5.2. Voraussetzungen zum Drucken

5.2.1. Allgemeine Voraussetzungen

  • Der Drucker wird von SUSE LINUX unterstützt. Siehe dazu folgende Informationsquellen:

    SUSE Druckerdatenbank

    http://cdb.suse.de bzw. http://hardwaredb.suse.de/

    Linuxprinting.org Druckerdatenbank

    http://www.linuxprinting.org/ (The Database http://www.linuxprinting.org/database.html bzw. die Auflistung http://www.linuxprinting.org/printer_list.cgi)

    Ghostscript

    http://www.cs.wisc.edu/~ghost/

    SUSE LINUX Ghostscript-Treiber

    file:/usr/share/doc/packages/ghostscript/catalog.devices Hier sind die Ghostscript-Treiber aufgelistet, die bei der jeweiligen Version von SUSE LINUX tatsächlich dabei sind. Das ist wichtig, denn manchmal ist im WWW ein Ghostscript-Treiber genannt, der bei SUSE LINUX nicht vorhanden ist. Bei SUSE LINUX wird aus lizenzrechtlichen Gründen GNU Ghostscript mitgeliefert. In der Regel gibt es aber auch einen GNU Ghostscript-Treiber, mit dem der Drucker funktioniert.

  • Der Drucker ist grundsätzlich ansprechbar; siehe dazu den Abschnitt 5.3.4. “Manuelle Konfiguration”.

  • Sie sollten einen SUSE Originalkernel von den CD-ROMs verwenden; also insbesondere keinen selbst-kompilierten Kernel. Bei Problemen sollten Sie einen SUSE-Originalkernel installieren und mit diesem neu booten.

  • Empfehlenswert ist die Installation des Standard-System mit YaST2, damit alle notwendigen Pakete vorhanden sind. Wenn Sie bei der Installation des Standard-Systems keines der vorselektierten Pakete wieder deselektiert haben, ist es in Ordnung. Wenn nicht, installieren Sie wenigstens das Standard-System. Die Auswahl Minimal-System reichen zum Drucken nicht aus.

5.2.2. Bestimmung eines geeigneten Druckertreibers

Für PostScript-Drucker wird kein spezieller Druckertreiber benötigt. Siehe dazu den Abschnitt 5.1.2. “Ablauf des Druckauftrages”. Für Nicht-PostScript-Drucker erzeugt ein Ghostscript-Treiber die druckerspezifischen Daten. Daher ist der Ghostscript-Treiber die entscheidende Stelle, in der die Art des Ausdrucks für Nicht-PostScript-Drucker festgelegt wird. Die Wahl des Ghostscript-Treibers und ggf. spezielle treiberspezifische Einstellungen bestimmen das Druckbild. Bei den in Abschnitt 5.2.1. “Allgemeine Voraussetzungen” genannten Listen sind auch Ghostscript-Treiber zu einzelnen Druckermodellen angegeben.

Wenn Sie für Ihren Drucker keinen Ghostscript-Treiber finden, dann fragen Sie ggf. beim Hersteller des Druckers nach, welche Druckersprache Ihr Modell kann. Einige Hersteller stellen sogar selbst spezielle Ghostscript Treiber für ihre Drucker zur Verfügung. Wenn der Hersteller keine Linux-relevanten Informationen zu Ihrem Druckermodell liefern kann, so kann er möglicherweise dennoch die Auswahl des Druckertreibers mit folgenden Informationen erleichtern:

  • Stellen Sie fest, ob Ihr Drucker zu einem Modell kompatibel ist, das unter Linux läuft, und wählen Sie dann den Ghostscript-Treiber für das kompatible Modell. Kompatibel unter Linux bedeutet, dass Ihr Drucker mit denselben binären Steuersequenzen wie das kompatible Modell korrekt drucken kann – d. h. die Drucker verstehen dieselbe Druckersprache direkt und nicht etwa nur durch einen passenden Treiber (für ein anderes Betriebssystem) emuliert.

    Sie können nicht immer aus ähnlichen Druckerbezeichnungen auf Kompatibilität schließen. Dies liegt daran, dass ähnlich bezeichnete Drucker manchmal nicht dieselbe Druckersprache verstehen.

  • Welche Standarddruckersprache der Drucker versteht, kann am sichersten der Hersteller mitteilen. Auch bei den technischen Daten im Druckerhandbuch ist oft die Druckersprache angegeben.

    PCL5e oder PCL6

    Drucker die PCL5e oder PCL6 direkt verstehen, sollten mit dem Ghostscript-Treiber ljet4 bis zu 600x600 dpi funktionieren. Oft wird PCL5e nur als PCL5 bezeichnet.

    PCL4 oder PCL5

    Drucker die PCL4 oder PCL5 direkt verstehen, sollten mit einem der Ghostscript-Treiber laserjet, ljetplus, ljet2p oder ljet3 funktionieren, sind aber auf 300x300 dpi beschränkt.

    PCL3

    Drucker die PCL3 direkt verstehen, sollten mit einem der Ghostscript-Treiber deskjet, hpdj, pcl3, cdjmono, cdj500 oder cdj550 funktionieren.

    ESC/P2, ESC/P oder ESC/P Raster

    Drucker die ESC/P2, ESC/P oder ESC/P Raster direkt verstehen, sollten mit dem Ghostscript-Treiber stcolor oder mit dem Ghostscript-Treiber uniprint unter Verwendung einer passenden Parameterdatei .upp (z. B. stcany.upp) funktionieren.

5.2.3. Zur GDI-Drucker Problematik

Da die Druckertreiber für Linux normalerweise nicht vom Hersteller der Hardware entwickelt werden, ist es erforderlich, dass der Drucker über eine der allgemein bekannten Druckersprachen PostScript, PCL und ESC/P angesprochen werden kann. Normale Drucker verstehen zumindest eine der bekannten Druckersprachen. Verzichtet aber der Hersteller darauf und baut einen Drucker, der nur mit speziellen eigenen Steuersequenzen angesprochen werden kann, so hat man einen GDI-Drucker, der nur unter der Betriebssystemversion läuft, für die der Hersteller einen Treiber mitliefert. Da solche Drucker nach keiner bekannten Norm angesprochen werden, sind derartige Geräte abnormal und daher nicht bzw. nur unter Schwierigkeiten für Linux verwendbar.

GDI ist eine von Microsoft entwickelte Programmierschnittstelle zur grafischen Darstellung. Das Problem ist nicht die Programmierschnittstelle, sondern liegt darin, dass die sog. GDI-Drucker nur über die proprietäre Druckersprache des jeweiligen Druckermodells angesprochen werden können. Eigentlich wäre die Bezeichnung Drucker, der nur über eine proprietäre Druckersprache angesprochen werden kann, korrekter.

Es gibt aber Drucker, die zusätzlich zum GDI-Modus eine Standarddruckersprache verstehen, wozu der Drucker passend einzustellen oder umzuschalten ist. Wenn Sie neben Linux noch ein anderes Betriebssystem verwenden, dann kann der Druckertreiber des anderen Betriebssystems den Drucker evtl. in den GDI-Modus umgeschaltet haben, so dass der Drucker danach nicht mehr unter Linux funktioniert. Entweder Sie schalten den Drucker unter dem anderen Betriebssystem wieder in einen Standardmodus zurück, oder Sie verwenden auch unter dem anderen Betriebssystem den Drucker nur in dem Standardmodus, wodurch dann aber oft nur noch eingeschränkte Druckmöglichkeiten (z. B. eine geringere Auflösung) zur Verfügung stehen.

Von besonderer Art sind solche Drucker, die nur rudimentäre Teile einer Standarddruckersprache verstehen — etwa nur die Befehle, die zur Ausgabe von Rastergrafik-Daten benötigt werden. Solche Drucker können manchmal ganz normal verwendet werden, da die Ghostscript-Treiber normalerweise nur Befehle zur Ausgabe von Rastergrafik-Daten verwenden. Eventuell kann dann kein ASCII-Text direkt auf dem Drucker ausgegeben werden, aber standardmäßig ist ja immer Ghostscript zwischengeschaltet. Problematisch sind solche Drucker, wenn sie dazu erst durch spezielle Steuersequenzen passend umgeschaltet werden müssen. Hier kann kein normaler Ghostscript-Treiber verwendet werden, sondern es braucht einen speziell angepassten Treiber, der diese Umschaltung vornimmt.

Für einige GDI-Drucker gibt es herstellereigener Treiber. Der Nachteil herstellereigener Linux-Treiber für GDI Drucker ist, dass nicht garantiert werden kann, dass diese mit verschiedenen (zukünftigen) Linux-Versionen funktionieren werden.

Drucker, die eine veröffentlichte Standarddruckersprache verstehen, sind dagegen weder von einem speziellen Betriebssystem, noch von einer speziellen Betriebssystemversion abhängig und herstellereigene Linux-Treiber für solche Drucker liefern oft die besten Druckergebnisse.

Bei SUSE LINUX werden folgende GDI-Drucker direkt durch die Druckerkonfiguration mit YaST2 unterstützt, aber da GDI-Drucker immer problematisch sind, kann es evtl. bei einzelnen Modellen nicht funktionieren bzw. es gibt deutliche Einschränkungen wie z. B. nur Schwarzweißdruck in geringer Auflösung. Bitte beachten Sie, dass wir nicht für die Verlässlichkeit der folgenden Angaben garantieren können, da wir GDI-Druckertreiber nicht selbst testen.

  • Brother HL (720,730,820,1020,1040), MFC 4650,6550MC,9050 und dazu kompatible Modelle.

  • HP DeskJet (710,712,720,722,820,1000) und dazu kompatible Modelle.

  • Lexmark 1000,1020,1100,2030,2050,2070,3200,5000,5700,7000,7200, Z(11,42,43,51,52) und dazu kompatible Modelle.

  • Oki Okipage 4w,4w+,6w,8w,8wLite,8z,400w und dazu kompatible Modelle.

  • Samsung ML-(200,210,1000,1010,1020,1200,1210,1220,4500,5080,6040) und dazu kompatible Modelle.

Zumindest folgende GDI-Drucker sind unseres Wissens nicht durch SUSE LINUX unterstützt, aber diese Liste ist sicher längst nicht vollständig:

  • Brother DCP-1000, MP-21C, WL-660

  • Canon BJC (5000,5100,8000,8500), LBP 460,600,660,800, MultiPASS L6000

  • Epson AcuLaser C1000, EPL 5500W,5700L,5800L

  • HP LaserJet 1000,3100,3150

  • Lexmark Z(12,22,23,31,32,33,82), Winwriter 100,150c,200

  • Minolta PagePro 6L,1100L,18L, Color PagePro L, Magicolor 6100DeskLaser, Magicolor 2 DeskLaser Plus/Duplex

  • Nec SuperScript 610plus,660,660plus

  • Oki Okijet 2010

  • Samsung ML 85G,5050G, QL 85G

  • Sharp AJ 2100, AL 1000,800,840,F880,121