Der Sinn von RAID (engl. Redundant Array of Independent Disks) ist, mehrere Festplattenpartitionen zu einer großen virtuellen Festplatte zu vereinen, um die Performance und die Datensicherheit zu optimieren. Dabei geht das eine jedoch auf Kosten des anderen. Der so genannte RAID-Level definiert den Zusammenschluss und die gemeinsame Ansteuerung der Festplatten, die von einem RAID-Controller vorgenommen wird.
Ein RAID-Controller verwendet meist das SCSI-Protokoll, da es gegenüber dem IDE-Protokoll mehr Festplatten besser ansteuern kann und besser für eine parallele Abarbeitung der Befehle geeignet ist.
Statt eines RAID-Controllers, der unter Umständen sehr teuer sein kann, ist auch Soft-RAID in der Lage, diese Aufgaben zu übernehmen. SUSE LINUX bietet Ihnen die Möglichkeit, mit Hilfe von YaST mehrere Festplatten zu einem Soft-RAID-System zu vereinen – eine sehr günstige Alternative zu Hardware-RAID.
Dieser Level verbessert die Performance Ihres Datenzugriffs. Im Grunde ist dies gar kein RAID, da es keine Datensicherung gibt, doch die Bezeichnung RAID 0 hat sich für diese Art von System eingebürgert. Bei RAID 0 schließt man mindestens zwei Festplatten zusammen. Die Performance ist sehr gut – jedoch ist das RAID-System zerstört und Ihre Daten sind verloren, wenn auch nur eine von noch so vielen Festplatten ausfällt.
Dieser Level bietet eine zufrieden stellende Sicherheit für die Daten, weil diese 1:1 auf eine andere Festplatte kopiert werden. Dies nennt man Festplattenspiegelung – ist eine Platte zerstört, liegt eine Kopie deren Inhalts auf einer anderen. Es dürfen alle bis auf eine der Festplatten fehlerhaft sein, ohne Daten verloren zu haben. Die Schreibperformance leidet durch den Kopiervorgang ein wenig bei einer Verwendung von RAID 1 (10-20% langsamer), dafür geht der Lesezugriff deutlich schneller im Vergleich zu einer einzelnen normalen physikalischen Festplatte, weil die Daten doppelt vorhanden sind und somit parallel ausgelesen werden können.
RAID 5 ist ein optimierter Kompromiss aus den beiden anderen Levels was Performance und Redundanz betrifft. Der Festplattenplatz entspricht der Anzahl der eingesetzten Platten minus einer. Die Daten werden wie bei RAID 0 über die Festplatten verteilt. Für die Sicherheit sorgen die Paritätsblöcke, die bei RAID 5 auf einer der Partitionen angelegt werden. Diese werden mit XOR miteinander verknüpft – somit lässt sich beim Ausfall einer Partition durch den dazugehörigen Paritätsblock der Inhalt nach XOR rekonstruieren. Bei RAID 5 ist zu beachten, dass nicht mehr als eine Festplatte gleichzeitig ausfallen darf. Fällt eine aus, muss sie schnellstmöglich ausgetauscht werden, da sonst Datenverlust droht.
Zur Soft-RAID-Konfiguration gelangen Sie entweder über ein eigenes -Modul unter oder über das Partitionierungs-Modul unter .
Zunächst sehen Sie unter im Partitionierungs-Tool Ihre Partitionen aufgelistet. Wenn Sie bereits Soft-RAID-Partitionen angelegt haben, erscheinen diese hier. Andernfalls müssen Sie neue anlegen. Bei RAID 0 und RAID 1 benötigen Sie mindestens zwei Partitionen – bei RAID 1 sind das im Normalfall genau zwei. Für eine Verwendung von RAID 5 hingegen sind mindestens drei Partitionen nötig. Es ist zu empfehlen, nur Partitionen gleicher Größe zu nehmen.
Die einzelnen Partitionen eines RAIDs sollten auf verschiedenen Festplatten liegen, damit das Risiko eines Datenverlustes durch den Defekt einer Festplatte bei RAID 1 und 5 verhindert wird bzw. die Performance bei RAID 0 optimiert wird.
Wenn Sie auf klicken, erscheint der Dialog, in dem Sie den RAID-Level 0, 1 oder 5 auswählen. In der nächsten Maske haben Sie die Möglichkeit, die Partitionen dem neuen RAID zuzuordnen. Hinter finden Sie Einstellmöglichkeiten für die chunk-size – hier können Sie Fein-Tuning für die Performance vornehmen. Die Aktivierung der Checkbox sorgt dafür, dass RAID-Partitionen gleich beim Booten als solche erkannt werden.
Nach Beendigung der Konfiguration sehen Sie auf der Experten-Seite im Partitionierungs-Modul dann das Device /dev/md0 (etc.) als RAID gekennzeichnet.
Ob eine RAID-Partition zerstört ist, können Sie dem Inhalt der Datei /proc/mdstats entnehmen. Grundsätzliche Vorgehensweise in einem Fehlerfall ist es, Ihr Linux-System herunterzufahren und die defekte Festplatte durch eine neue gleichartig partitionierte zu ersetzen. Dann starten Sie Ihr System neu und verwenden den Befehl raidhotadd /dev/mdX /dev/sdX. Damit wird die neue Festplatte automatisch in das RAID-System integriert und vollautomatisch rekonstruiert.
Eine Anleitung zur Konfiguration von Soft-RAID und weitere Details hierzu finden Sie im angegebenen Howto:
/usr/share/doc/packages/raidtools/Software-RAID-HOWTO.html
oder in der Linux-RAID-Mailingliste zum Beispiel über:
http://www.mail-archive.com/linux-raid@vger.rutgers.edu
Dort finden Sie auch Hilfe, falls wider Erwarten komplexe Probleme auftreten sollten.