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Zusammenfassung
Der Kernel verwaltet die Hardware jedes Linux Systems und stellt diese den verschiedensten Prozessen zur Verfügung. Auf den folgenden Seiten wird man nicht lernen, wie man Kernel-„Hacker“ wird, aber man erfährt, wie man ein Kernel-Update durchführt, und wird in die Lage versetzt, sich einen selbstkonfigurierten Kernel zu kompilieren und zu installieren. Wenn Sie so vorgehen, wie in diesem Kapitel beschrieben, bleibt der bisherige Kernel funktionsfähig und kann jederzeit auf Wunsch gebootet werden.
Der Kernel, der bei der Installation im /boot-Verzeichnis abgelegt wird, ist so konfiguriert, dass er ein möglichst breites Spektrum von Hardware unterstützt. Es ist meist nicht erforderlich, einen eigenen Kernel zu generieren, außer Sie wollen „experimentelle“ Features oder Treiber ausprobieren.
Zum Erzeugen eines neuen Kernels existieren bereits Makefiles, mit deren Hilfe der Ablauf fast völlig automatisiert ist. Lediglich die Auswahl der vom Kernel zu unterstützenden Hardware und Features muss interaktiv durchlaufen werden. Da Sie Ihr Computer-System ziemlich gut kennen müssen, um eine funktionierende Auswahl zu treffen, empfehlen wir – wenigstens für die ersten Versuche – eine bestehende und funktionierende Konfigurationsdatei abzuändern und damit die Gefahr falscher Einstellungen zu vermindern.
Um einen SUSE Update-Kernel zu installieren, laden Sie das Update-Paket vom SUSE FTP-Server oder einem Mirror wie zum Beispiel: ftp://ftp.gwdg.de/pub/linux/suse/ herunter. Wenn Sie nicht wissen, welcher Kernel aktuell bei Ihnen läuft, so können Sie zum einen den version-String ansehen: cat /proc/version.
Sie können außerdem prüfen, zu welchem Paket der Kernel /boot/vmlinuz gehört: rpm -qf /boot/vmlinuz.
Vor der Installation sollten Sie den ursprünglichen Kernel und die dazugehörige initrd sichern. Geben Sie dazu als root die folgenden beiden Befehle ein:
cp /boot/vmlinuz /boot/vmlinuz.old cp /boot/initrd /boot/initrd.old
Installieren Sie nun das neue Paket mit dem Befehl rpm -Uvh <Paketname>. Setzen Sie dabei die entsprechende Versionsnummer ein.
Seit SUSE LINUX 7.3 wird reiserfs als Standardfilesystem verwendet, was den Einsatz einer „initial ramdisk“ voraussetzt. Diese wird mit dem Befehl mk_initrd neu geschrieben. Bei aktuellen SUSE LINUX Versionen geschieht dies automatisch bei der Installation des Kernels.
Um gegebenenfalls den alten Kernel booten zu können, muss der Bootloader entsprechend konfiguriert werden. Genaue Informationen dazu finden Sie im Kapitel 7. Booten und Bootmanager.
Wenn Sie den Original-Kernel von den SUSE LINUX CDs installieren möchten, gehen Sie ähnlich vor. Auf CD 1 oder der DVD finden Sie im Verzeichnis boot den Standard Kernel als rpm-Paket. Installieren Sie diesen wie oben beschrieben. Falls Sie eine Fehlermeldung erhalten, dass bereits ein neueres Paket installiert ist, müssen Sie die Option --force beim rpm-Kommando zusätzlich angeben.