Die Kommandozeilentools sind detailliert im LPRng-Howto unter file:/usr/share/doc/packages/lprng/LPRng-HOWTO.html#LPRNGCLIENTS erläutert, daher hier nur eine kurze Zusammenfassung:
Der lpr-Befehl ist im LPRng-Howto unter file:/usr/share/doc/packages/lprng/LPRng-HOWTO.html#LPR erläutert, hier nur grundlegende Informationen:
Normalerweise druckt man mit lpr -P warteschlange datei. Wenn Sie die Option -Pwarteschlange weglassen, ist die Voreinstellung der Inhalt der Umgebungsvariablen PRINTER. Dies gilt ebenso für die Befehle lpq und lprm — siehe die Manualpage von lpr, die Manualpage von lpq und die Manualpage von lprm. Die Umgebungsvariable PRINTER wird beim Anmelden automatisch gesetzt, kann mit dem Befehl echo $PRINTER angezeigt werden und mit export PRINTER=warteschlange auf eine (andere) Warteschlange gesetzt werden.
lpq -Pwarteschlange zeigt die Druckaufträge in der angegebenen Warteschlange an. Wird beim LPRng-Spooler als Warteschlange all eingegeben, werden alle Druckaufträge in allen Warteschlangen angezeigt.
Mit lpq -s -Pwarteschlange wird minimale Information angezeigt und lpq -l -Pwarteschlange liefert mehr Information.
Mit lpq -L -Pwarteschlange wird ein detaillierter Statusbericht ausgegeben, der zur Fehlerdiagnose dient.
Für weitere Informationen siehe unten den Abschnitt Status für entfernte Warteschlangen anzeigen und die Manualpage von lpq und file:/usr/share/doc/packages/lprng/LPRng-HOWTO.html#LPQ im LPRng-Howto.
lprm -Pwarteschlange jobnummer löscht den Druckauftrag mit der angegebenen Jobnummer aus der angegebenen Warteschlange, sofern der Druckauftrag dem Benutzer gehört, der den lprm-Befehl aufgerufen hat. Ein Druckauftrag gehört dem Benutzer auf dem Rechner, der den Druckauftrag gestartet hat. Dieser Benutzer wird durch den lpq-Befehl angezeigt. Auch die Jobnummer wird durch den lpq-Befehl angezeigt.
Mit dem Befehl lprm -Pall all werden alle Druckaufträge aus allen Warteschlangen gelöscht, die der Benutzer, der den lprm-Befehl gegeben hat, löschen darf. Der Benutzer root darf jegliche Druckaufträge (auch in allen Warteschlangen) löschen.
Weitere Informationen in der Manualpage von lprm und unter file:/usr/share/doc/packages/lprng/LPRng-HOWTO.html#LPRM im LPRng-Howto.
Der Befehl lpc option warteschlange zeigt den Status der angegebenen Warteschlangen an und ermöglicht es, diesen zu verändern. Die wichtigsten Optionen sind:
liefert eine kurze Übersicht der Optionen.
gibt einen Statusbericht.
stoppt die Aufnahme neuer Jobs in die Warteschlange.
gibt die Warteschlange für die Aufnahme neuer Jobs frei.
stoppt das Ausdrucken von Jobs aus der Warteschlange; der gerade im Druck befindliche Job wird noch beendet.
nimmt das Ausdrucken von Jobs aus der Warteschlange wieder auf.
wirkt wie disable plus stop .
hat dieselbe Wirkung wie enable plus start.
ist identisch zu down, nur dass ein gerade im Druck befindlicher Job sofort abgebrochen wird. Die Jobs bleiben erhalten und können nach einem Restart der Warteschlange (up) weiter bearbeitet werden.
Für Veränderungen an den Druckwarteschlangen brauchen Sie root-Rechte. Sie können diese Kommandos gleich in der Kommandozeile mitgeben (zum Beispiel lpc status all). Oder Sie rufen lpc ohne Parameter auf: Dann wird ein Dialogmodus mit der Eingabeaufforderung Prompt lpc> gestartet, der die Eingabe obiger Optionen erwartet. Mit quit oder exit beenden Sie den Dialog.
Liefert lpc status all beispielsweise
Printer Printing Spooling Jobs Server Subserver lp@earth enabled enabled 2 123 456 color@earth disabled disabled 0 none none laser@earth disabled enabled 8 none none
so ist die Warteschlangen lp komplett eingeschaltet und enthält zwei Druckaufträge wovon einer gerade gedruckt wird. Die Warteschlange color ist komplett abgeschaltet. Bei der Warteschlange laser ist zum Beispiel wegen vorübergehender Reparaturarbeiten am Drucker nur das Ausdrucken abgeschaltet, aber es können dennoch weiterhin Druckaufträge erzeugt werden, die sich in der Warteschlange sammeln (hier acht Stück).
Weitere Informationen in der Manualpage von lpc und unter file:/usr/share/doc/packages/lprng/LPRng-HOWTO.html#LPC im LPRng-Howto.
Hier ist print-server durch den Namen oder die IP-Adresse des Print-Servers zu ersetzen und warteschlange muss eine Warteschlange auf dem Print-Server sein.
Beim LPRng-Spooler können direkt mit dem lpr-Befehl auch entfernte Warteschlangen wie folgt angesprochen werden: lpr -Pwarteschlange@print-server datei. Voraussetzung ist, dass der Print-Server so konfiguriert wurde, dass man auf dessen Warteschlangen auch drucken darf, was beim LPRng standardmäßig möglich ist.
Mit folgenden Befehlen kann die entfernte Warteschlange abgefragt werden:
lpq -P<warteschlange>@<print-server> lpq -s -P<warteschlange>@<print-server> lpq -l -P<warteschlange>@<print-server> lpq -L -P<warteschlange>@<print-server>
und
lpc status <warteschlange>@<print-server> lpc status all@<print-server>
Insbesondere mit lpq -s -Pall@print-server oder lpc status all@print-server können die Namen aller Warteschlangen auf dem Print-Server ermittelt werden, wenn auch auf diesem LPRng verwendet wird.
Ist kein Ausdruck über die entfernte Warteschlange möglich, dann sollte die Statusabfrage helfen. Mit lpq -L -Pwarteschlange@print-server kann der detaillierte Statusbericht zur Ferndiagnose angezeigt werden, sofern auch auf dem Print-Server LPRng verwendet wird.
Mit folgenden Befehlen können alle die Druckaufträge in entfernten Warteschlangen gelöscht werden, die man selbst erzeugt hat:
lprm -P<warteschlange>@<print-server> <jobnummer> lprm -P<warteschlange>@<print-server> all lprm -Pall@<print-server> all
Insbesondere hat root keine Sonderrechte bei entfernten Warteschlangen. Die Angabe all funktioniert nur, wenn auch auf dem Print-Server LPRng verwendet wird.
Druckaufträge bleiben in den Warteschlangen erhalten, wenn Sie während eines Druckvorgangs den Rechner herunterfahren und dann Linux neu starten – einen eventuell fehlerhaften Druckauftrag müssen Sie mit den oben vorgestellten Befehlen aus der Warteschlange entfernen.
Kommt es zum Beispiel zu einer Störung in der Kommunikation zwischen Rechner und Drucker so kann der Drucker mit den gesendeten Daten nichts sinnvolles anfangen und es kommt zu dem Problem, dass Unmengen Papier mit sinnlosen Zeichen vollgedruckt werden.
Entnehmen Sie zuerst alles Papier bei Tintenstrahldruckern bzw. öffnen Sie die Papierschächte bei Laserdruckern, damit das Drucken abgebrochen wird.
Da der Druckauftrag erst dann aus der Warteschlange entfernt wird, nachdem er komplett an den Drucker geschickt wurde, wird er meist noch in der Warteschlange stehen. Prüfen Sie mit lpq oder lpc status, aus welcher Warteschlange gerade gedruckt wird, und löschen Sie mit lprm den Druckauftrag.
Evtl. werden noch einige Daten an den Drucker übertragen, obwohl der Druckauftrag aus der Warteschlange gelöscht ist. Mit dem Befehl fuser -k /dev/lp0 für einen Drucker am Parallelport bzw. fuser -k /dev/usb/lp0 für einen USB-Drucker können ggf. alle Prozesse beendet werden, die noch auf den Drucker zugreifen.
Setzen Sie den Drucker komplett zurück, indem Sie ihn einige Zeit vom Stromnetz trennen. Danach legen Sie das Papier wieder ein und schalten den Drucker an.