Mit diesem professionellen Partitioniertool haben Sie die Möglichkeit, bestehende Partitionen zu bearbeiten, zu löschen oder neue Partitionen anzulegen. Von hier aus gelangen Sie zur Soft-RAID- und LVM-Konfiguration.
![]() | Wichtig |
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Hintergrundinformationen und Tipps zum Partitionieren finden Sie im Abschnitt 1.7. “Partitionieren für Fortgeschrittene”. | |
Im Normalfall werden die Partitionen während der Installation festgelegt. Wenn Sie eine zweite Festplatte einbauen wollen, können Sie diese auch im bestehenden Linux-System integrieren. Hierzu ist die neue Festplatte zunächst zu partitionieren, dann müssen die Partitionen gemountet und in die /etc/fstab eingetragen werden. Gegebenenfalls ist es nötig, einige Daten umzukopieren, um eine zu kleine /opt-Partition von der alten Festplatte auf die neue zu verschieben.
Wenn Sie die Festplatte, mit der Sie gerade arbeiten, umpartitionieren wollen, ist Vorsicht geboten – grundsätzlich ist dies möglich, danach muss das System aber sofort neu gebootet werden. Unbedenklicher ist es, von der CD zu booten und dann die Umpartitionierung vorzunehmen. Hinter dem Button im Partitionierer befindet sich ein Popup-Menü mit folgenden Befehlen:
Dient dazu, die Partitionierung neu von der Platte einzulesen. Dies benötigen Sie zum Beispiel, wenn Sie die Partitionierung auf der Textkonsole manuell vorgenommen haben.
Dies ist nur während der Installation relevant. Das Einlesen der alten fstab nützt, wenn Sie Ihr System nicht updaten, sondern neu installieren. Dann brauchen Sie die Mountpunkte nicht per Hand eingeben.
Hiermit überschreiben Sie den alten Partitiontable komplett. Das kann zum Beispiel hilfreich sein, falls Sie Probleme mit ungewöhnlichen Plattenlabels haben sollten. Mit dieser Methode gehen allerdings alle Daten auf der Festplatte verloren.
Ab Kernel Version 2.6 steht Ihnen LVM in der Version 2 zur Verfügung. Dieser ist rückwärtskompatibel zum bisherigen LVM und kann alte Volume-Groups weiterverwalten. Wenn Sie neue Volume-Groups anlegen, müssen Sie entscheiden, ob Sie das neue Format oder die rückwärtskompatible Version verwenden möchten. LVM2 benötigt keine Kernel-Patches mehr, und verwendet den device-mapper, der in Kernel 2.6 integriert ist. Beginnend mit diesem Kernel kann LVM nur noch in der Version 2 verwendet werden. In diesem Kapitel ist mit LVM daher immer LVM in der Version 2 gemeint.
Alternativ zu LVM2 können Sie auch EVMS (Enterprise Volume Management System) verwenden. Dieses bietet eine einheitliche Schnittstelle zu Logical Volumes, aber auch zu Raid Volumes. EVMS setzt wie LVM2 auf den Device Mapper in Kernel 2.6 auf.
Der Logical Volume Manager (LVM) ermöglicht Ihnen eine flexible Verteilung des Festplattenplatzes auf die verschiedenen Filesysteme. Da die Partitionen in einem laufenden System nur mit relativ großem Aufwand geändert werden können, wurde der LVM entwickelt: Er stellt einen virtuellen Pool (Volume Group – kurz VG) an Speicherplatz zur Verfügung, aus dem logische Volumes (LV) nach Bedarf erzeugt werden. Das Betriebssystem greift dann auf diese, statt auf die physikalischen Partitionen zu.
Besonderheiten:
Mehrere Festplatten/Partitionen können zu einer großen logischen Partition zusammengefügt werden.
Neigt sich bei einem LV (zum Beispiel /usr) der freie Platz dem Ende zu, können Sie diese bei geeigneter Konfiguration vergrößern.
Mit dem LVM können Sie sogar im laufenden System Festplatten oder LVs ergänzen. Voraussetzung ist allerdings hot-swap fähige Hardware, die für solche Eingriffe geeignet ist.
Mehrere Festplatten können im RAID 0 (striping) Modus mit entsprechend verbesserter Performance verwendet werden.
Das „snapshot“-Feature ermöglicht vor allem bei Servern konsistente Backups während dem laufenden System.
Der Einsatz von LVM lohnt bereits bei umfangreich genutzten Home-PCs oder kleinen Servern. Wenn Sie einen wachsenden Datenbestand haben wie zum Beispiel bei Datenbanken, MP3-Archiven oder Benutzerverzeichnissen etc., dann bietet sich der Logical Volume Manager an. Dann ist es zum Beispiel möglich, Filesysteme zu haben, die größer sind als eine physikalische Festplatte. Ein weiterer Vorteil des LVM ist, dass bis zu 256 LVs angelegt werden können. Beachten Sie jedoch bitte, dass sich die Arbeit mit dem LVM sehr von der mit konventionellen Partitionen unterscheidet.
Anleitung und weiterführende Informationen zur Konfiguration des „Logical Volume Manager“ (LVM) finden Sie im offiziellen LVM-Howto http://tldp.org/HOWTO/LVM-HOWTO/.
Die LVM-Konfiguration von YaST wird vorbereitet, indem Sie während der Installation eine LVM-Partition anlegen. Dazu müssen Sie im Vorschlagsbildschirm auf klicken, im folgenden Fenster dann auf oder . Danach müssen Sie eine Partition für LVM anlegen. Dazu wählen Sie im Partitionierer -> und dort den Punkt . Die weitere Partitionierung mit LVM können Sie direkt im Anschluss oder auch später im installierten System vornehmen, indem Sie im Partitionierer die LVM-Partition markieren und dann auf klicken.
Nachdem Sie unter Partitionieren gewählt haben, kommen Sie in einen Dialog, in dem Sie die Partitionierung Ihrer Festplatten ändern können. Hier können Sie bestehende Partitionen löschen, existierende Partitionen ändern und neue anlegen. Eine Partition, die für LVM verwendet werden soll, muss die Partitionskennung 8E haben. Diese Partitionen sind mit dem Text „Linux LVM“ in der Partitionsliste des Fensters versehen (s. letzter Abschnitt).
![]() | Umpartitionieren von Logical Volumes |
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Am Anfang der PVs werden Informationen über das Volume in die Partition geschrieben. So „weiß“ eine PV, zu welcher Volume Group das gehört. Wenn Sie neu partitionieren möchten, ist es empfehlenswert, den Anfang dieser Volumes zu löschen. Bei einer Volume Group „system“ und einem Physical Volume „/dev/sda2“ geht das zum Beispiel mit dem Befehl dd if=/dev/zero of=/dev/sda2 bs=512 count=1. | |
Es ist nicht nötig, alle Partitionen, die für LVM vorgesehen sind, einzeln auf die Partitionskennung 8E zu setzen. YaST setzt die Partitionskennung einer Partition, die einer LVM Volume Group zugeordnet wird, automatisch auf 8E, wenn dies nötig ist. Wenn auf Ihren Platten unpartitionierte Bereiche vorhanden sind, sollten Sie in diesem Dialog für alle diese Bereiche LVM-Partitionen anlegen. Diese Partitionen sollten Sie sofort auf die Partitionskennung 8E setzen. Diese müssen nicht formatiert werden, und es kann für sie kein Mountpunkt eingetragen werden.
Falls auf Ihrem System bereits eine gültige LVM-Konfiguration existiert, wird diese bei Beginn der LVM-Konfiguration automatisch aktiviert. Ist diese Aktivierung erfolgt, kann die Partitionierung aller Platten, die eine Partition enthalten, die zu einer aktivierten Volume Group gehört, nicht mehr verändert werden. Der Linux-Kernel weigert sich, die veränderte Partitionierung einer Festplatte einzulesen, solange auch nur eine Partition dieser Platte benutzt wird.
Eine Umpartitionierung von Platten, die nicht zu einer LVM Volume Group gehören, ist natürlich problemlos möglich. Falls Sie bereits eine gültige LVM-Konfiguration auf Ihrem System haben, ist ein Umpartitionieren normalerweise nicht erforderlich. In dieser Maske müssen Sie nun alle mountpoints konfigurieren, die nicht auf LVM Logical Volumes liegen. Zumindest das Root-Filesystem muss in YaST auf einer normalen Partition liegen. Wählen Sie diese Partition aus der Liste aus und legen Sie sie mit dem Button als Root-Filesystem fest.
Wir empfehlen aufgrund der größeren Flexibilität von LVM, alle weiteren Filesysteme auf LVM Logical Volumes zu legen. Nach Festlegen der Root-Partition können sie diesen Dialog verlassen.
Im Dialog werden die LVM Volume Groups (oft mit „VG“ abgekürzt) verwaltet. Wenn auf Ihrem System noch keine Volume Group existiert, werden Sie in einem Popup-Fenster aufgefordert, eine anzulegen. Als Name für die Volume Group auf der sich die Dateien des SUSE LINUX Systems befinden, wird system vorgeschlagen.
Die so genannte Physical Extent Size (oft abgekürzt mit PE-Size) bestimmt die maximale Größe eines Physical und Logical Volumes in dieser Volume Group. Dieser Wert wird normalerweise auf 4 Megabyte festgelegt. Dies lässt eine Maximalgröße für ein Physical und Logical Volume von 256 Gigabyte zu. Sie sollten die Physical Extent Size also nur dann erhöhen (zum Beispiel auf 8, 16 oder 32 Megabyte), wenn Sie größere Logical Volumes als 256 Gigabyte benötigen.
In dem folgenden Dialog sind alle Partitionen aufgelistet, die entweder den Type „Linux LVM“ oder „Linux native“ haben. Es werden also keine Swap- und DOS-Partitionen angezeigt. Wenn eine Partition bereits einer Volume Group zugeordnet ist, wird der Name der Volume Group in der Liste angezeigt, nicht zugeordnete Partitionen enthalten die Kennung „--“.
Die gegenwärtig bearbeitete Volume Group kann in der Auswahlbox links oben geändert werden. Mit den Buttons rechts oben ist es möglich, zusätzliche Volume Groups anzulegen und bestehende VGs zu löschen. Es können allerdings nur solche Volume Groups gelöscht werden, denen keine Partitionen mehr zugeordnet sind. Für ein normal installiertes SUSE LINUX System ist es nicht nötig, mehr als eine Volume Group anzulegen. Eine Partition, die einer Volume Group zugeordnet ist, wird auch Physical Volume (oft mit PV abgekürzt) genannt.
Um eine bisher nicht zugeordnete Partition der angewählten Volume Group hinzuzufügen, wählen Sie zuerst die Partition an und aktivieren dann den Button unterhalb der Auswahlliste. Daraufhin wird der Name der Volume Group bei der angewählten Partition eingetragen. Sie sollten alle Partitionen, die Sie für LVM vorgesehen haben, einer Volume Group zuordnen, sonst bleibt der Platz auf der Partition ungenutzt. Bevor Sie den Dialog verlassen können, muss jeder Volume Group mindestens eine Physical Volume zugeordnet sein.
Im diesem Dialog werden die Logical Volumes (oft einfach mit „LV“ abgekürzt) verwaltet.
Logical Volumes sind jeweils einer Volume Group zugeordnet und haben eine bestimmte Größe. Wenn Sie beim Anlegen der Logical Volumes ein Striping Array anlegen möchten, sollten Sie das LV mit den meisten Stripes als erstes anlegen. Ein Striping LV mit n Stripes kann nur dann korrekt angelegt werden, wenn sich der Plattenplatz, der vom LV benötigt wird, noch gleichmäßig auf n Physical Volumes verteilen lässt. Wenn nur zwei PVs zur Verfügung stehen, ist ein LV mit drei Stripes natürlich nicht möglich.
Normalerweise wird auf einem Logical Volume ein Filesystem (zum Beispiel reiserfs, ext2) angelegt und ihm ein Mountpunkt zugeordnet. Unter diesem Mountpunkt sind dann im installierten System die Dateien zu finden, die auf diesem Logical Volume gespeichert sind. In der Liste sind alle normalen Linux-Partitionen, denen ein Mountpunkt zugeordnet ist, alle Swap-Partitionen und alle bereits existierenden Logical Volumes eingetragen.
![]() | Warnung |
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Der Einsatz des LVM ist ggf. mit erhöhten Risiken wie zum Beispiel Datenverlust verbunden. Mögliche Gefahren sind Programmabstürze, Stromausfälle oder fehlerhafte Kommandos. Sichern Sie bitte Ihre Daten bevor Sie LVM einsetzen oder Volumes umkonfigurieren – arbeiten Sie also nie ohne Backup! | |
Wenn Sie bereits vorher auf Ihrem System LVM konfiguriert hatten, sind die existierenden Logical Volumes hier eingetragen. Sie müssen diesen Logical Volumes allerdings noch den passenden Mountpunkt zuordnen. Wenn Sie erstmalig auf einem System LVM konfigurieren, existieren in dieser Maske noch keine Logical Volumes und Sie müssen für jeden Mountpunkt ein Logical Volume erzeugen (mit dem Button ), die Größe, den Filesystem-Typ (zum Beispiel reiserfs oder ext2) und den Mountpunkt (zum Beispiel /var, /usr, /home) festlegen.
Wenn Sie mehrere Volume Groups angelegt haben, können Sie in der Auswahlliste links oben zwischen den einzelnen Volume Groups wechseln. Die angelegten Logical Volumes liegen jeweils in der links oben anzeigten Volume Group. Haben Sie alle Logical Volumes so angelegt, wie sie benötigt werden, ist die LVM-Konfiguration beendet. Sie können den Dialog verlassen und mit der Software-Auswahl fortfahren, falls Sie sich im Installations-Prozess befinden.