Die Kommandozeilentools und deren Manual-Pages für das CUPS-Drucksystem befinden sich im cups-client und Dokumentation dazu befindet sich im cups unter /usr/share/doc/packages/cups/ insbesondere das CUPS Software Users Manual unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html und das CUPS Software Administrators Manual unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sam.html die bei lokal laufendem cupsd auch unter http://localhost:631/documentation.html erreichbar sind.
Bei CUPS-Kommandozeilentools ist gelegentlich die Reihenfolge der Optionen wichtig. Im Zweifelsfall ist die jeweilige Manual-Page zu beachten.
Normalerweise druckt man auf System V Art mit lp -d warteschlange datei oder auf Berkeley Art mitlpr -Pwarteschlange datei.
Weitere Informationen in der Manualpage von lpr und der Manualpage von lp und im Abschnitt Using the Printing System unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#USING_SYSTEM im CUPS Software Users Manual.
Mit dem zusätzlichen Parameter -o können weitreichende Optionen bzgl. der Art des Ausdrucks festgelegt werden. Weitere Informationen in der Manualpage von lpr und der Manualpage von lp und im Abschnitt Standard Printer Options unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#STANDARD_OPTIONS im CUPS Software Users Manual.
Auf System V Art mit lpstat -o warteschlange -p warteschlange oder auf Berkeley Art mit lpq -Pwarteschlange wird der Status einer Warteschlange angezeigt.
Ohne Angabe einer Warteschlange werden alle Warteschlangen angezeigt, wobei lpstat -o alle aktiven Druckaufträge in der Form warteschlange-jobnummer anzeigt.
Mit lpstat -l -o warteschlange -p warteschlange wird mehr Information angezeigt und mit lpstat -t bzw. lpstat -l -t wird die maximal verfügbare Information angezeigt.
Weitere Informationen in der Manualpage von lpq und der Manualpage von lpstat und im Abschnitt Using the Printing System unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#USING_SYSTEM im CUPS Software Users Manual.
Auf System V Art cancel warteschlange-jobnummer oder auf Berkeley Art lprm -Pwarteschlange jobnummer löscht den Druckauftrag mit der angegebenen Jobnummer aus der angegebenen Warteschlange. Weitere Informationen in der Manualpage von lprm und der Manualpage von cancel und im Abschnitt Using the Printing System unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#USING_SYSTEM im CUPS Software Users Manual.
Im CUPS Software Users Manual sind im Abschnitt Standard Printer Options unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#STANDARD_OPTIONS hardwareunabhängige Standard-Optionen für die Art des Ausdrucks beschrieben und im Abschnitt Saving Printer Options and Defaults unter file:/usr/share/doc/packages/cups/sum.html#SAVING_OPTIONS ist beschrieben, wie Optionseinstellungen gespeichert werden können.
Druckerspezifische Optionen für die Art des Ausdrucks sind in der PPD-Datei, die zu der entsprechenden Warteschlange gehört, festgelegt und werden mit dem Befehl lpoptions -p warteschlange -l in folgender Form angezeigt:
Option/Text: Wert Wert Wert ...
Dabei kennzeichnet ein * vor einem Optionswert die aktuelle Einstellung. Beispiel:
PageSize/Page Size: A3 *A4 A5 Legal Letter Resolution/Resolution: 150 *300 600
Hier ist die Option PageSize auf A4 eingestellt und die Auflösung auf den Wert 300.
Mit lpoptions -p warteschlange -o option=wert kann ein anderer Wert eingestellt werden.
So kann in obigem Beispiel mit folgendem Befehl die Papiergröße für die entsprechende Warteschlange auf Letter umgestellt werden:
lpoptions -p <warteschlange> -o PageSize=Letter
Gibt ein normaler Benutzer diesen lpoptions-Befehl, werden die Einstellungen nur für diesen Benutzer in der Datei ~/.lpoptions gespeichert.
Gibt der Systemverwalter root den lpoptions-Befehl, werden die Einstellungen als Voreinstellung für alle Benutzer auf dem lokalen Rechner in der Datei /etc/cups/lpoptions gespeichert. Die PPD-Datei wird hierbei nicht verändert.
Nur wenn die Standardeinstellungen in der PPD-Datei einer Warteschlange verändert werden, gilt das für jegliche Benutzer im gesamten Netzwerk, die an dieser Warteschlange drucken. Die Standardeinstellungen in der PPD-Datei einer Warteschlange kann der Systemverwalter ändern, so dass in obigem Beispiel die voreingestellte Papiergröße für die entsprechende Warteschlange für alle Benutzer im Netzwerk auf Letter umgestellt wird:
lpadmin -p <warteschlange> -o PageSize=Letter
Siehe dazu auch den Supportdatenbank-Artikel Einstellungen zum Ausdruck mit CUPS.
Es werden der print-server durch den Namen oder die IP-Adresse des Print-Servers ersetzt und warteschlange muss eine Warteschlange auf dem Print-Server sein.
Hier sind nur die grundlegenden Kommandos angegeben. Zu weiteren Möglichkeiten und zu Informationsquellen siehe den Abschnitt 5.8.1. “Für lokale Warteschlangen”.
Auf System V Art wird mitlp -d warteschlange -h print-server datei ein Druckauftrag für die angegebene Warteschlange auf dem angegebenen Print-Server erzeugt. Voraussetzung ist, dass der Print-Server so konfiguriert wurde, dass man auf dessen Warteschlangen drucken darf. Standardmäßig ist dies bei CUPS nicht der Fall, aber mit der YaST2-Druckerkonfiguration in einem erweiterten Menüzweig bei den CUPS Server Einstellungen passend konfiguriert werden kann.
Druckaufträge bleiben in den Warteschlangen erhalten, wenn Sie während eines Druckvorgangs den Rechner herunterfahren und dann Linux neu starten; einen eventuell fehlerhaften Druckauftrag müssen Sie mit den oben vorgestellten Befehlen aus der Warteschlange entfernen.
Kommt es zum Beispiel zu einer Störung in der Kommunikation zwischen Rechner und Drucker, kann der Drucker mit den gesendeten Daten nichts Sinnvolles anfangen. Es werden lediglich Unmengen Papier mit sinnlosen Zeichen bedruckt.
Entnehmen Sie zuerst alles Papier bei Tintenstrahldruckern bzw. öffnen Sie die Papierschächte bei Laserdruckern, damit das Drucken abgebrochen wird.
Da der Druckauftrag erst dann aus der Warteschlange entfernt wird, nachdem er komplett an den Drucker geschickt wurde, wird er meist noch in der Warteschlange stehen. Prüfen Sie mit lpstat -o (bzw. mit lpstat -h print-server -o) aus welcher Warteschlange gerade gedruckt wird und löschen Sie mit cancel warteschlange-jobnummer (bzw. mit cancel -h print-server warteschlange-jobnummer) den Druckauftrag.
Eventuell werden noch einige Daten an den Drucker übertragen, obwohl der Druckauftrag aus der Warteschlange gelöscht ist. Mit dem Befehl fuser -k /dev/lp0 für einen Drucker am Parallelport bzw. fuser -k /dev/usb/lp0 für einen USB-Drucker können alle Prozesse beendet werden, die noch auf den Drucker zugreifen.
Setzen Sie den Drucker komplett zurück, indem Sie ihn einige Zeit vom Stromnetz trennen. Danach legen Sie das Papier wieder ein und schalten den Drucker an.
Wenn die Datenübertragung zum Drucker nicht möglich ist oder auf bestimmte Weise gestört wird (z.B. wenn sie längerfristig unterbrochen wird), dann beendet sich das sogenannte CUPS-Backend, das die eigentliche Datenübertragung zum Drucker vornimmt, mit einem Fehlercode. Unter welchen genauen Umständen das passiert, hängt vom jeweiligen Backend ab (z.B. Backend für den Parallelport, für USB, für LPD-Server, für IPP-Server oder für direkte Datenübertragung via TCP-Socket). Der CUPS Server (cupsd) deaktiviert in so einem Fall das weitere Ausdrucken über die betroffene Warteschlange und die Warteschlange wird als disabled oder stopped angezeigt. Nachdem die Ursache der Störung behoben ist, muss der Systemadministrator mit dem Befehl /usr/bin/enable warteschlange (bzw. mit /usr/bin/enable -h print-server warteschlange) den Druck wieder starten.