Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung
Dieses Kapitel befasst sich mit den Besonderheiten des mobilen Arbeitens — schwerpunktmäßig auf Notebooks — unter Linux. Die Konfiguration von PC-Karten (PCMCIA) wird ebenso behandelt wie die Verwaltung verschiedener Systemprofile mittels SCPM und die drahtlose Kommunikation mittels IrDA und Bluetooth.
PCMCIA steht für Personal Computer Memory Card International Association und wird als Sammelbegriff für sämtliche damit zusammenhängende Hard- und Software verwendet.
Die wesentliche Komponente ist die PCMCIA-Karte; hierbei unterscheidet man zwei Typen:
Das sind die derzeit noch am häufigsten vorkommenden Karten. Sie verwenden einen 16 Bit breiten Bus zur Datenübertragung, sind meist relativ günstig und werden in der Regel problemlos und stabil unterstützt.
Dies ist ein neuerer Standard. Sie verwenden einen 32 Bit breiten Bus, sind dadurch schneller, aber auch teurer. Da die Datenübertragungsrate aber häufig an anderer Stelle eingeschränkt wird, lohnt sich der Aufwand oftmals nicht. Es gibt mittlerweile auch für diese Karten etliche Treiber, wobei manche immer noch instabil sind – abhängig auch vom vorhandenen PCMCIA-Controller.
Welche Karte eingeschoben ist, sagt bei aktivem PCMCIA-Dienst das Kommando cardctl ident. Eine Liste von unterstützten Karten findet man in SUPPORTED.CARDS in /usr/share/doc/packages/pcmcia. Dort gibt es auch die jeweils aktuelle Version des PCMCIA-HOWTO.
Die zweite notwendige Komponente ist der PCMCIA-Controller, oder auch die PC-Card/CardBus-Bridge. Diese stellt die Verbindung zwischen der Karte und dem PCI-Bus her, in älteren Geräten auch die Verbindung zum ISA-Bus. Diese Controller sind fast immer zu dem Intel-Chip i82365™ kompatibel; es werden alle gängigen Modelle unterstützt. Der Typ des Controllers lässt sich mit dem Kommando pcic_probe ermitteln. Falls es ein PCI-Gerät ist, gibt das Kommando lspci -vt weitere Auskünfte.
Gegenwärtig gibt es zwei PCMCIA-Systeme: externes PCMCIA und Kernel-PCMCIA. Das externe PCMCIA-System von David Hinds ist das ältere, somit auch besser erprobte und wird immer noch weiterentwickelt. Die Quellen der verwendeten Module sind nicht in die Kernelquellen integriert, deshalb „externes“ System. Seit Kernel 2.4 gibt es alternative Module in den Kernelquellen. Diese bilden das PCMCIA-System des Kernels („Kernel-PCMCIA“). Die Basismodule wurden von Linus Torvalds geschrieben und unterstützen vor allem neuere CardBus-Bridges besser.
Leider sind diese beiden Systeme zueinander inkompatibel. Außerdem gibt es in beiden Systemen unterschiedliche Sätze von Kartentreibern. Deswegen kommt je nach verwendeter Hardware nur ein System in Frage. Die Voreinstellung unter SUSE LINUX ist das neuere Kernel-PCMCIA. Es ist jedoch möglich, das System zu wechseln. Dazu muss in der Datei /etc/sysconfig/pcmcia der Variablen PCMCIA_SYSTEM entweder der Wert external oder kernel zugewiesen und PCMCIA mit rcpcmcia restart neu gestartet werden. Für vorübergehende Wechsel können Sie auch rcpcmcia [re]start external,kernel verwenden. Detailinformationen dazu befindet sich in /usr/share/doc/packages/pcmcia/LIESMICH.SuSE.
Die Kernelmodule für beide Systeme befinden sich in den Kernelpaketen. Zusätzlich werden noch die Pakete pcmcia und hotplug benötigt.
Beim Start von PCMCIA werden die Module pcmcia_core, i82365 (externes PCMCIA) oder yenta_socket (Kernel-PCMCIA) und ds geladen. In sehr seltenen Fällen wird alternativ zu i82365 bzw. yenta_socket das Modul tcic benötigt. Sie initialisieren die vorhandenen PCMCIA-Controller und stellen Basisfunktionen zur Verfügung.
Da PCMCIA-Karten zur Laufzeit gewechselt werden können, muss es einen Daemonen geben, der die Aktivitäten in den Steckplätzen überwacht. Diese Aufgabe erledigen je nach gewähltem PCMCIA-System und verwendeter Hardware der Cardmanager oder das Hotplug-System des Kernels. Bei externem PCMCIA kommt nur der Cardmanager zum Einsatz. Bei Kernel-PCMCIA handhabt der Cardmanager nur die PC-Card-Karten, wohingegen CardBus-Karten von Hotplug behandelt werden. Der Cardmanager wird vom PCMCIA-Startskript nach dem Laden der Basismodule gestartet. Da Hotplug neben PCMCIA auch noch andere Subsysteme bedient, gibt es hierfür ein eigenes Startskript.
Ist eine Karte eingeschoben, ermittelt der Cardmanager bzw. Hotplug Typ und Funktion und lädt die passenden Module. Wurden diese erfolgreich geladen, startet der Cardmanager bzw. Hotplug je nach Funktion der Karte bestimmte Initialisierungsskripten, die ihrerseits die Netzwerkverbindung aufbauen, Partitionen von externen SCSI-Platten einhängen (mounten) oder andere hardwarespezifische Aktionen ausführen. Die Skripte des Cardmanagers befinden sich in /etc/pcmcia. Die Skripte für Hotplug sind in /etc/hotplug zu finden. Wenn die Karte wieder entfernt wird, beendet der Cardmanager bzw. Hotplug mit den selben Skripten sämtliche Kartenaktivitäten. Anschließend werden die nicht mehr benötigten Module wieder entladen.
Sowohl der Startvorgang von PCMCIA als auch die Kartenereignisse werden in der Systemprotokolldatei (/var/log/messages) protokolliert. Dort wird festgehalten, welches PCMCIA System gerade verwendet wird und welcher Daemon welche Skripte zur Einrichtung verwendet hat. Theoretisch kann eine PCMCIA-Karte einfach entnommen werden. Dies funktioniert auch hervorragend für Netzwerk-, Modem- oder ISDN-Karten, solange keine aktiven Netzwerkverbindungen mehr bestehen. Es funktioniert nicht im Zusammenhang mit eingehängten Partitionen einer externen Platte oder mit NFS-Verzeichnissen. Hier müssen Sie dafür sorgen, dass die Einheiten synchronisiert und sauber ausgehängt werden (unmounten). Das ist natürlich nicht mehr möglich, wenn die Karte bereits herausgenommen wurde. Im Zweifelsfall hilft ein cardctl eject.
▪ ipseries;ia64;x86;amd64
Dieser Befehl deaktiviert alle Karten, die sich noch im Notebook befinden.
Um nur eine der Karten zu deaktivieren, können Sie zusätzlich die
Slotnummer angeben, zum Beispiel
cardctl eject 0.
▪
▪ ppc
Dieser Befehl deaktiviert die Karte und – bei PowerBooks –
wirft diese auch gleich aus dem Slot aus.
▪
Ob PCMCIA bzw. Hotplug beim Booten gestartet wird, lässt sich mit dem Runleveleditor von YaST oder auf der Kommandozeile mittels chkconfig einstellen.
In /etc/sysconfig/pcmcia befinden sich vier Variablen:
bestimmt, welches PCMCIA-System verwendet wird.
enthält den Namen des Moduls, das den PCMCIA-Controller ansteuert. Im Normalfall ermittelt das Startskript diesen Namen selbstständig. Nur wenn dies fehlschlägt, kann das Modul hier eingetragen werden. Ansonsten sollte diese Variable leer bleiben.
ist für Parameter für das Modul pcmcia_core gedacht; sie werden aber nur selten benötigt. Diese Optionen sind in der Manualpage von pcmcia_core beschrieben.
nimmt Parameter für das Modul i82365 auf; vgl. die Manualpage von i82365. Falls yenta_socket verwendet wird, werden diese Optionen ignoriert, da yenta_socket keine Optionen kennt.
Die Zuordnung von Treibern zu PCMCIA-Karten für den Cardmanager befindet sich in den Dateien /etc/pcmcia/config und /etc/pcmcia/*.conf. Zuerst wird config gelesen und dann die *.conf in alphabetischer Reihenfolge. Der zuletzt gefundene Eintrag für eine Karte ist ausschlaggebend. Details über die Syntax dieser Dateien befinden sich in der Manualpage von pcmcia.
Diese lassen sich wie gewöhnliche Netzwerkkarten mit YaST einrichten. Dort muss lediglich PCMCIA als Kartentyp ausgewählt werden. Alle weiteren Details zur Netzwerkeinrichtung befinden sich im Kapitel 14.4. “Die Einbindung ins Netzwerk”. Beachten Sie dort die Hinweise zu hotplugfähigen Karten.
Auch bei ISDN-PC-Karten erfolgt die Konfiguration größtenteils wie bei sonstigen ISDN-Karten mit YaST. Es spielt keine Rolle welche der dort angebotenen PCMCIA ISDN-Karten ausgewählt wird; wichtig ist nur, dass es eine PCMCIA-Karte ist. Bei der Einrichtung der Hardware und der Provider ist darauf zu achten, dass der Betriebsmodus immer auf hotplug, nicht auf onboot steht.
So genannte ISDN-Modems gibt es auch bei PCMCIA-Karten. Dies sind Modem- oder Multifunktionskarten mit einem zusätzlichen ISDN-Connection-Kit und werden wie ein Modem behandelt.
Bei Modem-PC-Karten gibt es im Normalfall keine PCMCIA-spezifischen Einstellungen. Sobald ein Modem eingeschoben wird, steht dieses unter /dev/modem zur Verfügung.
Es gibt auch bei PCMCIA-Karten so genannte Softmodems. Diese werden in der Regel nicht unterstützt. Falls es Treiber gibt, müssen diese individuell ins System eingebunden werden.
Das passende Treibermodul wird vom Cardmanager oder Hotplug geladen. Sobald also eine SCSI- oder IDE-Karte eingeschoben wird, stehen die daran angeschlossenen Geräte zur Verfügung. Die Gerätenamen werden dynamisch ermittelt. Informationen über vorhandene SCSI- bzw. IDE-Geräte sind unter /proc/scsi bzw. unter /proc/ide zu finden.
Externe Festplatten, CD-ROM-Laufwerke und ähnliche Geräte müssen eingeschaltet sein, bevor die PCMCIA-Karte in den Steckplatz eingeschoben wird. SCSI-Geräte müssen aktiv terminiert werden.
![]() | Warnung |
|---|---|
Bevor eine SCSI- oder IDE-Karte entnommen wird, müssen sämtliche Partitionen der daran angeschlossenen Geräte ausgehängt werden. Wurde dies vergessen, kann erst nach einem Reboot des Systems erneut auf diese Geräte zugegriffen werden, auch wenn der Rest des Systems durchaus stabil weiterläuft. | |
Sie können Linux auch vollständig auf solchen externen Platten installieren. Allerdings gestaltet sich dann der Bootvorgang etwas komplizierter. Es wird auf alle Fälle eine Bootdisk benötigt, die den Kernel und eine Initial-Ramdisk (initrd) enthält; mehr Informationen dazu finden Sie in Abschnitt 12.3. “Booten mit der initial ramdisk”.
Die initrd enthält ein virtuelles Dateisystem, das alle benötigten PCMCIA-Module und -Programme enthält. Die Bootdisk bzw. die Bootdisk-Images sind ebenso aufgebaut. Damit könnten Sie Ihre externe Installation immer booten. Es ist jedoch umständlich, jedes Mal die PCMCIA-Unterstützung von Hand zu laden. Fortgeschrittene Anwender können sich eine auf das jeweilige System zugeschnittene Bootdiskette selbst erstellen. Hinweise finden Sie dazu in dem englischsprachigem PCMCIA-HOWTO in Abschnitt 5.3 Booting from a PCMCIA device.
Bisweilen kommt es bei der Verwendung von PCMCIA auf manchen Notebooks oder mit manchen Karten zu Problemen. Die meisten Schwierigkeiten lassen sich mit wenig Aufwand bewältigen, solange man die Sache systematisch angeht.
![]() | Warnung |
|---|---|
Da es in SUSE LINUX sowohl externes als auch Kernel-PCMCIA nebeneinander gibt, muss beim manuellen Laden von Modulen eine Besonderheit beachtet werden. Die beiden PCMCIA-Systeme verwenden Module gleichen Namens und sind in unterschiedlichen Unterverzeichnissen unter /lib/modules/<kernelversion> untergebracht. Diese Unterverzeichnisse heißen pcmcia für Kernel-PCMCIA und pcmcia-external für externes PCMCIA. Deshalb muss beim manuellen Laden von Modulen dieses Unterverzeichnis angegeben werden: modprobe -t <verzeichnis> <modulname> | |
Zuerst ist herauszufinden, ob das Problem mit einer Karte zusammenhängt, oder ob ein Problem des PCMCIA-Basissystems vorliegt. Deshalb sollten Sie in jedem Fall den Computer zunächst ohne eingeschobene Karten starten. Erst wenn das Basissystem einwandfrei zu funktionieren scheint, wird die Karte eingeschoben. Alle aufschlussreichen Meldungen werden in /var/log/messages protokolliert. Deshalb sollte die Datei mit tail -f /var/log/messages während der notwendigen Tests beobachtet werden. So lässt sich der Fehler auf einen der beiden folgenden Fälle einschränken.
Wenn das System beim Booten bereits bei der Meldung PCMCIA: Starting services stehen bleibt oder andere merkwürdige Dinge geschehen, kann das Starten von PCMCIA beim nächsten Booten durch die Eingabe von NOPCMCIA=yes am Bootprompt verhindert werden. Um den Fehler weiter einzugrenzen, werden nun die drei Basismodule des verwendeten PCMCIA Systems von Hand nacheinander geladen.
Dazu dienen die Kommandos (als Benutzer root aufzurufen):
modprobe -t <dir> pcmcia_core
modprobe -t pcmcia-external i82365
bei externem PCMCIA bzw.
modprobe -t pcmcia yenta_socket
bei Kernel-PCMCIA
▪ x86
bzw. – in sehr seltenen Fällen –
modprobe -t <dir> tcic und
▪
modprobe -t <dir> ds
Die kritischen Module sind die beiden ersten.
Tritt der Fehler beim Laden von pcmcia_core auf, hilft die Manpage zu pcmcia_core weiter. Die darin beschriebenen Optionen können zunächst zusammen mit dem Kommando modprobe getestet werden. Als Beispiel können wir die APM-Unterstützung der PCMCIA-Module abschalten; in wenigen Fällen kann es damit Probleme geben. Dafür gibt es die Option doapm; mit do_apm=0 wird das Powermanagement deaktiviert:
modprobe -t <dir> pcmciacore do_apm=0
Führt die gewählte Option zum Erfolg, wird sie in der Datei /etc/sysconfig/pcmcia in die Variable PCMCIA_CORE_OPTS geschrieben:
PCMCIA_CORE_OPTS="do_apm=0"
Vereinzelt kann das Prüfen freier IO-Bereiche Ärger machen, wenn sich dadurch andere Hardwarekomponenten gestört fühlen. Das umgeht man dann mit probe_io=0. Sollen mehrere Optionen verwendet werden, müssen sie durch Leerzeichen getrennt werden:
PCMCIA_CORE_OPTS=do_apm=0 probe_io=0
Wenn es beim Laden des Moduls i82365 zu Fehlern kommt, hilft die Manualpage von i82365.
▪ x86
Ein Problem in diesem Zusammenhang ist ein Ressourcenkonflikt, ein
Interrupt, IO-Port oder Speicherbereich wird doppelt belegt. Das Modul
i82365 prüft zwar diese Ressourcen, bevor sie für eine
Karte zur Verfügung gestellt werden, jedoch führt manchmal genau diese
Prüfung zum Problem. So führt das Prüfen des Interrupt 12 (PS/2-Geräte)
bei manchen Computern zum Blockieren von Maus und/oder Tastatur. In
diesem Fall hilft der Parameter
irq_list=<ListevonIRQs>. Die Liste soll alle
IRQs enthalten, die verwendet werden dürfen. Also
modprobe i82365
irq_list=5,7,9,10 oder dauerhaft in
/etc/sysconfig/pcmcia:
PCMCIA_PCIC_OPTS="irq_list=5,7,9,10"
▪
Weiterhin gibt es /etc/pcmcia/config und /etc/pcmcia/config.opts. Diese Dateien werden vom Cardmanager ausgewertet. Die darin gemachten Einstellungen sind erst für das Laden der Treiber-Module für die PCMCIA-Karten relevant.
▪ x86
In /etc/pcmcia/config.opts können auch IRQs, IO-Ports
und Speicherbereiche ein- oder ausgeschlossen werden. Der Unterschied zur
Option irqlist ist, dass die in der Datei
config.opts ausgeschlossenen Ressourcen zwar nicht
für eine PCMCIA-Karte verwendet, aber dennoch vom Basis-Modul
i82365 geprüft werden.
▪
Hier gibt es im Wesentlichen drei Varianten: Die Karte wird nicht erkannt, der Treiber kann nicht geladen werden oder das Interface, das vom Treiber bereitgestellt wird, wurde falsch eingerichtet.
Man sollte beachten, ob die Karte vom Cardmanager oder von Hotplug behandelt wird. Nochmal zur Erinnerung: Bei externem PCMCIA regiert immer der Cardmanager, bei Kernel-PCMCIA behandelt der Cardmanager PC-Card-Karten und Hotplug behandelt CardBUS-Karten. Hier wird nur der Cardmanager besprochen.
Wenn die Karte nicht erkannt wird, erscheint in /var/log/messages die Meldung unsupported Card in Slot x. Diese Meldung besagt lediglich, dass der Cardmanager der Karte keinen Treiber zuordnen kann. Zu dieser Zuordnung wird /etc/pcmcia/config bzw. /etc/pcmcia/*.conf benötigt. Diese Dateien sind sozusagen die Treiberdatenbank. Diese Treiberdatenbank lässt sich am leichtesten erweitern, wenn man vorhandene Einträge als Vorlage nimmt. Sie können mit dem Kommando cardctl ident herausfinden, wie die Karte sich identifiziert. Weitere Informationen dazu befinden sich im PCMCIA-HOWTO (Abschnitt 6) und in der Manualpage von pcmcia. Nach der Änderung von /etc/pcmcia/config bzw. /etc/pcmcia/*.conf muss die Treiberzuordnung neu geladen werden; dazu genügt ein rcpcmcia reload.
Eine Ursache hierfür besteht darin, dass in der Treiberdatenbank eine falsche Zuordnung gespeichert ist. Das kann zum Beispiel daher kommen, dass ein Hersteller in ein äußerlich unverändertes Kartenmodell einen anderen Chip einbaut. Manchmal gibt es auch alternative Treiber, die bei bestimmten Modellen besser (oder überhaupt erst) funktionieren als der voreingestellte Treiber. In diesen Fällen werden genaue Informationen über die Karte benötigt. Hier hilft auch, eine Mailingliste oder den Advanced Support Service zu fragen.
Eine weitere Ursache ist ein Ressourcenkonflikt. Bei den meisten PCMCIA-Karten ist es nicht relevant, mit welchem IRQ, IO-Port oder Speicherbereich sie betrieben werden, aber es gibt auch Ausnahmen. Dann sollte man zuerst immer nur eine Karte testen und evtl. auch andere Systemkomponenten wie zum Beispiel Soundkarte, IrDA, Modem oder Drucker vorübergehend abschalten. Die Ressourcenverteilung des Systems kann man mit lsdev einsehen (Es ist durchaus normal, dass mehrere PCI Geräte denselben IRQ verwenden).
Eine Lösungsmöglichkeit wäre, eine geeignete Option für das Modul i82365 zu verwenden (siehe oben PCMCIA_PCIC_OPTS). Es gibt jedoch auch für manche Kartentreibermodule Optionen. Diese lassen sich mit modinfo /lib/modules/<richtigesPCMCIA-Verzeichnis>/<treiber>.o herausfinden (der vollständige Pfad ist hier wieder nötig, um den Treiber vom richtigen PCMCIA-System anzusprechen). Für die meisten Module gibt es auch eine Manualpage.
rpm -ql pcmcia | grep man listet alle im pcmcia enthaltene Manualpages auf. Zum Testen der Optionen können die Kartentreiber auch von Hand entladen werden. Hierbei ist wieder zu beachten, dass das Modul des gerade verwendeten PCMCIA-Systems zu verwenden. Siehe die Warnung weiter oben.
Wenn eine Lösung gefunden wurde, kann in /etc/pcmcia/config.opts die Verwendung einer bestimmten Ressource allgemein erlaubt bzw. verboten werden. Auch die Optionen für Kartentreiber finden hier Platz. Soll zum Beispiel das Modul pcnet_cs ausschließlich mit dem IRQ 5 betrieben werden, wird folgender Eintrag benötigt:
module pcnet_cs opts irq_list=5
Mit 10/100-MBit-Netzwerkkarten tritt manchmal das Problem auf, dass die Übertragungsart nicht automatisch richtig erkannt wird. Hier hilft das Kommando ifport oder mii_tool. Damit lässt sich die eingestellte Übertragungsart anzeigen und verändern. Um diese Kommandos automatisch ausführen zu lassen, muss das Skript /etc/pcmcia/network individuell angepasst werden.
In diesem Fall ist es empfehlenswert, die Konfiguration des Interfaces nochmal genau zu überprüfen, um seltene Konfigurationsfehler auszuschließen. Bei Netzwerkkarten kann außerdem die Dialograte der Netzwerkskripten erhöht werden, in dem man in /etc/sysconfig/network/config der Variable DEBUG den Wert yes zuweist. Bei anderen Karten, oder wenn das noch nicht hilft, gibt es noch die Möglichkeit, in das vom Cardmanager aufgerufene Skript (siehe /var/log/messages) eine Zeile set -x einzubauen. Dadurch wird jedes einzelne Kommando des Skripts im Systemlog protokolliert. Hat man die kritische Stelle in einem Skript gefunden, können die entsprechenden Kommandos auch in einem Terminal eingegeben und getestet werden.
In manchen Fällen wird PCMCIA bereits zum Installieren benötigt, wenn man über Netzwerk installieren möchte oder das CD-ROM via PCMCIA betrieben wird. Dazu muss man mit einer Bootdiskette starten. Des Weiteren wird eine der Moduldisketten benötigt.
Nach dem Booten von Diskette (oder auch nach der Auswahl beim Booten von CD) wird das Programm linuxrc gestartet. Dort muss unter dem Menüpunkt der Punkt ausgewählt werden. Zuerst erscheinen zwei Eingabefelder, in denen man Optionen für die Module pcmcia_core und i82365 eingeben kann. Im Normalfall bleiben diese Felder jedoch leer. Die Manualpages für pcmcia_core und i82365 befinden sich als Textdateien auf der ersten CD im Verzeichnis docu.
▪ ipseries;zseries;amd64;ia64;x86
Bei SUSE LINUX wird mit dem externen PCMCIA-System installiert. Während
der Installation werden Systemmeldungen auf verschiedenen virtuellen
Konsolen ausgegeben, auf die man mit Alt +
Funktionstaste umschalten kann.
▪
▪ ppc
Bei SUSE LINUX wird mit dem externen PCMCIA-System installiert. Während
der Installation werden Systemmeldungen auf verschiedenen virtuellen
Konsolen ausgegeben, auf die man mit Apfel +
Funktionstaste umschalten kann.
▪
▪ ipseries;zseries;amd64;ia64;x86
Später, wenn bereits eine grafische Oberfläche aktiv ist, muss man
Strg + Alt +
Funktionstaste verwenden.
▪
▪ ppc
Später, wenn bereits eine grafische Oberfläche aktiv ist, muss man
irgendeine Kombination aus Strg, Apfel,
Alt, Fx, fünf anderen Tasten und
Nasenbohren mit beiden Händen in der richtigen Reihenfolge verwenden.
▪
Es gibt auch schon während der Installation Terminals, auf denen Kommandos ausgeführt werden können. Solange linuxrc läuft, ist das die Konsole 9 (eine sehr spartanisch ausgestattete Shell); sobald das Installationssystem geladen ist (YaST wurde gestartet) gibt es auf Konsole 2 eine bash und viele gängige Systemtools.
Wenn während der Installation ein falsches Treibermodul für eine PCMCIA Karte geladen wird, muss die Bootdiskette von Hand angepasst werden. Dazu benötigt man jedoch fortgeschrittene Linuxkenntnisse. Wenn der erste Teil der Installation abgeschlossen ist, wird das System teilweise oder ganz neu gestartet. Dabei kann in seltenen Fällen beim Starten von PCMCIA das System stehen bleiben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Installation aber schon weit genug fortgeschritten, sodass mit der Boot-Option NOPCMCIA=yes Linux ohne PCMCIA gestartet werden kann, zumindest im Textmodus. Hier hilft der Abschnitt 8.1.4. “Wenn's trotzdem nicht geht” weiter. Evtl. kann man schon vor Abschluss des ersten Teils der Installation auf Konsole 2 einige Einstellungen am System verändern, so dass der Neustart erfolgreich verläuft.
Das Programm cardctl wurde schon mehrfach erwähnt. Diese Applikation ist das wesentliche Werkzeug, um Informationen von PCMCIA zu erhalten bzw. bestimmte Aktionen auszuführen. In der Datei cardctl finden Sie Details; oder Sie geben cardctl ein und erhalten eine Liste der gültigen Kommandos.
Zu diesem Programm gibt es auch ein grafisches Frontend cardinfo, mit dem die wichtigsten Dinge kontrollierbar sind. Dazu muss jedoch das Paket pcmcia-cardinfo installiert sein.
Weitere Helfer aus dem pcmcia Paket sind ifport, ifuser, probe und rcpcmcia. Diese werden aber nicht immer benötigt. Um genau zu erfahren, was alles im Paket pcmcia steckt, verwendet man den Befehl rpm -ql pcmcia.
Wenn Sie den Kernel aktualisieren möchten, sollten Sie die von SUSE bereitgestellten Kernelpakete verwenden. Ist es notwendig, einen eigenen Kernel zu kompilieren, dann müssen auch die PCMCIA-Module neu kompiliert werden. Wichtig ist, dass während der Neuübersetzung bereits der richtige Kernel läuft, da aus diesem einige Informationen extrahiert werden. Das pcmcia Paket sollte bereits installiert, aber nicht gestartet sein; im Zweifelsfall sollte Sie noch rcpcmcia stop ausführen. Dann installiert man das PCMCIA-Quellpaket mit und gibt anschließend ein:
rpm -ba /usr/src/packages/SPECS/pcmcia.spec
Danach liegen unter /usr/src/packages/RPMS neue Pakete. Das Paket pcmcia-modules enthält die PCMCIA-Module für externes PCMCIA. Dieses Paket muss mit rpm --force installiert werden, da die Moduldateien offiziell zum Kernel-Paket gehören.
Wer an Erfahrungen mit bestimmten Notebooks interessiert ist, sollte auf alle Fälle die Linux Laptop Homepage unter http://linux-laptop.net besuchen. Eine weitere gute Informationsquelle ist die TuxMobil-Homepage unter http://tuxmobil.org/. Dort findet man neben viele interessanten Informationen auch ein Laptop-Howto und ein IrDA-Howto. Außerdem gibt es in der Supportdatenbank mehrere Artikel zum mobilen Arbeiten unter SUSE LINUX. Suchen Sie unter http://portal.suse.de/sdb/de/index.html unter dem Stichwort Laptop.