7.2. Bootkonzepte

Das einfachste „Bootkonzept“ betrifft einen Rechner mit einem einzigen Betriebssystem. Die Abläufe in der Startphase in diesem Fall haben wir soeben geschildert. Ein solcher Bootvorgang ist auch für einen Nur–Linux–Rechner denkbar. Dann kann theoretisch auf die Installation eines Bootloaders verzichtet werden, allerdings wäre es so nicht möglich, dem Kernel während des Startens eine Kommandozeile (mit Spezialwünschen zum Startvorgang, zusätzlichen Hardware-Informationen usw.) mitzugeben. Sobald mehr als ein Betriebssystem auf einem Rechner installiert ist, bieten sich verschiedene Bootkonzepte an:

Zusätzliche Systeme von Diskette booten

Ein Betriebssystem wird von Platte geladen, mit Hilfe von Boot-Disketten können alternativ weitere Betriebssysteme vom Disketten-Laufwerk aus gestartet werden.

  • Bedingung: Ein bootfähiges Diskettenlaufwerk ist vorhanden.

  • Beispiel: Sie installieren Linux zusätzlich zu Ihrem Windows–System und starten Linux stets von Bootdiskette.

  • Vorteil: Sie ersparen sich die Bootloader-Installation.

  • Nachteile: Sie müssen sehr darauf bedacht sein, einen Sicherheitsvorrat funktionierender Bootdisketten zu haben und der Start dauert länger.

  • Dass Ihr Linux ohne Bootdiskette nicht starten kann, mag je nach beabsichtigtem Einsatz Ihres Rechners ein Vor- oder Nachteil sein.

Zusätzliche Systeme von einem USB-Speichermedium booten

Ebenso wie von einer Diskette können die zum Booten notwendigen Informationen von einem USB-Speichermedium eingelesen werden.

Installation eines Bootmanagers

Ein Bootmanager erlaubt, mehrere Systeme gleichzeitig auf einem Rechner zu halten und sie abwechselnd zu nutzen. Der Benutzer wählt das zu ladende System bereits während des Bootvorgangs aus; ein Wechsel erfordert den Neustart des Rechners. Bedingung ist dabei, dass der gewählte Bootmanager mit allen Betriebssystemen „harmoniert“. Die Bootmanager von SUSE LINUX (LILO und sein Nachfolger GRUB) können alle gängigen Betriebssysteme starten. SUSE LINUX installiert daher den gewünschten Bootmanager standardmäßig in den MBR, so Sie diese Einstellung nicht während des Installationsdialogs ändern.