Als 3D-Schnittstelle steht unter Linux die OpenGL-Schnittstelle zur Verfügung. Direct3D von Microsoft ist unter Linux nicht verfügbar.
SUSE LINUX beinhaltet für die 3D-Hardwareunterstützung diverse OpenGL-Treiber. Eine Übersicht finden Sie in der Tabelle 4.3. “Unterstützte 3D-Hardware”.
Tabelle 4.3. Unterstützte 3D-Hardware
| OpenGL Treiber | Unterstützte Hardware |
|---|---|
| nVidia | nVidia Chips: alle außer Riva 128(ZX) |
| DRI | 3Dfx Voodoo Banshee, 3Dfx Voodoo-3/4/5, Intel i810/i815/i830M, Intel 845G/852GM/855GM/865G, Matrox G200/G400/G450/G550, ATI Rage 128(Pro)/Radeon |
Bei einer Neuinstallation mit YaST kann bereits während der Installation die 3D-Unterstützung aktiviert werden, wenn eine entsprechende Unterstützung von YaST erkannt wird. Bei Grafikchips von nVidia muss vorher noch der nvidia-Treiber eingespielt werden. Wählen Sie dazu bitte während der Installation den nVidia-Treiber Patch in YOU (YaST Online Update) an. Aus Lizenzgründen können wir den nVidia-Treiber leider nicht mitliefern.
Sollte ein Update eingespielt worden sein, muss der 3D-Hardwaresupport anderweitig eingerichtet werden. Die Vorgehensweise hängt dabei vom zu verwendenden OpenGL-Treiber ab und wird im folgenden Abschnitt genauer erklärt.
Diese OpenGL-Treiber können sehr komfortabel mit SaX2 eingerichtet werden. Beachten Sie bitte, dass bei nVidia-Karten vorher noch der nVidia-Treiber eingespielt werden muss (s.o.). Mit dem Kommando 3Ddiag können Sie überprüfen, ob die Konfiguration für nVidia bzw. DRI korrekt ist.
Aus Sicherheitsgründen dürfen nur die Benutzer der Gruppe video auf die 3D-Hardware zugreifen. Stellen Sie deshalb sicher, dass alle Benutzer, die auf der Maschine lokal arbeiten, in der Gruppe video eingetragen sind. Ansonsten wird für OpenGL-Programme der sehr langsame Software Rendering Fallback des OpenGL-Treibers verwendet. Mit dem Kommando id können Sie überprüfen, ob der aktuelle Benutzer der Gruppe video angehört. Ist dies nicht der Fall, kann er mittels YaST zu dieser Gruppe hinzugefügt werden.
Um die 3D-Konfiguration unter SUSE LINUX überprüfen zu können, steht das Diagnosetool 3Ddiag zur Verfügung. Beachten Sie bitte, dass es sich dabei um ein Kommandozeilentool handelt, das Sie in einem Terminal aufrufen müssen.
Das Programm überprüft dabei beispielsweise die XFree-Konfiguration, ob die entsprechenden Pakete für 3D-Support installiert sind und ob die korrekte OpenGL-Bibliothek sowie GLX Extension verwendet wird. Befolgen Sie bitte die Anweisungen von 3Ddiag, wenn es zu failed Meldungen kommt. Im Erfolgsfall werden ausschließlich done Meldungen auf dem Bildschirm ausgegeben.
Mit 3Ddiag -h lassen sich zulässige Optionen für 3Ddiag ermitteln.
Als OpenGL-Testprogramme eignen sich neben glxgears Spiele wie tuxracer und armagetron (gleichnamige Pakete). Bei aktiviertem 3D-Support sollten sich diese auf einem halbwegs aktuellen Rechner flüssig spielen lassen. Ohne 3D-Support ist dies nicht möglich bzw. nicht zumutbar (Diashow-Effekt). Eine zuverlässige Aussage darüber, ob 3D aktiviert ist, liefert die Ausgabe von glxinfo. direct rendering muss hier auf Yes stehen.
Sollte sich der OpenGL 3D-Test als negativ herausstellen (kein flüssiges Spielen möglich), sollte erst mit 3Ddiag überprüft werden, ob keine Fehlkonfiguration vorliegt (failed Meldungen) und diese ggf. behoben werden. Hilft auch das nicht oder lagen keine failed Meldungen vor, hilft oft nur noch ein Blick in die Logdateien von XFree86. Oft findet man hier in /var/log/XFree86.0.log von XFree86 die Zeile DRI is disabled. Dafür kann es mehrere Ursachen geben, die sich jedoch nur mit genauem Studium der Logdatei finden lassen, womit der Laie in aller Regel überfordert ist.
In diesen Fällen liegt in der Regel kein Konfigurationsfehler vor, da dieser bereits von 3Ddiag erkannt worden wäre. Somit bleibt ohnehin nur der Software Rendering Fallback des DRI Treibers, der jedoch keinerlei 3D-Hardware-Support bietet. Man sollte ebenfalls auf die Verwendung von 3D-Support verzichten, wenn sich OpenGL Darstellungsfehler oder gar Stabilitätsprobleme ergeben. Verwenden Sie SaX2 um den 3D-Support zu deaktivieren.
Abgesehen von Software Rendering Fallback des DRI Treibers befinden sich unter Linux alle OpenGL-Treiber im Entwicklungsstadium und sind deshalb zum Teil noch als experimentell anzusehen. Wir haben uns dennoch entschlossen, die Treiber auf der Distribution mitzuliefern, da die Nachfrage nach 3D-Hardwarebeschleunigung unter Linux sehr groß ist. Aufgrund des z.T. experimentellen Stadiums der OpenGL-Treiber können wir im Rahmen des Installationssupports jedoch nicht auf das Einrichten von 3D-Hardwarebeschleunigung eingehen und bei diesbezüglichen Problemen nicht weiterhelfen. Das grundlegende Einrichten der grafischen Benutzeroberfläche X11 beinhaltet also keinesfalls auch das Einrichten von 3D-Hardwarebeschleunigung. Wir hoffen jedoch, dass dieses Kapitel viele Fragen zu diesem Thema beantwortet. Bei Problemen mit dem 3D-Hardwaresupport empfehlen wir Ihnen, im Zweifelsfall auf 3D-Support zu verzichten.