Was tun, wenn eine Standard-Installation via CD-ROM-Laufwerk nicht möglich ist? Ihr CD-ROM-Laufwerk könnte zum Beispiel nicht unterstützt werden, weil es sich um ein älteres proprietäres Laufwerk handelt. Oder Sie haben bei Ihrem Zweitrechner (zum Beispiel ein Notebook) eventuell gar kein CD-ROM-Laufwerk, dafür aber einen Ethernet-Adapter.
SUSE LINUX bietet die Möglichkeit, auf einem solchen Rechner ohne CD-ROM-Unterstützung über eine Netz-Verbindung zu installieren: Zumeist kommen in solchen Fällen NFS oder FTP via Ethernet zum Einsatz.
Für diesen Weg kann kein Installationssupport in Anspruch genommen werden. Nur erfahrene Computer-Benutzer sollten ihn beschreiten. Um SUSE LINUX über eine Quelle im Netzwerk zu installieren, sind zwei Schritte notwendig:
Die zur Installation notwendigen Daten (CDs, DVD) auf einem Rechner verfügbar machen, der später als Installationsquelle agiert.
Booten des zu installierenden Systems über Diskette oder CD und Konfiguration des Netzwerkes.
Legen Sie die Netzwerkfreigabe an, indem Sie die Installations-CDs in einzelne Verzeichnisse kopieren und diese dann auf einem System mit NFS-Server-Funktionalität bereitstellen. Zum Beispiel können Sie auf einem existierenden SUSE LINUX-Rechner jede CD mit folgendem Befehl kopieren: cp -a /mnt/cdrom /suse-share/. Benennen Sie anschließend das Verzeichnis um (zum Beispiel nach CD1): mv /suse-share/cdrom /suse-share/CD1.
Wiederholen Sie diesen Vorgang für die restlichen CDs. Abschließend geben Sie das /suse-share Verzeichnis über NFS frei; vgl. Abschnitt 14.9. “NFS – verteilte Dateisysteme”.
Legen Sie nun das Bootmedium in das Laufwerk ein. Wie eine Bootdiskette erstellt werden kann, ist in den Abschnitten 1.4.1. “Bootdiskette unter DOS erstellen” und 1.4.2. “Bootdiskette unter einem unix-artigen System erstellen” beschrieben. Nach kurzer Zeit erscheint das Bootmenü. Wählen Sie hier . Zusätzliche Kernelparameter können Sie ebenfalls eingeben. Bestätigen Sie die Auswahl mit Enter. Der Kernel wird geladen und Sie werden aufgefordert, die erste Moduldiskette einzulegen.
Kurze Zeit später erscheint linuxrc und fordert Sie auf, einige Parameter einzugeben:
Wählen Sie die Sprache und ggf. die Tastaturbelegung in linuxrc.
Wählen Sie .
Laden Sie für Ihr System eventuell notwendige IDE-, RAID- oder SCSI-Treiber.
Wählen Sie und laden Sie den für Sie notwendigen Netzwerktreiber (zum Beispiel eepro100).
Wählen Sie und laden Sie die notwendigen Treiber (zum Beispiel reiserfs).
Wählen Sie und anschließend .
Wählen Sie .
Wählen Sie und dann als Netzwerkprotokoll zum Beispiel NFS.
Wählen Sie die Netzwerkkarte, die Sie nutzen wollen.
Geben Sie die IP-Adressen und die weiteren Netzwerkinformationen ein.
Geben Sie die IP-Adresse des NFS-Servers an, der die Installationsdaten bereitstellt.
Geben Sie den Pfad zur NFS-Freigabe an (zum Beispiel /suse-share/CD1).
linuxrc wird nun die Installationsumgebung von der Netzwerkquelle laden und abschließend YaST starten. Beenden Sie die Installation wie in [userguide02], Kapitel Installation beschrieben.
Die Installation bricht ab, bevor sie überhaupt erst richtig begonnen hat: Das Installationsverzeichnis des anderen Rechners wurde nicht mit exec-Rechten exportiert. Holen Sie das bitte nach.
Der Server erkennt den Rechner nicht, auf dem SUSE LINUX installiert werden soll. Tragen Sie den Namen und die IP-Adresse des neu zu installierenden Rechners in der Datei /etc/hosts des Servers ein.