Kapitel 18. Sound unter Linux

Inhaltsverzeichnis

Die grundlegenden PCM-Typen von ALSA
Mixer
gamix
qamix
KMix
GNOME-Mixer-Applet
alsamixer
Mixer-Parameter der Soundblaster Live und Audigy
Der Mixer für den Soundchip Envy24
Konfiguration der S/PDIF Kanäle
Player
XMMS MP3-, WAV-, OGG- und Stream-Player
kscd Audio-CD-Player
WorkMan Audio-CD-Player
GNOME-CD-Player-Applet
Buffering und Latenzen
Das JACK Audio Connection Kit
Harddisk-Recording mit Audacity
Aufnehmen von WAV-Dateien und Import
Editieren von Audio-Dateien
Speichern und Export
WAV-Dateien direkt aufnehmen und wiedergeben
Audiodaten komprimieren
ALSA und Midi
Soundfonts laden: SB Live! und AWE
vkeybd – virtuelles Midi-Keyboard
Verbindungen zwischen Midi Ports herstellen
kmid – Der KDE Midi-Spieler
MIDI ohne WaveTable-Karte abspielen
Der Soundfont-Synthesizer fluidsynth
Konfiguration von timidity++
timidity++ mit grafischer Oberfläche starten
Der ALSA Server-Modus von timidity++
AlsaModularSynth - Synthesizer und Effektprozessor
Selbständig spielende Patches
AlsaModularSynth als Effektprozessor
Synthesizer Patches
Mit dem Control Center stets den Überblick behalten
Das MIDI Out Modul
WAV-Dateien schreiben mit dem WAV Out Modul
NoteEdit und MIDI Sequenzer

Zusammenfassung

Linux bietet eine weite Bandbreite an Sound-Applikationen, die sich in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Sie erhalten im Folgenden eine Übersicht über eine breite Palette von Applikationen für die verschiedenen Aufgaben im Multimedia-Bereich und gegebenenfalls Informationen zum entsprechenden technischen Hintergrund. Einige dieser Applikationen sind nicht Bestandteil der Standardinstallation. Verwenden Sie YaST zum Installieren der zugehörigen Pakete.

Die grundlegenden PCM-Typen von ALSA

Mit der Version 0.9 der Advanced Linux Sound Architecture (ALSA) wurde das Konzept für die PCM Devices grundlegend geändert und erweitert. Der Anwender kann inzwischen durch die Auswahl eines bestimmten PCM-Typs beeinflussen, wie ALSA auf die Soundkarte zugreift. Die wichtigsten PCM-Typen tragen die Namen hw und plughw.

Um den Unterschied zwischen den beiden Typen zu beleuchten, werden kurz die Vorgänge beim Öffnen eines PCM-Device betrachtet. Für jedes PCM-Device müssen beim Öffnen einige Einstellungen bekannt sein. Dies sind zumindest: Sample-Format, Sample-Frequenz, Anzahl der Kanäle, Anzahl der Perioden (früher Fragments genannt) und Größe einer Periode. Nun kann es passieren, dass eine Applikation z. B. eine WAV-Datei mit einer Sample-Frequenz von 44,1 kHz abspielen möchte, die Soundkarte aber diese Frequenz nicht unterstützt. In diesem Fall kann ALSA mit Hilfe des Plugin-Layer eine automatische Konvertierung der Daten in ein Format vornehmen, das von der Soundkarte unterstützt wird. Die Konvertierung betrifft die Parameter Sample-Format, Sample-Frequenz und Anzahl der Kanäle.

Die Zuschaltung des Plugin-Layers wird durch die Auswahl des PCM-Typs plughw aktiviert. Mit dem PCM-Typ hw versucht ALSA dagegen direkt, die PCM-Devices mit den von der Applikation benötigten Parametern zu öffnen. Die Angabe der gewünschten Soundkarten- und Device-Nummer folgt nach einem Doppelpunkt auf den PCM-Typ. Dabei wird zuerst die Karten- und dann die Device-Nummer angegeben. Der komplette Bezeichner für ein PCM-Device sieht also z. B. so aus: plughw:0,0