie direkt zu diesem Punkt gehen können, hängt von der Hardware des Rechners und dem Installationsvorhaben überhaupt ab. Informationen dazu finden Sie in Abschnitt 1.1. “Textbasierte Installation mit YaST”.
Einstellungen können bezüglich , (Farbe oder monochrome Darstellung), und vorgenommen werden.
Unter (Abbildung 12.1. “Systeminformationen”) können Sie neben den Meldungen des Kernels auch einige weitere Einzelheiten überprüfen, etwa die I/O-Adressen von PCI-Karten oder die Größe des Hauptspeichers, die von Linux erkannt wurde.
Die folgenden Zeilen zeigen, wie sich eine Festplatte und ein CD-ROM-Laufwerk an einem EIDE-Adapter melden. In diesem Fall müssen Sie keine Kernelmodule für eine Installation laden:
hda: ST32140A, 2015MB w/128kB Cache, LBA, CHS=1023/64/63 hdb: CD-ROM CDR-S1G, ATAPI CDROM drive Partition check: hda: hda1 hda2 hda3 < hda5 >
Haben Sie einen Kernel gestartet, der bereits einen SCSI-Treiber fest integriert hat, brauchen Sie natürlich ebenfalls kein SCSI-Modul mehr zu laden. Typische Meldungen bei Erkennung eines SCSI-Adapters und der daran angeschlossenen Geräte sind:
scsi : 1 host. Started kswapd v 1.4.2.2 scsi0 : target 0 accepting period 100ns offset 8 10.00MHz FAST SCSI-II scsi0 : setting target 0 to period 100ns offset 8 10.00MHz FAST SCSI-II Vendor: QUANTUM Model: VP32210 Rev: 81H8 Type: Direct-Access ANSI SCSI revision: 02 Detected scsi disk sda at scsi0, channel 0, id 0, lun 0 scsi0 : target 2 accepting period 236ns offset 8 4.23MHz synchronous SCSI scsi0 : setting target 2 to period 248ns offset 8 4.03MHz synchronous SCSI Vendor: TOSHIBA Model: CD-ROM XM-3401TA Rev: 0283 Type: CD-ROM ANSI SCSI revision: 02 scsi : detected 1 SCSI disk total. SCSI device sda: hdwr sector= 512 bytes. Sectors= 4308352 [2103 MB] [2.1 GB] Partition check: sda: sda1 sda2 sda3 sda4 < sda5 sda6 sda7 sda8 >
Hier wählen Sie aus, welche Module (Treiber) Sie benötigen. linuxrc bietet Ihnen die verfügbaren Treiber in einer Liste an. Links sehen Sie den Namen des zuständigen Moduls, rechts eine Kurzbeschreibung der Hardware, für die der Treiber zuständig ist. Für einige Komponenten gibt es mitunter mehrere Treiber oder neuere Alpha-Treiber. Auch diese werden hier angeboten.
Haben Sie den Treiber gefunden, der für Ihre Hardware zuständig ist, drücken Sie Return. Es erscheint eine Maske, in der Sie etwaige Parameter für das zu ladende Modul eingeben können. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass im Gegensatz zur Parametereingabe am Kernel-Prompt mehrere Parameter für das gleiche Modul durch Leerzeichen voneinander getrennt werden müssen.
In vielen Fällen ist die genaue Spezifizierung der Hardware gar nicht notwendig, denn die meisten Treiber finden Ihre Komponenten von alleine. Lediglich bei den Netzwerkkarten und bei älteren CD-ROM-Laufwerken mit eigener Controller-Karte ist die Angabe von Parametern mitunter erforderlich. Probieren Sie es jedenfalls erst einmal mit Return.
Bei einigen Modulen kann das Erkennen und Initialisieren der Hardware recht lange dauern. Durch Umschalten auf die virtuelle Konsole 4 (Alt + F4) können Sie die Meldungen des Kernels während des Ladens beobachten. Vor allem SCSI-Adapter lassen sich etwas Zeit beim Ladevorgang, da sie eine gewisse Zeit warten, bis sich alle angeschlossenen Geräte gemeldet haben.
Wurde das Modul erfolgreich geladen, werden die Meldungen des Kernels von linuxrc angezeigt, sodass Sie sich vergewissern können, dass alles wie vorgesehen gelaufen ist. Ansonsten weisen die Meldungen möglicherweise auf die Ursache des Scheiterns hin.
Haben Sie die komplette Kernel-Unterstützung für Ihre Hardware erreicht, können Sie zum Punkt weitergehen. Von hier aus lassen sich mehrere Vorgänge anstoßen: , (die Rootpartition muss bekannt sein), (vgl. Abschnitt 12.5. “Das SUSE Rettungssystem”) und .
Der Punkt steht nur zur Verfügung, wenn Sie von einer „LiveEval-CD“ gebootet haben. ISO-Images können vom FTP-Server heruntergeladen werden (live-eval-<VERSION>): ftp://ftp.suse.com/pub/suse/i386/
![]() | Tipp |
|---|---|
Der Punkt kann zum Beispiel immer dann nützliche Dienste leisten, wenn man ohne eigentliche Festplatten-Installation testen möchte, ob der fragliche Rechner oder das anzuschaffende Notebook kompatibel sind. | |
Für die Installation (Abbildung 12.5. “Auswahl des Quellmediums in linuxrc”) und ähnlich auch für das Rettungssystem können Sie verschiedene Quellen wählen (Abbildung 12.6. “Quellmedium für das Rettungssystem”).
Befindet sich linuxrc nicht im manuellen Modus, sucht es nach einer Info-Datei, entweder auf Diskette oder in der initrd unter /info. Erst danach liest linuxrc die Parameter am Kernel-Prompt ein. Die voreingestellten Werte können in der Datei /linuxrc.config verändert werden. Diese wird zuerst eingelesen. Allerdings empiehlt es sich Änderungen vorzugsweise in der Info-Datei festzulegen.
Eine Info-Datei besteht aus Schlüsselwörtern und zugehörigen Werten der Form: key: value. Diese Schlüssel-Wert-Paare können in dieser Form auch am Kernel-Prompt übergeben werden. Eine Liste möglicher Schlüssel finden Sie in der Datei /usr/share/doc/packages/linuxrc/linuxrc.html. Einige der wichtigsten werden im Folgenden mit Beispielwerten aufgeführt:
Install: URL (nfs, ftp, hd, ...)
HostIP: 10.10.0.2
Proxy: 10.10.0.1
Netdevice: eth0
Textmode: 0|1
AutoYast: ftp://autoyastfile
VNC: 0|1
VNCPassword: password
UseSSH: 0|1
SSHPassword: password
ForceInsmod: 0|1 (Benutzen Sie die Option -f, wenn insmod aufgerufen wird).
Insmod: Modul-Parameter
AddSwap: 0|3|dev/hda5
Bei 0 wird nie swap angefordert, bei einer positiven Zahl wird die Partition dieser Nummer aktiviert. Alternativ geben Sie den Namen der Partition an.