7.6. Für alle Fälle: Boot-CD erstellen

Falls Sie Probleme haben, Ihr installiertes System über einen Bootmanager zu booten oder Lilo oder Grub nicht in den MBR Ihrer Festplatte, noch auf eine Diskette installieren wollen oder können, ist es auch möglich, eine bootfähige CD zu erstellen, auf die Sie die Linux Startdateien brennen. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass ein Brenner in Ihrem System vorhanden und eingerichtet ist.

7.6.1. Boot-CD mit ISOLINUX

Um eine bootfähige CD zu erstellen, ist es am einfachsten, den Bootmanager Isolinux zu verwenden. Auch die SuSE Installations-CDs werden übrigens per Verwendung von Isolinux bootfähig gemacht.

  • Booten Sie Ihr installiertes System zunächst auf folgendem Umweg: Legen Sie die Installations-CD oder -DVD in Ihr Laufwerk und booten Sie von dieser wie bei der Installation. Wählen Sie dann im Bootmenü die Option Installation aus und im nächsten Menu den Punkt Installiertes System booten. Dabei wird die root-Partition automatisch erkannt, sodass von dieser das System gebootet werden kann.

  • Installieren Sie mit Hilfe von YaST das syslinux.

  • Öffnen Sie eine Root-Shell. Mit Hilfe der folgenden Aufrufe wird für die Boot-CD ein temporäres Verzeichnis erstellt und die zum Booten des Linux Systems notwendigen Dateien (der Bootloader Isolinux sowie der Kernel und die Initrd) hineinkopiert.

    mkdir /tmp/CDroot
    cp /usr/share/syslinux/isolinux.bin /tmp/CDroot/
    cp /boot/vmlinuz /tmp/CDroot/linux
    cp /boot/initrd /tmp/CDroot
        
  • Erstellen Sie mit einem Editor die Bootloader-Konfigurationsdatei /tmp/CDroot/isolinux.cfg. Tragen Sie folgenden Inhalt ein:

    DEFAULT linux
    LABEL linux
      KERNEL linux
      APPEND initrd=initrd root=/dev/hdXY [bootparameter]
        

    Für den Parameter root=/dev/hdXY tragen Sie bitte Ihre root-Partition ein. Wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Partitionsbezeichnung diese hat, schauen Sie einfach in der Datei /etc/fstab nach. Für den Wert [bootparameter] können Sie zusätzliche Optionen eingeben, die beim Booten verwendet werden sollen. Die Konfigurationsdatei könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

    DEFAULT linux
    LABEL linux
      KERNEL linux
      APPEND initrd=initrd root=/dev/hda7 hdd=ide-scsi
        
  • Anschließend wird mit folgendem Aufruf aus den Dateien ein ISO9660-Dateisystem für die CD erstellt (schreiben Sie das folgende Kommando in eine Zeile):

    mkisofs -o /tmp/bootcd.iso -b isolinux.bin -c boot.cat 
      -no-emul-boot -boot-load-size 4 
      -boot-info-table /tmp/CDroot
        
  • Brennen Sie die Datei /tmp/bootcd.iso auf CD, entweder mit graphischen Brennprogrammen wie K3b oder einfach von der Kommandozeile: cdrecord -v -eject speed=2 dev=0,0,0 /tmp/bootcd.iso.

    Evtl. muss der Parameter dev=0,0,0 an die SCSI-ID des Brenners angepasst werden (diese erfahren Sie durch Eingabe des Aufrufs cdrecord -scanbus, vergleiche auch die Manualpage mit man cdrecord).

  • Testen Sie die Boot-CD! Rebooten Sie dazu den Computer und überprüfen Sie ob Ihr Linux-System korrekt von der CD gestartet wird.