11.3. Konfiguration des Kernels

Die Konfiguration des aktuell laufenden Kernel ist in der Datei /proc/config.gz gespeichert. Um diese Konfiguration nach Ihren Wünschen anzupassen, wechseln Sie als Benutzer root in das Verzeichnis /usr/src/linux und führen folgende Befehle aus:

zcat /proc/config.gz > .config
make oldconfig

Der Befehl make oldconfig verwendet die Datei /usr/src/linux/.config als Vorlage zur aktuellen Kernelkonfiguration. Wenn bei Ihren aktuellen Kernel-Sourcen neue Optionen hinzugekommen sind, so werden diese jetzt abgefragt.

Wenn die Datei .config fehlt, dann wird eine „default“ Konfiguration verwendet, die in den Kernel-Sourcen enthalten ist.

11.3.1. Kommandozeilenkonfiguration

Um den Kernel zu konfigurieren, wechseln Sie nach /usr/src/linux und geben den Befehl make config ein.

Sie werden nach einer Reihe von Systemfähigkeiten gefragt, die der Kernel unterstützen soll. Bei der Beantwortung der Fragen gibt es normalerweise zwei oder drei Möglichkeiten: Entweder einfaches y und n, oder eine der drei Möglichkeiten y (yes), n (no) und m (module). m bedeutet hierbei, dass der entsprechende Treiber nicht fest zum Kernel hinzugebunden wird, sondern vielmehr als Modul übersetzt wird, das zur Laufzeit zum Kernel hinzugeladen werden kann. Sämtliche Treiber, die zum Booten des Systems unbedingt benötigt werden, müssen fest zum Kernel hinzugebunden werden; in diesen Fällen also y wählen. Mit Enter bestätigen Sie die Vorauswahl, die aus der Datei .config eingelesen wird. Wenn Sie bei einer Frage eine andere Taste drücken, erhalten Sie einen kurzen Hilfetext zu der jeweiligen Option angezeigt.

11.3.2. Konfiguration im Textmodus

Angenehmer lässt sich die Konfiguration des Kernels mit „menuconfig“ durchführen; gegebenenfalls müssen Sie dazu das ncurses-devel mit YaST nachinstallieren. Starten Sie die Kernel-Konfiguration mit dem Befehl make menuconfig.

Bei einer geringfügigen Änderung der Konfiguration müssen Sie sich hier nicht durch alle Fragen „durchtasten“, sondern können über das Menü direkt bestimmte Bereiche wählen. Die Voreinstellungen werden der Datei .config entnommen. Um eine andere Konfiguration zu laden, wählen Sie den Menüpunkt Load an Alternate Configuration File und geben den Dateinamen an.

11.3.3. Konfiguration unter dem X Window System

Haben Sie das X Window System (Paket xf86) sowie Tcl/Tk (Paket tcl und tk) installiert, können Sie die Konfiguration alternativ durch den Befehl make xconfig vornehmen.

Sie haben dann eine grafische Oberfläche, die das Konfigurieren komfortabler macht. Dazu müssen Sie das X Window System aber als Benutzer root gestartet haben oder in der Shell zuerst als normaler Benutzer xhost + eingeben, um root Zugriff auf das Display zu gewähren. Die Voreinstellungen werden aus der Datei .config ausgelesen. Beachten Sie, daß die Konfiguration über make xconfig nicht so gut gepflegt ist, wie die anderen Konfigurationsmöglichkeiten. Sie sollten daher nach dieser Konfigurationmethode immer noch ein make oldconfig ausführen.