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Zusammenfassung
Hinter GIMP (GNU Image Manipulation Program) verbirgt sich ein außerordentlich leistungsfähiges Programm zur Bearbeitung von Pixelgrafiken. Wenn Sie eingescannte Fotos oder andere Bilddateien retuschieren, ausbessern oder verändern wollen, ist GIMP erste Wahl. Wenn Sie das Programm gut kennen, ist es sogar möglich, Bilder komplett künstlich zu generieren. Als normaler Benutzer wird man allerdings kaum alle Funktionen von GIMP benötigen. Das Programm kann sogar zum freien Malen verwendet werden. Es stehen alle Werkzeuge zur Verfügung, so z.B. Pinsel, Stift, Airbrushpistole (Abbildung 23.1: “Die Werkzeugbox von GIMP: Das Standardfenster” ). Bei häufiger Anwendung dieser Funktionen sollte ernsthaft der Erwerb eines Grafiktablets in Erwägung gezogen werden.
Betrachtet man die Leistungsfähigkeit von GIMP und die Preise für kommerzielle professionelle Grafikprogramme, erkennt man, dass das GNU Image Manipulation Programm ein phänomenales Geschenk an die Linux-Gemeinde ist. Wie so viele Linux-Programme wird GIMP ständig weiterentwickelt.
Beachten Sie bitte, dass in dieser Einführung vieles unerwähnt bleiben muss. Das offizielle GIMP-Handbuch hat übrigens über 900 Seiten und ist im Netz unter http://manual.gimp.org verfügbar. Leider sind manche Beschreibungen und Abbildungen mitunter etwas veraltet, da sich die Einstellungsmöglichkeiten für diverse Werkzeuge inzwischen wesentlich erweitert haben. Das mitgelieferte Hilfesystem, das sich noch in Bearbeitung befindet, bietet dem Einsteiger wertvolle Unterstützung.
Die Gimp–Version in der vorliegenden Distribution von SuSE Linux, die hier beschrieben wird, ist die aktuellste Ausgabe der stabilen Serie 1.2. Das noch instabile Gimp 1.3 ist für den normalen Nutzer nicht empfehlenswert, da es sich noch in der Entwicklungsphase befindet.
GIMP wurde für die Bearbeitung von Pixelgrafiken geschaffen. Diese Grafiken bestehen aus kleinen Farbblöcken, deren Summe ein Bild ergibt. So hat z. B. ein bildschirmfüllendes Bild bei einer Bildschirmauflösung von 800×600 eben genauso viele einzelne Bildpunkte, nämlich 480.000. Es ist also kein Wunder, dass Bilddateien im Allgemeinen ziemlich groß sind. Zusätzlich zu den Koordinaten eines jeden Bildpunktes werden auch die Farbinformationen der einzelnen Bildpunkte gespeichert. Bei einem Bild der Größe von 800×600 Pixeln hat man dann sehr schnell mehr als ein Megabyte an Daten. Deswegen wird seit jeher viel Zeit und Energie darauf verwendet, Kompressionsverfahren zu entwickeln, die die Informationsmenge in einem Bild sozusagen zusammenstauchen. Einige bekannte Grafikformate für Pixelbilder sind:
Das native GIMP-Format. Es unterstützt die weiter unten erläuterte Ebenen-Technik und andere spezifische GIMP-Funktionen. Wenn Sie ein Bild mit GIMP-spezifischen Einstellungen erstellt haben und es in einem anderen Dateiformat speichern, gehen Informationen verloren.
Ein von Microsoft Windows™ benutztes Format ohne Kompression. Ein Vorteil dieses Formats ist, dass Grafiken schnell geladen und gespeichert werden können. Dieser positive Aspekt wird allerdings durch die Dateigröße relativiert.
Das Graphics Interchange Format wurde speziell für die Datenübertragung im Internet entwickelt und hat hierfür spezielle Eigenschaften. Aus lizenzrechtlichen Gründen wird das Format von vielen Programmen leider nicht mehr unterstützt. Eine Besonderheit von GIF sind die Animated GIFs, eine GIF-Datei, in der mehrere Bilder gespeichert sind. In einem Internetbrowser werden diese Einzelbilder so schnell hintereinander dargestellt, dass der Eindruck eines bewegten Bildes entsteht. Trotz seiner Einschränkungen ist GIF das am weitesten verbreitete Format, da es Transparenz erlaubt.
Das Portable Network Graphics wird gerne als Ersatz für das GIF-Format herangezogen. Es kann verlustfrei komprimierte Dateien herstellen und ist frei verfügbar. PNG bietet eine bessere Möglichkeit der Transparenz. Es wird jedoch noch nicht von allen Internetbrowsern voll unterstützt.
Dieses Format wird vom professionellen Adobe Photoshop benutzt und unterstützt die Mehr-Ebenen-Technik.
Das Tagged Image File F ormat ist ebenfalls ein Speicherverfahren aus dem professionellen Bereich. Vor allem im Druckbereich wird es gerne verwendet.
Das Kompressionsverfahren der Joint Photographic Experts Group erlaubt eine starke Verkleinerung der Bilddatei, bei der je nach Kompressionsfaktor Bildinformationen verloren gehen. Dennoch ist es für Bilder, die im Internet dargestellt werden sollen, ein ideales Dateiformat.
Speichern Sie die von Ihnen erzeugten Bilder immer im XCF-Format. Spätere Änderungen lassen sich dann leichter durchführen.
Bei Vektorgrafiken wird im Gegensatz zu den Pixelgrafiken nicht die Information aller Bildpunkte gespeichert, sondern die Information, wie die am Bildschirm dargestellten Punkte und die dazwischenliegenden Linien oder Flächen gruppiert sind. Eine Linie, die quer über den Bildschirm läuft und insgesamt 800 Pixel darstellt, benötigt somit nur vier Informationseinheiten: die Koordinaten des Ausgangspunktes, die Koordinaten des Endpunktes, die Information, dass zwischen diesen beiden Punkten eine Linie verläuft und eventuell die Farbe der Linie. Mit vier Koordinaten und vier Linien, die diese verbinden, kann man am Bildschirm leicht ein Rechteck darstellen. Dass dieses Rechteck mit einer bestimmten Farbe gefüllt wird, benötigt im Prinzip nur eine Informationseinheit. Auf diese Weise kann man mit relativ wenig Basisinformationen komplexe Bilder darstellen lassen. U. a. benutzt das Zeichenprogramm von OpenOffice.org ein derartiges Speicherformat.